Heilige Ampulle

In der Heiligen Ampulle (frz. Sainte Ampoule), einem eineinhalb Zentimeter großen Glasfläschchen, wurde in der Kathedrale von Reims bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das Chrisam aufbewahrt, das zur Salbung der Könige von Frankreich diente. Bei diesem wesentliches Element der Königserhebung kam die die Ampulle erstmals 1131 bei der Krönungszeremonie König Ludwigs VII. und letztmals 1774 bei der Ludwigs XVI. zum Einsatz.
Während der Französischen Revolution beschloss der Nationalkonvent, die Ampulle, ein Symbol des Gottesgnadentums vernichten zu lassen. Ihre öffentliche Zerstörung erfolgte am 7. Oktober 1793 in Reims durch Philippe Rühl, den Vertreter des Elsaß‘ im Nationalkonvent. Der Inhalt der Ampulle konnte am Tage zuvor in Sicherheit gebracht werden.

Bei der Taufe von Chlodwig I. und seiner Konversion zum katholischen Christentum im Jahre 499 in Reims, der alten Hauptstadt der Belgica Secunda, soll der dortige Bischof Remigius von Reims schon die Ampulle verwendet haben.
Als der Bischof während der Krönung in dem Gedränge in der Kirche von Reims nicht mehr an den Ort gelangen konnte, wo die vorbereiteten heiligen Öle aufbewahrt wurden, soll sich der Himmel geöffnet haben und eine Taube mit der Heiligen Ampulle zu dem Bischof herabgestiegen sein. Mit dieser Legende wurde eine Analogie zur Taufe Jesu im Jordan hergestellt. Bemühten sich andere europäische Monarchien um die Herstellung von Analogien zum alttestamentlichen Königtum – etwa Sauls, Davids oder Salomons –, konnte sich allein Frankreich rühmen, sein Königtum auf einer göttlichen Basis in neutestamentlicher Analogie geschlossen zu haben. Noch im 16. Jahrhundert sprachen die gallischen Theologen von der Person des Königs als einer Monstranz des göttlichen Willens.
Deswegen war die Salbung des Königs auch einer der Hauptbestandteile der Krönungszeremonie – im französischen Sacre genannt. Der Kandidat wurde an Haupt, Händen, Schulter, Genick und Brust gesalbt. Zuvor wurde die Heilige Ampulle in einer feierlichen Prozession von der Abtei Saint-Rémi zu Reims, wo sie im Hochgrab des heiligen Remigius aufbewahrt wurde, in die Kathedrale geleitet.

NS-Forschung

Als NS-Forschung fasst die deutschsprachige Geschichtswissenschaft alle historischen Untersuchungen zur Zeit des Nationalsozialismus seit 1945 zusammen. Dieser Oberbegriff umfasst empirische Studien zu Einzelbereichen, Entstehungsbedingungen und Auswirkungen sowie Gesamtdeutungen der NS-Herrschaft und deren Erforschungsmethoden und bildet einen bedeutenden Teil der Zeitgeschichtsforschung.

