Sochy (Lublin)

Sochy ist ein Dorf und Sołectwo in der Gmina Zwierzyniec im Powiat Zamojski. Es liegt in der Woiwodschaft Lublin im Südosten Polens.

Die Landschaft ist durch den fennoskandischen Eisschild gestaltet worden und ist eine postglaziale, hügelige, bewaldete Grundmoräne, die im Einzugsgebiet der Weichsel liegt. Die Region mit dem Nationalpark Roztocze gehört zum Roztocze. Nördlich von Sochy fließt durch Zwierzyniec der Fluss Wieprz, ein rechter Zufluss der Weichsel. Südwestlich bei Sochy ist die 310-Meter-Anhöhe Bukowa Góra.
Die Entfernung nach Biłgoraj beträgt 24, nach Lublin 100, nach Zamość 33 und nach Zwierzyniec fünf Kilometer. Durch Zamość verläuft die Droga krajowa 17 Warschau–Grenzübergang Hrebenne. Die Staatsgrenze zur Ukraine bei Hrebenne verläuft 70 Kilometer südöstlich von Sochy.
Nach der Christianisierung Polens im Jahr 966 kamen die Lendizen unter die Herrschaft des Mieszko I. Mit der Dritten Polnischen Teilung im Jahr 1795 kam diese Region als Westgalizien zu Österreich. Von 1807 bis 1815 gehörte das Gebiet zu Herzogtum Warschau und dann zu Kongresspolen.
Das Dorf Sochy wurde vor dem Jahr 1826 begründet. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Friedensvertrag von Versailles wurde im November 1918 die Zweite Polnische Republik gebildet. Am 17. September 1939 erfolgte die Sowjetische Besetzung Ostpolens durch die Rote Armee. Mit dem Deutsch-Sowjetischen Krieg war Sochy ab Sommer 1941 ein Dorf im Distrikt Lublin des Generalgouvernements.
Nach der Operation Bagration im Sommer 1944 erklärte das Lubliner Komitee die Stadt Lublin vorübergehend zur Hauptstadt Polens. Ab Anfang Januar 1945 lag Sochy in der Volksrepublik Polen und gehörte von 1975 bis 1998 zur Woiwodschaft Zamość und seit 1999 zur Woiwodschaft Lublin.
Ende Mai 1943 kaufen zwei als Partisanen verkleidete polnische Hilfspolizisten Waffen in Sochy. Als sie von Mitgliedern der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa) in Józefów erkannt wurden, ist einer der Polizisten erschossen worden und dem Anderen gelang die Flucht.
Als Vergeltung für den getöteten Polizisten begann am 1. Juni 1943 gegen 5.30 Uhr das Massaker. Bei dieser Pazifikation ermordeten Soldaten der Wehrmacht rund 200 Einwohner des Dorfes. Zuerst wurden Arbeiter, die nach Zwierzyniec zur Arbeit eilten, erschossen. Die deutschen Soldaten schossen aus Maschinengewehren von den Hügeln auf die Einwohner. Danach kamen Flugzeuge der Luftwaffe in Einsatz. Falls alle Wohnhäuser wurden abgebrannt und gesprengt. An die Ausrottung erinnert der örtliche Friedhof und eine Gedenktafel. Während einer Exhumierung wurden 88 männliche, 52 weibliche und 45 kindliche Gebeine identifiziert.
Sochy gehört neben Oradour-sur-Glane, Sant’Anna di Stazzema, Lidice, Kalavryta, Distomo zu den Ortschaften, in den während des Zweiten Weltkriegs Zivilpersonen den Vergeltungsmaßnahmen zu Opfer fielen.
Die Zeitzeugin Teresa Ferenc (* 1934 in Ruszów bei Zamość) verarbeitete ihr Erlebtes in dem Gedichtband Ausgebranntes Tal (Wypalona dolina), das im Jahr 1979 in Warschau erschien. Ihre Tochter Aneta Jankowska veröffentlichte unter dem Pseudonym Anna Janko im Frühjahr 2015 das Buch Kleine Ausrottung (Mała Zagłada).

That Old Feeling (Lied)

That Old Feeling ist ein Lied, das von Sammy Fain komponiert und von Lew Brown getextet wurde; es wurde im Jahr 1937 in dem Film Vogues of 1938 veröffentlicht. Das Lied erhielt eine Oscarnominierung als „bester Filmsong,“ führte 1937 die US-Charts an und entwickelte sich seit den 1950er Jahren zum Jazzstandard.

