Lugoj

Lugoj [lugoʒ] (deutsch Lugosch, ungarisch Lugos, kroatisch Lugoš, serbisch-kyrillisch Лугош) ist eine Stadt im Kreis Timiș, Banat, Rumänien. Lugoj ist nach Timișoara die zweitgrößte Stadt des Kreises und seit 1850 Sitz des griechisch-katholischen Bistums des Banats.

Die Stadt Lugoj befindet sich im Westen Rumäniens. Sie liegt beidseitig des Flusses Temesch, in einer Höhe von 123 Metern über dem Meeresspiegel und nimmt eine Fläche von 9.855 Hektar ein.
Lugoj liegt an zwei wichtigen Fernverkehrsstraßen, der Europastraße E 70 zwischen Timișoara–Bukarest und der E 673 von Lugoj nach Ilia im Kreis Hunedoara. Zudem ist es ein wichtiger Eisenbahnknoten an der Strecke București-Timișoara. Die Eisenbahnlinien über Buziaș ins Südbanat und über Ilia nach Deva und weiter nach Siebenbürgen gehen von Lugoj aus.
Der Ortsname könnte sich aus den Begriffen liugas (geto-dakisch für Sumpf), Lugos (keltische Gottheit), locus/lucus (lateinisch für Ort/Wald), lug/luh (slawisch für Sumpf), rogoz (slaw./rum. für Schilf) oder lugas (ung. für Laube) herleiten. Geschichtlich bedingte Namen von Lugoj sind:
Lugoj stammt von „Logoj“, wie der Marktflecken von den Einheimischen genannt wurde. Auf einer von Lazarius Secretarius in Ingolstadt gedruckten Landkarte, erscheint Lugoj erstmals 1528. Zur Stadt (Civitas Nostrae Reginae Lugos) wurde Lugosch 1542. Königin Isabella verlieh Lugosch den Status einer Freien Königlichen Stadt (1551) mit den üblichen Privilegien und einem Stadtwappen mit einem sitzenden weißen Wolf über der Krone.
Die Gegend um Lugosch spielte in den dakisch-römischen Kriegen (101–106) eine wichtige Rolle; die Ortschaft Tapia (Tapae), wo ein Gefecht von Dakern und Römern stattgefunden hat, ist heute ein Stadtteil von Lugosch.
Lugoj entstand auf dem Gelände eines römischen Lagers. Dieses wurde im 1. Jahrhundert in der Nähe einer dakischen Festung erbaut. Die Lugojer Festung wurde 1334 erstmals in päpstlichen Dokumenten erwähnt. Im Mittelalter entwickelte sich am rechten Ufer des Flusses Timiș Alt-Lugoj oder Rumänisch-Lugoj.
1695 wurde bei Lugosch ein österreichisches Heer unter General Friedrich Ambros Graf Veterani von den Osmanen vernichtend geschlagen, der General fiel in der Schlacht. Aufgrund des Friedens von Passarowitz (1718) kam Lugosch unter österreichische Herrschaft.
Im 18. Jahrhundert wurde am linken Ufer des Flusses Neu-Lugoj oder Deutsch-Lugoj gegründet. Beide Marktgemeinden waren durch eine Holzbrücke miteinander verbunden. Eine neue Eiserne Brücke wurde 1902 von den Österreichern gebaut, welche die etwas weiter stromabwärts gelegene hölzerne Brücke ersetzte.
Nach Vertreibung der Türken wurde Lugosch zum Sitz einer der 13 Banater Distriktverwaltungsämter. 1778 wurde die Stadt Sitz des Komitats Karasch.
Im August 1849 war Lugoj der letzte Sitz der ungarischen revolutionären Regierung und der letzte Zufluchtsort des Freiheitskämpfers Lajos Kossuth, bevor er ins Osmanische Reich floh.
Lugoj war eines der bedeutendsten Zentren der nationalen Befreiungsbewegung der Rumänen. Im Juni 1848 fand die von Eftimie Murgu geleitete Große Nationalversammlung auf dem Freiheitsfeld in Lugoj statt. Dort trat die rumänische Bevölkerung für ihre nationalen, sozialen und religiösen Rechte ein. 1892–1894 beteiligten sich die Lugoscher Rumänen an der Memorandum-Bewegung zur Erlangung von nationalen Rechten in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.
Am 3. November 1918 fand in Lugosch eine Nationalversammlung statt, die das Selbstbestimmungsrecht des rumänischen Volkes einforderte. Nach dem Anschluss von Siebenbürgen an Rumänien durch die Nationalversammlung von Karlsburg (Alba Iulia) am 1. Dezember 1918, völkerrechtlich aufgrund des Vertrags von Trianon (1920), gehörte Lugoj zum rumänischen Staat.
Die deutschen Ansiedler beschäftigten sich mit Acker- und Weinbau, zunehmend mit Gewerbe und Handel. Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden schon mehrere Handwerkerzünfte. Ab 1776 hatte Deutsch-Lugosch das Privilegium, vier Jahrmärkte abzuhalten. Bis 1793, dem Zusammenschluss der beiden Stadtteile, hatten beide Marktflecken eine eigene Verwaltung.
