Ferrochelatase

Ferrochelatase (auch: Häm-Synthase) ist ein Enzym in Eukaryoten und den meisten Bakterien, das den letzten Teilschritt der Synthese des Häm, die Chelatierung von Protoporphyrin IX mit einem Eisen-II-Ion, katalysiert. Da die Reaktion bei Eukaryoten in den Mitochondrien bzw. Chloroplasten stattfindet, muss Protoporphyrin zuvor in diese Kompartimente transportiert werden; der genaue Ablauf des Transports ist noch unklar. Beim Menschen führen Mutationen am FECH-Gen zu Ferrochelatasemangel, welcher für die seltene Erbkrankheit erythropoetische Protoporphyrie verantwortlich ist. In Archaeen und sulfatreduzierenden Bakterien, die Häm nach einem alternativen Syntheseweg herstellen, wurde das Eisen-chelierende Enzym noch nicht identifiziert.
+ Fe2+ ⇔ + 2H+
Protoporphyrin IX wird mit Eisen-II cheliert, Protonen werden abgespalten, Häm b entsteht. Umgekehrt kann das Enzym auch die Entfernung des Metallions beim Abbau verschiedener Häme katalysieren. Als Cofaktor fungiert ein Eisen-Schwefel-Cluster. Rekombinante Ferrochelatase ist in der Lage, auch andere zweiwertige Metallionen wie Kobalt, Nickel, Zink oder Kupfer zu chelieren.

Reichsministerium des Innern

Das Reichsministerium des Innern (RMI) war das Innenministerium des Deutschen Reiches während der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus. Am 1. November 1934 wurde es mit dem Preußischen Innenministerium zum Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern vereint. Es war der Nachfolger des Reichsamtes des Innern und der Vorgänger des Bundesministeriums des Innern.
Das zum Zweck öffentlicher Bekanntmachungen herausgegebene Amtsblatt des Reichsministeriums war von 1923 bis 1945 das Reichsministerialblatt (RMBl). Es folgte in dieser Funktion dem von 1873 bis 1922 überwiegend noch von der Vorgänger-Behörde herausgebrachten Zentralblatt für das Deutsche Reich (ZBl).

Weimarer Republik: Hugo Preuß | Eduard David | Erich Koch-Weser | Georg Gradnauer | Adolf Köster | Rudolf Oeser | Wilhelm Sollmann | Karl Jarres | Martin Schiele | Otto Geßler (kommissarisch) | Wilhelm Külz | Walter von Keudell | Carl Severing | Joseph Wirth | Wilhelm Groener | Wilhelm Freiherr von Gayl | Franz Bracht
Zeit des Nationalsozialismus: Wilhelm Frick | Heinrich Himmler | Paul Giesler | Wilhelm Stuckart

Nei til EU

Nei til EU ist eine norwegische Organisation, welche 1988 mit dem Ziel gegründet wurde, den Beitritt Norwegens zur europäischen Union zu verhindern. Die ersten Studien- und Arbeitsgruppen entstanden in Stavanger und Levanger (Verdal), wenig später folgten andere Städte im ganzen Land.
Im Ausgangspunkt war es keine Mitgliederorganisation, obwohl eine starke Zusammenarbeit mit lokalen Mitgliedsorganisationen und Gruppen bestand. Erst 1990 wurde Nei til EF (EF:europeiske fellesskap, europäische Gemeinschaft) als landesdeckende Mitgliederorganisation mit einer demokratischen Struktur und Jahrestreffen gegründet. „Nei til EU“ war die wichtigste Kraft auf Kritikerseite im Rahmen der Volksabstimmung über den Beitritt Norwegens zur EU 1994. Die Organisation hatte zeitweise 140.000 Mitglieder.
Nach der Volksabstimmung bestand Uneinigkeit, wie man die Sache fortsetzen sollte. Die Organisation wurde letztendlich nicht aufgelöst, da noch eine weitere Volksabstimmung über den Beitritt zur EU erwartet wird. Nei til EU hat heute über 26.000 Mitglieder, 19 Regionalbüros und über 150 aktive Lokalgruppen.