Brown kam mit dem fertigen Text des Liebesliedes zu Fain, der zu dem Text die passende Melodie fast vollständig während eines Treffens entwickelte. Der Text handelt davon, dass die Liebe noch nicht vorbei ist, sondern als der Sänger die fragliche Person letzte Nacht sah, er wieder das alte Gefühl hatte und in dem Moment, wo sie ihn ansah, sein Herz still stand.
Das Lied wird in dem Film verwendet, als die Protagonisten einen Supper Club besuchen: Dort singt Virginia Verrill (1916–1999) die Ballade, umrahmt von einer Stepptanzeinlage von George Tapps (1911–1997).
Shep Fields and His Rippling Rhythm Orchestra nahmen das Lied auf und waren damit 13 Wochen in den US-amerikanischen Charts, davon vier Wochen auf Platz eins. Auch Jan Garber and His Orchestra kamen damit im selben Jahr in die Charts, allerdings nur bis auf Platz 10. That Old Feeling war mehrfach auf dem Spitzenplatz von Your Hit Parade, so in der Interpretation von Jane Froman.
Das Lied wurde vielfach gecovert, unter anderem von Ella Fitzgerald, Rod Stewart und Frank Sinatra, der das Lied erstmals 1946 in seiner Radioshow gemeinsam mit André Previn in einem Medley interpretierte und 1947 mit Axel Stordahl aufnahm; 1960 spielte er das Stück noch einmal mit dem Orchester von Nelson Riddle ein.
Es wurde auch zu einem bekannten Jazzstandard: Bereits 1938 spielte Teddy Wilson eine Solo-Klavierfassung von That Old Feeling ein. Weitere Instrumentalisten wie Fats Waller, Count Basie (1955) und Chet Baker (1956) folgten. Aber auch Sänger wie Peggy Lee, Annie Ross, Anita O’Day und Frankie Laine (in einer Jamsession mit Buck Clayton 1955) trugen dazu bei, dass That Old Feeling einen festen Platz im Repertoire der Jazzmusiker erhielt; so entstanden auch Einspielungen von Diana Krall, Jay Leonhart oder Roy Haynes. Tom Lord listet im Bereich des Jazz 312 Coverversionen des Titels.
Jane Froman sang das Lied 1952 für den Film With a Song in My Heart, wo sie Susan Hayward doubelte. Woody Allen verwendete den Song mehrfach, sowohl in seinen Filmen Radio Days (1987) und Husbands and Wives (1992) als auch in Celebrity (1998, dort von dem Album Getz Meets Mulligan in HiFi.)
Das Lied wurde schließlich in der Filmkomödie That Old Feeling, zu Deutsch Noch einmal mit Gefühl aus dem Jahr 1997 zum titelgebenden Leitmotiv, wo es einerseits Patrick Williams interpretierte. In dem Film wird andererseits auf eine Fassung von Louis Armstrong und Oscar Peterson aus dem Jahr 1956 zurückgegriffen.

Chemin de Fer du Salève

Die Chemin de fer du Salève (franz., dt. Salève-Bahn), war die erste elektrische Zahnradbahn der Welt. Bekannt ist die im französischen Departement Hoch-Savoyen, südlich von Genf gelegene Chemin de Fer du Salève, obschon sie keine Seilbahn war, auch unter dem Begriff Funiculaire du Salève. Die vollständige Französische Bezeichnung lautet: Société anonyme des Chemins de fer du Salève (CFS). Auf Deutsch: Aktiengesellschaft der Salève-Eisenbahnen.
Die meterspurige Zahnradbahn war mit einer zweilamelligen Zahnstange System Abt ausgerüstet und bezog den Strom wie eine U-Bahn aus einer Stromschiene, die sich seitlich der Fahrschienen befand. Diese während der ganzen Betriebsdauer beibehaltene nicht ungefährliche Stromzuführung führte zum Tod dreier Menschen sowie einer nicht bekannten Anzahl von Wild- und Nutztieren.
Zwölf Triebwagen für den Personenverkehr mit einem Leergewicht von 10,4 Tonnen, ausgelegt für 40 Passagiere, besorgten zusammen mit 6 Loren für den Güterverkehr den gesamten Verkehr. Die Triebwagen waren 8,5 Meter lang, 2,1 Meter breit und 3 Meter hoch. Zwei Motoren von 40 PS (29 kW) ermöglichten eine Betriebsgeschwindigkeit zwischen 5,4 und 10,8 km/h.
Die erste Linie Étrembières – Mornex – Monnetier-Mairie – Treize-Arbres (Mont Salève) von 6 km Länge wurde 1892 eröffnet, die zweite Linie Veyrier – Monnetier-Mairie von 3 km Länge 1894.
Die Züge verließen Etrembières und Veyrier zur selben Zeit und trafen sich in Monnetier-Mairie. Von dort aus fuhren sie im Konvoi aus einzeln fahrenden Triebwagen bis zur auf 1140 m ü. M. gelegenen Endstation Treize-Arbres.
Im Sommer 1914 dauerte eine Berg- oder Talfahrt etwa eine Stunde. Die Fahrtkosten für eine Fahrt von Veyrier nach Treize-Arbres und zurück in der 1. Klasse betrugen FF 10.- und in der 2. Klasse FF 7.- .
Zu Beginn war die Salève-Bahn rentabel. Nach dem Ersten Weltkrieg, auch infolge des aufkommenden Automobilverkehrs, erlebte die Zahnradbahn weniger rosige Zeiten. Mit der Eröffnung der konkurrierenden Luftseilbahn Veyrier – Treize-Arbres im Jahre 1932 war das Ende der nun veralteten und zu langsamen Zahnradbahn besiegelt. 1937 wurde der Betrieb auf dem letzten Teilstück eingestellt, nachdem bereits im Winter 1931/1932 die Dörfer im Streckenabschnitt Étrembières –Monnetier-Mairie durch einen Autobusbetrieb erschlossen wurde. Bereits 1938 war die gesamte Strecke abgebrochen.

Herchenhain

50.4833333333339.275667Koordinaten: 50° 29′ 0″ N, 9° 16′ 30″ O
Herchenhain ist ein Ortsteil von Grebenhain im Vogelsbergkreis, Hessen. Ortsvorsteher ist Winfried Püning (Stand 2011).