Nach 1849 erfuhr Lugosch eine starke wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung. 1852 wurde die erste Buchdruckerei eröffnet und 1853 mit dem „Lugoscher Anzeiger“ die erste Zeitung herausgebracht. Das deutsche Gymnasium bestand 1856–1861. 1733 wurde die katholische Kirche erbaut. Seit 1835 gab es ein deutsches Theater. Das derzeitige Theatergebäude wurde 1900 eingeweiht. 1889 wurde Lugosch zur Stadt erhoben. Einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr Lugosch in der Zwischenkriegszeit, herausragend in der Industrie war die bekannte Muschong-Ziegelfabrik.
Die Eisenbrücke ist ein für Lugoj symbolischer Bau, der gemäß alter Tradition den deutschen mit dem rumänischen Teil der Stadt verbinden soll, wird von 4 Zollhäuschen flankiert. Der Eisenbau, 185.544 Tonnen schwer, wurde in den damals zur Staats-Eisenbahn-Gesellschaft gehörenden Werken in Reșița hergestellt und 1902 dem Verkehr übergeben.
In der kommunistischen Zeit entwickelte sich in Lugosch vor allem die Textil-, Keramikindustrie, Schuhherstellung und Metallverarbeitung.
In der Zeit nach 1989 haben sich im Zuge der Marktöffnung international tätige Firmen niedergelassen, anfangs italienische, danach verstärkt deutsche Unternehmen. Unter diesen Firmen sind bekannte Namen wie Honeywell, Werzalit und Hella zu finden. Von Bedeutung sind die Keramik- und Sanitärartikelindustrie (Villeroy & Boch, Mondial), die Textilindustrie (Interspitzen, Schmidt, Textila SectiaA), die holzverarbeitende Industrie, die Schuherzeugung (Rieker), die Lebensmittelerzeugung, die Weinherstellung und die Produktion landwirtschaftlicher Maschinen.
Neue Berufe und ein moderner Industriepark entstanden. Heute liefern Lugojer Betriebe vor allem Keramik, Schuhe und Bekleidung, Spielzeug, Nahrungsmittel aber auch hochwertige elektronische Anlagen. Von den 2165 Lugojer Firmen sind 1.943 als GmbH und 222 als Aktiengesellschaften (AG) registriert, wobei 31 dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen sind, 107 dem Dienstleistungsbereich und 1.927 sind Handelsgesellschaften. Von den etwa 15.700 Lohnempfängern sind etwa drei Viertel in der Industrie, 14 % im Handel, 6 % im Bauwesen, 2 % in der Landwirtschaft und 2 % in der Verwaltung beschäftigt.
Die bedeutenden Baudenkmäler der Stadt sind:
1440 wurde Lugosch als Oppidum erwähnt und war Zentrum mehrerer walachischer Grenzdistrikte. Hundert Jahre später wurde Lugosch zur Civitas und 1551 zur Königlichen Freistadt erhoben.
In der Zeit des autonomen siebenbürgischen Fürstentums unter osmanischer Oberhoheit (1552–1658) gehörten das Lugoscher und das Karansebescher Banat bis zur habsburgischen Eroberung als „partes regni Hungariae adnexae“ zum Fürstentum Siebenbürgen. Aufgrund des Friedens von Passarowitz kam Lugosch unter österreichische Herrschaft. Eines der 13 Distriktverwaltungsämter, die im Banat errichtet wurden, hatte seinen Sitz in Lugoj.
Im Zuge der Besiedlung des Banats durch die Habsburger entstand der Stadtteil „Deutsch-Lugosch“ am linken Temeschufer. Nach Eingliederung des Banats in das Ungarische Königreich (1778/79) entstanden an Stelle der Distriktverwaltungsämter die drei Komitate: Temesch, Torontal und Karasch. Lugosch wurde zum Zentrum des Komitats Krassó (später Komitat Krassó-Szörény).
1795 vereinigten sich die Marktgemeinden Rumänisch- und Deutsch – Lugoj unter dem Namen „Kamerale Kleinstadt Lugoj“, wodurch die beiden Stadtteile eine gemeinsame Verwaltung erhielten.
Von 1849 bis 1860 war Lugoj Sitz des nach ihm benannten Kreises und gehörte dem Kronland Woiwodschaft Serbien und Temescher Banat an. 1881 entstand durch die Vereinigung der Kreise Caraș und Severin der Kreis Caraș-Severin mit dem Sitz in Lugoj. 1889 wurde der bisherige Marktflecken Lugoj zur Stadt erhoben. 1925 spaltete sich der Kreis Caras-Severin und Lugoj wurde Sitz des Kreises Severin.
Infolge des Vertrags von Trianon, gehörte Lugoj zu Rumänien. Nach der administrativen Neuordnung von 1950 wurde Lugoj Rayonsvorort in der Region Timişoara (ab 1960 Region Banat). 1968 wurde es Zentrum des wieder geschaffenen Kreises Lugoj.
Heute gehört Lugoj zum Kreis Tiimiș. Die Stadt wird von einem Bürgermeister und 19 Stadträten geleitet. In Lugosch ist ein Gericht erster Instanz angesiedelt (Judecătoria Lugoj), die höheren juristischen Instanzen befinden sich in Timişoara.
