Diskuselfe

Diskuselfe bei John Gould gemalt von Henry Constantine Richter

Der Diskuselfe (Discosura longicaudus) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das etwa 1.900.000 Quadratkilometer in den südamerikanischen Ländern Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und Brasilien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) eingeschätzt. Es ist bisher keine Unterart des Diskuselfe bekannt. Die Art gilt deshalb als monotypisch.

Die männliche Diskuselfe hat eine Körperlänge von etwa 10,2 cm, während das Weibchen nur 6,9 cm groß wird. Dabei haben sie ein Gewicht von ca 3,4 g. Beim gegabelten violetten Schwanz des Männchens sind die äußeren Steuerfedern mit ca 5 cm sehr viel länger als der Rest. An den Enden befinden sich zwei schwarzviolette Flaggen. Die Krone, der Hals und der obere Brustteil sind glänzend smaragdgrün. Der untere Teil der Brust ist kupfergold und wird am Bauch weiß. Der Rücken funkelt grün und hat ein gelbbraunes weißliches Band am Bürzel. Das Weibchen hat keine so glitzernden grünen Federn. Die Oberseite ist ähnlich wie beim Männchen, hat ebenfalls gelbbraunes weißliches Band am Bürzel. Die schwarz Kehle ist seitlich weiß gesäumt. Die Brust glänzt grün und wird am Bauch gelblichbraun weiß. Der ebenfalls gegabelte Schwanz erreicht eine Länge von ca 2,5 Zentimetern, hat aber am Ende keine Flaggen. Er ist grau mit einem deutlichen violetten subterminalen Bereich. Die Außenfedern haben weiße Sprenkel.

Meist sieht man sie in den Baumkronen hapaxanther Pflanzen, wo sie zusammen mit anderen Kolibriarten Nektar sammeln. Meist klauen sie den Nektar von größeren territorialen Kolibris und es kommt nicht selten vor mcm taschen sale, dass sie von diesen fort gescheucht werden. Ihr Flug ist relativ langsam und gleicht dem der Bienen. Sehr oft sitzen sie auf den Zweigen im äußeren Bereich von Baumkronen. Unter anderem fliegen sie die Blüten von Inga und Kaschu an.

Der Vogel bewegt sich in der tropischen Zone. So ist er vorzugsweise an Flüssen des Regenwalds zu beobachten. Meist ist er an Waldrändern und Sekundärwald zu beobachten. Sie bewegen sich in Höhen bis zu 400 Metern, meist aber nur bis 200 Meter im zentralen und westlichen Teil des venezolanischen Bundesstaates Amazonas. In Brasilien findet man sie im Norden und Osten des Landes.

Johann Friedrich Gmelin verwendete das Protonym Trochilus longicaudus. Erst später wurde die Diskuselfe der neuen Gattung Discosura von Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte zugeschlagen.

Der Name »Discosura« leitet sich von den griechischen Wörtern&nbsp

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;»diskos« δίσκος für »Platte, Scheibe« und »oura« οὐρά für&nbsp

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;»Schwanz« ab. Das Artepitheton »longicaudus« ist lateinischen Ursprungs und stammt von den Wörtern »longus« für »lang« und »cauda« für »Schwanz« ab.

Sverre (Norwegen)

Sverre Sigurdsson oder Sverrir, Sverri (* um 1151 in Norwegen; † 8. März 1202 in Bergen, Norwegen) war von 1177 bis 1202 norwegischer König.

Hauptquelle über Sverre ist die Sverris saga

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. Der isländische Abt Karl Jónsson schrieb Grýla (Hexe), den ersten Teil der Sverris saga, in Norwegen zwischen 1185 und 1188. Sie erhielt ihren Namen dadurch, dass sie den fast als übernatürlich empfundenen Aufstieg Sverres schildert. Sie umfasst nur die ersten beiden Kriegsjahre und geht allenfalls bis knapp nach Erling Skakkes Tod 1179. Nach dem Prolog hat Sverre selbst darüber bestimmt, was in die Grýla aufgenommen werden sollte. Offenbar wurde die Saga nicht lange nach Sverres Tod 1202 von Karl Jónsson oder einem Mitbruder vollendet. Die Grenze zwischen diesen Teilen ist umstritten. Der spätere Teil der Saga ist weit weniger von Propaganda geprägt als der erste Teil und baut auf Zeugenberichten aus dem Gefolge Sverres auf. Die Verfasser identifizierten sich aber auch weiterhin mit der Sache Sverres und berichteten nicht unbefangen. Da auch Quellen der Gegenpartei überliefert sind, ist Sverre derjenige König des norwegischen Mittelalters, von dem man das genaueste Bild hat.

Sverre war nach den Angaben der Grýla ein außerehelicher Sohn von König Sigurd Munn mit Gunnhild. Als er geboren wurde, soll Gunnhild mit dem Kammmacher Unas in Bergen, einem Bruder Bischof Roes auf den Färöern, verheiratet gewesen sein. Sverre wurde zur Erziehung mit fünf Jahren zu Bischof Roe nach Kirkjubøur bei Tórshavn geschickt. Hier genoss er eine für damalige Verhältnisse herausragende Erziehung und wurde zum Priester geweiht. Er soll 24 Jahre alt gewesen sein, als Gunnhild zu den Färöern fuhr und ihn über seinen wahren Vater aufklärte. Vorher soll sie in Rom gewesen sein. Der Papst habe ihren Beichtvater angewiesen, sie dazu zu bewegen, ihrem Sohn die Wahrheit zu sagen. Diese Darstellung der Grýla ist wenig glaubhaft. Sie gibt keine Aufschlüsse über das Verhältnis zwischen Gunnhild und Sigurd Munn und widerspricht in vielen Details dem, was über diese Zeit bekannt ist. So kann Sverre nicht mit fünf Jahren zu Bischof Roes geschickt worden sein, da dieser erst fünf Jahre später Bischof wurde. Zwar könnte es auch sein, dass Sverre bereits fünf Jahre älter war, als er zu Roes geschickt wurde. Dann hätte er aber kaum der Sohn von Sigurd Munn sein können, der erst 1133 geboren war. Das kanonische Mindestalter für die Priesterweihe war 30 Jahre. Dieses Alter erreichte Sverre nach der Saga aber erst fünf Jahre, nachdem er die Färöer verlassen hatte. Es ist auch kaum nachzuvollziehen, dass die Saga verschweigt, dass Sverre auf den Färöern die Söhne Sigurd Lavard, Håkon Sverreson und die Töchter Cecilia und Ingebjörg bekommen hat. Letzte Sicherheit über seine Abkunft und seine eigene Auffassung darüber gibt es nicht. Sverre lebte auf den Färöern mit einer unbekannten Frau, möglicherweise Astrid Roesdotter, zusammen. 1185 heiratete er Margrete Eriksdotter, Tochter des schwedischen Königs Erik des Heiligen.

1176, im Alter von 25 Jahren, kehrte Sverre nach Norwegen zurück. Dort und auch in Schweden fand er zunächst nur wenig Unterstützung. 1177 wurde er Führer der nach der verlorenen Schlacht von Re und dem Tod Øystein Møylas übrig gebliebenen Reste der Birkebeiner, nach eigener Darstellung rund 75 Mann, und wurde von diesen nach einem Sieg bei Nidaros auf dem Øyrating zum König ausgerufen.

Er wandte in der ersten Zeit eine ausgeprägte Guerillataktik an mit überraschenden Angriffen auf Städte und Stützpunkte, die unter Kontrolle des Feindes standen. Damit gab er den Birkebeinern ein militärisches Training, das sie instand setzte, später auch größeren feindlichen Truppen in regulärer Schacht zu begegnen. Sein Hauptziel war, Geld, Waffen, Ausrüstung und Verpflegung für sein Heer zu beschaffen. Im Gegensatz zu seinem Gegner Erling Skakke ging er mit dem besiegten Feind nachsichtig um.