Wesentliche Themen der NS-Forschung sind
Als Erforschung der Zeitgeschichte erfüllt besonders die deutsche NS-Forschung eine wichtige Funktion für die Identität der Bundesrepublik Deutschland, da deren Gesellschaftssystem sich als umfassende moralische, politische, soziale und strukturelle Abkehr vom Nationalsozialismus legitimiert. Dabei kam es seit den 1960er Jahren zu intensiven und zeitweise stark polarisierten historischen Kontroversen um die Deutung der NS-Zeit und ihr Verhältnis zur übrigen Geschichte Deutschlands. Diese beeinflussten auch die internationale Forschung und wirken bis heute nach.
Die ersten wichtigen Werke der deutschen Geschichtswissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg stammen von Friedrich Meinecke (Die deutsche Katastrophe, 1946) und Gerhard Ritter (Die Dämonie der Macht, 1948). Sie versuchten, die Deutschen vom Vorwurf einer Kollektivschuld zu entlasten, den sie in Form des Vansittartismus bei den alliierten Besatzungsmächten weit verbreitet glaubten. Meinecke und Ritter sahen den Nationalsozialismus nicht als Ergebnis spezifisch deutscher, sondern gesamteuropäischer Entwicklungen; Meinecke machte das preußische „Herrenmenschentum“ und die „innere Fremdherrschaft“ eines „Verbrecherclubs“, Ritter den gesamteuropäischen Jakobinismus als Erbe der Französischen Revolution und die „dämonische“ Machthybris Adolf Hitlers für die NS-Verbrechen verantwortlich. Dabei betonten sie die Kontinuität des deutschen Nationalstaats und wollten den „Irrweg“ des Nationalsozialismus durch Rückgriff auf historisch bewährte deutsche Traditionen überwinden.
Ab 1950 standen der Forschung die Akten der ersten Nürnberger Prozesse zur Verfügung. Mit dem 1949 gegründeten Institut für Zeitgeschichte wurde die NS-Forschung als systematische Spezialdisziplin eingerichtet. Die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte erschienen ab 1953 und haben bis heute zentralen Rang für den Fortgang des historischen Diskurses zu Holocaust und NS-Zeit, auch in wissenschaftstheoretischer Hinsicht.
Auch am 1948 gegründeten, 1951 so genannten Friedrich-Meinecke-Institut wurde eine Abteilung für Neuere Geschichte eingerichtet, an der auch Holocaust- und NS-Forscher arbeiten.
Damit setzte empirische Detailforschung zu Aufstieg und Machtübernahme der NSDAP ein, aus der erste Gesamtdarstellungen hervorgingen. Diese kombinierten Ereignisabläufe und Strukturanalyse des NS-Regimes. Diese Methodik setzte Maßstäbe und machte diese Studien rasch zu Standardwerken.
Ein erstes Werk, das die Herrschaftsstruktur im Dritten Reich thematisierte, war Eugen Kogons Buch Der SS-Staat (1946). Er zeichnete das heute überholte Bild eines perfekt funktionierenden Terrorregimes, ohne jedoch zu einer konsequenten empirischen Bestandsaufnahme und eindringenden Analyse der verschiedenen beteiligten Behörden, Tätergruppen und Verantwortungsgrade vorzudringen.
In Österreich stellte Walter Petwaidic dagegen das institutionelle Chaos der NS-Herrschaft heraus (Die autoritäre Anarchie, 1946). Er knüpfte dabei an die im Exil entstandenen Werke Ernst Fraenkels (The Dual State, 1941) und Franz Neumanns (Behemoth, 1944) an: Das NS-Regime habe Krieg und Holocaust keineswegs als einheitlicher Block durchgeführt, sondern als Zusammenspiel der Machtzentren NSDAP, Verwaltung, Wehrmacht und Großindustrie. Deren konkurrierende Interessen hätten teilweise widersprüchliches Vorgehen und Chaos bewirkt, das nur die „charismatische Führergewalt“ Adolf Hitlers habe bändigen können. Kogon und Petwaidic nahmen damit zwei Grundthesen späterer Forschung vorweg.
Karl Dietrich Bracher veröffentlichte 1955 Die Auflösung der Weimarer Republik. In dem Aufsatz Stufen totalitärer Gleichschaltung beschrieb er bereits 1956 das Nebeneinander von zentralistischer Gleichschaltung und Ämterchaos der verschiedenen NS-Machtgruppen. Er sah in ihrem Gegeneinander aber keine Schwächung, sondern eine Voraussetzung der Führungsrolle Hitlers.
Dem folgte 1960 mit Wolfgang Sauer und Gerhard Schulz Die nationalsozialistische Machtergreifung. Schulz beschrieb die Zentralgewalt als „‚Polykratie‘ straff zentralisierter Ressorts“, die sich immer stärker verselbständigten, und führte dies auf den „ungezügelten Bewegungsdrang“ des Nationalsozialismus zurück. Diese Aufsplitterung habe Hitlers „überwölbende absolute Autorität“ gerade begründet. Schulz deutete den Widerspruch zwischen totalem Herrschaftsanspruch und chaotischen Strukturen des NS-Regimes also als zwei einander ergänzende Aspekte des „Führerstaats“.
Ebenfalls 1960 gaben Erich Matthias und Rudolf Morsey einen grundlegenden Sammelband über Das Ende der Parteien 1933 heraus, der das Verhalten der wichtigsten politischen Parteien in der Endphase der Weimarer Republik und ihre Zerschlagung durch das sich etablierende NS-Regime behandelte.
Diese NS-Studien der 1950er Jahre nahmen spätere Fragestellungen vorweg, integrierten strukturelle und ideologische Faktoren des Nationalsozialismus jedoch in das politische Erklärungsmodell des Totalitarismus, wie ihn Hannah Arendt in Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft 1951 definiert hatte. Diese verglich Nationalsozialismus und Stalinismus nicht, um diese gleichzusetzen, sondern um ihre jeweilige Eigenart gegenüber älteren Diktaturformen genauer zu erfassen und so „das Rätsel der Strukturlosigkeit des totalitären Staates“ zu lösen (ebenda, S. 618).
Martin Broszats Buch Der Staat Hitlers von 1969 war eine erste Gesamtdarstellung der Innen- und Außenpolitik des Dritten Reiches, jedoch begrenzt auf die Phase vom Machtantritt 1933 bis zum Kriegsbeginn 1939. Daran schloss sich die methodische Grundsatzdebatte an, deren Beteiligte zunehmend in die Kategorien Intentionalisten oder Programmologen und Strukturalisten oder Funktionalisten eingeordnet wurden, zwischen denen die Debatte sich polarisierte.
Die Intentionalisten nehmen an, dass in Hitlers frühem Denken, etwa bereits in Mein Kampf, seine Absichten und Ziele schon enthalten waren und diese sich in der Politik des Dritten Reiches realisierten. Sie sehen Hitler damit als entscheidende Führungsfigur.
Die Funktionalisten betonen im Gegensatz zu den Intentionalisten, dass sich die Tätigkeit Hitlers im Dritten Reich auf sogenannte Weltanschauungsfragen beschränkt habe. Ansonsten hätte sich die tatsächliche Politik aus dem Gegen- und Miteinander rivalisierender Gruppen, aus Eigendynamiken und selbst geschaffenen Sachzwängen ergeben (unabhängig von rhetorischen Darstellungen). Hauptcharakteristikum des Nationalsozialismus sei hier die Improvisation von Entscheidungen, charakteristisch sei die kumulative Radikalisierung konkurrierender Gruppen. Friedländer definiert die funktionalistischen Grundannahmen folgendermaßen: „Das nationalsozialistische Herrschaftssystem war weithin chaotisch, und wichtige Entscheidungen waren oft das Ergebnis unterschiedlichster Bestrebungen, wobei jede zentrale Planung, Vorüberlegung oder klare Befehle von oben, die die Ziele und Mittel zur Durchführung einer Politik angaben, fehlten.“ Die Bezeichnung der „Funktionalisten“ ist allerdings nicht unumstritten. So spricht Hans-Ulrich Wehler von „Strukturalisten“, „da sie streng genommen die Führerdiktatur keineswegs, gut neomarxistisch, für eine Funktion der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse hielten.“