Lugosch zählte schon immer zu den musikalischen Zentren des Banats, hier wurden noch zu Lebzeiten Mozarts, Haydns und Schuberts deren Messen und andere kirchenmusikalische Werke aufgeführt. Die Lugoscher Minoritenkirche war der Kulturträger der Stadt. Auch die bisher älteste Banater Klavierschule stammt aus Lugosch, datiert 1760 von einem Mönch des Minoritenklosters. Die Mönche selbst beschäftigten sich mit Kirchenmusik, Klavierunterricht und Orgelbau. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Lugosch sieben Chöre, darunter vier Kirchenchöre. Gleichzeitig wirkten hier zwei bedeutende musikalische Persönlichkeiten: Conrad Paul Wusching als Regenschori an der katholischen Pfarrkirche und Ioan Vidu an der rumänisch-orthodoxen Kirche. Wusching, ein ungarndeutscher Lehrer, schrieb zahlreiche ungarische patriotische Männerchöre, deutsche Lieder und Kirchenmusik. Vidu schrieb außer rumänisch-orthodoxer Chormusik Volksliedbearbeitung und volkstümliche Kompositionen, die von den meisten rumänischen Chören gesungen wurden. An der Lugoscher Synagoge entstand der erste Chor, nach dessen Beispiel auch in anderen Städten Hazamir-Chöre ins Leben gerufen wurden. Alle Lugoscher Kirchenchöre wirkten gleichzeitig auch als Gesangsvereine, wobei der eigenen nationalspezifischen Musikkultur eine prioritäre Rolle zukam. Lugoj wird auch „Stadt der Musik“ (rumänisch Orașul Muzicii) genannt.
Der städtische Chor Ion Vidu besteht seit 1810; im Jahr 1852 wurde unter der Leitung des Lehrers Paul Wusching ein weiterer Gesangverein gegründet. Die bekanntesten aus Lugosch stammenden Musiker sind der Tenor Traian Grozăvescu (1895–1927) und die Komponisten Tiberiu Brediceanu (1877–1968) und Walter Michael Klepper (1929–2008).
Das Museum für Geschichte und Volkskunde, das Theater Traian Grozăvescu, die Kirchen, die Wochenblätter, Radio und Fernsehen, die Schulen und die Europäische Universität Drăgan sind Zentren geistig-kulturellen und religiösen Wirkens.
Das Haus der Kultur und die Stadt Lugoj organisieren unter anderem:
Die Wurzel des kulturellen Lebens in Lugoj liegen im Schulwesen. Besonders zu erwähnen sind die zwei Theoretischen und die drei Fachgymnasien sowie die Europäische Universität Drăgan mit den Fachrichtungen Jura, Wirtschaft und Kybernetik. Dem hohen Bildungsstand seiner Bewohner hat es Lugoj unter anderem zu verdanken, dass sich hier in den letzten Jahren bedeutende ausländische Firmen niedergelassen haben.
Auch auf sportliche Erfolge kann die Stadt verweisen. So brachten Alina Goriac, Kurt Szilier, Lavinia Miloșovici im Turnen, Iosif Horvath, Francisc Horvath und Simion Popescu im Ringen manche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften aber auch olympisches Gold in ihre Heimatstadt. Betrieben werden auch andere Sportarten, wie Volley-, Hand- und Fußball sowie Boxen und Karate.
Die seit dem 19. Jahrhundert durchgeführten Volkszählungen belegen eine Mehrheit rumänischer Stadtbewohner; der Anteil der Ungarn stieg seit dem österreichisch-ungarischen Ausgleich an. Im Jahr 1828 hatte Lugosch 5.710 Einwohner, 1880 waren es 11.287 (der Muttersprache nach 42,99 % Rumänen, 40,16 % Deutsche, 12 % Ungarn). Die Stadtbevölkerung nahm stetig zu, von 19.126 Einwohnern 1910 (34,69 % Ungarn, 31,42 % Rumänen, 31,04 % Deutsche) auf 27.871 im Jahr 1941 (51,6 % Rumänen, 21,7 % Deutsche und 17 % Ungarn). 1992 hatte Lugosch 50.939 Einwohner, 2002 waren es noch 44.636 (82,9 % Rumänen, 9,6 % Ungarn und 2,9 % Deutsche).
Im Jahr 2007 hatte die Stadt 45.217 Einwohner (Verteilung 2002: 82,9 % Rumänen, 9,6 % Magyaren, 2,9 % Deutsche, 2,4 % Roma, 1,6 % Ukrainer).
Die Bevölkerungsentwicklung des Munizipiums Lugoj, einschließlich der dazugehörenden Dörfer:
1733–1735 wurde die römisch-katholische Kirche erbaut und das Kloster errichtet. Die Pfarrei bestand schon seit 1718. Zur selben Zeit wurde auch eine konfessionelle Volksschule erwähnt. 1759–1766 entstand die orthodoxe „Maria Himmelfahrt“ Kirche, eines der bedeutendsten Bauwerke im Barockstil im Banat. 1834 wurde die Synagoge errichtet.
Die konfessionelle Zusammensetzung der Lugojer Bevölkerung besteht zu etwa 76,6 % aus orthodoxen, 13.2 % römisch-katholischen, 1,5 % griechisch-katholischen, 4,7 % reformierten, 2,2 % baptistischen und 1,8 % pentikostalen Glaubensbekenner.
Lugoj listet acht Partnerstädte auf :
Buziaș | Ciacova | Deta | Făget | Gătaia | Jimbolia | Lugoj | Recaș | Sânnicolau Mare | Timișoara