Renkenberge

Renkenberge ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Lathen an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Lathen hat.

Renkenberge liegt zwischen Papenburg und Meppen an einem Seitenkanal des nahen Dortmund-Ems-Kanals.
Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Kluse und Wippingen in der Samtgemeinde Dörpen, im Osten die Gemeinden Werpeloh und Sögel in der Samtgemeinde Sögel, im Süden die Gemeinden Lathen und Lathen-Wahn und im Westen die Gemeinden Fresenburg und Sustrum.
Die Ortsteile der Gemeinde sind Renkenberge, Gutshof und Melstrup-Siedlung.
Die Gemeinde entstand ab 1932 im Rahmen der Emslandkultivierung aus den Neusiedlungen Kluse und Melstrup-Siedlung und wurde 1934 zu einer selbständigen Gemeinde erklärt, die zunächst den Namen Kluse trug. Mit Wirkung zum 1. Oktober 1938 erhielt die Gemeinde Kluse den neuen Namen Renkenberge, um den häufigen Verwechslungen mit dem benachbarten Ortsteil Kluse der damaligen Gemeinde Ahlen vorzubeugen. Der Name Renkenberge wurde abgeleitet von einer Anhöhe („Berg“, etwa 26 m ü. NN) auf dem Gelände eines Bauern mit dem Namen Renken.
Renkenberge entstand aus Sumpf- und Moorgebieten, welche zur Bewirtschaftung abgebrannt wurden. Daraufhin konnten nun neue junge Heuerleute oder Bauernsöhne, die nach der Erbfolge keinen Grundbesitz zu erwarten hatten, eine Hofstelle beziehen. Die meisten Siedler in der Gemeinde kamen aus der Region um Lingen. Jeder Landwirt erhielt Hofstellen von 12 bis 15 ha. Insgesamt siedelten 33 Familien in Renkenberge. Seit Ende der 20er Jahre versuchten jedoch schon einige wenige Siedler, das Land zu kultivieren.
Der Gemeinderat aus Renkenberge setzt sich aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
Als ehrenamtlicher Bürgermeister wurde Heinrich Bojer (CDU) gewählt.
(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)
Renkenberge ist über die Bundesstraße 70 zu erreichen. Es besteht weiterhin ein Autobahnanschluß an die nahegelegene Autobahn A31.
Andervenne | Bawinkel | Beesten | Bockhorst | Börger | Breddenberg | Dersum | Dohren | Dörpen | Emsbüren | Esterwegen | Freren | Fresenburg | Geeste | Gersten | Groß Berßen | Handrup | Haren (Ems) | Haselünne | Heede | Herzlake | Hilkenbrook | Hüven | Klein Berßen | Kluse | Lähden | Lahn | Langen | Lathen | Lehe | Lengerich | Lingen (Ems) | Lorup | Lünne | Meppen | Messingen | Neubörger | Neulehe | Niederlangen | Oberlangen | Papenburg | Rastdorf | Renkenberge | Rhede (Ems) | Salzbergen | Schapen | Sögel | Spahnharrenstätte | Spelle | Stavern | Surwold | Sustrum | Thuine | Twist | Vrees | Walchum | Werlte | Werpeloh | Wettrup | Wippingen

Sulmer Bergebene

Sulmer Bergebene im Nordwesten des Naturraums Schwäbisch-Fränkische Waldberge
Die Sulmer Bergebene im Landkreis Heilbronn sind die bis 338,1 m ü. NHN hohen Nordausläufer der Löwensteiner Berge in Baden-Württemberg. Zusammen mit den südwestlich gelegenen Heilbronner Bergen werden sie oft als Heilbronner Bergland bezeichnet.