„Die während des Prozesses der Machtergreifung und im Laufe der späteren Entwicklung des Dritten Reiches stattfindende Selektion der negativen Weltanschauungselemente […] bedeutete aber zugleich eine zunehmende Radikalisierung, Perfektionierung und Institutionalisierung der Inhumanität und Verfolgung. […] In der Diskriminierung konnte es jedoch keinen unendlichen Progressus geben. Infolgedessen mußte hier die ‚Bewegung‘ schließlich in der ‚Endlösung‘ enden. […] Deshalb hatte die ‚Konsequenz‘ Hitlers nichts mit planvollem Handeln zu tun. […] Die Phraseologie mußte sich schließlich ‚beim Wort nehmen‘, es mußte wörtlich ausgeführt werden, was objektiv nur als Weltanschauungs-Instrument zur Mobilisierung von Kampfbereitschaft und Zukunftsgläubigkeit einen Sinn gehabt hatte. […] Die geheime Judenvernichtung, mit der logischerweise auch der Antisemitismus als propagandistisches Instrumentarium zu Grabe getragen wurde, verdeutlicht die wahnhafte Vertauschung von Kampfsymbol und Endziel.“
Die Existenz eines allgemeinen Vernichtungsbefehls bezweifelt Broszat: „Mir scheint dagegen, daß es überhaupt keinen umfassenden allgemeinen Vernichtungsbefehl gegeben hat, das ‚Programm‘ der Judenvernichtung sich vielmehr aus Einzelaktionen heraus bis zum Frühjahr 1942 allmählich institutionell und faktisch entwickelte und nach der Errichtung der Vernichtungslager in Polen (zwischen Dezember 1941 und Juli 1942) bestimmenden Charakter erhielt.“
Der von Dan Diner geprägte Begriff Zivilisationsbruch eröffnet in Hinsicht einer Deutung der Geschichte des 20. Jahrhunderts einen argumentativen wie semantischen Rahmen für ein Feld von Fragestellungen, welche auf dem spannungsreichen Feld zwischen Holocaust und Erinnerung hervorgerufen werden. Über eine Analyse des Holocaust hinausweisend, welche den Massenmord an den europäischen Juden in einer Perspektive von Tätern und Opfer begreift, stellt der Terminus Zivilisationsbruch die historischen Ereignisse in eine universale Dimension, die sich auf die Geschichte der westlichen Zivilisation bzw. Geschichte der Moderne erstreckt. Damit wird auch der Erinnerung ein über die Gedächtniskulturen der betroffenen Länder hinausreichender universaler Geltungsbereich zugesprochen.
Einerseits drückt der Begriff eine von den Opfern ausgehende „anthropologische Irritation“ (Dan Diner) aus: die Grundlagen des sozialen Handelns in der Moderne, welches sich auf „handlungsanleitende Vernunftannahmen“ gründete und das Vertrauen in die Logik einer auf Selbstinteresse ausgerichteten Vernünftigkeit des Menschen, sind außer Kraft gesetzt: „indem Menschen der bloßen Vernichtung wegen vernichtet werden konnten, wurden auch im Bewußtsein verankerte Grundfesten unserer Zivilisation tiefgreifend erschüttert – ja gleichsam dementiert.“ Darüber hinaus schließt der Begriff eine Neudeutung des Holocaust als Ereignis von menschheitsgeschichtlicher Relevanz ein und zugleich das spannungsreiche Verhältnis zwischen der Faktizität des Geschehens und seiner jahrzehntelangen Verdrängung. Die Frage nach den Gründen für diese Nichtwahrnehmung wie ebenso die nunmehr erfolgte Anerkennung der geschichtlichen Fakten als singuläre Zäsur bilden Ausgangspunkte für Betrachtungen der Geschichte des kollektiven Gedächtnisses und Perspektiven der Erinnerung.
Auch Jürgen Habermas entwickelte in den Aufsätzen Eine Art Schadensabwicklung, Vom öffentlichen Gebrauch der Historie und Geschichtsbewusstsein und posttraditionale Identität eine Theorie des Zivilisationsbruches. Er stellt dabei einleitend drei Fragen:
Die ersten beiden Fragen beantwortet Habermas zusammenfassend in drei Thesen:
Daraus folgt als Zusammenfassung die Singularitätsthese in Habermas’ Sinne: Die vorangehenden drei Annahmen verbieten es, die Unvertretbarkeit der uns zugemuteten Haftung durch einebnende Vergleiche herunterzuspielen.
Als zweites entwickelt Habermas die sogenannte Zivilisationsbruch-These: Auschwitz sei die Signatur eines Zeitalters. Dort sei an eine tiefe Schicht der Solidarität zwischen allem, was Menschenantlitz trägt, gerührt worden. Die Integrität dieser Tiefenschicht sei bis dahin unhinterfragt unterstellt gewesen. Aber durch Auschwitz sei die Naivität zerstört worden, aus der fraglose Überlieferungen ihre Autorität schöpften und von der geschichtliche Kontinuitäten zehrten. Deshalb seien durch die Naziverbrechen die Bedingungen für die Kontinuierung geschichtlicher Lebenszusammenhänge verändert worden.
Wenn man eine Begriffsbestimmung vornehmen will, so lässt sich das am besten mit einem Wort von Martin Broszat illustrieren: „Wenn das Dritte Reich beginnt, geht der Autor auf Distanz. Das Einfühlen in historische Zusammenhänge bricht ebenso ab, wie die Lust am geschichtlichen Erzählen.“
Saul Friedländer unterscheidet in einer systematischen Darstellung vier Elemente der Historisierung:
Was Historisierung bedeutet, kann am Beispiel von Lutz Niethammers Studie über „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ erläutert werden. Dabei wurden Zeitzeugen über ihre Einschätzung befragt, welche Zeit sie subjektiv als gute und schlechte Zeiten in Erinnerung hätten. Das Ergebnis sieht zusammengefasst folgendermaßen aus:
Daraus lässt sich schließen, dass die subjektive Beurteilung der eigenen Lebenssituation die politischen Systemgrenzen ignoriert und nicht nach moralischen Kriterien erfolgt.
Die Sozialgeschichtsforschung in den 1950er und 1960er Jahren vermutete – teilweise unter Berufung auf Hans Rosenberg – als wesentliche Ursache für das politische Erstarken der Nationalsozialisten in der Weimarer Zeit die durchgängige Autoritätsfixiertheit der deutschen Bevölkerung, die ihrerseits durch das Fehlen einer wirklichen politischen und gesellschaftlichen Revolution im 19. Jahrhundert bedingt sei. Daraus folgte die Annahme, dass sich Deutschlands Herrschaftseliten vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und das „Dritte Reich“ bis in die frühe Bundesrepublik hinübergerettet hätten. Daraus ergab sich der politische Versuch, diese Herrschaftseliten durch moderne Leistungs- und Managementeliten abzulösen, und die Forderung nach einer gesellschaftlichen und politischen Modernisierung der Bundesrepublik, was sich in der Ära Willy Brandts tatsächlich einlöste.
Nachdem die Delegitimation der traditionellen deutschen Herrschaftseliten in der jungen Bundesrepublik erfolgt war, entwickelte sich in den 1970er Jahren die sozialgeschichtliche Forschung weiter: In einer Zeit der gesellschaftlichen und politischen Modernisierung stellte die Sozialgeschichte die Frage nach dem Beginn dieser Modernisierung in Deutschland, aus der sich die kontroverse These entwickelte, dieser Modernisierungsschub habe seinen Ursprung in der Politik der NS-Regierung.
Konservative Historiker benutzten nun das Historisierungsparadigma und wendeten es gegen politisch linksorientierte Geschichtsdeutungen, begleitet von geschichtsrevisionistischen Erklärungen, etwa die Infragestellung der bis dato unumstrittenen Kriegsschuld des Deutschen Reichs am Zweiten Weltkrieg durch Ernst Nolte. Daraus ergab sich eine unübersichtliche Gemengelage von Fragen und Problemen: Wenn man die mittleren Herrschaftseliten im Dritten Reich als Hauptakteure betrachtet und den Nationalsozialismus in ein historisches Kontinuum zwischen Weimar und der Bundesrepublik einordnet, erhält man ein erhebliches Legitimationsproblem und gerät im Zweifelsfall sogar in die Nähe revisionistischer Positionen. Dies drückt sich dann in konkreten wissenschaftlichen Streitfragen aus, zum Beispiel über den Zeitpunkt der „Entschlussbildung“ des NS-Regimes zum Holocaust.