1178 nahm Sverre Nidaros ein. Die Saga erzählt von unmenschlichen Strapazen und Siegen über vielfach überlegene Gegner und ist von Heiligenbiografien beeinflusst. Er besiegte 1179 in der Schlacht bei Nidaros (Schlacht von Kalvskinn) seinen Widersacher Erling Skakke durch eine Kriegslist, indem er sich scheinbar furchtsam aus der Stadt zurückzog. Das sich siegreich fühlende Heer seiner Gegner betrank sich und wurde anschließend leichte Beute der Birkebeiner. Erling Skakke fiel, König Magnus gelang die Flucht zu Schiff mit einem kleinen Teil seines Heeres unter Verlust des größten Teils der Flotte. Dies war der entscheidende Durchbruch, und von nun an wurde Sverre nicht mehr nur als König eines aufständischen Heerhaufens angesehen. Insbesondere wandten die Häuptlinge von Trøndelag sich ihm zu. Aber im übrigen Norwegen hatte nach wie vor Magnus das Sagen. Magnus konnte Verstärkung aus Dänemark holen, und er war ökonomisch und militärisch immer noch im Vorteil. Der Krieg wurde erbitterter, und ganze Landstriche wurden wechselseitig über die Leidangspflicht mobilisiert. Heere von mehreren tausend Mann nahmen an den Kriegszügen teil. Die Birkebeiner waren aber disziplinierter und folgten den Schachzügen Sverres, mit dessen unkonventioneller Kampfesweise die Truppen von Magnus nicht zurechtkamen. Sie kämpften noch in geschlossenen Formationen mit dem Königsbanner an der Spitze, während Sverre lockere und bewegliche Formationen bildete. Während Magnus traditionell an der Spitze seines Heeres kämpfte, dirigierte Sverre seine Truppen aus rückwärtigen Stellungen.

Nachdem Magnus 1180 eine erneute Niederlage in Ilevollen bei Nidaros erlitten hatte, zog er sich nach Dänemark zurück. Auch seine geistliche Stütze Bischof Øystein Erlendsson ging außer Landes nach England. Im Winter 1181/1182 kam Magnus aus Dänemark gestärkt zurück und nahm in Abwesenheit Sverres Nidaros ein und raubte dessen gesamte Flotte. Im Sommer 1183 kam Sverre mit kleinen Schiffen und gewann in einem Überraschungsangriff in Bergen die Flotte zurück. Magnus musste wieder nach Dänemark fliehen. Die Entscheidung fiel dann 1184. Magnus kam im Frühjahr nach Viken und das gesamte Vestlandet folgte ihm. Sverre befand sich mit seinem Heer in Sogn auf einer Strafexpedition, weil die Einwohner seine Vögte überfallen hatten. Am 15. Juni lag er mit 14 Schiffen am Fjordeingang zum Sogndalsfjord, einem Seitenarm des Sognefjordes, als Magnus mit 26 Schiffen einlief. Es kam zur Schlacht bei Fimreite, bei der König Magnus getötet wurde.

Sverre war ein geschickter Propagandist. Als er in Bergen die Leichenrede auf seinen Gegner Magnus Erlingsson hielt, erklärte er, warum er mit wenig Mitteln Erling Skakke und seinen Sohn Magnus habe überwinden können:

Das durchgängige Thema ist das Eingreifen Gottes in die Geschichte durch Sverre. Das bewies seine göttliche Auserwähltheit für den Königsthron, und seine Biographie ist eine Propaganda nach europäischem Muster. Er nutzte die Olavs-Ideologie gegen König Magnus. In der Grýla werden Träume Sverres aufgezeichnet, in denen der Hl. Olav ihn auffordert, sein altes Gesetz wieder aufzurichten, das vor den Kirchengesetzen des Königs Magnus gegolten hatte. Die „Großen Träume“ Sverres spielen in der Grýla eine besondere propagandistische Rolle. Sverre hatte sie bereits auf den Färöern, und sie weissagten ihm eine große Zukunft. Als er von den Färöern abfuhr, träumte ihm, dass der Hl. Olav mit ihm in den Kampf gegen Erling und Magnus ziehe und ihm seinen Schild und seinen Speer und sein Wappen anvertraue. Die Träume waren die einzige Legitimation, auf die er sich anfangs stützen konnte. Somit bekämpfte er die Allianz zwischen der Kirche und Magnus mit ihren eigenen Waffen.

Sverres wachsende Stärke ist auch auf die Unterstützung aus Schweden zurückzuführen. Seine Verbindung nach Schweden garantierte ihm Zufluchtsorte im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet. Der schwedische König Knut Eriksson sah in ihm einen natürlichen Verbündeten gegen das rivalisierende Geschlecht der Sverker, das vom dänischen König Waldemar I. unterstützt wurde, der seinerseits mit König Magnus und Erling Skakke verbündet war. Diese Verbindung zu König Knut befestigte Sverre durch die Ehe mit Knuts Schwester Margrete 1185.

Mit seinem Sieg über König Magnus trat keineswegs Frieden ein. Dessen Anhänger versuchten immer neue Aufstände gegen ihn. Als erster trat Jon Kuvlung auf, der behauptete, ein Sohn von König Inge Krogrygg zu sein. Sverre besiegte ihn und die Kuvlunge 1188 bei Bergen. Das führte dazu, dass in der Folgezeit seine Gegner als Friedensstörer in der Bevölkerung in die Defensive gedrängt wurden und der Anspruch Sverres auf die Königs-Einkünfte nicht mehr bestritten wurde. 1189 kam es allerdings zu neuen Unruhen. Diesmal scharte sich der Widerstand um Sigurd Brenna, einen weiteren Sohn König Inges. Die Bauern im Oslofjord schlugen und vertrieben die Truppe.

Und wieder kam es zu einem lokalen Aufstand, diesmal unter der Leitung von einem Simon Káresson, den die Bauern des Oslofjordes ebenfalls zurückschlugen

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. Im Sommer 1191 probte eine Kampftruppe unter Torleif Breiskjegg den Aufstand. Die Bauern des Oslofjords kämpften die Gruppe nieder, und Torleif wurde getötet. 1193 kamen von den schottischen Inseln die “Øyskjeggene”, die vom Orknøyjarl Harald Maddaðsson unterstützt wurden. Auch diese wurden besiegt.

Der Bischof von Oslo war neben dem Erzbischof Eirik Ivarsson Sverres schärfster Gegner. Er gründete 1196 die Baglerpartei (= Bischofsstab-Partei), was zu den Baglerkriegen führte. In diesen Kriegen fiel eine Großzahl der norwegischen Aristokratie. Das führte zum Nachrücken aus der nächsttieferen Schicht, teils durch Einheirat in die alten Geschlechter. Dieser Krieg führte allmählich zum Wandel von der selbständigen Aristokratie zum königlichen Dienstadel. Dadurch band Sverre den Adel fester an sich. Er baute stetig und beharrlich seine Königsmacht aus. Unter ihm schritt die auch sonst im Gange befindliche Zentralisierung immer weiter voran. Die meisten Neuerungen führte er auf dem militärischen und strategischen Gebiet ein. Er setzte auch erstmals königlich bestellte Richter im Gerichtsthing ein, was später zum königlichen Berufsrichtertum führte.

1184 kam Erzbischof Øystein Erlendsson aus dem englischen Exil zurück. Obgleich Sverre seine Erfolge auf Gott, die Jungfrau Maria und den Hl. Olav zurückführte, stand ihm die Kirche kritisch gegenüber. Für sie war König Magnus Erlingsson der König von Gottes Gnaden, Sverre nur der Gegenkönig. Er leitete daher sein Thronrecht unmittelbar von Gott her. 1188 starb Øystein Erlendsson und Eirik Ivarsson wurde sein Nachfolger.

Sverre wollte im Herbst 1189 gekrönt werden. Aber es kam zu einem schweren Konflikt in dieser Frage, denn die Kirche hielt zu dem von ihm besiegten König Magnus. Der Erzbischof verweigerte die kirchliche Krönung ohne die Zustimmung des Papstes. Nach längerem Streit musste Erzbischof Eirik das Land 1190 verlassen und fand Zuflucht beim dänischen Erzbischof Absalon von Lund. Sein gesamtes Vermögen wurde vom König eingezogen. Daher wandte sich Eirik an den Papst. Norwegen hatte nun plötzlich keinen Erzbischof mehr. Darüber wurde die norwegische Bevölkerung aufgebracht.

Papst Coelestin III. bestätigte in einer Bulle vom 15. Juni 1194 die wichtigsten Privilegien des Erzbistums Nidaros und insbesondere die mit der Bannandrohung bewehrten Schutzbestimmungen, die bereits Papst Anastasius IV. in seiner Gründungsbulle für Nidaros erlassen hatte. Das bedeutete, dass König Sverre von nun an dem Kirchenbann verfallen war. Als Eirik das Papstschreiben erhalten hatte, ließ er dieses in der Domkirche zu Lund öffentlich verlesen und sprach bei jedem Sonntagsgottesdienst den Bann über König Sverre aus. Sverre zwang Bischof Nikolaus von Oslo, ihn am 29. Juni 1194 kirchlich zum König zu krönen. Die Bischöfe, die bei der Krönung anwesend waren, wurden im November ebenfalls vom Papst gebannt. Sverre reagierte mit der öffentlichen Behauptung, der Bann des Papstes sei eine Fälschung, später, er habe einen Brief des Papstes, der ihn vom Bann gelöst habe.