Iwan Wirth

Iwan Wirth (geboren im Mai 1970 in der Schweiz) ist Präsident und Mitbegründer von Hauser & Wirth, einer internationalen Galerie für zeitgenössische Kunst und moderne Meister. Hauser & Wirth wurde in der Financial Times als „der Marktplatz der Ideen“ bezeichnet.
Iwan und Manuela Wirth standen 2015 in der „Power 100“-Liste von ArtReview gemeinsam an erster Stelle der einflussreichsten Personen im Kunstbetrieb, nachdem Iwan Wirth in den Jahren 2013 und 2014 den dritten Platz belegte. Die New York Times beschrieb Wirth als „einen der einflussreichsten Akteure in der zeitgenössischen Kunst“.
Wirth eröffnete seine erste Galerie im Alter von 16 Jahren in der Nähe von St. Gallen, Schweiz, bevor er gemeinsam mit Manuela Wirth und Ursula Hauser (seiner Frau und seiner Schwiegermutter) 1992 in der Schweiz die Galerie Hauser & Wirth gründete, die heute ein globales Unternehmen mit Räumen in Zürich, London, New York und Somerset ist. Die Galerie vertritt fast 60 etablierte Künstler und Nachwuchskünstler, darunter Mark Bradford, Christoph Büchel, Roni Horn, Paul McCarthy, Andy Hope 1930 und Pipilotti Rist, und verwaltet Künstlernachlässe und Stiftungen wie das Louise Bourgeois Studio, die Mike Kelley Foundation for the Arts und die Nachlässe von Eva Hesse, Allan Kaprow, Jason Rhoades und Dieter Roth.
Hauser & Wirth ist auch als Verlag und Herausgeber rund um moderne und zeitgenössische Kunst tätig und hat seit 1992 mehr als 100 Titel veröffentlicht, darunter Monografien, Bücher und Schriftensammlungen von Künstlern, historische Ausstellungskataloge und Werkverzeichnisse. Die Publikation „Hauser & Wirth 20 Years“ über die Geschichte der Galerie wurde bei den Spear’s Book Awards 2013 als „Most Outstandingly Produced Book“ ausgezeichnet.
Wirth besitzt landwirtschaftliche Flächen in Somerset, bestehend aus Wald und Weideland. Auf der Farm werden Landrassen-Schweine und Lleyn-Schafe sowie Rinder verschiedener Landrassen gehalten – hauptsächlich Hereford und Aberdeen Angus sowie eine kleine Anzahl an reinrassigen Ruby Red Devons und Welsh Blacks. Die Farm hält auch Wild und Fasane und eine der größten Angoraziegen-Herden im Vereinigten Königreich. Das Restaurant Roth Bar & Grill von Hauser & Wirth Somerset wird direkt von der Farm beliefert und serviert lokale, saisonale Speisen. Die zugehörige Bar wurde von Björn und Oddur Roth gestaltet. Das Restaurant stand 2014 auf der Liste der „25 Best Places for Brunch“ der Times. Zum Besitz der Wirths gehört auch das Durslade Farmhouse, ein Gästehaus auf dem Gelände von Hauser & Wirth Somerset, das zu den ursprünglichen denkmalgeschützten Wirtschaftsgebäuden aus der Zeit um 1760 zählt.
2014 wurde Wirth zum Treuhänder der Royal Academy of Arts, London berufen. Er ist Mitglied in einer Reihe von Gremien wie der Maria-Lassnig-Stiftung, dem Swiss Cultural Fund, dem Auswahlkomitee der Frieze Masters, dem Council of the Serpentine Gallery und dem South Asian Acquisitions Committee von Tate. Iwan Wirth war 2007 Preisträger des Swiss Institute/Contemporary Art Benefit, und 2015 erhielten Iwan und Manuela Wirth jeweils den Ehrendoktor in Literaturwissenschaften der Bath Spa University.