Bereits in zeitgenössischen Diskursen war der Nationalsozialismus vielfach Gegenstand vergleichender Diktaturforschung. Die Dominanz der Singularitätsthese innerhalb der NS-Forschung und die vorwiegend empirisch arbeitende Forschungsgemeinschaft haben seit den späten 1970er Jahren und bis in die Gegenwart zu einer weitgehenden Eindämmung komparatistischer Ansätze geführt, die im Forschungsdiskurs allerdings nach wie vor präsent bleiben. Beispiele für die gegenwärtige Präsenz sind die Arbeit des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung in Dresden oder Timothy Snyders viel beachtete Studie zur nationalsozialistischen und sowjetischen Vernichtungspolitik in den osteuropäischen Staaten. Die wissenschaftliche Diskussion darüber, wie der Nationalsozialismus denn politisch und historisch überhaupt einzuordnen sei, war dabei stets von den politischen Großkonflikten der jeweiligen Epoche und den damit verbundenen politischen Standpunkten geprägt.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und im weiteren Verlauf der Zwischenkriegszeit entstanden in vielen Staaten Europas Bewegungen und Parteien, die sich in Selbstverständnis, Ideologie, Erscheinungsbild, Agitations- und Gewaltpraxis am Vorbild des italienischen Faschismus unter Benito Mussolini orientierten. Wenngleich Mussolini selbst in den 1930er Jahren den Terminus Faschismus universalistisch nutzbar zu machen versuchte, blieb die Verwendung des generischen Faschismusbegriffs und die Formulierung wissenschaftlicher Faschismustheorien eine Domäne liberaler und vor allem marxistischer Theoretiker. Klassische Faschismustheorien sind Stalins Sozialfaschismusthese, die sogenannte Dimitroff-These oder Agententheorie, August Thalheimers Bonapartismus-Theorie, die These vom Extremismus der Mitte und die Theorie des autoritären Charakters aus dem Umfeld der Frankfurter Schule. Spätere Ansätze stammen vor allem aus dem angloamerikanischen Raum und setzen vielfach auf einen typologischen Ansatz, der ideologische, phänomenologische und praxeologische Gemeinsamkeiten der verschiedenen Bewegungen und Regime zum Ausgangspunkt des Diktaturvergleichs nimmt. Vertreter dieser Strömung sind unter anderen Roger Griffin, Stanley Payne, Robert Paxton und Juan Linz.
Der Nationalsozialismus wurde in dieser faschismustheoretischen Perspektive, unabhängig vom konkreten Erklärungsmodell, in aller Regel als spezifische Erscheinungsform eines umfassenderen Faschismusphänomens wahrgenommen. Kritiker einer Einordnung des Nationalsozialismus als Faschismus sehen in diesem Konzept allerdings die ideologischen und soziologischen Unterschiede zwischen Nationalsozialismus und anderen autoritären Bewegungen und Regimen nicht hinreichend berücksichtigt oder bemängeln die theoretische Einengung der Forschungsperspektive. Außerdem hatte sich in Anbetracht des Systemkonflikts im Kalten Krieg und der Politisierung des Faschismusbegriffs im Marxismus-Leninismus und insbesondere im Stalinismus mit der Totalitarismustheorie ein Gegenmodell entwickelt, für das die Grundlage des Diktaturvergleichs der Grad des Extremismus eines Regimes, aber nicht mehr die konkreten ideologischen Inhalte darstellten. Ansatz dieser Theorien war von daher nicht mehr der Faschismusvergleich, sondern die Gegenüberstellung von Nationalsozialismus und Stalinismus.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und mit Beginn des Systemkonflikts im Kalten Krieg entwickelten sich totalitarismustheoretische Ansätze zu einem bestimmenden Forschungskonzept innerhalb der vergleichenden Diktaturforschung. Idealtypische Modelle wie das von Carl Joachim Friedrich und Zbigniew Brzezinski oder die historisch-genetische Totalitarismustheorie Hannah Arendts waren für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Sowjetunion bzw. den gesellschaftlichen Diskurs eine wichtige Referenz. Ihre Bedeutung für die empirische Nationalsozialismusforschung blieb allerdings gering. Dagegen führte Mitte der 1980er Jahre Ernst Noltes totalitarismustheoretisch fundierte These über den Europäischen Bürgerkrieg zum sogenannten Historikerstreit. Seine Behauptung, der Gulag sei ursprünglicher als Auschwitz, d. h. die nationalsozialistische Vernichtungspolitik sei eine Reaktion auf bolschewistische Verbrechen gewesen, provozierte eine sowohl innerwissenschaftlich als auch medial geführte Debatte, konnte sich innerhalb der Nationalsozialismusforschung allerdings nicht durchsetzen und wurde vielfach als Versuch einer Relativierung der NS-Verbrechen verstanden.
1938 führte der österreichische Philosoph und Politikwissenschaftler Eric Voegelin das Interpretament der Politischen Religion in den zeitgenössischen Diskurs über den Nationalsozialismus ein. Ausgangspunkt der aufklärungskritisch ausgerichteten Schrift ist die Bestandsaufnahme einer menschlichen Entfremdung von Gott, in Voegelins Worten die „Dekapitierung des überweltlichen Gottes.“ Voegelin interpretiert die Moderne als Höhepunkt einer über Jahrhunderte andauernden Verfallsgeschichte der christlichen Kultur, deren Ergebnis menschliche Hybris und die Mystifizierung säkularer Ideen wie Nation, Rasse, Klasse und Staat seien. Von daher sieht er den Nationalsozialismus lediglich als eine Manifestation dieser Entwicklung neben anderen. Ausdrücklich bezieht er in seine Betrachtung den Bolschewismus und den italienischen Faschismus mit ein. Weitere Autoren, die den Nationalsozialismus und andere Diktatursysteme des 20. Jahrhunderts als Politische Religionen bezeichnet haben, sind unter anderen Raymond Aron, Hans Maier, Claus-Ekkehard Bärsch, Michael Burleigh, Michael Ley und Klaus Vondung Innerhalb der Konzeptforschung existieren durchaus Unterschiede mit Blick auf den methodischen Zugriff, die Interpretation der Ursachen und die Bewertung. Während Eric Voegelin den Nationalsozialismus ohne systematischen Rückgriff auf konkrete Quellen im Sinne einer Ersatzreligion oder eines Religionsersatzes für das normative Gegenmodell des Christentums interpretierte, haben andere Konzeptvertreter wie Claus-Ekkehard Bärsch und Michael Ley durch die Auswertung von Schriftzeugnissen gerade christliche Motive und Überzeugungen als Voraussetzungen für den Nationalsozialismus und den Holocaust identifiziert. Weitere Ansätze richten den Blick vor allen Dingen auf die Inszenierungsweise und Formensprache des Nationalsozialismus, der immer wieder Anleihen bei der christlichen Liturgie genommen hat. Wenngleich das Forschungskonzept der Politischen Religion von Beginn an für den Systemvergleich offen stand, haben sich viele Forscher in der Vergangenheit auf die Betrachtung des Nationalsozialismus fokussiert. Ihre Interpretationen des Nationalsozialismus zur Erklärung der Regimepopularität oder zur Ursache für den Holocaust sind dabei auch auf Kritik gestoßen. Kritiker des Konzepts bemängeln beispielsweise die empirischen Grundlagen der konzeptuellen Forschung sowie die Begrifflichkeit des Konzepts. So basierten zahlreiche Studien insbesondere zur Politischen Religion des Nationalsozialismus nicht auf mentalitätsgeschichtlichen Untersuchungen, sondern auf der Interpretation von Schriften einzelner Führungsfiguren, weshalb Schlussfolgerungen über Motivation und Gefolgschaftsbereitschaft der Bevölkerung auf diese Weise nicht belegt werden könnten. Außerdem existiere mit dem klassischen Ideologie-Begriff und dem von Max Weber geprägten und von Historikern wie Ian Kershaw und Hans-Ulrich Wehler verwendeten Terminus der Charismatischen Herrschaft zumindest für die Geschichte der nationalsozialistischen Herrschaft bereits ein Analysevokabular, das die historische Wirklichkeit präziser erfasse. Außerdem wird die theoretische Reichweite des Konzepts bisweilen bezweifelt. So hat Hans Günter Hockerts darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung als Politische Religion „sich als Aspektbegriff [eigne], aber nicht als Generalbegriff; sie trifft keinen archimedischen Punkt“, der eine Rechtfertigung für die Verwendung als übergeordnetes Erklärungsmodell leisten könnte.