Im Jahre 1198 bestätigte der Papst den Bann und verhängte über das Land das Interdikt, was aber offenbar nicht umgesetzt wurde. Viele Geistliche hielten zu Sverre. In seinem Traktat En tale mot biskopene (Eine Rede gegen die Bischöfe), verfasst um 1200, leitete Sverre das Königtum von Gott ab – wie die Kirche auch, als sie Magnus krönte. Aber er ging darüber hinaus: Gott habe dem König auch Regierungsgewalt über die Kirche gegeben. Über diesen Konflikt gibt es weitere Quellen, die die Sicht seiner Widersacher darlegen, kirchliche Dokumente, Saxo Grammaticus und englische Geschichtsschreiber, die offensichtlich über die innerkirchlichen Verhältnisse Norwegens gut informiert waren.

Obgleich die Bischöfe außer Landes gegangen waren, hatte Sverre viele geistliche Helfer. Er erhielt die kirchlichen Sakramente und wurde sogar kirchlich begraben. Auf seinem Totenbett empfahl er seinem Sohn Håkon, einen Vergleich mit der Kirche zu suchen.

Siehe auch: Geschichte Norwegens im christlichen Mittelalter

1186 hielt er eine Rede in Bergen, wo er den Färöern (der Heimat seiner Kindheit) besondere Freiheiten einräumte. Zum Beispiel ließ er sich dort durch keinen Repräsentanten vertreten, sondern erlaubte den Färingern ihre Selbstverwaltung. Des Weiteren hob er die Sklaverei auf den Färöern auf, was aber durch den Schafsbrief (1298) spätestens wieder revidiert wurde.

Von König Sverre leitet sich das hochadliges Geschlecht „Sverre-ætt“ ab, das mehrere Könige hervorbrachte.

Fettschrift: Könige; Kursiv: Jarle
Nach P. A. Munch: Det Norske Folks Historie Bd. 4. Christiania 1859.

Gottfried Strauß

Gottfried Strauß (* 28. August 1641 in Wittenberg; † 6. März 1706 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Universitätsprofessor sowie Hof- und Appellationsrat.

Der Sohn des Juristen und Amtsschössers Benedikt Strauß hatte nach seiner schulischen Ausbildung ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wittenberg begonnen und wechselte dann an die Universität Leipzig. Hier erlangte er im Jahre 1666 den Doktortitel beider Rechte. Anschließend erteilte Strauß zunächst jungen Adeligen Repetitorien während er gleichzeitig auch praktischen Dienst in einer Anwaltspraxis versah.

Im Jahre 1672 wurde Gottfried Strauß an der Universität Leipzig zunächst zum außerordentlichen Professor der Rechte und im selben Jahr zum ordentlichen Professor der Institutionen ernannt. Mittlerweile zur Universität Wittenberg berufen übernahm Strauß dann 1685 den Lehrstuhl der Pandekten, wenig später die Lehrstühle des Codex und 1690 der Dekretalen. Inzwischen zum Ordinarius der Fakultät befördert, war er in den Sommersemestern der Jahre 1679, 1685

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, 1693 und 1701 jeweils als Rektor der Universität Wittenberg gewählt worden sowie insgesamt zwölfmal zum Leiter des Dekanats der juristischen Fakultät.

Zwischenzeitlich verliehen ihm im Jahre 1678 sowohl der Kurfürst von Sachsen, Johann Georg II. (1613–1680), als auch der Fürst von Anhalt den Titel eines Hofrates. Darüber hinaus wurde er zum Beisitzer des Konsistoriums und des Schöffengerichts und zum Mitglied des obersten Gerichtshofes des Königreichs Polen ernannt. Doch bereits im Jahre 1706 verstarb Strauß nach kurzer und heftiger Krankheit. Auf Grund seiner Verdienste verglich ihn der Wittenberger Rektor Wilhelm Berger anlässlich der Trauerfeier am 9. Mai mit dem römischen Juristen Servius Sulpicius Rufus. Während seiner Tätigkeit lagen ihm vor allem die geistigen und materiellen Interessen der Hochschule am Herzen. Darüber hinaus schrieb Strauß eine größere Anzahl an Abhandlungen und Dissertationen, die allesamt im Universallexikon von Johann Heinrich Zedler aufgeführt sind.

Gottfried Strauß, Sohn des kurfürstlichen Amtmanns in Wittenberg Benedikt Strauß, und seiner Frau Anna-Maria, war zunächst mit Anna Martha Gumbrecht, Tochter des Pastors Gumbrecht zu Bautzen, verheiratet. Anschließend heiratete er Regina Sophia Leyser (1670–1692), Tochter des Rechtswissenschaftlers Wilhelm Leyser II. (1628–1689), bevor er sich nach deren Tod mit Johanna Barbara Börner, der Witwe des Leipziger Hofrates Kaspar Ziegler und Tochter des Dresdner Juristen Georg Börner vermählte.

Wiemerstedt

Wiemerstedt ist eine Gemeinde im Norden des Kreises Dithmarschen in Schleswig-Holstein.

Das Dorf Wiemerstedt liegt etwa 10 km nördlich der Kreisstadt Heide, 3 km westlich von Hennstedt und 6 km südlich der Eider.

Bei Wiemerstedt befindet sich die Westkante der Heide-Itzehoer Geest

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. Das Fedderinger Moor ist Teil der Lundener Niederung, einem großen Niederungsgebiet innerhalb der Eider-Treene-Niederung. Die westlich gelegene Broklandsau mündet in die Eider.

Nachbargemeinden sind Fedderingen im Norden, Hägen, und Norderheistedt im Osten und Weddingstedt im Süden.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Hennstedt aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch Wiemerstedt.

Seit der Kommunalwahl 2013 hat die Wählergemeinschaft AWW sechs Sitze und die Liste Zukunft Wiemerstedt LZW einen Sitz in der Gemeindevertretung.

Wiemerstedt liegt an der Kreisstraße 76. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Heide und Lunden.

Die Gemeinde Wiemerstedt betreibt gemeinsam mit der Gemeinde Fedderingen eine Freiwillige Feuerwehr. Das Feuerwehrhaus ist ein kombiniertes Dorfgemeinschaftshaus und steht in Fedderingen.

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Braunkohlenbergwerk Malliß (Oberflöz)

Die Braunkohlenlagerstätte Malliß ist zweifellos das größte Vorkommen dieser Art im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Durch Bohrungen und Auffahrungen wurden drei Flöze nachgewiesen, davon zwei bauwürdige: das Ober- und das Unterflöz. Da die bergbaulichen Gewinnungsarbeiten fast eineinhalb Jahrhunderte andauerten und es eine große Anzahl von Betreibern unterschiedlichster Eigentumsformen gab, soll aus Gründen der Übersichtlichkeit im Folgenden die Geschichte dieses Bergbaus zweigeteilt werden, auf ebendiese beiden Kohlenflöze, beginnend mit dem Oberflöz.

Die Braunkohlenlagerstätte Malliß befindet sich an der Südwestflanke des pfropfenartig aus der in rund 3000 m Tiefe liegenden Zechsteinformation auf Schwächezonen des Hangenden aufgestiegenen Salzstockes von Conow.

Der Durchbruch des Salzstockes geschah vor ca. 100 Mill. Jahren im Alb (Stufe der Unteren Kreideformation). Der weitere Aufstieg des Salzes erfolgte im Tertiär (vor ca. 55 Mill. Jahren) und seine Hauptentwicklungsphase wird ins Oligozän (Stufe des Älteren Tertiärs, vor ca. 25 Mill. Jahren) und Neogen (obere Abteilung des Tertiärs, vor ca. 5 Mill. Jahren) datiert. Mit dem Aufstieg des Salzstockes wurden auch die diesen überlagernden tertiären Schichten aufgeschleppt. So finden wir von Nordost nach Südwest gesehen bei Karenz paleozäne, dann bei Malliß mittel- und oberoligozäne und eben auch das braunkohlenführende Miozän mit drei Kohleflözen, welche mit 4 – 10 Grad nach Südwesten einfallen.