Die Sulmer Bergebene bildet im Nordwesten der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge die Nordausläufer der Löwensteiner Berge.
Die Landschaft erstreckt sich zwischen dem Unterlauf des Kochers im Nordwesten und Norden mit Neuenstadt am Kocher, dem Unterlauf der Brettach im Nordosten und Osten mit Langenbrettach, wobei sich nordöstlich die Hohenloher Ebene und östlich, jenseits von Bretzfeld, der Mainhardter Wald anschließt, dem Unterlauf der Sulm im Süden mit den jenseits des Weinsberger Tals bei Weinsberg und Erlenbach gelegenen Heilbronner Bergen und dem Mittellauf des Neckars im Westen im Neckarbecken mit Neckarsulm und Bad Friedrichshall.
Innerhalb der Landschaft liegen unter anderem diese Ortschaften: Amorbach, Buchhorn, Cleversulzbach, Dahenfeld, Eberstadt, Gellmersbach, Hölzern, Oedheim, Schwabbach, Siebeneich und Wimmental.
Naturräumlich betrachtet gehört die Sulmer Bergebene (Nummer 108.11) mit dem Weinsberger Tal (108.12) und den Heilbronner Bergen (108.13) als Teile der Löwensteiner Berge (108.1) im Schwäbischen Keuper-Lias-Land (10) zu den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen (108).
Zu den Erhebungen und Hangspornen der Sulmer Bergebene gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):
Zu den Fließgewässern der Sulmer Bergebene oder ihren Ausläufern gehören:
Geologisch betrachtet zählt die Sulmer Bergebene als Teil der Löwensteiner Berge im Schwäbischen Keuper-Lias-Land zur Germanischen Trias des Erdmittelalters und ist dem Keuper zuzurechnen, also vor etwa 220 Millionen Jahren entstanden. Ihre Erhebungen sind isolierte Schwarzjura­kuppen, die dem Knollenmergel aufliegen. Aus ihrer Landschaft stammt der Heilbronner Sandstein.
Die Sulmer Bergebene ist besonders in ihren Hochlagen bewaldet, und in tieferen Lagen wird Weinbau und auch Landwirtschaft betrieben.
In der Sulmer Bergebene befinden sich ein Teil des 54,27 km² großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Löwensteiner und Heilbronner Berge (FFH-Nr. 7021-341) und Teile des 23,91 km² großen FFH-Gebiets Untere Jagst und unterer Kocher (FFH-Nr. 6721-341). Außerdem liegen dort das 1982 gegründete und 0,65 km² große Landschaftsschutzgebiet Sulzbachtal-Berg und das 1986 gegründete und 2,58 km² große LSG Brettachtal. Zudem befindet sich am Rand der Landschaft das 1992 gegründete und 0,49 km² große Naturschutzgebiet Wildenberg.
Zu den Anziehungspunkten und markanten Stellen der Sulmer Bergebene und ihren Ausläufern gehören:

Walter Bacher

Walter Bacher (* 30. Juni 1893 in Halle/Saale; † nach dem 29. September 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war ein deutscher sozialdemokratischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus sowie Lehrer an der Hamburger Klosterschule und der Talmud Tora Schule.