Die erste urkundliche Erwähnung von Herchenhain erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahr 1289 als villa Herchenhain. Am 29. September 1358 beurkundete Graf Gottfried VII. von Ziegenhain, dass er dem Abt Heinrich VII. von Fulda die Hälfte von Herchenhain mit Ausnahme des Kirchensatzes überlassen habe und dass sie beide daselbst eine Burg und Stadt erbaut hätten, die als völlig gemeinsam angesehen werden und im Fall einer Fehde zwischen ihnen den Gerichten Burkhards und Crainfeld zum Schutz und Schirm dienen sollte. Kaiser Karl IV. verlieh am 9. April 1359 Herchenhain die Stadtrechte und somit auch das Recht, Märkte abzuhalten. Zur wirklichen Herausbildung einer Stadt Herchenhain ist es jedoch in den folgenden Jahrhunderten nicht gekommen. Auch gibt es bisher keine Hinweise auf die tatsächliche Errichtung einer Burg in Herchenhain.
1536 wird der erste evangelische Seelsorger in Herchenhain (ein Herr Henrius) erwähnt. Während des Dreißigjährigen Krieges hatte Herchenhain 1622 einen Raubzug durch den Herzog von Braunschweig zu überstehen. 1634 wurde Herchenhain von den Kosaken überfallen und geplündert. 1635 herrschte die Beulenpest und raffte viele Bewohner dahin.
1841 bis 1843 herrschten Missernten und große Hungersnot in Herchenhain, weshalb viele nach Nordamerika und später in die industriellen Ballungsgebiete auswanderten. 54 Höfe verschwanden völlig. Am 7. August 1941 wurde Herchenhain durch britische Kampfflugzeuge bombardiert, wodurch mehrere Häuser und Höfe zerstört und zwei Menschen getötet wurden. Ziel des Angriffs war möglicherweise die nahe gelegene Luftmunitionsanstalt im Oberwald, umgangssprachlich Muna genannt.
Aufgrund der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Herchenhain zum 31. Dezember 1971 mit zehn benachbarten Gemeinden zur neugebildeten Großgemeinde Grebenhain zusammen. Herchenhain ist der westlichste Ortsteil von Grebenhain. Seit dem 1. August 1972 gehört der Ort zum damals neugebildeten Vogelsbergkreis.
Im Jahre 1953 erhielt die Gemeinde Herchenhain nach Genehmigung durch das hessische Innenministerium in Wiesbaden das Recht, ein eigenes Gemeindewappen zu führen. Das gespaltene Schild zeigt im linken Feld das Wappen der Grafen von Ziegenhain und im rechten Feld das Wappen der Fürstabtei Fulda. Es erinnert damit an die 1358 von beiden Territorialherrschaften geschlossene Übereinkunft zur Gründung einer gemeinsamen Burg und Stadt in Herchenhain. Das Wappen wird in veränderter Form bis heute durch den örtlichen Sportverein verwendet.
Herchenhain war ursprünglich ein vorwiegend von der Landwirtschaft geprägter Ort. Versuche zur Ansiedlung von Industrie am Ort scheiterten. Nach der Anbindung an die Vogelsbergbahn 1906 entwickelte sich der Fremdenverkehr. Herchenhain gilt als Naherholungsgebiet für die Rhein-Main-Region. Es gibt Wanderwege, gespurte Loipen und einen Skilift.
1926 wurde auf der Herchenhainer Höhe eine Jugendherberge erbaut und unter dem Namen Vater-Bender-Heim vom Vogelsberger Höhen-Club (VHC) betrieben. Sie wurde bei dem Bombenangriff 1941 zerstört und nie wieder aufgebaut. Heute trägt ein Wanderheim des VHC auf dem Hoherodskopf den Namen Vater-Bender-Heim. Auf dem Gelände der früheren Herchenhainer Jugendherberge wurde 1961 das Hotel-Restaurant Bergrasthaus Herchenhainer Höhe eröffnet.
Herchenhain feierte 2009 seinen 650. Johannismarkt. Eine Bestückung dieses traditionellen Marktes lässt sich aus einer Aufzeichnung aus dem Jahr 1846 verfolgen, als der Markt in Herchenhain als viel besucht, mit 151 Wirten, 306 großen und 449 kleinen Krämern, 2 Karussells, 1 Wachsfigurenkabinett, 12 Zirkusse, sowie der Auftrieb von 1356 Stück Rindvieh und 501 Schweinen, beschrieben wird. Der Herchenhainer Johannismarkt galt als wichtigster Markt in der gesamten Region, zumal bis ins 19. Jahrhundert eine regional wichtige Straßenverbindung Frankfurter Straße den Ort durchquerte.
Durch die unmittelbare Nähe des Ortsteils Hartmannshain haben sich Vereine gebildet, denen Bewohner beider Ortschaften als Mitglieder angehören. Dazu gehören:
Bannerod | Bermuthshain | Crainfeld | Grebenhain mit Oberwald | Hartmannshain | Heisters | Herchenhain | Ilbeshausen-Hochwaldhausen | Metzlos | Metzlos-Gehaag | Nösberts-Weidmoos | Vaitshain | Volkartshain | Wünschen-Moos | Zahmen

Riddagsburg

Die Riddagsburg (eigentlich Rikdagsburg) war eine Burg auf dem Gebiet der heutigen Stadt Mansfeld. Sie liegt als wüste acht Kilometer westlich von Mansfeld bei Gorenzen im Unterharz.
Markgraf Rikdag von Meißen, Graf auch im nördlichen Hassegau und im südlichen Schwabengau, Agnat der Wettiner (Buziker), besaß umfangreiches Allod in den genannten Gauen. Kern dieser Begüterungen scheint die auf einem nach Osten langsam abfallenden Bergrücken gelegene Burg zwischen Gorenzen und Möllendorf gewesen zu sein, die eigentlich Rikdagsburg hieß. Auch das neun Kilometer entfernte Dorf Ritzgerode (1046 als Rihdagesrot erwähnt) dürfte eine Gründung Rikdags gewesen sein. Spangenberg behauptet nämlich, dass Ritzgerode ein Vorwerk zur Riddagsburg gewesen sei, das sich erst Ende des 15. Jahrhunderts zu einem kleinen Dorf entwickelt habe.
1137 gehörte die Riddagsburg dem Kloster Gerbstedt. Nach Spangenberg soll auf der Riddagsburg „vor alters“ eine Kollegiat-Stiftskirche St. Johannis bestanden haben. Da auch das Kloster Gerbstedt dem Täufer geweiht war, besteht die Möglichkeit, dass die Riddagsburg eine Art Vorgründung von Gerbstedt gewesen ist. Die Riddagsburg ist um 1270 bereits im Besitz der Grafen von Mansfeld, die 1273 hier urkunden. Ende des 15. Jahrhunderts muss die Anlage verlassen worden sein.
Spangenberg sah die schon 1477 verfallenden und jetzt fast ganz verschwundenen baulichen Reste noch 1558. In der mansfeldischen Erbteilung von 1501 kam die Riddagsburg nebst Zubehör an die Grafen von Mansfeld-Vorderort.
51.56083333333311.3775Koordinaten: 51° 33′ 39″ N, 11° 22′ 39″ O

Gemeindegründung

Eine Gemeindegründung ist in evangelischen Freikirchen der Beginn einer neuen Kirche, Gemeinde oder Glaubensgemeinschaft. Gründung bezeichnet den Prozess von der Vorbereitung, Sammlung, Initiierung hin zur Eigenständigkeit einer Gemeinde. Das Resultat ist eine eigenverantwortliche Glaubensgemeinschaft mit eigenem Namen, Budget, Führung, Veranstaltungen und Mission. Diese kann in einen Verband eingegliedert sein oder unabhängig arbeiten.