Das Unterflöz ist mit 1,1 – 3,6 m (im Durchschnitt 2,5 m) Mächtigkeit gegenüber dem Oberflöz mit 0,8 – 2,8 m (im Durchschnitt 1,5 m) das mächtigere und auch das bessere. Das dritte dieser Kohlenflöze hat mit Mächtigkeiten im Dezimeterbereich keine Bauwürdigkeit, tritt auch nur stellenweise auf und ist durch die Tektonik ausgewalzt worden. Überlagert wird das Oberflöz durch 5 – 10 m mächtige sandige Tone resp. tonig bis lehmige Sande. Darüber finden sich 2 – 8 m mächtige schwarze Letten. Obenauf folgen Sande, teils geröllführend. An der Tagesoberfläche findet man boreale bzw. präboreale Dünensande, überlagert von Waldboden.

Die dunkelbraunfarbige Braunkohle des Oberflözes ist eine sog. Weichbraunkohle mit grusiger bis krümeliger Struktur und einem hohen Anteil an beigemengten Schluff und Feinsanden. Das Oberflöz führte auch Xylit (griech. xylon: Holz, nicht ganz inkohltes Holz oder Pflanzenmaterial, bei dem zum Teil noch sehr deutliche Holzstrukturen zu erkennen waren). Das Oberflöz wurde in seinem nordwestlichen Teil während der Eiszeit durch Auswaschungen und Sandeinlagerungen erheblich verändert. Nach Süden hin nimmt die Flözmächtigkeit stark ab, sodass hier natürliche Abbaugrenzen erreicht wurden.

Die pleistozänen Lockersedimente über dem Oberflöz sind stark wasserführend. Der Grundwasserspiegel liegt nur wenige Meter unter Flur. Als Grundwasserstauer fungieren Geschiebemergel und Glimmertone. Die wasserführenden Sande, eingelagert zwischen abdeckenden bindigen Schichtengliedern, stehen mit zunehmender Teufe unter hohem hydrostatischem Druck und erschwerten wesentlich die bergmännischen Schachtabteuf- und Gewinnungsarbeiten. So musste u.a. auch ein erster Abteufschacht am Elde-Ufer bei Bockup noch vor Erreichen des in 26 m Teufe erbohrten Braunkohlenflözes infolge der zusitzenden gespannten Wässer bei Teufe 18 m trotz Roßkunst aufgegeben werden. Beim Abbau des Oberflözes waren Filterbohrungen und sog. Stummelstrecken zur Entspannung dieser Wässer unerlässlich. Dennoch unterbrachen größere Wassereinbrüche den Gewinnungsbetrieb für Monate; so z.B. in den Jahren 1865 – 1866.

Mecklenburg war bis zum 16. Jahrhundert gekennzeichnet als vorwiegendes Agrarland. Die hier regierenden Herzöge – angetan durch die beginnende Industrialisierung in den Nachbarstaaten – waren bestrebt, auch dieser Entwicklung zu folgen. So begann u.a. hierzulande auch eine gezielte Suche nach Bodenschätzen. 1577 wurde am Wanzeberg bei Malliß ein Alaunvorkommen entdeckt und eine Alaunsiederei errichtet, welche im 30-jährigen Krieg mehrfach zerstört und 1709 endgültig stillgelegt wurde. Beim Aufschluss dieses Alaunvorkommens fand man auch „schwarze bituminöse Letten“, was zu Vermutungen auf das Vorhandensein von Kohle im Untergrund führte.

Herzog Friedrich Franz I. lässt sich von der Kammer in einer Auflistung unter dem Titel „Unterthänigstes Pro Memorial “ vom 8. Mai 1790 alle früheren bergbaulichen Unternehmungen im Amt Eldena vorlegen. Darin sind „alle aufzufinden gewesenen Acta von der ehemaligen Saline zu Conow auch von einem Allaun-Werke und einer Kalk-Grube im Amte Eldena“ verzeichnet. Er beauftragte persönlich einen gewissen Carl Zintgraff, den Wanzeberg durch Schürfungen auf Bodenschätze genauer zu untersuchen. Dieser legte drei Schürfstollen an. Seine Untersuchungsergebnisse teilte er dem Landesfürsten in zwei Berichten mit :

Im Bericht vom 13. August 1790 heißt es, dass er gegen Osten am Fuße des Berges einen alaunhaltigen Mergelton fand. Seinen Hauptschürfschacht setzte er an die mittlere Berghöhe in der Hoffnung, das Braunkohlenflöz zu erreichen. Doch er erschürfte zunächst „conklumerirten Thon mit nesterweiß bituminößen alaunhaltigen Mergelthon“ in einer Teufe von einem Lachter. Danach fand er abwechselnd Sand und „eisenschüssigen Sandstein“ bis in eine Teufe von zwei Lachter. Und nach weiteren ½ Lachter stieß er auf wasserführenden Sand, der zum Aufgeben des Weiterteufens zwang.

Die beiden Abbildungen rechts zeigen die bisher ältesten überlieferten geologischen Schnitte von Erkundungsarbeiten in Mecklenburg (nach H.Rössler, 2007)

Im Bericht vom 28. Januar 1791 wird u.a. ausgeführt, dass im Schürfstollen B (siehe rechte Abbildung) eine bituminöse Schicht fand, welche in einer Länge von 15 Lachtern verfolgt wurde, die sich aber letztlich „ganz verdrückte“ und mit „glimmeren Sand und Lettentrümmer“ durchsetzt war. Reine Braunkohle wurde im Schürfstollen B nicht angetroffen. Hingegen fand er im Schürfstollen A „würkliche Braunkohle“ von 1 Fuß Mächtigkeit. ZINTGRAFF schreibt: Es „läßt uns keine Hoffnung die Schürfarbeit in dieser Gegend, zum Vortheil Eurer Hochfürstlichen Durchlaucht weiter fortsetzen zu können“.

Zintgraff erbrachte aber immerhin den ersten Nachweis von Braunkohle, wenn auch nicht in bauwürdigen Dimensionen.

Mit Kabinettsreskript beschloss die Großherzogliche Kammer im Jahre 1817, dieses Gebiet nebst angrenzender Bockuper und Conower Berge mittels Bohrungen weiter genauer untersuchen zu lassen. Zunächst wurden zwei Bohrungen, geleitet durch Bergrat Abich und Steiger Mengebier aus den Braunschweigischen Braunkohlengruben bei Helmstedt, am Elde-Ufer niedergebracht. Die eine Bohrung traf nicht auf Kohle. Die Zweite – angesetzt am südlichen Abhang des Elde-Ufers bei Bockup – erbohrte das Braunkohlenflöz in einer Teufe von 26 m mit einer Mächtigkeit von 1,10 m.

Das Abteufen eines Schachtes hier am Bohrloch 2 leitete der Steiger und spätere Obersteiger und Gipsverwalter Adam Christian Mengebier persönlich, obwohl er noch hin und wieder zu bergbaulichen Arbeiten ins Braunschweigische zurückbeordert wurde. Doch, wie bereits zuvor angeführt, musste der Schacht infolge nicht beherrschbarer Wasserzuflüsse aufgegeben werden. Mengebier bohrte nun weiter zwischen Bockup und Malliß und traf dort überall das Oberflöz in Mächtigkeiten von 1 – 1,75 m bei Teufen von 3 – 35 m an.