Walter Bacher bestand 1911 die Reifeprüfung am städtischen Gymnasium in Halle und studierte anschließend an der Universität Halle und in Freiburg Latein, Griechisch, Geschichte und Archäologie.
Von 1914 bis 1918 nahm er als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil und wurde dabei verwundet. Nach Kriegsende setzte er sein Studium fort. Er promovierte 1919 mit einer Arbeit über De Pausaniae studiis Homericis. Von 1919 bis 1927 war er Lehrer an verschiedenen Gymnasien in Merseburg und Berlin und außerdem zeitweise als Hauslehrer tätig.
Er wurde Jugendsekretär beim Allgemeinen freien Angestelltenbund und Mitglied in der SPD. Er engagierte sich unter anderem in der Sozialistischen Arbeiterjugend und in der sozialdemokratischen Volksheim-Bewegung.
1927 erhielt er an einer Oberschule für Mädchen, der Klosterschule in Hamburg, eine feste Anstellung. Dort unterrichtete er Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte. Auf seine Initiative hin wurde ein altsprachlicher Gymnasialzweig eingerichtet. Am 2. Juli 1929 heiratete er seine Kollegin Clara Haurwitz.
1933 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen. Er beteiligte sich am sozialdemokratischen Widerstand in Hamburg und hatte Kontakt zu einer Widerstandsgruppe, die antifaschistische Flugblätter verfasste und gefährdeten Personen die Flucht nach Dänemark ermöglichte. Selbst zu emigrieren, lehnte er ab, spätere Bemühungen, aus Deutschland herauszukommen, scheiterten. Um weiterhin die Möglichkeit zu haben, im antifaschistischen Sinn zu unterrichten, war er ab 1935 zunächst aushilfsweise an der Hamburger Talmud Tora Schule beschäftigt. Er trat 1935 in die Jüdische Gemeinde Hamburg ein. 1938 erhielt er eine Festanstellung. „In den letzten Jahren der jüdischen Schule in Hamburg gehörte Bacher zu den wenigen Lehrern mit akademischer Ausbildung, die nicht emigriert waren. Er nahm bis zuletzt unter bedrückendsten Verhältnissen eine außerordentliche Arbeitslast auf sich, um einen qualifizierten wissenschaftlichen Unterricht in der Oberstufe zu ermöglichen.“ Im Frühsommer 1942 musste Bacher mit seiner Familie in ein „Judenhaus“ umziehen und am 19. Juli 1942 wurden sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort gingen sie am 29. September 1944 auf einen Transport in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Lena Dobler

Lena Dobler (* 1990 in Dortmund) ist eine deutsche Songwriterin und Musikerin aus Fürth. Sie spielt (bis 2012 unter dem Namen interference.here.de) als Ein-Frau-Projekt deutschsprachigen Indie-Pop, der live solo oder mit Band vorgetragen wird.
Im Mai 2008 gewann sie auf dem Ansbacher Altstadtfest den Liedermacher-Slam und viermal den ersten Platz bei den fränkischen Regionalcharts der Musikzentrale (Juni 2008, November 2011, Januar 2012, Dezember 2014). Bei einem „remix and cover“-Wettbewerb der Band Slut wurde sie im Juni 2008 eine der fünf Sieger. Im Juli 2008 wurde Lena Dobler in der Rubrik „Montagsdemo“ von Achim Bogdahn im Zündfunk vorgestellt und erreichte dort mit 32,5 Jury-Punkten einen der höchsten Werte, der in den letzten Jahren dort vergeben wurde. In der Jury saß u.a. Thees Uhlmann von Tomte.
Sie tourte mit Goya Royal in Bayern und trat auf diversen Festivals (z.B. Brückenfestival, Bardentreffen) auf. Sie spielte als Support u.a. für Die Sterne, Dota Kehr oder Attwenger. Ihre Konzerte führten sie u.a. nach Tokio (Goethe-Institut 2012), nach Paris (Paris Courts Devant Filmfestival 2013) und Wien.
Im Juli 2010 wurde Lena Dobler mit dem Stipendium des Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet und im Juni 2014 wurde ihr der Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis der Stadt Fürth verliehen.
Im Herbst 2014 stellte sie ihre CD Setagaya auf einer kleinen Tournee in Japan vor.
Neben dem Soloprojekt spielt sie in der Nürnberger Americana-Folk-Band The Green Apple Sea.

Lachstedt

51.08296111.666678230Koordinaten: 51° 4′ 59″ N, 11° 40′ 0″ O
Kirche in Lachstedt
Lachstedt ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmiedehausen im Landkreis Weimarer Land in Thüringen.