Es könne verschiedene Arten von Gründungen unterschieden werden, die hauptsächlich im Ausgangspunkt der Gründung bestehen. Die Startphase von Gründungen kann von einer Person bis zu Gruppen von mehreren Hunderten Teilnehmern variieren.
Bei einer Tochtergründung sponsert eine bestehende Gemeinde eine neue Gründung. Dies passiert, wenn es in der bestehenden Gemeinde (Muttergemeinde) eine Gruppe gibt, die eine Gründung in einem bestimmten Umfeld oder Milieu initiieren wollen. Das kann sein, weil der Weg zu den Gottesdiensten der Muttergemeinde zu weit ist, ein anderes soziales Umfeld angesprochen werden soll oder ein bestimmter Stadtteil von einer Gruppe bewohnt wird. In diesem Fall unterstützt die Muttergemeinde die Gruppe auf dem Weg der Gemeindegründung durch Beratung, Finanzierung und oder personelle Unterstützung.
Ähnlich wie bei Missionaren kann eine einzelne Person oder eine Gruppe von Personen in Gebiet gesendet werden mit dem Ziel, dort eine Gemeinde zu gründen. Dabei ist die Auswahl des Zielgebiets eher strategisch erfolgt. Die Sendung kann durch eine Muttergemeinde erfolgen, oder aber auch durch einen Verband. Die Unterstützung kann ähnlich wie bei der Muttergemeinde sein (Rat, Geld, Personaldienste), oder aber nur im Zuspruch der Sendung bestehen.
Eine bestehende Gruppe gliedert sich einer Gemeinde oder einem Verband an mit dem Ziel, eine Gemeinde zu gründen. Wenn diese Gruppe bereits eine bestehende Gemeinde war, würde man nicht von Gründung sprechen. Es mag aber Gruppen geben, die mit dem Gedanken einer Gründung spielen und durch die Allianz mit einem Partner in die Gründungsphase kommen. Oder eine Gruppe befindet sich im Prozess der Gründung und gliedert sich währenddessen in einen Verband oder eine Gemeinde an. Hier ist der unterschiedliche bisherige Entwicklungsweg und das gegenseitige Kennen eine Gefahr für die Gründung der Gemeinde und die Stabilität der Partnerschaft.
Im Gegensatz zu den anderen Arten geht hier die Initiative von einer Person oder einigen Wegen Personen aus. Diese beginnen den Weg der Gründung ohne Anbindung an eine Muttergemeinde oder einen Verband, und ohne die damit verbundenen Vorteile.
Die Motivation für Gründung kann in vielen Quellen liegen. Häufig werden folgende Motivatoren genannt, wobei eine oder mehrere dieser vorliegen können:
Gründung wird in Verbänden und Gemeinde aus Weg zur Ausbreitung des Glaubens propagiert. Die Begründung folgt häufig der folgenden Logik: Eine Gründung muss ähnliche wie eine technische Neuerung und ein neues Geschäft für seine Vorteile aufmerksam machen und ist demnach motivierter und flexibler im Eingehen auf die Bedürfnisse der Zielgruppe. Gründungen leben von der Energie und bereichern damit die Gemeindelandschaft. Außerdem ist in einer Gründung viel Einsatz von hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeitern gefordert. Dies führt im Umfeld zu erhöhter Energie, Einsatzfreude und Überzeugung, dass sich Einsatz lohnt.
Personen im Gründungsteam sprechen häufig von einem persönlichen Berufungserlebnis als entscheidenden Faktor in den Überlegungen einer Gründung. Dies kann durch Vorbilder geschehen, dem Begegnen mit einer Not, prophetischen Reden, dem Lesen der Bibel oder Eingebung von Gott. Dabei wird auf den Auftrag Jesu verwiesen, hinzugehen und Menschen zu Jüngern zu machen. Und auf das Vorbild von Paulus, der aufgrund der Predigt des Evangeliums in Städten neue Gemeinden formte.
Durch Studien oder persönliche Überlegungen können Gruppen zum Schluss kommen, an einem Ort oder in einem (Stadt-) Gebiet eine Gemeinde zu gründen, weil es dort zu wenige Gemeinden gibt. Die Einschätzung des „zu wenig“ kann auch auf den Stil der Frömmigkeit, den Stil der Gottesdienste, oder die soziale Schicht bezogen sein. Beispiele für strategische Überlegungen sind: die Gründung einer Vineyard im Ruhrgebiet; die Gründung einer evangelischen Jugendkirche in Calw, oder die Gründung einer ICF in Berlin.
Wenn eine bestehende Gemeinde wächst, so kann sie aus praktischen oder inhaltlichen Gründen zur Gründung kommen – der Gottesdienstsaal hat zu wenig Platz, die Anfahrtswege sind zu lang, es gibt genügen potenzielle Leiter, es gibt genügen Gruppen innerhalb der Gemeinde, die schon einen Großteil des Gemeindelebens teilen. In diesen Fällen kann es zu einer Gründung oder eine Multiplikation der Gemeinde kommen.
Der Gemeindewachstumsexperte Peter C. Wagner sprach von Gemeindegründung als „der effektivsten Methode der Jüngerschaft unter dem Himmel“. Damit betonte er, dass die reduzierte Größe einer Gründung, die Intensität des Prozesses und die Möglichkeiten der Beteiligung zu erhöhter Veränderungsbereitschaft, Auseinandersetzung mit den Inhalten der Bibel, und Motivation der Pflege des geistlichen Lebens führen.
Die Finanzierung von Gemeindegründungen kann auf unterschiedliche Art erfolgen. Kennzeichnend ist dabei stets die ehrenamtliche Mitarbeit der Gründerteams, so dass die Finanzbedarf limitiert sind. Folgende Modelle der Finanzierung finden sich im Allgemeinen:
eine aussendende Gemeinde oder ein Gemeindeverband stellt ein Budget für die Gründung zur Verfügung. Das kann von einem Fixbetrag ausgehen oder die Kosten für 2-3 Jahre in der Anfangsphase decken.
eine Reihe von Stiftungen stellt Geld für Gründungsaktivitäten bereit. Gelder werden den Projekten auf Antrag zugeteilt, meist für eine limitierte Zeit und mit gewissen Auflagen, das eigene Budget zu entwickeln.
die Mitglieder der Gründung spenden regelmäßig für die Etablierung des Projekts. Viele Gruppen gehen von 10 % des Einkommens (Zehnter) als Richtwert für die selbstständige Finanzierung von Projekten zur Eigenständigkeit aus.
Der Ansatz von Gründung kann aus verschiedenen Richtungen kritisiert oder gänzlich hinterfragt werden. Dabei sind folgende Aspekte häufig genannt:
Man geht davon aus, dass es bereits genügend Gemeinde gäbe und demnach keine weiteren Projekte nötig seien. Dies bezieht sich vor allem aus einem territorialen Gemeindeverständnis (eine Gemeinde pro Ort oder Bezirk) oder aus der Beobachtung, dass viele Kirchen wenige Besucher anziehen.
die Inhalte und Praktiken der neuen Projekte können in Frage gestellt werden. Demnach sind vor allem freie Projekte (ohne Verband) nicht kontrollierbar, was Lehrmeinung oder gemeindliche Aktivitäten angeht.
erhöhter Wettbewerbsdruck führt zu Befürchtungen und dem tatsächlichen Verlust für bestehende Gemeinden. Abspaltung – bestehend auf den Jesusworten, dass die Welt aufgrund der Liebe der Jünger untereinander an ihn glauben wird (Johannes 13,35), werden eigenständige Gruppen und kontrastierende Lehrmeinungen als schädlich bewertet. Demnach sollte pro Ort am besten eine Gemeinde bestehen und dem christlichen Zeugnis ist durch organisatorische Einheit am ehesten gedient.