Dem Verhältnis von Deckgebirgs- zur Lagerstättenmächtigkeit nach entschied er sich zum Abteufen zweier seigerer Schächte. Schacht I, Friedrichschacht genannt, erschloss in 28 Fuß Teufe ein ca. 1,5 m mächtiges Kohleflöz. Schacht II, Franzschacht genannt, erschloss die Braunkohle in 59 Fuß Teufe. Die Bergwerksanlage befand sich etwa „1000 Schritt südwestlich von Mallitz und ¼ Meile von der Elde entfernt“. Sie erhielt den Namen „Friedrich-Franz-Zeche“. Bis zum Jahre 1830 war ein Streckennetz von 175 m Länge und 80 m flacher Höhe aufgefahren. Die größte, von Mengebier angegebene Mächtigkeit des Kohlenflözes betrug 7 Fuß. Beide Schächte, 100 m voneinander entfernt, waren zur Bewetterung der Grubenbaue durch eine einfallende Strecke verbunden. Der Grundwasserspiegel stand, den alten Aufzeichnungen nach, bei etwa 12 m unter Flur. Zur Hebung der Grubenwässer baute MENGEBIER eine Pumpenanlage, welche durch eine pferdekraftgezogene Roßkunst bewegt wurde. Dank MENGEBIERS bergbaulicher Erfahrungen und der Anstellung zweier ausgebildeter Bergleute namens GOEDECKE und MÜLLER gingen die Aufschlussarbeiten zügig voran. Die Braunkohle wurde im sog. Pfeilerbruchbau gewonnen. Der abzubauende Lagerstättenbereich wurde durch im Einfallen des Flözes vorgetriebene Grundstrecken ausgerichtet. Von diesen wurden seitlich, im Streichen der Lagerstätte aus angesetzte Abbaue in Bruchpfeiler („in Gestalt eines Damenbretts“, wie es MENGEBIER beschrieb) bis maximal 3 m x 3 m vorgerichtet. Alle Baue wurden in Türstockzimmerung mit Verschalung ausgebaut. Die Gewinnung der Kohle erfolgte per Hand mittels Keilhaue. Danach erfolgte das Rauben des Ausbaus, wodurch das Hangende hereinbrach und sich Übertage Bruchsenken bildeten.

Verkauft wurde damals nur die stückige Kohle, die sog. Klarkohle wurde auf Halde geschüttet. Einzige Abnehmer der stückigen Kohle sollen nur die Gefangenenhäuser in Dömitz, die Münze in Schwerin und die Hofküche in Doberan gewesen sein.

Mit zunehmender Abbautiefe nahmen die Wasserschwierigkeiten immer mehr zu. Die Rentabilität der Bergwerksanlage war schon seit Beginn defizitär. So betrugen die Einnahmen 1820 500 Taler, hingegen die Ausgaben rd. 517 Taler. Allein Mengebiers Gehalt von Ostern bis Johannis 1821 steht mit 100 Talern zu Buche. Später betrug sein Jahresgehalt 400 Taler (gezahlt sogar bis 1840). Eine lückenlose Förderstatistik ist im Archivgut nicht zu finden, lediglich vereinzelte Angaben. So ist einem Bericht vom 22. März 1833 zu entnehmen

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, dass die monatliche Förderung 3000 Zentner betrug. Durch Aussieben erhielt man 1300 Zentner Stückkohle, der Rest war besagte Gruskohle, welche auf Halde geschüttet wurde. PINZKE (1981) schätzt die in dieser Zeit geförderte Braunkohle auf ca. 25.000 t.

Die Abbau- und Unterhaltungskosten zu Lasten der herzoglichen Kasse betrugen bis zur Einstellung des Bergbaus 1838 25.249 Taler (ohne Kosten für Holzmaterial); hingegen betrugen die Einnahmen durch den Verkauf der geförderten Braunkohle lediglich 1317 Taler. Aus Gründen dieser gravierenden Unrentabilität wurde 1838 der Grubenbetrieb stillgelegt.

Der Kaufmann Johann Heinrich Marsmann aus Wismar, Besitzer der Mallißer Ziegelei, pachtete mit „Pacht-Contract zwischen für den Kaufmann J. H. Marsmann zu Wismar wegen Wiederaufnahme des Braunkohlenbergwerks bei Malliß, Amte Eldena“ vom 11. März 1854 die alte Bergwerksanlage. Im Vertrag – unterzeichnet vom HERZOG FRIEDRICH FRANZ persönlich und mit dem Landessiegel versehen – wurde u.a. im § 1 vereinbart, dass dem Pächter zur Errichtung einer neuen Bergwerksanlage Übertage eine Fläche von 500 Quadratruten und für die Gewinnung Untertage ein Terrain „für die Ausbeutung und Zutageförderung“ von weiteren 8000 Quadratruten überlassen werden. Der Pachtzins wurde im § 10 des Pachtvertrages wie folgt vereinbart : „§ 10 : Die für den Bergbau pp. zu zahlende Jahrespacht beträgt Sechs Procent des Brutto-Ertrages von gewonnenen und zu Tage geförderten Braunkohlen und Kohlenklein jeder Qualität…“ Die Pacht galt für 30 Jahre, „mithin bis Johanni 1884….Kontrolle über den Bruttoertrag soll vorläufig dem zu beeidigenden Steiger Molze übertragen werden“. MARSMANN eröffnete auch in Bockup eine Ziegelei, die sein Sohn HEINRICH leitete.

Es erfolgte das Abteufen eines neuen Schachtes, etwa 50 m südöstlich der alten Schächte Friedrich und Franz, der das Oberflöz in 17 m Teufe mit 1,90 m Mächtigkeit erschloss. Bereits 1855 wurden die ersten Kohlen gefördert: Kohle der I. Qualität 50-55 t; Kohle der II. Qualität 45-50 t; Klare Kohle 40-45 t. Bereits nur zwei Jahre später, am 17. April 1856, bevollmächtigt MARSMANN seinen Sohn HEINRICH, den Pachtvertrag durch „Cession“ (Abtretung) umzufirmieren in den „Mecklenburgischen Bergbau-Verein“. Laut „Instruktion für den Obersteiger Nolze zu Malliß“ vom 14. Juni 1856 wird NOLZE die „Verantwortung des Mecklenburgischen Bergbau Vereins und seines Vorstandes bei der Grube anvertraut, und hat er demgemäß dort die Interessen die Interessen der Gesellschaft nach allen Richtungen bestens wahrzunehmen“.

Der „Pacht-Contract über das Braunkohlen-Bergwerk bei Mallitz, Amte Eldena, für die Actien-Gesellschaft, genannt Mecklenburgischer Bergbau-Verein“ datiert vom 7. Juni 1856 und trägt ebenfalls die Unterschrift und das Siegel des Herzogs. Das im Archivgut gefundene gedruckte „Statut für den Mecklenburgischen Bergbau-Verein vom 31. Oktober 1855“ ist den zuvor genannten Dokumenten zeitlich nicht widersprüchlich, denn im § 1 desselben heißt es: „Die unter dem Namen: Mecklenburgischer Bergbau-Verein, begründete Actien-Gesellschaft hat zum Zweck den Betrieb des Braunkohlen-Bergwerks bei Malliß in Gemäßheit des mit der hohen Großherzoglichen Kammer vorläufig vereinbarten und demnächst abzuschließenden Pachtcontracts“. Gegründet war die Gesellschaft auf 300 Aktien zu je 200 Talern.

Der Absatz von Braunkohle verlief recht unterschiedlich. Anfang 1859 wurde nichts verkauft, sodass sich der inzwischen zum Obersteiger aufgestiegene Nolze (stellenweise auch Noltze geschrieben) am 10. März 1859 entschied, die Förderung gänzlich einzustellen. Daraufhin zitierte die Großherzogliche Kammer, die um ihre finanziellen Erträge gemäß dem Pachtvertrag fürchtete, Nolze vor das Dömitzer Amt. Dort wurde er am 29. März vernommen. Laut vorhandenem Protokoll begründete er seine Entscheidung mit Mangel an Betriebskapital (u.a. offensichtlich zur Anschaffung besserer Siebe) und dem schlechten Absatz der Kohle. Der Grusanteil der geförderten Kohle war zu hoch. Die Kundschaft holte sich lieber die qualitativ bessere Braunkohle aus der nicht allzu weit entfernten Grube Gülitz. Außerdem befürchtete er auch, dass die Aufhaldung der Kohle zu einer Selbstentzündung führen könne. Diese Ansicht wurde später aus berufenem Munde bestätigt. Zur Beurteilung der Lage auf dem Bergwerk beeilte sich die Großherzogliche Kammer, den preußischen Berggeschworen Knauth zu gewinnen. Am 16. Juni 1859 fand die Bergwerksbesichtigung statt. Am 27. Juli sendete KNAUTH seinen Untersuchungsbericht an das Amt Dömitz. Leider konnte dieser bislang noch nicht in den Archiven gefunden werden. Hingegen ist belegt, dass KNAUTH , wie auch zuvor NOLZE, die Ansicht vertrat, dass ein weiteres Aufhalden die Gefahr einer Selbstentzündung der Kohlenvorräte in sich berge. Offensichtlich waren neben Absatzschwierigkeiten auch die Wasserzuflüsse in der Grube Schuld an der wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens.