Heinrich Steinitz

Heinrich Steinitz (* 30. August 1879 in Bielitz, Österreichisch-Schlesien; † Oktober 1942 im KZ Auschwitz) war ein Wiener Rechtsanwalt und Schriftsteller in der Ersten Republik in Österreich.

Heinrich Steinitz, Sohn eines assimilierten jüdischen Arztes, studierte ab 1897 Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Im März 1902 wurde er zum Dr. jur. promoviert, 1910 legte er die Advokatenprüfung ab. Anschließend war er kurze Zeit als Richter und dann als Anwalt tätig.
Im Ersten Weltkrieg geriet er 1916 an der Ostfront in russische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser konnte er 1918 über Schweden fliehen.
Nach der Heimkehr wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei Österreichs und Mitarbeiter im Reichsarbeiterrat. Steinitz schrieb Gedichte, Texte für Massenfestspiele und Sprechchorwerke und verfasste eine Kleist-Erzählung. Er setzte sich 1936 in Tilman Riemenschneider im deutschen Bauernkrieg mit dem Bildhauer und Bildschnitzer Tilman Riemenschneider aus dem Bauernkrieg 1525 auseinander. Das Buch konnte in NS-Deutschland wegen der Nürnberger Rassengesetze nur unter dem Pseudonym Karl Heinrich Stein erscheinen.
Beim Schutzbund-Prozess 1935 und vor allem beim Sozialistenprozess 1936 wurde er zum wichtigsten Rechtsbeistand der Arbeiterbewegung als Verteidiger unter anderem von Bruno Kreisky und Karl Hans Sailer. Dabei argumentierte er, die seit 1889 unveränderten Ziele der österreichischen Sozialdemokratie könnten doch nicht plötzlich Hochverrat sein. Trotz Überwachung durch das austrofaschistische Regime wurde seine Villa in Hietzing zu einem Treffpunkt des sozialistischen Widerstands.
Unmittelbar nach der Annexion Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde Steinitz am 14. März 1938 von der Gestapo verhaftet und am 2. April 1938 in das KZ Dachau verschleppt. Über das KZ Buchenwald wurde er im Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er nach wenigen Tagen, da er wegen seines Alters arbeitsunfähig schien, ermordet wurde. Seine letzten Worte zu seinem Mithäftling Benedikt Kautsky waren: „Wer weiß, was ich mir erspare“.
Ein Gemeindebau in Hietzing, dem 13. Wiener Bezirk, Auhofstraße 6 wurde 1955 nach ihm „Steinitzhof“ benannt. Eine dort angebrachte Gedenktafel würdigt ihn als „Anwalt vieler Verfolgter“. Der Nachlass von Steinitz befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus sowie im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.
Am 23. Dezember 1910 heiratete Steinitz Meta Wurmfeld (1890–1974) mit der er einen Sohn und drei Töchter bekam. Meta Steinitz leitete bis 1934 eine Arbeiterbücherei in Hietzing, konnte 1938 in die Schweiz flüchten und wurde nach der Rückkehr 1947 Mitarbeiterin bei der Wiener Städtischen Bücherei. Auch die Kinder konnten vor dem Holocaust fliehen, Steinitz Mutter Hermine wurde mit 84 Jahren deportiert und kam um.

Basketball-Ozeanienmeisterschaft der Damen 2013

Die Basketball-Ozeanienmeisterschaft der Damen 2013, die fünfzehnte Basketball-Ozeanienmeisterschaft der Damen, fand zwischen dem 14. und 18. August 2013 in Auckland, Neuseeland sowie Canberra, Australien statt. Es war das zweite Mal, dass Neuseeland und Australien das Turnier gemeinsam ausrichteten. Gewinner war die Mannschaft Australiens, die zum vierzehnten Mal den Titel erringen konnte. In der Serie konnte Neuseeland klar 2:0 geschlagen werden. Da die Serie nach dem zweiten Spiel entschieden war, wurde auf ein drittes Spiel verzichtet.

Neuseeland Timothy Andrew Frederick Brown Australien Toni Le-Anne Caldwell Russland Elena Chernova
Australien Australien

Neuseeland Neuseeland
Gespielt wurde in Form einer Best-of-Three Serie. Die Mannschaft, die zuerst zwei Siege erringen konnte, wurde Basketball-Ozeanienmeister der Damen 2013.