Dürnhof (Zwettl-Niederösterreich)

Der Dürnhof in der Gemeinde Zwettl-Niederösterreich ist eine ehemalige Grangie des Zisterzienserstiftes Zwettl. Der Hof wurde um 1200 auf einer Anhöhe nördlich der Stadt Zwettl errichtet und im Jahr 1210 in einer Urkunde des Papstes Innozenz III. als macra curia unter dem Namen „Durrenhove“ erstmals urkundlich erwähnt. Bis zur Enteignung durch die deutsche Wehrmacht im Zuge der Errichtung des Truppenübungsplatzes Döllersheim im Jahr 1938 diente er als einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Zweigbetrieb des Klosters. Von 1945 bis 1947 wurde er als Gefangenenlager der Roten Armee genutzt, danach von der USIA verwaltet und später in den Besitz der Republik Österreich übergeben. Von 1947 bis zur Generalsanierung im Jahr 1976 blieb der Dürnhof ungenutzt und dem Verfall preisgegeben. Von 1984 bis 2005 beherbergte er das „Museum für Medizin-Meteorologie“, welches sich mit der Humanbiometeorologie befasste. Im Sommer 2003 wurde der denkmalgeschützte Gutshof an eine Privatperson verkauft. Er wird seit einer weiteren Sanierung im Jahr 2005 als Ort für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen geführt.
48.62472222222215.175833333333Koordinaten: 48° 37′ 29″ N, 15° 10′ 33″ O

