Jean Lulvès

Jean Lulvès (* 26. November 1833 in Mülhausen (Elsass); † 8. Januar 1889 in Berlin) war ein französisch-deutscher Genremaler. Er schuf vor allem dekorative Werke für große Räume, etwa für den Krönungssaal im Kreml und das Bankhaus Krause in Berlin, und verwendete oft historische Motive, wobei er sich auf das 16. bis 18. Jahrhundert spezialisierte.

Lulvès verdiente sein Geld zunächst als Ingenieur in Frankreich, Belgien und Deutschland. Ab 1862 studierte er bei Carl Steffeck in Berlin, 1863/64 war er Mitarbeiter von Baron Moller auf der Insel Ösel. Von dort begab er sich nach Moskau und wirkte an der Dekoration des Alexander- Newsky-Saales im Kreml mit. 1865 hielt er sich in Rom auf. Danach kehrte er wieder nach Berlin zurück. Hier übernahm er die Ausgestaltung des Ballsaals des Bankhauses Krause mit Wachsfarbenbildern. Ab 1862 beschickte er regelmäßig die Akademieausstellungen mit Genrebildern.
Zu seinen Bildern gehören der Maler Clouet im Louvre, das heimliche Wiedersehen, die Ermordung Riccios, die historische Mordstätte, Höfische Szene (Huldigung des jungen Infanten), Musizierender Jüngling, Löwin mit Jungem. Die Marionetten (Museum Mülhausen i.E.), Petit Lever (Stadtmuseum Königsberg). Häufig reproduziert wird die Darstellung von Zoobesuchern vor dem Affenhaus in Berlin. Außerdem arbeitete er als Illustrator für A. Traegers „Deutsche Kunst“, Illustrierte Zeitung (Leipzig), Lipperheide’s „Illustrierte Frauenzeitung“, Schorers Familienblatt, Daheim, Über Land und Meer u.a.
Seine letzte Ruhestätte fand er nach Umbettung auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.
Er war der Sohn des aus Hannover stammenden und in Rouen ansässig gewordenen Kupferstechers und Radierers Antoine Frėdėric Lulvès. Verheiratet war er mit Margarete Lulvès (+1906). Sein Sohn Dr. Jean Lulvès (1866–1928) wirkte als Archivrat, Historiker und Genealoge und verfasste eine Reihe historischer Publikationen.