Roland Stigulinszky

Roland Stigulinszky (* 29. April 1926 in Saarbrücken) ist ein deutscher Grafiker, Karikaturist und Satiriker. Seine Werke unterzeichnet er mit dem Kürzel stig.

Nach dem Besuch der Saarbrücker Horst-Wessel-Schule, dem heutigen Otto-Hahn-Gymnasium machte Stigulinszky 1943 an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Köslin sein Notabitur. Danach wurde er zur Luftwaffe eingezogen. Im selben Jahr 1943 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Ab 1947 arbeitete er zunächst als freiberuflicher Gebrauchsgrafiker und Texter. Von 1948 bis 1953 war er Mitarbeiter bei der saarländischen Satire-Zeitschrift Der Tintenfisch. Außerdem arbeitete er u. a. für den Fernsehsender Telesaar, die satirische Zeitschrift Pardon, die Jugendzeitschrift Twen, die Süddeutsche Zeitung und für die Saarbrücker Zeitung. Stigulinszky war von 1967 bis 1969 Präsident des Bundes Deutscher Grafik-Designer, von 1977 bis 1980 Vorsitzender des Tarifverbandes Selbständiger Design-Studios (SDSt) und von 1982 bis 1985 Präsident des Deutschen Designertages. Zu seinem 85. Geburtstag hat er den Gedichtband „Die Äpfel röten sich“ herausgebracht. 2013 gab es in Sulzbach durch eine Zusammenarbeit des Kunstvereins und der Stadt in der Sulzbacher Galerie die Ausstellung „Roland Stigulinszky – Querschnitt und Rückblick“, die einen Überblick über sein mehr als sechzigjähriges Wirken als Grafiker, Karikaturist, Satiriker und Dichter vermittelte. Dabei war auch sein erstes Auftragswerk aus dem Jahr 1947, das er nach seiner Rückkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft fertigte. Zu seiner Eisernen Hochzeit mit seiner Frau Bruni veröffentlichte Stigulinszky den Gedichtband „Eiserne Hochzeit – Rostfreie Gedichte“. Stigulinszky ist Träger des Saarländischen Verdienstordens.

The Dirty Dozen: The Very Best of 1979–1983

Fernando von Arb und Chris von Rohr (Hardware)
Tony Platt, Fernando von Arb und Chris von Rohr (One Vice at a Time)
Tom Allom (Headhunter)
Roundhouse Studios, London (Großbritannien) (Hardware)
Battery Studios, London (Großbritannien) (One Vice at a Time)
Bee Jay Studio, Orlando (USA) (Headhunter)
The Dirty Dozen: The Very Best of 1979–1983 ist eine Best-of-Kompilation der schweizerischen Hard-Rock-Band Krokus.