Lachstedt liegt im äußersten nordöstlichen Zipfel der Saale-Ilm-Kalksteinplatte abgelegen und ist aber über Camburg und Bad Sulza verkehrsmäßig gut erreichbar. Die Gemarkung des Ortes ist ackerbaulich erschlossen. Der schwere Boden nahm sogar Einfluss auf die Entwicklung des Ortes.
Bereits 822–842 wurde das Dorf urkundlich ersterwähnt. Der Ort gehörte als Lehen zum Besitz der Schenken von Saaleck aus dem Haus der Schenken von Vargula. 1343 veräußerten sie Lachstedt mit der Burg Saaleck an die Naumburger Bischöfe, welche aus dem zur Burg gehörigen Gebiet das Amt Saaleck bildeten. Dieses kam im Jahr 1544 an das zum Hochstift Naumburg gehörige Amt Naumburg und mit diesem im Jahr 1564 an das Kurfürstentum Sachsen.
Lachstedt gehörte als Exklave des Amts Naumburg zwischen 1656/57 und 1718 zum kursächsischen Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz, danach zum Kurfürstentum Sachsen und ab 1806 zum Königreich Sachsen. Durch den Wiener Kongress kam Lachstedt 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und wurde dem Amt Dornburg angegliedert.
Um das Dorf liegt ein fruchtbares, aber schwer bearbeitbares Ackerbaugebiet. Dies beeinflusste die Landwirte bei der Auswahl der Zugtiere. Es entwickelte sich auf diesen Flächen die Thüringer Kaltblutzucht der Pferde nicht nur hier, sondern auch in der Umgegend. Die rasante wissenschaftlich-technische Entwicklung verdrängte auch in der DDR die Pferde, besonders das Kaltblut. Im Ort gab es ein großes Gut, das jetzt (2012) offenbar funktionslos ist und teilweise verfällt.

Tylsen

52.81555555555611.03361111111132Koordinaten: 52° 48′ 56″ N, 11° 2′ 1″ O
Tylsen ist ein Ortsteil der Kreisstadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Die Gründung des Dorfes wird den Slawen zugerechnet, die Tylsen um 800 besiedelten. Zur ersten urkundlichen Erwähnung von Tylsen kam es 956, als Otto I. dem Stift Quedlinburg sechs Dörfer schenkte, darunter das mit Tylsen identische Tulci. Noch 1178 befand sich Tylsen im Besitz des Stiftes, später kam das Kloster St. Ludgeri in Helmstedt hinzu und 1238 bestanden in Tylsen Lehen der Grafen von Osterburg. Letztere wurden von den von Alvensleben abgelöst, denen schließlich 1354 die von dem Knesebeck folgten. Diese lüneburg-altmärkische Familie hielt sich bis zur Enteignung von 1945 in Tylsen auf und brachte zahlreiche hohe preußische Beamte und Offiziere hervor. Angelegt wurde Tylsen ursprünglich als Platzdorf, entwickelte sich aber durch den Bau einer Burg und den Zuzug von Bauern zu einem Straßendorf. Die Burg entstand von 1134 bis 1170 im Nordwesten der Ortschaft. An ihre Stelle traten später Wirtschaftsgebäude und auch das 1620–21 erbaute sogenannte „Neue Schloss“, ein prachtvolles Renaissance-Schloss, welches nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und nur noch als Ruine vorhanden ist.
Die Gemeinde Tylsen zählte 1910 – damals zum Landkreis Salzwedel gehörend – 64 und der gleichnamige Gutsbezirk 120 Einwohner.
Bis Ende 2009 war Tylsen mit seinem Ortsteil Niephagen eine eigenständige Gemeinde und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Tylsen am 11. Dezember 2008, dass die Gemeinde Tylsen in die Hansestadt Salzwedel eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.
Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Tylsen wurden Niephagen und Tylsen Ortsteile der Hansestadt Salzwedel. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Tylsen und künftigen Ortsteile Niephagen und Tylsen wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Salzwedel. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Tylsen wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.
Letzte Bürgermeisterin war Sabine Blümel.
In den 1980er und 1990er Jahren lebte und arbeitete die Grafikerin Johanna Bartl in Tylsen.
Amt Dambeck | Andorf | Barnebeck | Benkendorf | Böddenstedt | Bombeck | Brewitz | Brietz | Buchwitz | Büssen | Cheine | Chüttlitz | Dambeck | Darsekau | Depekolk | Eversdorf | Groß Chüden | Groß Gerstedt | Groß Grabenstedt | Groß Wieblitz | Henningen | Hestedt | Hoyersburg | Jeebel | Kemnitz | Klein Chüden | Klein Gartz | Klein Gerstedt | Klein Grabenstedt | Klein Wieblitz | Königstedt | Kricheldorf | Langenapel | Liesten | Mahlsdorf | Maxdorf | Niephagen | Osterwohle | Pretzier | Riebau | Ritze | Rockenthin | Seebenau | Sienau | Stappenbeck | Steinitz | Tylsen | Wistedt | Ziethnitz