Doch nur wenige Monate später ersuchten die Erbpächter des Schachtareals, die Vorstandsmitglieder G. Markurth und G.F.W. Sparkuhl aus Findenwirunshier bzw. Malliß die Großherzogliche Kammer um die Zuweisung eines neuen Areals in den Sülter Tannen von 25 Quadratruten, weil der neuangelegte Maschinen- und Förderungsschacht unbrauchbar geworden war und die sofortige Anlage eines neuen Schachtes erforderte. Diesem Antrag wurde auch mit der entsprechenden Weisung an die Forstbehörde stattgegeben.

Die Zeichnung rechts zeigt den von 1817 bis 1880 abgebauten Bereich des Oberflözes. Die Grubenbelegschaft bestand zu dieser Zeit aus einem Steiger und 25—30 Bergleuten, welche pro Tag ca. 150 to 7 Kohle der sogenannten 1. und 2. Qualität sowie Klar- oder Gruskohle förderten. Mittlerweile hatten sich auch die Betriebe und Haushalte der näheren und weiteren Umgebung auf den neuen Brennstoff mit ihren Kesselanlagen und Öfen eingestellt, sodass die Nachfrage nach Kohle stetig zunahm. 1865 erfolgte ein großer Wassereinbruch. Die Belegschaft musste fluchtartig die Grube verlassen. Erst zwei Jahre später begann wieder die Förderung von Kohle. Vermutlich führte dieses Ereignis dazu, dass sich der Vorstand gemäß dem Protokoll der Generalversammlung der Aktionäre am 3. März 1865 bemühte, den Berggeschworen Henne aus Osterwald „zur Übernahme einer stetigen Ueberwachung der Grube und des damit Zusammenhängenden“ zu gewinnen.

Die großen technischen und kaufmännischen Probleme der Aktiengesellschaft widerspiegelt das Protokoll dieser Generalversammlung. Darin ist nachzulesen, dass der Vorstand und Direktor REINHARD ROSE beauftragt wurde an die Großherzogliche Kammer heranzutreten um zu erwirken, „die contractliche Abgabe von 6 % brutto der geförderten Kohlen so lange, wie eine Dividende nicht gezahlt wurde, ganz zu erlassen, demnächst aber diese Abgabe auf 3 % der verkauften Kohlen festzustellen“. Der Hauptgegenstand der Generalversammlung war aber „die Dringlichkeit schleuniger Maßregel nicht nur zur Verhinderung eines begründet zu befürchtenden ehebaldigen Stillstandes des ganzen Betriebes, sondern auch der damit verknüpften contractlichen Folgen… und die speciellen Vorlagen zur Herstellung des neuen Werkes nebst den respectiven Kostenanschlägen“. Nachschüsse auf die Aktien von 20 % des Nominalwertes sollten zu einer Kapitalerhöhung von insges. 15.000 Talern führen. In der Folge übernahm die „Mallißer Gesellschaft Schön, Horschitz und Genossen“ zu Hamburg die Rechte an der Braunkohlengewinnung.

Am 26. Juli 1873 wurde im Auftrag der Großherzoglichen Kammer zwischen dem Großherzoglichen Amt zu Dömitz und der „Mallisser Gewerkschaft Schön, Horschitz & Genossen“ ein Vertrag zur Nutzung des Braunkohlenvorkommens Malliß abgeschlossen. Sie erwarb neben dem Nutzungsrecht auch den Erbpachthof Malliß durch Kauf, „1875 endlich nach Rücknahme des Erbpachtcontrcts das Ganze incl. eines bedeutenden bisherigen Forstareals nach Ablösung des Canons zu freiem Eigenthum. Laufende Einnahmen fließen aus dem Werke nicht mehr zur herrschaftlichen Kasse. Die Kohle wird jetzt sofort an Ort und Stelle bei bedeutendem Ziegeleibetrieb verwandt, welche sein Material in reichen dortigen Thonlagern findet.“

Es ist zu vermuten, dass eine unsachgemäße Führung des Bergwerks der Anlass dafür war, dass die Großherzogliche Kammer 1880 den Oberbergrat Pinno zur Begutachtung des Werkes beauftragte. Sein Gutachten, datiert vom 31. Juli 1880 gibt einen detaillierten Einblick in die seinerzeitige Bergwerksführung (hier folgend die wichtigsten Auszüge):

„Technisches Gutachten über den Betrieb des Braunkohlenbergwerkes Malliß in Mecklenburg.“ „…Das Liegende der Braunkohlenmulde wird durch den Septarienthon gebildet, der in einem von Südost nach Nordwest streichenden Rücken zu Tage tritt, an welchen sich ganz conform die Braunkohlenmulde anlehnt, daran Ausgehendes bei den sogenannten Alaunbergen an den steilen, von den Thonrücken nach dem Eldethale abfallenden Kiesabhängen beobachtbar ist. …Die Braunkohle selbst tritt in 2 Flötzen (Ober. Und Unterflöz) auf, die in Sand und Alaunerde eingelagert sind. Das Oberflöz hat eine bauwürdige Mächtigkeit von 4 bis 5 Fuß, das Unterflöz von 12 Fuß. …Gesamtabsatz im Jahre zu 200.000 hl beläuft, die im Durchschnitt zu 27,5 Pf. in hl verkauft werden. Das Oberflöz ist durch Schächte aufgeschlossen, die eine Tiefe von höchstens 25 m haben. Die Schächte stehen in den hangenden Sanden und Alaunerden in Zimmerung an, die keinem Druck ausgesetzt ist. Der Abbau wird unmittelbar um die Schächte herumgeführt und werden mit geringen Kosten von Zeit zu Zeit um Schächte vorgeschlagen nur in frisches Abbaufeld von mäßiger Größe aufzuschließen. Das Unterflöz dagegen ist durch den Marienstollen aufgeschlossen, aus dem die geringen Wasser, die hier und da im Liegenden oder beim Durchfahren von Gebirgsmitteln angetroffen werden, zur Abführung gelangen. Der Stolln wird gut in Zimmerung erhalten. Die Vorrichtung des ausgerichteten Flözes findet in der beim Braunkohlenbergbau üblichen Weise statt. Das durch die Grundstrecken aufgeschlossene Flötz wird mit Diagonalen durchschnitten, aus denen streichende Strecken ausgelenkt werden. In den durch diese Strecken abgeschnittenen Streifen (Pfeilern) werden weitere steigende Strecken (Abbauörter) ausgeführt, aus den streichend Pfeilerörter ausgelenkt werden, die einen Bruchpfeiler abschneiden (Fig.2), der in 2 Abschnitten (Brüchen) zum Abbau gebracht wird. Zu letzterem Zwecke wird das Bruchort aufgefahren, aus dem die Theilung in die beiden Abschnitte (1.2.Figur 3) bewirkt wird. In Malliß werden Bruchpfeiler von der Stärke zweier Brüche abgeschnitten (Fig.3), weil die Kohle mürbe und das Hangende rollig und leicht nachbrechend ist, so daß einfache Pfeiler wohl dem plötzlich entstehenden Drucke keinen Widerstand bieten würden. Der Abbau findet nun in der Weise statt, daß die oben erwähnten klüftigen Abschnitte (Brüche) von 3 Feld (1 1/2 Lachter) Weite unter Nachführung von Zimmerung ausgebaut und demnächst zu Bruche geworfen werden. Das eingebaute Holz (im Unterflötz 6 – 8 Stempel) wird nach der Ausgewinnung der Kohle geraubt und das Hangende stürzt nach und füllt den leeren Raum. Bei der geringen Mächtigkeit des Deckgebirges zeigen sich die Einstürze bis zu Tage. Bei regelmäßiger Kohlengewinnung machen sich die unterirdischen Bruchreihen zu Tage durch unmittelbar neben einander liegende trichterförmige Einsenkungen bemerkbar. Je regelmäßiger die Trichter zu Tage liegen, desto reiner hat der Bergbau stattgefunden„.