The Dirty Dozen: The Very Best of 1979–1983 ist die zweite Best-of-Zusammenstellung von Krokus, die nach der Trennung von der Plattenfirma Ariola über dieselbe veröffentlicht wurde. Dies war möglich, weil das Label nach wie vor die Rechte an den zwischen 1980 und 1986 veröffentlichten Alben besaß. Im Gegensatz zur ersten Kompilation Stayed Awake All Night: The Best Of, die auf dem amerikanischen Markt publiziert wurde, war diese Kompilation für den europäischen Markt gedacht. The Dirty Dozen: The Very Best of 1979–1983 wird oftmals als die bisher beste Kollektion von Krokus-Hits gesehen, da sie ausschließlich Songs aus der Ära von Metal Rendez-Vous bis Headhunter enthält und die eher poppigeren Werke The Blitz und Change of Address nicht berücksichtigt wurden. Außerdem wurde die Spielzeit einer CD – im Gegensatz zu Stayed Awake All Night: The Best Of – nahezu gänzlich ausgenutzt.
Marc Storace • Fernando von Arb • Mandy Meyer • Mark Kohler • Chris von Rohr • Flavio Mezzodi
Tommy Kiefer • Hansi Droz • Remo Spadino • Daniel Debrit • Jürg Naegeli • Freddy Steady • Henry Fries • Steve Pace • Patrick Mason • Jeff Klaven • Andy Tanas • Tommy Keiser • Dani Crivelli • Peter Tanner • Many Maurer • Tony Castell • Peter Haas • Carl Sentance • Chris Lauper • Cliff Rodgers • David Stettler • Marcel Kopp • Dominique Favez • Patrick Aeby • Stefan Schwarzmann
Krokus • To You All • Pay It in Metal/Pain Killer • Metal Rendez-Vous • Hardware • One Vice at a Time • Headhunter • The Blitz • Change of Address • Heart Attack • Stampede • To Rock or Not to Be • Round 13 • Rock the Block • Hellraiser • Hoodoo • Dirty Dynamite
Industrial Strength EP • You Ain’t Seen Nothin’ Yet
Alive and Screamin’ • Fire and Gasoline (Spontaneously Combustible) – Live! • Long Stick Goes Boom: Live from da House of Rust
Early Days • Prior Convictions • Stayed Awake All Night: The Best Of • The Dirty Dozen: The Very Best of 1979–1983 • Best Of • The Definitive Collection • The Collection • Headhunter Blitz • Long Stick Goes Boom: The Anthology • Extended Versions

Wabanaki-Konföderation

Die Wabanaki-Konföderation oder Wabanaki (auch Wabenaki, Wobanaki; englisch: dawn land people; deutsch: Leute des Landes der Morgenröte/-dämmerung, d. h. Volk, das im Osten lebt) bezeichnet eine politisch-militärische Allianz in Nordamerika von fünf kulturell und sprachlich verwandten Algonkin-Stämmen gegen die militärisch expansive Irokesen-Liga, die vom 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1862 bestand.
Die Stämme behielten ihre eigene politische Führung, kamen jedoch zusammen, um gemeinsam über Diplomatie, Krieg und Handel zu entscheiden. Die Wabanaki-Konföderation wurde offiziell 1862 aufgelöst, aber die fünf Stämme blieben enge Verbündete, und die Konföderation lebt in der Form einer politischen Allianz zwischen diesen historisch befreundeten Nationen bis heute weiter.

Die folgenden fünf Stämme gehörten offiziell zur Wabanaki-Konföderation:
Enge Verbündete der Wabanaki-Konföderation waren die Innu (auch Montagnais), Algonquin sowie die Irokesisch-sprachigen Wyandot (bis 1650/1700 als Huronen – Tionontati/Petun bekannt).
Die Bezeichnung Abenaki (oder Abnaki) wird oft fälschlich synonym für Wabanaki gebraucht – jedoch waren die Abenaki nur ein Mitglied der Konföderation. Zudem kann oft nicht zwischen der Konföderation und den einzelnen Mitgliedern dieser unterschieden werden, da die Stämme sich je nach Dialekt oft als Wabanaki (Wabenaki, Wobanaki, Wobenaki, Wapanahki) bezeichneten, um besonders gegenüber Fremden ihre politische und kulturelle Verwandtschaft zu betonen. Wegen des inkorrekten Gebrauchs des Wortes Abenaki für Wabanaki wurden alle Abenaki zusammen mit den Penobscot oft Westliche Wabanaki genannt, während man die Mi’kmaq, Maliseet und Passamaquoddy als Östliche Wabanaki bezeichnete.
Die Wabanaki-Konföderation wurde von den verschiedenen Mitgliedern der Konföderation folgendermaßen genannt:
Benachbarte und oft verbündete Algonkin-Völker bezeichneten die Konföderation folgendermaßen:
Ihr Stammesgebiet nannten die verbündeten Stämme sowie viele benachbarte Algonkin-Stämme Wabanaki (Land der Morgenröte/-dämmerung, d. h. Land im Osten); es umfasste Gebiete des historischen Akadien (die heutigen kanadischen Seeprovinzen Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island, den Süden der Gaspésie-Halbinsel sowie Québec südlich des Sankt-Lorenz-Stroms) in Kanada und Teile Neuenglands (die heutigen US-Bundesstaaten Maine, New Hampshire, Vermont und Massachusetts) im Nordosten der Vereinigten Staaten.
Die Karten zeigen die ungefähre Lage der Mitglieder der Wabanaki-Konföderation (von Norden nach Süden):
Mi’kmaq
Maliseet und Passamaquoddy
Östliche Abenaki (Penobscot, Kennebec, Arosaguntacook, Pigwacket)
Westliche Abenaki (Arsigantegok, Missisquoi, Cowasuck, Sokoki, Pennacook)
Die Wabanaki-Konföderation war ein treuer Bündnispartner der Franzosen in einer Serie von Kolonialkriegen zwischen 1688 und 1759 im Kampf gegen die Briten um Akadien. Als die Franzosen gegen die Briten dann den Krieg verloren und die Kontrolle an diese abtreten mussten, drangen immer mehr englische Siedler in die Gebiete der Wabanaki-Konföderation vor. Hierauf schlossen sie sich im sogenannten Pontiac-Aufstand mit anderen Stämmen zusammen, um gegen die Briten ein eigenes Indianergebiet zu erstreiten. Nach ihrer Niederlage schlossen sich die Mitglieder im heraufziehenden Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg nun ihren einstigen Feinden an, um gegen die Amerikaner zu kämpfen.