Australien qualifizierte sich durch den 2:0-Sieg in der Serie für die Basketball-Weltmeisterschaft der Damen 2014 in der Türkei.
Neuseeland 1971 | Australien 1975 | Neuseeland 1978 | Australien 1979 | Neuseeland 1981 | Neuseeland 1983 | Australien 1985 | Neuseeland 1987 | Australien 1989 | Neuseeland 1991 | Neuseeland 1993 | Australien 1995 | Neuseeland 1997 | Neuseeland 1999 | Neuseeland 2001 | Australien 2003 | Neuseeland 2005 | Australien 2007 | Australien/Neuseeland 2009 | Australien 2011 | Australien/Neuseeland 2013 | Australien/Neuseeland 2015
Australien 1974 | Neuseeland 1978 | Australien 1982 | Australien 1985 | Neuseeland 1989 | Neuseeland 1993 | Australien 1995 | Neuseeland 1997 | Neuseeland 2001 | Australien 2003 | Neuseeland 2005 | Neuseeland 2007 | Australien/Neuseeland 2009 | Australien 2011 | Australien/Neuseeland 2013 | Australien/Neuseeland 2015

Primera División (Mexiko) 1951/52

Die Saison 1951/52 war die insgesamt neunte Spielzeit der 1943/44 eingeführten höchsten mexikanischen Fußballprofiliga.

Am Ende der vorangegangenen Saison hatte es erstmals je einen sportlichen Auf- und Absteiger gegeben. Während der Club San Sebastián den Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste, bereicherte der Aufsteiger CD Zacatepec die Liga und startete am 29. Juli 1951 mit einem 8:0-Heimsieg gegen den späteren Absteiger CD Veracruz in die Saison. Es war zugleich der höchste Sieg, den überhaupt eine Mannschaft in dieser Spielzeit erzielen konnte.
Am Saisonende 1951/52 stieg der CD Veracruz in die Segunda División ab und wurde in der kommenden Saison durch den Aufsteiger CF La Piedad ersetzt.
Ende August 1951 wurde Mexiko von Unwettern heimgesucht, die gleich zu zwei Spielabsagen führten. Zunächst wurde wegen eines starken Regens über Mexiko-Stadt die für den 22. August angesetzte Begegnung zwischen dem Club América und dem Club León erst am nächsten Tag ausgetragen. Wenige Tage später wurde die vom Terminplan für den 25. August anberaumte Partie zwischen dem CD Tampico und dem Puebla FC wegen eines Sturms, der über Tampico hinwegfegte, auf den 3. Oktober verlegt.
An Dramatik kaum zu überbieten war die Endphase im Meisterschaftskampf, in der sich der León FC und der CD Guadalajara ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel lieferten. Nach 18 Spieltagen führte Guadalajara die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung vor León an, wobei León noch ein Spiel im Rückstand lag. Als der bis dahin auf eigenem Platz unbesiegte Club León sich ausgerechnet im nächsten Heimspiel gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten CD Veracruz eine Blöße leistete (0:1), während Guadalajara gleichzeitig mit 5:3 gegen Marte gewann, schien der Titelkampf vorzeitig entschieden. Doch im folgenden Auswärtsspiel in der Hafenstadt Veracruz patzte auch Guadalajara (0:2), was dem Club León nach dessen 1:1 gegen den Puebla FC allerdings auch nicht entscheidend voranbrachte. Guadalajara lag mit 30-10 Punkten immer noch vor dem Club León mit 26-12 Punkten. Am vorletzten Spieltag kam es in Guadalajara zum direkten Aufeinandertreffen, das der Gast aus León mit 1:0 zu seinen Gunsten entschied und – nach Minuspunkten – mit dem CD Guadalajara gleichzog. Guadalajara verlor auch sein letztes Spiel beim Puebla FC (0:1) und blieb somit die letzten drei Spiele der Saison ohne Torerfolg und ohne Punkt, behielt die Tabellenführung (mit 30-14 Punkten) aber noch immer vor dem Club León, der am letzten Spieltag vor eigenem Publikum nicht über ein 2:2 gegen Necaxa hinaus kam. Die Entscheidung brachte also erst ein Nachholspiel, das nach dem eigentlichen Saisonende stattfand und somit in dieser Form heute nicht mehr vorstellbar ist. Dieses Spiel gewann León mit 1:0 beim Club Atlante und sicherte sich somit bereits den dritten Meistertitel seit Einführung der Profiliga, während der baldige „Serienmeister“ CD Guadalajara noch einige Jahre auf seinen ersten Titelgewinn warten musste.
Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Der Name der Heimmannschaft ist in der linken Spalte, ein jeweils dreistelliges Kürzel für die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet.
1943/44 | 1944/45 | 1945/46 | 1946/47 | 1947/48 | 1948/49 | 1949/50 | 1950/51 | 1951/52 | 1952/53 | 1953/54 | 1954/55 | 1955/56 | 1956/57 | 1957/58 | 1958/59 | 1959/60 | 1960/61 | 1961/62 | 1962/63 | 1963/64 | 1964/65 | 1965/66 | 1966/67 | 1967/68 | 1968/69 | 1969/70 | México 1970 | 1970/71 | 1971/72 | 1972/73 | 1973/74 | 1974/75 | 1975/76 | 1976/77 | 1977/78 | 1978/79 | 1979/80 | 1980/81 | 1981/82 | 1982/83 | 1983/84 | 1984/85 | 1985/86 | 1986/87 | 1987/88 | 1988/89 | 1989/90 | 1990/91 | 1991/92 | 1992/93 | 1993/94 | 1994/95 | 1995/96 | 1996/97 | 1997/98 | 1998/99 | 1999/00 | 2000/01 | 2001/02 | 2002/03 | 2003/04 | 2004/05 | 2005/06 | 2006/07 | 2007/08 | 2008/09 | 2009/10 | 2010/11 | 2011/12 | 2012/13 | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16

Peter von der Pahlen

Peter Johann Christoph Petrowitsch Graf von der Pahlen (russisch Пётр Петрович Пален; * 24. August 1777 in Sankt Petersburg; † 1. Mai 1864) war ein russischer General.