Färöische Fußballmeisterschaft 2002

Die Färöische Fußballmeisterschaft 2002 wurde in der 1. Deild genannten ersten färöischen Liga ausgetragen und war insgesamt die 60. Saison. Sie startete am 5. Mai 2002 und endete am 5. Oktober 2002.
Aufsteiger TB Tvøroyri kehrte nach drei Jahren in die höchste Spielklasse zurück, Skála ÍF war der 22. Teilnehmer dieser nach Einführung des Ligaspielbetriebs 1947. Meister wurde HB Tórshavn, die den Titel somit zum 16. Mal erringen konnten. Titelverteidiger B36 Tórshavn landete auf dem fünften Platz. Absteigen musste hingegen TB Tvøroyri nach einem Jahr Erstklassigkeit.
Im Vergleich zur Vorsaison verschlechterte sich die Torquote auf 3,66 pro Spiel, was den niedrigsten Schnitt seit 1999 bedeutete. Den höchsten Sieg erzielte Skála ÍF mit einem 8:0 im Heimspiel gegen TB Tvøroyri am 17. Spieltag. Das torreichste Spiel absolvierten HB Tórshavn und TB Tvøroyri am neunten Spieltag mit einem 9:3.

In der 1. Deild spielte jede Mannschaft an 18 Spieltagen jeweils zwei Mal gegen jede andere. Die punktbeste Mannschaft zu Saisonende stand als Meister dieser Liga fest, die letzte Mannschaft stieg in die 2. Deild ab, bei Punktgleichheit entschied der direkte Vergleich. Der Neuntplatzierte musste zudem noch zwei Relegationsspiele gegen den Zweitplatzierten der 2. Deild um den Verbleib in der 1. Deild austragen. Da es daraufhin einen Gleichstand nach der Addition der Ergebnisse gab, wurde ein abschließendes Entscheidungsspiel ausgetragen.
HB Tórshavn erwischte einen guten Start in die Saison und feierte vier Siege in Folge. Erst am achten Spieltag verlor das Team auswärts bei EB/Streymur mit 1:2 das erste Mal. Dennoch konnte die Tabellenführung bis zum elften Spieltag gehalten werden. Nachdem an diesem und am nächsten Spieltag jedoch weitere Niederlagen folgten, übernahm NSÍ Runavík die Spitzenposition. Diese kämpften sich vom letzten Platz empor. Nach einer 0:4-Auftaktniederlage gegen HB folgte bis einschließlich des 14. Spieltags nur eine weitere Niederlage. Am Spieltag darauf kam es wieder zum direkten Aufeinandertreffen mit HB Tórshavn, dieses Spiel wurde zu Hause mit 0:2 ebenfalls verloren, woraufhin die Tabellenführung letztmals wechselte. Die Entscheidung um die Meisterschaft fiel zwei Spieltage vor Schluss. Während HB sein Heimspiel gegen EB/Streymur mit 2:0 gewann, verloren die punktgleichen Verfolger KÍ Klaksvík (auswärts mit 1:2 gegen VB Vágur) sowie NSÍ Runavík (zu Hause mit 1:2 gegen B68 Toftir) ihre jeweiligen Spiele und konnten HB somit nicht mehr einholen.
Aufsteiger Skála ÍF blieb die ersten 14 Spiele sieglos und belegte ab dem dritten Spieltag durchgängig den letzten Platz. Erst am 15. Spieltag konnte mit einem 3:1 gegen EB/Streymur der erste Erfolg gefeiert werden. Dies reichte, um den letzten Platz wieder zu verlassen. Zwei Runden vor Schluss gewann Skála mit 8:0 gegen den ebenfalls aufgestiegenen TB Tvøroyri und besiegelte somit deren Abstieg. TB konnte das erste Saisonspiel gegen VB Vágur noch mit 1:0 gewinnen, dies sollte jedoch der einzige Saisonsieg bleiben. In der Folge dessen folgte der Absturz auf den vorletzten Platz, am 15. Spieltag zog dann auch Skála vorbei.
Nachdem der Abstieg entschieden war, blieb noch die Frage nach dem Relegationsteilnehmer offen. Dies wurde erst am letzten Spieltag ermittelt. Skála ÍF konnte hierbei auswärts mit 3:2 bei B36 Tórshavn gewinnen. Da EB/Streymur, die seit dem dritten Spieltag durchgängig den achten Platz belegten, zeitgleich zu Hause mit 1:2 gegen GÍ Gøta verlor, konnte Skála auch noch an dieser Mannschaft vorbeiziehen und somit den Klassenerhalt sichern. Nach dem Ausgleich in der 69. Minute für EB/Streymur erzielte GÍ in der 83. Minute den Siegtreffer. Aufgrund des direkten Vergleichs hätte jedoch auch ein Unentschieden nicht gereicht, um die Position zu halten.
Erläuterung: S = Siege, U = Unentschieden, N = Niederlagen, (M) = Meister des Vorjahres, (P) = Pokalsieger des Vorjahres, (N) = Aufsteiger
Die beiden Relegationsspiele zwischen dem Neunten der 1. Deild und dem Zweiten der 2. Deild wurden am 13. und 15. Oktober 2002 ausgetragen. Da beide Mannschaften mit demselben Ergebnis gewinnen konnten, wurde für den 17. Oktober 2002 ein Entscheidungsspiel in Sandur angesetzt.
Bei gleicher Anzahl von Treffern sind die Spieler nach dem Nachnamen alphabetisch geordnet.
Die Hälfte der Mannschaften wechselten Trainer aus, TB Tvøroyri insgesamt zweimal. Bei Skála ÍF zahlte sich der Wechsel am meisten aus, sie verbesserten sich vom zehnten auf den achten Platz. HB Tórshavn konnte sich um eine Position auf den ersten Platz verbessern, TB Tvøroyri hingegen verschlechterte sich um eine Position auf den letzten Platz. Bei den beiden verbliebenen Mannschaften hatte der Trainerwechsel keine Auswirkungen auf die Tabellenplatzierung.
Folgende Schiedsrichter leiteten die 90 Erstligaspiele:
In Klammern sind die Anzahl der Einsätze sowie die dabei erzielten Tore genannt.
Tór-Ingar Akselsen (16/0) | Uni Arge (5/2) | Rani Debes Christiansen (1/0) | Pætur M. Dahl (6/2) | Jan Dam (15/0) | Hallur Danielsen (14/0) | Ransin N. Djurhuus (1/0) | Nicu Dogaru (15/0) | Andrew av Fløtum (18/18) | Jón Rói Jacobsen (18/12) | Rógvi Jacobsen (17/3) | Janus M. Joensen (14/0) | Jóhannis Joensen (17/1) | Páll Mohr Joensen (1/0) | Pól Næss Joensen (5/0) | Bárður Johannesen (17/0) | Nocko Jokovic (6/4) | Bjarni Jørgensen (6/0) | Hans á Lag (17/7) | Emil Nolsøe Leifsson (1/0) | Rúni Nolsøe (18/2) | Ingi Rasmussen (5/0) | Eyðun Samuelsen (3/1)
ohne Einsatz: Bernhard H. Petersen
Nach dem Saisonende gaben die Kapitäne und Trainer der zehn Ligateilnehmer sowie Pressemitglieder ihre Stimmen zur Wahl der folgenden Auszeichnungen ab :
Im Landespokal gewann NSÍ Runavík mit 2:1 gegen Meister HB Tórshavn.
2002/03 spielte B36 Tórshavn als Meister des Vorjahres in der Qualifikation zur Champions League gegen Torpedo Kutaissi (Georgien) und schied mit 2:5 und 0:1 aus.
GÍ Gøta spielte in der Qualifikation zum UEFA-Pokal und schied dort gegen Hajduk Split (Kroatien) mit 0:3 und 0:8 aus.
KÍ Klaksvík spielte als Pokalfinalist des Vorjahres ebenfalls in der Qualifikation zum UEFA-Pokal. KÍ spielte zu Hause gegen Újpest FC (Ungarn) 2:2, verlor jedoch im Rückspiel mit 0:1.
B68 Toftir nahm am UI-Cup teil. Das Hinspiel in der ersten Runde bei FC St. Gallen (Schweiz) wurde mit 1:5 verloren, das Rückspiel in Toftir endete 0:6.
Meistaradeildin: 1942 | 1943 | 1945 | 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975
1. Deild: 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004
Formuladeildin: 2005 | 2006 | 2007 | 2008 – Vodafonedeildin: 2009 | 2010 | 2011 – Effodeildin: 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016

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1,225 g·cm−3 (25 °C)
106,5 °C
357,1 °C
Achtung
Die Nonadecansäure ist eine gesättigte langkettige Fettsäure mit ungeradzahliger Kohlenstoffzahl und gehört zur Stoffgruppe der Alkansäuren. Ihre Salze und Ester heißen Nonadecanoate.

Wie die meisten langkettigen Fettsäuren mit ungerader Kohlenstoffzahl kommt Nonadecansäure in der Natur nur selten und in geringer Konzentration vor.
Aus natürlichen Quellen wurde sie zunächst nur aus dem Fett der Rindernieren isoliert.
Jüngere Arbeiten finden Nonadecansäure auch in höheren Pflanzen, so etwa zu 9,95 % der Gesamtfettsäuren in den grünen Teilen von Dill (Anethum graveolens), sowie in einer Rotalge (Hypnea musciformis).
Auch Mikroorganismen bilden Nonadecansäure, so z. B. Streptomyces scabiei subsp. chosunensis.
Zusätzlich hat sie in der Insektenwelt für Termiten eine Bedeutung: Die Soldaten der Termitenart Rhinotermes marginalis verwenden unter anderem Nonadecansäure in ihrem Verteidigungssekret.
Nonadecansäure kann durch Oxidation von 1-Eicosen mit Kaliumpermanganat hergestellt werden.
Ebenso wie andere ungeradzahlige Fettsäuren, wird auch Nonadecansäure bei Vitamin-B12-Mangel vermehrt angesammelt.
Diese Fettsäure wirkt auch gegen einige menschliche Krebszellen als Zellgift.
Wegen ihrer Seltenheit und ihres geringen Vorkommens in biologischem Material wird sie – wie auch Tridecansäure und Heneicosansäure – in der gaschromatographischen Analyse von Fettsäuren häufig als interner Standard eingesetzt.
Ameisensäure | Essigsäure | Propionsäure | Buttersäure | Valeriansäure | Capronsäure | Önanthsäure | Caprylsäure | Pelargonsäure | Caprinsäure | Undecansäure | Laurinsäure | Tridecansäure | Myristinsäure | Pentadecansäure | Palmitinsäure | Margarinsäure | Stearinsäure | Nonadecansäure | Arachinsäure | Heneicosansäure | Behensäure | Tricosansäure | Lignocerinsäure | Pentacosansäure | Cerotinsäure | Heptacosansäure | Montansäure | Nonacosansäure | Melissinsäure | Laccersäure | Geddinsäure

Oswald Dutch

Oswald Dutch, eigentlich Otto Erich Deutsch (* 17. Dezember 1894 in Wien; † 2. Februar 1983 in London), war ein österreichisch-britischer Journalist und Schriftsteller.