Royal British Columbia Museum

Das Royal British Columbia Museum (Königliches Museum von British Columbia) ist ein historisches und völkerkundliches Museum in Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia.
Das Museum ist eine der bedeutendsten Forschungs- und Kultureinrichtungen Kanadas. Es befindet sich am Inner Harbour, zwischen dem Empress-Hotel und dem Parlamentsgebäude. Rund um das Gebäude befindet sich ein Gürtel weiterer historischer Monumente, wie der Thunderbird Park und das Helmcken House (das älteste nicht-indianische Haus der Provinz), dazu kommt ein Archiv.

Das Museum birgt sieben Millionen Exponate mit den Schwerpunkten Naturgeschichte, First Nations der Provinz British Columbia und jüngere Geschichte. Daher werden drei Galleries unterschieden, die First Peoples Gallery, die Modern History Gallery und die Natural History Gallery. Die Galleries entsprechen je einem Stockwerk.
Die First Peoples Gallery bietet Totempfähle, Masken und Kanus, aber auch ein Planken- oder Langhaus und Beschreibungen der ersten Begegnungen mit Europäern. Masken und Langhaus sind eigens von Angehörigen der im Norden von Vancouver Island ansässigen Kwakwaka’wakw angefertigt worden. Dazu kommen Spenden, übernommene Sammlungen und Leihstücke der First Nations. Das Haus hat Kwakwabalasami, Jonathan Hunt, angefertigt, ein Häuptling aus Tsaxis (Fort Rupert), zahlreiche Masken und die Totempfähle vor dem Museum stammen von Häuptling Nakap’ankam, Mungo Martin, vom Stamm der Kwakiutl. Bill Reid von den Haida hat eine Ausstellung zur Pockenepidemie von 1862 und ihren katastrophalen Folgen konzipiert. In diesem Bereich des Museums herrscht Fotografier- und Filmverbot.
Die Modern History Gallery, in derselben Etage wie die über die First Nations, zeigt die Geschichte der Region seit Ende des 18. Jahrhunderts, beginnend mit einer Teilrekonstruktion des Schiffes von George Vancouver, der HMS Discovery, über ein Wasserrad aus den Goldminen des 19. Jahrhunderts, der Rekonstruktion einer Farm und des Straßenbilds von 1903 am Dominion Drapers Building bis zu einer Apotheke aus der Chinatown.
Die Natural History Gallery zeigt Flora und Fauna, wie Grizzlybären und Seelöwen, aber auch geologische und Klimaveränderungen. Dabei werden simulierte Reisen, wie etwa in die Tiefsee, Videos, Dioramen und ein IMAX-Kino eingesetzt. Besonders eindrücklich zeigen Dioramen die regionalspezifischen Naturräume, wie Meeresküsten und gemäßigten Regenwald, oder das Delta des Fraser River. 2006/07 eröffnete eine Meeresstation.
Dazu kommen Wechselausstellungen über Leonardo da Vinci, Dinosaurier oder die Titanic.
In der Umgebung des Hauses findet sich das RBCM Cultural Precinct, genauer zwischen Douglas, Belleville und Government Street. Es besteht aus den BC Archives (dem Archiv für die Provinz), dem Helmcken House (es ist das 1852 errichtete Haus von John Sebastian Helmcken [1824–1920]), dem St. Ann’s Schoolhouse (ein Schulgebäude direkt gegenüber aus der gleichen Zeit), dem the Netherlands Carillon (einem Glockenturm, der 1967 von der niederländischen Gemeinde in der Provinz gespendet wurde), dem Thunderbird Park und dem Mungo Martin House, in seiner Sprache Wawadit’la.
Das Museum wurde 1886 gegründet, das Archiv 1894. Erst 2003 wurden die beiden Einrichtungen institutionell zusammengelegt.
Die Gründung erfolgte in Reaktion auf eine Petition dreißig prominenter Bürger der Stadt. Der erste Sitz war das Büro des Provinzsekretärs (Provincial Secretary) in dem Gebäude, dem man den Namen „die Vogelkäfige“ („the Bird Cages“) beilegte. Der erste Kurator war John Fannin, ein leidenschaftlicher Sammler, nach dem das heutige Ausstellungsgebäude, das Fannin building benannt ist. Bald wurde das Museum in das Gebäude des Obersten Gerichtshof, des Supreme Court verlegt, dann 1898 in den Ostflügel des Parlamentsgebäudes. Mit dem Museumsgesetz von 1913 erhielt das Haus die beiden Schwerpunkte Naturgeschichte und Geschichte der Ureinwohner der Provinz. Große Mengen an Artefakten, insbesondere von den First Nations konnten erworben werden, und so musste bereits 1921 ein unterirdisches Geschoss gegraben werden.
1941 wurden sechs Lots, Siedlungsgrundstücke, an der Ecke Belleville / Douglas Street frei und so wurde der Thunderbird Park eingerichtet. Zu dieser Zeit wurden noch Originale ausgestellt, die zehn Jahre später deutliche Verfallsspuren aufwiesen. So mussten sie restauriert und geschützter aufgestellt werden. Sie wurden durch Kopien ersetzt.
Um 1961 überschritt die Zahl der jährlichen Besuche die Grenze von 100.000. So verkündete Premierminister Bennett 1963 einen Umzug, zu dem die britische Königin Elisabeth II. den Grundstein legte, Zwei Jahre später, 1968, konnte das neue Haus eröffnet werden. Dazu schrieb das neue Museumsgesetz vor, dass auch eine Sammlung zur modernen Geschichte angelegt werden sollte: Die Modern History Gallery entstand, die 1972 eröffnet wurde. Fünf Jahre später eröffneten die The 12,000 Year Gap Galleries (Die 12.000-Jahres-Lücke) und First Peoples Galleries; weitere zwei Jahre später, als erster Teil der Naturgeschichte, die Ausstellung Lebendes Land, Lebendes Meer (Living Land, Living Sea) in der zweiten Etage.