Peter von der Pahlen III. stammte aus dem Haus der Grafen von der Pahlen in Estland. Sein Vater war als enger Vertrauter der Zarenfamilie an der Verschwörung gegen den Zaren Paul I. beteiligt.
Als 13-Jähriger wurde Pahlen 1790 in das Garderegiment zu Pferde als Wachtmeister (Leutnant) aufgenommen. 1792 erfolgte bereits seine Beförderung zum Rittmeister, er diente im Orenburger Dragonerregiment, 1793 wurde er zum Oberstleutnant ernannt und als Hauptproviantmeister in der Proviantverwaltung eingesetzt.
In den Jahren 1794 bis 1798 diente Pahlen bei den Moskauer Carabiniers, den Nischgoroder Dragonern und in der Leibgarde des Zaren und danach wieder im Garderegiment. 1796 nahm er am Persienfeldzug teil, dabei an der Belagerung der Festung Derbent.
Im Oktober 1798 schied Pahlen als Oberst aus der Armee aus, wurde aber innerhalb eines Jahres als Adjutant seines Vaters, des Generals der Artillerie Graf von Pahlen, wieder in den Dienst gestellt.
1800 wurde Pahlen als Generalmajor Kommandeur der Kargopoler Dragoner und 1801 des Sumyer Husaren-Regiments. In dem sich 1806 nach der Niederlage von Jena und Auerstedt anschließenden Feldzug nahm Pahlen mit seinem Regiment 1806/07 als Führer der Vorhut der Armee unter dem Oberbefehl von Bagration an den Schlachten und Gefechten gegen die Napoléonischen Truppen teil. Dabei zeichnete er sich unter anderem in der Schlacht bei Lapotschin aus und führte bei Mohrungen einen Überraschungsangriff auf das Hauptquartier Bernadottes, wobei er über 1.000 Gefangene und reichlich Beute machte. An den Schlachten bei Eylau und Friedland nahm er ebenfalls teil. Bei den Friedensverhandlungen in Tilsit stand er mit seiner Einheit am östlichen Ufer der Memel.
Von 1807 bis 1812 war Pahlen in Kurland und in Polen stationiert und wurde 1810 zum Divisionskommandeur.
Im Feldzug 1812 befehligte Pahlen ein Korps, erreichte in Gewaltmärschen die Armee Barclay de Tollys, marschierte am rechten Dünaufer entlang auf Witebsk, verteidigte am 25. Juli die Stadt bis zum Nachmittag und verbrannte danach hinter sich die Brücke über die Düna, um zu verhindern, dass die Napoléonischen Truppen die Armee Barcley de Tollys von der Armee Bagrations abschnitten. Dafür wurde er zum Generalleutnant befördert.
Im August führte er die Nachhut und versuchte durch Verzögerungstaktik den Feind zum Stehen zu bringen.
Nach schwerer Erkrankung kam Pahlen erst im Frühjahrsfeldzug 1813 wieder zum Einsatz, zeichnete sich im Gefecht bei Königswartha aus und nahm an der Schlacht bei Bautzen teil. Im Gefecht bei Löwenberg wurde er am Kopf verletzt, nach der Genesung in Landeck war er mit seinem Korps am 29./30. August an der Schlacht bei Kulm und am 16. September am Gefecht bei Hellersdorf beteiligt.
Im Oktober vertrieb er das Poniatowskische Korps aus Altenburg, rückte am 13. Oktober auf Cröbern vor und war bei der Eröffnung der Völkerschlacht bei Leipzig am 14. Oktober an der Reiterschlacht bei Wachau und Liebertwolkwitz beteiligt. Gemeinsam mit der Reservereiterei des General von Röder vom Kleistschen Korps gelang es ihm, die Reitermassen Marschall Murats bis Probstheida zurückzuwerfen. Nach Abbruch der Kämpfe um 5 Uhr nachmittags zog er sich auf die Stellung Güldengossa zum Biwak zurück. Am 16. Oktober befehligte Pahlen die gesamte Reiterei des Grafen Wittgenstein und rückte an die rechte Flanke des Prinzen Eugen von Württemberg zwischen Güldengossa und dem Universitätswald vor. Von hier aus unterstützte er die Angriffe Gortschakows und Klenaus gegen Liebertwolkwitz und warf bei Wachau einzelne gegnerische Reiterangriffe zurück. Am Nachmittag stand er in Güldengossa dem großen Reiterangriff Murats gegenüber und bezog am Abend zwischen Störmthal und dem grünen Teich Stellung. Am 18. Oktober führte er gegen 13 Uhr einen großen Reiterangriff auf die von Zuckelhausen und Holzhausen nach Stötteritz zurückeilenden Franzosen und bezog Stellung von der Schäferei Meusdorf bis Zuckelhausen. Bei den Kämpfen wurde Pahlen an der Schulter verwundet.
Nach der Völkerschlacht bei Leipzig nahm Pahlen auch an der Schlacht bei Hanau teil, überquerte am 3. Januar 1814 bei Fort Louis den Rhein, nahm in Frankreich an der Schlacht von Brienne und den Gefechten bei Nogent und Mormant teil, wo seine Regimenter von Napoléon, der ihm direkt gegenüberstand, völlig zersprengt wurden und ihm von 2000 seiner Soldaten ihm nur 800 blieben.
Er war an den Schlachten bei Bar sur Aube, Arcis sur Aube, La Fere Champenoise beteiligt und nahm am 30. März am Sturm auf Paris teil. 1815 übernahm er das Kommando über das 3. und später das 4. Reserve-Kavallerie-Korps.
Graf Pahlen nahm 1823 Abschied von der Armee, wurde aber 1827 vom Zaren Nikolaus I. wieder in den Dienst gestellt, zum General der Kavallerie befördert und zum Generaladjudanten des Zaren ernannt.
1829 nahm Palen am Feldzug gegen die Türken und 1831 als Kommandeur des 1. Infanteriekorps an der Niederschlagung des polnischen Aufstandes teil.
Von 1845 bis 1862 war Pahlen Generalinspekteur der gesamten Kavallerie. Ab 1853 war Pahlen bis zu seinem Tod 1864 Vorsitzender des Komitees für Verwundete.
1834 wurde Pahlen Mitglied des Reichsrates, des Kriegsrates und von 1835 bis 1841 als Botschafter nach Frankreich entsandt.
Auszeichnungen
Peter Graf von der Pahlen erhielt viele Ehrungen und Auszeichnungen. So war er Ritter des russ. St. Georgs-Orden II. Klasse und des preußischen Schwarzen Adler Ordens.
Der Pahlenweg in Leipzig wurde zu Ehren des russischen Kavalleriegenerals benannt.