Oswald Deutsch wuchs in Wien auf, wo er nach dem Schulbesuch Rechtswissenschaften, Wirtschaft, Philosophie und Musikwissenschaft studierte. Nach seiner Promotion im Jahre 1921 arbeitete Deutsch als Journalist für verschiedene Wiener Zeitungen und für deutschsprachige Blätter in Prag.
Als Gegner des Nationalsozialismus emigrierte Deutsch nach dem deutschen Einmarsch in Österreich im Frühjahr 1938 über die Schweiz nach Großbritannien, wo er sich in London niederließ. Dort veröffentlicht er in den folgenden Jahren unter dem Pseudonym Oswald Dutch eine Reihe von Sachbüchern über das politische Zeitgeschehen, so unter anderem ein Buch über den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, eine kritische Biographie über Franz von Papen – zu der Papens alter Gegner Franz von Rintelen ein Vorwort beisteuerte – sowie ein Sammelband mit biographischen Skizzen der „12 wichtigsten Männer Hitler-Deutschlands“, die Deutsch/Dutch als „Hitlers 12 Apostel“ charakterisierte. Das zuletzt genannte Buch fand nachweislich auch Beachtung durch die von Martin Bormann geleitete Parteikanzlei der NSDAP.
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Dutch als Wirtschaftsjournalist unter anderem für die BBD und den ORF.

Hazu (Aichi)

Hazu (jap. 幡豆町, -chō) war eine japanische Gemeinde in der Präfektur Aichi im Landkreis Hazu. 2011 wurde sie wie der gesamte Landkreis in die kreisfreie Stadt Nishio eingemeindet.

Die Stadt liegt an der Küste der Mikawa-Bucht. Im Norden ist die Stadt abgegrenzt durch das Sangane-Gebirge (三ヶ根山). Von der darauf errichteten gebührenpflichtigen Sangane-Skyline-Road hat man eine gute Aussicht auf die Mikawa-Bucht. Zu Hazu gehören auch die beiden kleinen Inseln Maejima (前島, auch Usagishima (うさぎ島, „Haseninsel“); 34° 46′ 45″ N, 137° 8′ 40″ O34.779166666667137.14444444444) und Oki(no)shima (沖(ノ)島, auch Saru-ga-shima (猿ヶ島, „Insel der Affen“); 34° 46′ 19″ N, 137° 8′ 47″ O34.771944444444137.14638888889). Hazu wird hauptsächlich unterteilt in die Ortsteile Higashi-Hazu (東幡豆, Ost-Hazu), Terabe (寺部, Tempelbezirk), Nishi-Hazu (西幡豆, West-Hazu) und Toba (鳥羽). Hazu hat sich im Jahr 2011 zusammen mit den beiden anderen Städten im Landkreis Hazu, Kira (吉良町) und Isshiki (一色町), der Stadt Nishio (西尾市) angeschlossen und ging darin auf.
Im Osten von Hazu gibt es außerdem das Kodomo no Kuni (子供の国, „Kinderland“), einen kleinen Themenpark für Kinder. Im Ortsteil Terabe nahe dem Rathaus befindet sich ein kleines Geschichtsmuseum. In der Nähe davon befand sich ursprünglich die Burg Terabe (寺部城, Terabe-jō).
Hazu ist erreichbar via Auto oder Bahn von Anjō oder Gamagōri aus durch die Meitetsu Gamagōri-Linie. Hazu hat vier Bahnhöfe an dieser Linie, Kodomonokuni, Higashi-Hazu, Nishi-Hazu und Mikawa-Toba. Der vor wenigen Jahren neu angelegte Internationale Flughafen Chūbu (中部国際空港, Chūbu Kokusai Kūkō) befindet sich ebenfalls innerhalb von 30-45 Autominuten von Hazu.

Franz Xaver Witt

Franz Xaver Witt (* 9. Februar 1834 in Walderbach; † 2. Dezember 1888 in Landshut) war ein deutscher Kirchenmusiker.

Witt wurde als ältester Sohn des Lehrers Johann Baptist Witt in Walderbach geboren. Nach dem Abitur studierte Witt am Lyceum Regensburg Theologie und Philosophie. 1856 wurde er zum Priester geweiht, 1859 als Lehrer für Choralgesang, Homiletik und Katechetik ans Klerikalseminar Regensburg berufen.
Mit der 1865 erschienenen Schrift Der Zustand der katholischen Kirchenmusik wandte er sich gegen die vielfachen kirchenmusikalischen Missstände seiner Zeit und wurde durch die Herausgabe der „Fliegenden Blätter für Kirchenmusik“ (ab 1. Januar 1866), der heute noch bestehenden „Musica Sacra“ (gegründet am 1. Januar 1868) und seine programmatische Rede auf der Katholikenversammlung in Innsbruck zum Wortführer der sich hauptsächlich in und um Regensburg bildenden Reformbewegung.
Diese Bewegung organisierte sich in einem von Witt am 1. September 1868 in Bamberg gegründeten Verein für katholische Kirchenmusik, dem Caecilienverein, dem Witt 20 Jahre mit kurzer Unterbrechung als Generalpräses vorstand.
In Walderbach sind eine Straße, eine Volksschule und das Rathaus nach ihm benannt.

Ralph Dommermuth

Ralph Dommermuth (* 19. November 1963 in Dernbach) ist ein deutscher Unternehmer. Er ist Gründer, Vorstandsvorsitzender und größter Aktionär der United Internet AG mit Sitz in Montabaur.