Beinahe ein Jahrhundert lang hatten weltweit Museen (und Sammler) die Artefakte der allein 198 anerkannten, dazu weiterer Stämme in British Columbia aufgekauft, gelegentlich erschlichen oder die Herausgabe erzwungen. Doch das Verhältnis zu den First Nations hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert.
Nochmals 2003/04 wurde dies festgeschrieben. So werden zum einen die ursprünglichen Besitzer hinsichtlich der Deutung, Präsentation und didaktischen Aufbereitung der Exponate kontinuierlich befragt. Grundsätzlich gelten nun alle Objekte als Eigentum der entsprechenden Stämme, womit ein angemessener Respekt verbunden sein soll, der sich besonders auf zeremonielle Gegenstände, auf Grabbeigaben und vor allem auf die sterblichen Überreste von Menschen bezieht. Zugleich sollen mehr oder minder unrechtmäßig erworbene Exponate zurückgegeben werden, jedoch bleibt das Ziel, wenn möglich, der Verbleib der Stücke im Museum. Die Zusammenarbeit mit Museen der First Nations soll dabei verstärkt werden. Darüber hinaus soll ein steter Informationsfluss die Objekte mit ihren Eigentümern verbinden, diesen wiederum soll der Zugang zu ihren bedeutenden Objekten erleichtert werden. Lässt sich ein aktueller Bedarf von einem Erben an einem rituellen Gegenstand nachweisen, so ist er zurückzugeben. Die für ein Potlatch notwendigen Gegenstände können verliehen werden. Damit werden partnerschaftliche Grundsätze, die gemeinsam von der Assembly of First Nations und der Canadian Museums Association entworfen wurden, fortentwickelt.
Seit knapp 30 Jahren gibt es ein Schulprogramm, das sich zu ermäßigten Preisen an Schüler wendet. Es fand zwischen dem 16. Oktober 2007 und dem 15. Mai 2008 statt.
Inzwischen wird auch eine Online-Ausstellung über Wale, Dinosaurier, Singvögel, gefährdete Arten und Tintenfische dargeboten, dazu kommt die von Grace Bell (1900–1986) gestiftete Sammlung mit zahllosen Aufnahmen von Vogelstimmen.
Infolge der Weltwirtschaftskrise gingen ab 2008 die Kartenverkäufe zurück und staatliche Mittel wurden beschnitten, so dass bis 2012 12 Millionen an Zuschüssen vorgesehen sind. CEO Pauline Rafferty nannte im März 2010 einen Verlust von 491.000 Dollar für das Jahr 2009. Dazu trug auch bei, dass die Sonderausstellung des Jahres 2009, im Gegensatz zu der des Jahres 2008 zur Titanic, die 30,2 Millionen Dollar gebracht hatte, von Verlusten gekennzeichnet war. Daher sollen vor 2012 keine weiteren Ausstellungen dieser Art stattfinden, außer der bereits eingeplanten Ausstellung der Terrakotta-Armee im Jahr 2011.
Chief Executive Officer (CEO) ist seit 2001 Pauline Rafferty. Die ausgebildete Archäologin (Grabungskampagnen 1974-79) arbeitete für den Bereich Archäologie, Heritage Trust und später für das Tourismusministerium. 1990 wurde sie zum Assistant Deputy Minister beim Ministerium für Frauengleichstellung (Women’s Equality) ernannt. Ab 1992 erarbeitete sie am Museum einen neuen Businessplan, war von 1994 bis 2001 Direktorin im Museum mit dem Zuständigkeitsbereich Finanzen, Marketing, Personal und Informationssysteme.
Zuständig für das Forschungs- und Erhaltungsprogramm ist seit 1993 Grant Hughes, Archivleiter ist Gary Mitchell, für das Ausstellungsmanagement ist Tim Willis zuständig. Dazu kommen Diane Lloyd für den Bereich Entwicklung und Angela Williams für den Bereich Business and Operational Services sowie Faye Zinck für Finanzen. Für das Helmcken-Haus ist Lorne Hammond zuständig.
Neben der Provinz steht hinter dem Haus eine Stiftung mit 6.000 Mitgliedern. Die Einnahmen aus dem Eintrittskartenverkauf beliefen sich 2007 auf knapp 3,6 Millionen CAD, dazu weitere knapp 2 Millionen CAD. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 20 Millionen CAD. Freiwillige erbringen für das Museum über 40.000 Arbeitsstunden pro Jahr. Inzwischen verwaltet die Institution rund 10 Millionen Objekte.
Am 1. April 2003 wurden mit dem neuen Museumsgesetz, die Archive (British Columbia Archives), das Helmcken House, der Netherlands Carillon, Thunderbird Park, St Ann’s Schoolhouse und das Museum selbst zur Royal BC Museum Corporation zusammengefasst.
Das 14-stöckige Fannin building, in dem die Ausstellungen stattfinden, soll abgerissen werden, ebenso die British Columbia Archives. An deren Stelle soll ein neues zehn- bis zwölfstöckiges Haus entstehen. Dort wird sich dann der Haupteingang befinden. Läden, Cafés, Büros und ein Centre for dialogue sind dort vorgesehen, dazu Räume für temporäre Ausstellungen.
Sammlungen und Archiv sollen in zwei 14-stöckige Türme auf dem derzeitigen Parkplatz verlagert werden. Das Museum soll den eineinhalbfachen Platz bieten und zugleich nach dem höchsten Standard beim Energy and Environmental Design errichtet werden.
48.4198111-123.3674497Koordinaten: 48° 25′ 11″ N, 123° 22′ 3″ W