PINNO bemängelte, dass zwei Grubenbeamte (Steiger) keine Bergschulausbildung besaßen und dass das Grubenbild seit seiner Anlegung im Jahre 1856 nicht mehr nachgetragen worden war. Er schrieb weiterhin: „Schon jetzt halte ich die Anlegung eines neuen Grubenbildes und die regelmäßige Nachtragung desselben durch einen befähigten Beamten (Markscheider) für nothwendig. Ebenso halte ich die zeitweise Controlle der bestehenden Grubenbaue durch einen technischen Bergbeamten aus den eben angegebenen allgemeinen polizeilichen Gesichtspunkten für zweckmäßig.“

Daraufhin forderte das Schweriner Innenministerium das Dömitzer Amt auf, der Gewerkschaft das „…technische Gutachten…zur Kenntnis zu bringen und die Erklärung derselben über die in dem Gutachten bezeichneten Mängel des Betriebes zu veranlassen. Zugleich ist die Gewerkschaft aufzufordern, an die Großherzogliche Renterei hieselbst die von dieser vorschüssig bestrittenen Kosten der Zuziehung des Oberbergrathes Pinno im Betrage von 110 Mark 37 Pfg. an Reisekosten und von 150 Mark Honorar zu erstatten…

Das gesichtete Archivgut enthält keine Hinweise darüber, mit welchen Mitteln und unter welchen Schwierigkeiten der Marien-Stollen sowie das zu diesem führende Elde-Kanalsystem angelegt worden ist

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. Belegt ist lediglich, dass dieser Stollen 1873 angehauen und 1874 gelegentlich eines Besuches der Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin den Namen „Marien-Stollen“ erhielt. Neben dem Aufschluss des Unterflözes baute die Gewerkschaft noch bis 1880 das Oberflöz ab. Das Oberflöz war im Bereich des Marienstollens nicht mehr vorhanden, da es bereits weiter südlich ausstreicht. Insgesamt wurden aus dieser Kohlenpartie seit 1817 ca. 187.000 t Kohle abgebaut. Hauptgrund der Einstellung dieser Gewinnungsarbeiten war die immer schwierigere Beherrschung der zusitzenden Grubenwässer.

In einem Schreiben der „Mallisser Gewerkschaft Schön, Horschitz und Genossen“ an das „Hohe Großherzogliche Finanz-Ministerium“, datiert vom 6. Januar 1883 heißt es: „Die Mallisser Gewerkschaft beabsichtigt in nächster Zeit an eine noch zu constitutionierende Actiengesellschaft einen nicht unbeträchtlichen Theil ihrer zu Malliss belegenen Ländereien zu verkaufen, nämlich das Braunkohlenbergwerk und die neue Ziegelei mit den adjucierenden Terrains“. Auch bleiben die Hintergründe zu dieser Bergwerksveräußerung und der folgenden Auflösung der Gewerkschaft bislang unbekannt. Die Weiterführung der Braunkohlengewinnung im Mallißer Revier beginnt zwei Jahre später mit der „Mallisser Ziegelei- und Bergwerks-Gesellschaft“ und dem Abbau des Unterflözes.

Eine brennstofftechnische Analyse der Braunkohle des Mallißer Oberflözes, wie sie heute üblich wäre, ist verständlicherweise nicht vorhanden. Ganz allgemein kann man aber sagen, dass die Genese der Mallißer Kohle überwiegend auf üppige Laubholzwälder, vornehmlich Eichen, zurückzuführen ist. Als Laubholzkohle hat sie nicht genügend Bitumengehalt, um sie leicht zu brikettieren. Doch auch andere Holzarten, existend in Feuchtbereichen der früheren Urwälder, sind im Mallißer Revier nachgewiesen worden. Ähnlich der Braunkohle des Unterflözes kann man im Nachherein der Kohle des Oberflözes einen unteren Heizwert von ca. 2.500 WE und einen oberen Heizwert von ca. 2.900 WE zuschreiben.

Mengebier beschrieb die Beschaffenheit der Kohle: Die Qualität der Kohle ist wie gewöhnlich, nach der Teufe besser als nach dem Höchsten zu, und zwar höchstwahrscheinlich aus dem Grunde, weil selbige dort mehr vom Wasser durchdrungen ist, und sich daher besser conservirt hat als hier…. Übrigens wird ca. 1/3tel der Kohle in Stücken und 2/3tel derselben in klarem Zustande gewonnen, wovon, weil leider bis jetzt – wie schon gedacht – der Absatz sehr unbedeutend gewesen, bloß die erstere Art (die Stückkohle) Kaufmannsgut ist. Es könnte aber auch die letztere Art (die klare Kohle), wenn nämlich selbige mittels Zusatzes 1/3tels des in dasiger Gegent, namentlich in der Schlesiner Feldmark, ohnweit Woosmer, stehenden fettigen Torfs zu Soden (Steinen) geformt würde, welches sich, wie die vom Unterzeichnetem damit gemachten Versuche bewiesen, sehr gut bewerkstelligen läßt, mit Nutzen consurmirt werden.

Oberbergrat Pinno schrieb dazu in seinem Gutachten von 1880: „Das Oberflöz ist durch massenhaft vorkommendes bituminöses Holz ausgezeichnet, während das Unterflöz vorherrschend aus sandiger Braunkohle besteht, in der versteinertes Koniferenholz nicht selten auftritt. Schwefelkiesbeimengungen bilden eine unerwünschte Zugabe beider Flötze, namentlich des Unterflötzes. In ihrer Beschaffenheit (Brennkraft) stehen beide Flötze wesentlich gegen die im Herzen der Provinz Sachsen verbreiteten zurück und könnten einen Vergleich mit der böhmischen Braunkohle nicht entfernt aushalten. Gleichwohl ist der Preis der Mallißer Kohlen ein hoher, weil Braunkohle im Mecklenburger Lande nur vereinzelt vorkommt …„.

Die Einnahmen der Aktiengesellschaft aus dem Kohlenverkauf der Jahre 1855 bis 1864 betrugen insgesamt 30.807 Taler. Im gleichen Zeitraum wurden an die Großherzogliche Kasse gezahlt: – Für Länderei-Pacht 140 Taler – Für die „Procent-Abgabe“ auf den Kohlenverkauf 1901 Taler – Armengeld, Contribution 8 etc. 164 Taler

Weitere Ausgaben der Jahre 1855 bis 1864 waren u.a. : – Gehälter für Obersteiger und Kohlenmesser: 4704 Taler – Erhaltung und Wartung der Maschinen: 3936 Taler – Reisekosten für Obersteiger: 538 Taler – Gebäude, Geräte, Wege und Schächte: 4204 Taler – Verwaltungskosten des Vorstandes u.a.: 3802 Taler – Schichtlöhne der Bergleute: 19.721 Taler – Ankauf und Chaussee: 20.200 Taler – Bohrungen: 3795 Taler – Wasserschacht und Maschine: 11.144 Taler

1865-1866: Wassereinbruch, keine Förderung, Einbau größerer Pumpen.

Die weiteren Angaben aus: „Vordruck Montanstatistik I, Produktion der Bergwerke“, welche dem „Großherzoglichen Mecklenburgschen Statistischem Bureau“ zu melden waren. Die dortigen Beamten taten sich seinerzeit schwer (wie auch heute noch der Autor dieses Beitrages) mit den vom Bergwerk angegeben Maßeinheiten zur Fördermenge. Viele Rückfragen des „Statistischen Bureaus“ enthält das Archivgut, wie z.B.: sind die Kohlenmengen nun in Hektoliter, Zentnern, Kilogramm, oder in 100 Kilogramm, oder in Tonnen welcher Größe angegeben? Aus dieser Quelle, datiert vom 17. September 1873, stammen auch folgende Angaben: Abgebaute Fläche: 1869: 4.140 Quadratlachter, 1870: 4.380 Quadratlachter, 1871: 4.530 Quadratlachter, 1872: 4

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.880 Quadratlachter. Geliefert wurde, den statistischen Aufzeichnungen nach, die geförderte Kohle zu: 2 Zehntel nach Ludwigslust, 3 Zehntel nach Grabow, 4 Zehntel an Ziegeleien in der nächsten Umgebung und 1 Zehntel nach Dömitz.

Moritz Nobbe

Moritz August Nobbe (* 22. September 1834 in Magdeburg; † 6. Dezember 1910 in Niedertopfstedt) war Landwirt und Mitglied des Deutschen Reichstags.

Nobbe besuchte von 1847 bis 1853 die Klosterschule Roßleben und studierte von 1853 bis 1856 Rechtswissenschaften und Verwaltungswissenschaften in München und Berlin, wo er auch das erste juristische Examen machte. Zwischen 1856 und 1857 war er Auskultator beim Kreisgericht Erfurt. 1858 pachtete er von seinem Bruder das Familiengut Niedertopfstedt. 1873 wurde er in das Königliche Landesökonomie-Kollegium und 1877 in den Deutschen Landwirtschaftsrat gewählt. 1872 wurde er Direktor des Mitteldeutschen Pferdezuchtvereines und schließlich 1879 zum Ökonomierat ernannt. Weiter war er Mitglied des Kreisausschusses und Kreistages, Amtsvorsteher, Standesbeamter, Mitglied des Synodalvorstandes, des Bezirks- und Eisenbahnrats Frankfurt und Ehrenmitglied des tierärztlichen Zentralvereines der Provinz Sachsen. Zwischen 1891 und 1902 war er Vorsitzender des Evangelisch-sozialen Kongresses

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Von 1884 bis 1890 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Regierungsbezirk Erfurt 4 Erfurt, Schleusingen, Ziegenrück und die Deutsche Reichspartei.