Ralph Dommermuth ist der Sohn eines Immobilienmaklers in Montabaur und hat einen Bruder. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bank begann er 1983 in seinem Heimatort Montabaur als freier Mitarbeiter im Vertrieb eines örtlichen PC-Händlers.
Dommermuth hat einen volljährigen Sohn und ist mit der Modeunternehmerin Judith Berger verheiratet.
1988 gründete er gemeinsam mit einem Partner die 1&1 EDV Marketing GmbH. Als erste Geschäftsidee wurde die „Software-Börse“, ein Marketinginstrument für Softwarehäuser, gegründet. Für diese Idee gewann 1&1 1989 den Deutschen Direktmarketing-Preis. Außerdem organisierte die Gesellschaft unter anderem Sonderausstellungen auf der CeBIT in Hannover wie das Software-Zentrum Mittelstand und Software for Europe. 1992 hatte dann Dommermuths Konzept zur externen Vermarktung Erfolg, als seine Firma 1&1 von der Deutschen Telekom den Auftrag erhielt, BTX-Zugänge und später T-Online-Zugänge zu verkaufen. Eine weitere Aktivität war auch die später in twenty4help umbenannte 1&1 ServiceLine, die von IBM den Auftrag zur Hotline für OS/2 und PS/2 als auch für die Druckerreihen des Computerherstellers erhielt und in der Folge für Firmen wie Apple, Deutsche Telekom, HP, Microsoft, Sun Microsystems und AOL tätig war.
Nach dem Erfolg als Marketing-Dienstleister baute Dommermuth 1&1 ab 1996 zum Internet-Service-Provider um. Im März 1998 ging das Unternehmen als erste deutsche Internet-Firma an die Börse. Aufgrund der in diesem Zusammenhang durchgeführten Kapitalerhöhung hatte 1&1 jetzt die Möglichkeit sich an anderen IT-Unternehmen wie GMX und Schlund+Partner AG zu beteiligen. Auf dem Höhepunkt des Internet-Booms Anfang 2000 hielt die 1&1 Holding Beteiligungen an 17 Internet-Firmen und Dommermuth benannte das Unternehmen in United Internet um.
Zwischenzeitlich hat sich United Internet durch organisches Wachstum und weitere Akquisitionen wie WEB.DE, Fasthosts, arsys, InterNetX, united-domains, Sedo, Affilinet und Versatel zu einem der führenden europäischen Internet-Unternehmen entwickelt. 2014 wurden 3,065 Mrd. Euro umgesetzt. Das Unternehmen verfügt über mehr als 14,78 Mio. zahlende Kunden, weitere 32,1 Mio. Anwender nutzen kostenlose Services wie E-Mail-Dienste von WEB.DE, GMX und mail.com welche über Online-Werbung finanziert werden. United Internet beschäftigt ca. 7.800 Mitarbeiter in Deutschland, England, Frankreich, Österreich, Rumänien, der Schweiz, Spanien, Italien, Polen, den USA und auf den Philippinen.
Dommermuth besitzt 82 Mio. Aktien der United Internet AG – das entspricht 40 %. Zudem hält Dommermuth 2,98 % an der freenet AG.
Nachdem United Internet für 433 Millionen Euro einen Anteil von 10,7 Prozent am Berliner Beteiligungsunternehmen Rocket Internet übernommen hatte, gehörte Dommermuth von August 2014 bis Juni 2015 dessen Aufsichtsrat an.
Laut Forbes Magazine besaß Dommermuth im Juli 2015 ein Vermögen von 3,9 Milliarden Dollar und lag damit auf dem Platz 435 der reichsten Menschen der Welt.
Dommermuth wurde 1994 vom Norman Rentrop Verlag als Gründer des Jahres ausgezeichnet, 2007 von der Financial Times als Stratege des Jahres. 2014 wurde Dommermuth von der Wirtschaftswoche als CEO des Jahres ermittelt. Im selben Jahr zeichnete ihn der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) als Unternehmer des Jahres aus.
Dommermuth wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel als ständiges Mitglied des Steuerkreises Innovationsdialog berufen.
Im September 2006 gründete Ralph Dommermuth die Stiftung United Internet for UNICEF mit dem Ziel, die Lebenssituation von Kindern und notleidenden Menschen durch die Einwerbung von Spenden zu verbessern. Hierzu wird die Marketing-Maschine von United Internet für Spenden-Verdopplungsaktionen genutzt und die Nutzer von WEB.DE, GMX und 1&1 in regelmäßigen Abständen zu Spenden aufgefordert. Die Stiftung gehört zeitweise zu den größten Einzelspendern von UNICEF und wurde 2014 mit dem neu geschaffenen „Gustav Rau Preis“ von UNICEF Deutschland ausgezeichnet.
Im Jahr 2007 ermöglichte Dommermuth mit dem neu gegründeten United Internet Team Germany die erstmalige Teilnahme eines deutschen Bootes beim America’s Cup. Am 29. April 2005 wurde das Team wenige Stunden vor dem Meldeschluss als Herausforderer für den 32sten America’s Cup akzeptiert. Neben dem von United Internet bereitgestellten Werbebudget steckte Dommermuth rund 20 Millionen Euro aus seinem Vermögen in das Projekt.

Henricus Johannes Arntzenius

Henricus Johannes Arntzenius (* 20. April 1734 in Nijmegen; † 7. April 1797 in Utrecht) war ein niederländischer Rechtswissenschaftler.

Der Sohn des Professors der Philosophie, Geschichte und Poetik an der Universität Franeker Johann Arntzenius (1702-1759) und dessen Frau Alida Johanna Busschoff erhielt die erste Ausbildung vom Vater. Am 16. September 1749 immatrikulierte er sich an der Universität Franeker. Ein weiteres Mal schrieb er sich am 31. Mai 1755 in die Matrikel der Hochschule als Student der Rechtswissenschaften ein, wo er unter Hermann Cannegieter (1723-1804) die Abhandlung ad leg. 2 Dig. de in ius voc. (Franek. 1755) verteidigte. Dann wurde er Rektor der Schule in Leeuwarden, wo er am 27. Dezember 1757 seine Einführungsrede de Inscriptionum et lapidum eruditorum praestantia (Leeuwarden 1760) hielt.
Nach erfolgter Disputation unter Cannegieter erhielt er in Franeker am 13. Juli 1760 den akademischen Grad eines Doktors der Rechte. Am 1. September 1763 ging er als Rektor, Gymnasialprofessor und Bibliothekar nach Zutphen, welches Amt er mit der Rede de Praecipuis iurisprudentiae calamitatibus (Zutphen 1763) antrat. Hier lehnte er Angebote eines Rektorats in Den Haag und Amsterdam ab.
1774 wurde er von den Kuratoren der Universität Groningen zum Professor des römischen Rechts berufen, welche Stelle er am 8. Dezember desselben Jahres mit der Rede de Legibus quibusdam regiis, civilis apud Romanos sapientiae fonte (Groningen 1774) antrat. Er war 1784/85 Rektor der Hochschule und nachdem er eine Berufung nach Franeker ausgeschlagen hatte, wurde ihm 1787 zudem die Professur des niederländischen Staatsrechts übertragen. Am 19. Mai 1788 beriefen ihn die Kuratoren der Universität Utrecht zum Professor für römisches Recht und Rechtsgeschichte, welches Amt er am 23. September 1788 mit der Abhandlung De optima iuris Romani antecessoris forma, in Gerardo Noodtio, Noviomago, spectata antrat. Er beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Utrechter Hochschule und war 1793/94 Rektor der Alma Mater.
Arntzenius war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 5. August 1760 mit Rachel Cannegieter, der Tochter des Professors und Rektors in Arnheim Hendrik Cannegieter und dessen Frau Rachel Muys. Seine zweite Ehe ging er am 30. April 1770 in Zutphen mit Maria Beatrix Exalto d’Almaras († 15. September 1797 in Utrecht) ein. Aus beiden Ehen stammen mehrere Kinder. Drei Söhne überlebten ihren Vater. Bekannt sind Hendrik Jan Arntzenius (* 4. Februar 1763 in Leeuwarden; † 20. Februar 1830 in Groningen), Johann Otto Arntzenius (1770-1825) und Hermann Arntzenius (1765-1842).