Glenn Rupertus

Glenn Richard Rupertus (* 26. Juli 1964 in Wetaskiwin) ist ein ehemaliger kanadischer Biathlet. Er nahm an drei Olympischen Winterspielen und neun Biathlon-Weltmeisterschaften teil.
Glenn Rupertus startete für den Camrose Ski Club. Seit 1985 nahm er an internationalen Rennen teil. Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 1985 in Ruhpolding wurde er 72. des Sprints. Ein Jahr später am Holmenkollen in Oslo kam der Kanadier auf Platz 67 im Einzel, 40 im Sprint und mit Eric Rauhanen, Charles Plamondon und Paget Stewart 17 mit der Staffel. 1987 kamen in Lake Placid ein 59. Platz im Einzel und Rang 43 im Sprint hinzu. 1988 nahm Rupertus an seinen ersten Olympischen Spielen teil. Damit gehörte er zum Team, das erstmals seit 20 Jahren wieder an olympischen Biathlon-Wettbewerben teilnahm. Im heimischen Calgary belegte er die Plätze 34 in Einzel und Sprint sowie mit Plamondon, Ken Karpoff und Jamie Kallio Platz 15 im Staffelrennen. Bei der WM 1989 in Feistritz an der Drau kamen die Ränge 35 im Einzel und 30 im Sprint hinzu. 1990 wurde Rupertus in Minsk im Einzel 51., die übrigen Rennen, die Wetterbedingt in Oslo und Kontiolahti ausgetragen wurden, bestritt der Kanadier nicht. Auch 1991 in Lahti bestritt er mit dem Sprint nur ein Rennen und wurde bei diesem 54. Bei seinen zweiten Olympischen Spielen 1992 in Albertville kam er wieder in allen drei Rennen zum Einsatz und wurde 20. des Einzels, 52. des Sprints und mit Jean Paquet, Tony Fiala und Steve Cyr Staffel-Zehnter. Die WM 1993 in Borowetz beendete Rupertus auf einem 26. Platz im Einzel und einem 32. Rang im Sprint. Mit der Staffel in der Olympiabesetzung wurde er 17. 1994 folgte in Lillehammer die Teilnahme an seinen dritten Olympischen Spielen, bei denen er 49. des Einzels und 62. des Sprints wurde. Danach wurden die internationalen Einsätze weniger. Bei der WM 1997 in Osrblie erreichte er Platz 83 im Einzel, 52 im Sprint und mit Cyr, Paquet und Eric Jensen 21 im Staffelrennen. 1990 belegte er bei seiner letzten WM in Kontiolahti den 73. Platz im Sprint.
Auch im Biathlon-Weltcup startete Rupertus in der Zeit zwischen 1985 und 1999. Mehrfach konnte er in die Punkteränge laufen. Bestes Resultat wurde 1993 ein sechster Platz bei einem Einzel in Oberhof. 1993 wurde er der erste Kanadische Biathlet des Jahres, wozu er 1998 ein zweites Mal gewählt wurde. Einzig Robin Clegg konnte mit drei Titeln häufiger gewinnen.
Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).