European Healthcare Fraud and Corruption Conference

Die European Healthcare Fraud and Corruption Conference (EHFCC) ist eine Nichtregierungsorganisation, die Anfang 2004 als Informationsaustausch- und Beratungsinstitution der an der Bekämpfung von (grenzüberschreitender) struktureller Korruption und Betrügerei beteiligten Arbeitsgemeinschaften innerhalb des öffentlichen Gesundheitswesens der Europäischen Union gegründet wurde.

Beteiligt an der Gründung waren aus Deutschland die AOK Niedersachsen

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, aus Großbritannien der NHS Counter Fraud and Security Management Service, aus den Niederlanden die Zorgverzekeraars Nederland und Zorg en Zekerheid, aus Spanien das Collegio Official de Farmeceuticos de Madrid, aus Polen die Stephan Batory Foundation und eine AG des Gesundheitsministeriums, aus der Slowakei „The Bureau of Fight Against Corruption“, das dem Innenministerium zuarbeitet.

Im Februar 2004 wurde ein Antrag auf Teilfinanzierung der EHFCC von der Europäischen Kommission (Directorate General of Justice and Home Affairs) im Rahmen des von 2003 bis 2007 laufenden AGIS-Programm bewilligt.

Matthias Stich

Matthias Stich (* 1961 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Musiker (Alt- und Sopransaxophon, Klarinetten, Piano), Komponist und Musikpädagoge mcm taschen sale, der im Jazz, aber auch in der Klassik hervorgetreten ist.

Stich lernte seit 1970 Klarinette; 1976 kam das Altsaxophon und ein Jahr später das Klavier hinzu. Er absolvierte zwischen 1980 und 1984 ein klassisches Musikstudium an der Musikhochschule Freiburg mit dem Hauptfach Klarinette bei Dieter Klöcker. Von 1986 bis 1987 wurde er an der Swiss Jazz School im Jazz unterwiesen (u.a. bei Andy Scherrer)

Seit 1980 spielte Stich in diversen Gruppen; so war er ab 1984 Erster Altist in diversen Big Bands. Mit seinem eigenen Quintett sevensenses interpretierte er ausschließlich Eigenkompositionen (1989–2000). Mit dem Quintett Whisper Hot legte er drei Alben mit Programmen zu Ernst Jandl oder Johann Sebastian Bach vor mcm taschen sale. Seit 2007 spielt er im Duo mit Michael Kiedaisch unter dem Namen mallets and reeds kammermusikalischen Jazz für Vibraphon und Saxophon. Er leitete das Vocal-Jazz-Quintett Stitches Brew (zwei Alben), das die Sängerin Julia Pellegrini herausstellte und ausschließlich Eigenkompositionen interpretierte. Weiterhin trat er mit der Phil Moerke Group (Multi Colors), der Bobby Burgess Big Band Explosion, in Alexanders Swingtime Band („Live in Concert) und in Karoline Höflers Charlie Haigl Festival Band (Album 1994) auf. Seit 2002 ist er im Quartett Noite Carioca mit Musik aus Brasilien zu hören. Er ist ständiges Mitglied der Silent Movie Music Company unter der Leitung von Günter A. Buchwald. In den letzten Jahren begleitete er Thilo Martinho (I am, Latin Breeze) und Ismael Reinhardt (Gypsy Swing). Auch unterstützte er bei mehreren Projekten das Ensemble Modern, etwa im Rahmen der Ruhrtriennale, und ist auch auf mehreren Tonträgers des Ensembles zu hören.

Seit 1994 wirkte Stich auch an zahlreichen Musik-Theater-Produktionen in Freiburg mit. Er verfasste Kompositionen für unterschiedlichste Besetzungen, u.a. auch für Blasmusik und Akkordeonorchester. Stich war von 1990 bis 2014 Lehrer an den Jazz & Rock Schulen Freiburg. Zwischen 2005 und 2014 war er zudem Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Freiburg für Saxophon (Jazz, Klassik und Neue Musik). Seit 2012 ist er auch an der Jugendmusikschule Südlicher Breisgau tätig, wo er unter anderem Co-Leader der Jugend-Bigband ist.

Stich erhielt 1993 den Jazzpreis Baden-Württemberg.

Reidar Bohlin Borgersen

Reidar Bohlin Borgersen (* 10. April 1980 in Krokstadelva) ist ein norwegischer Eisschnellläufer sowie Bahn- und Straßenradrennfahrer.

Reidar Borgersen begann seine Radsportlaufbahn 2010. Er gewann eine Etappe und die Gesamtwertung bei den Østfold 3-Dagers sowie eine Etappe beim Eidsvollrittet und beim Oslo Sykkelfestival. Außerdem wurde er Zweiter beim Einzelzeitfahren der norwegischen Meisterschaft. Seit Oktober 2010 fährt er für das norwegische Continental Team Joker Bianchi. Auf der Bahn wurde er 2010 nationaler Meister im 1000m-Zeitfahren und in der Einerverfolgung. In der Saison 2011 gewann Borgersen eine Etappe beim Elverum Sykkelfestival

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, ein Teilstück bei den Tønsberg 4-Dagers und er wurde wieder norwegischer Vizemeister im Zeitfahren

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. Außerdem nahm er am Einzelzeitfahren der Weltmeisterschaft in Kopenhagen teil, wo er den 43. Platz belegte.

Als Eisschnellläufer wurde er 2002 und 2003 über 5.000 Meter norwegischer Meister und 2003 auch über 10.000 Meter. Unter Freunden hat er den Spitznamen „Der Reidinator“.

Reidar Bohlin Borgersen ist der Zwillingsbruder von Odd Bohlin Borgersen, der auch Eisschnellläufer ist mcm taschen sale.

Kontrollgremiumgesetz

Das Gesetz über die parlamentarische Kontrolle nachrichtendienstlicher Tätigkeit des Bundes (kurz: Kontrollgremiumgesetz) ist die Grundlage des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Ihm unterliegen insbesondere die Kontrolle des Bundesamtes für Verfassungsschutz, des Militärischen Abschirmdienstes und des Bundesnachrichtendienstes.

Das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) gibt sich eine Geschäftsordnung.

Die Mitglieder des PKG werden zu Beginn einer jeden Wahlperiode vom Deutschen Bundestag gewählt ( Abs

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. 1). Der Bundestag bestimmt die Zahl der Mitglieder, die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des PKG ( Abs. 2).

Die Mitglieder des Gremiums sind zur umfassenden Geheimhaltung verpflichtet (). Sie sind grds mcm taschen sale. nicht befugt, die in dem Gremium erlangten Kenntnis an andere Abgeordnete – nicht einmal an die Fraktionsvorsitzenden – weiterzugeben. Nur bei einer Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder kann eine vorherige Zustimmung erteilt werden; dies jedoch auch nur für die „Bewertung aktueller Vorgänge“ ( Abs. 1  4).

Das PKG wird von der Bundesregierung „umfassend“ über die „allgemeine Tätigkeit“ informiert (). Auf Verlangen der Mitglieder muss auch über „sonstige Vorgänge“ berichtet werden. Die Unterrichtungspflicht der Regierung ist jedoch u. a. aus „zwingenden Gründen des Nachrichtenzugangs“ oder bei Eingriff in den „Kernbereich der exekutiven Eigenverantwortung“ aufgehoben ( Abs. 2 Satz 1).

Die Mitglieder haben ein Akteneinsichtsrecht

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, können Mitarbeiter der Dienste anhören und Vor-Ort Besuche machen (). Sie können auch einen Sachverständigen mit der Durchführung von Untersuchungen beauftragen ().

Im Rahmen der Diskussion der Tätigkeiten von BND-Beamten im Irak-Krieg (2003) und nach dem Bekanntwerden von der Bespitzelung von Journalisten durch den BND wurde eine Novellierung des Gesetzes angeregt. Insbesondere die Veröffentlichungsmöglichkeiten sollten erweitert werden.

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