Florian Grein

AFL 2008 – 96 Läufe 527 Yards 8 TDs
Florian Grein (* 8. Oktober 1983 in Innsbruck) ist ein ehemaliger österreichischer American Footballspieler für die Swarco Raiders Tirol. Er spielte auf der Position des Runningbacks. 2009 und 2008 wurde er zum wertvollsten Spieler von Eurobowl XXII und Eurobowl XXIII gewählt, weiterhin spielte er in der Nationalmannschaft Österreichs.
Grein durchlief die Nachwuchsprogramme der Swarco Raiders und spielte bereits früh in der ersten Mannschaft in Tirol. Grein etablierte sich bald als einer der erfolgreichsten Runningbacks Österreichs. Er spielte 2000 und 2002 für die österreichische Junioren-Nationalmannschaft, die jeweils den dritten Platz belegte. Grein wurde bei der Europameisterschaft 2002 zum wertvollsten Spieler gewählt. Im Jahre 2003 wurde er in das Team Europe, einer Auswahl aus den besten europäischen Spielern, einberufen um in San Diego bei den Global Junior Championships gegen die USA, Kanada, Mexiko und Japan zu spielen. Dabei erzielte er einen Touchdown gegen Japan. 2004 verhalf er seinem Team zum ersten Meistertitel in der Geschichte des Vereins. Aufgrund seiner Erfolge wurde er in verschiedene Trainingscamps der NFL Europe eingeladen. In einem Camp verletzte sich Grein jedoch schwer am Kreuzband. Später war Grein Starting Runningback der Innsbrucker sowie des österreichischen Nationalteams. 2006 gewannen die Raiders mit Grein ihren 2. Meistertitel. 2008 und 2009 konnte Grein mit den Raiders jeweils den Eurobowl gewinnen und wurde zum wertvollsten Spieler gewählt. 2009 war Grein von vielen kleineren Verletzungen geplagt und verlor das Halbfinale der österreichischen Liga, jedoch konnte die Mannschaft den Eurobowltitel gegen Flash de la Courneuve verteidigen. Mit 160 erlaufenen Yard und 3 Touchdowns war Grein abermals MVP des Spiels. Grein spielte den Großteil der Saison mit einem gerissenen Kreuzband im linken Bein. Nach der Saison unterzog er sich einer Operation und stand damit dem österreichischen Nationalteam bei der Europameisterschaft im August 2009 nicht zur Verfügung. 2012 beendete er seine Karriere als Spieler.
Des Weiteren betätigt er sich als Coach bei den Jugendmannschaften der Raiders.

Phoneutria

Phoneutria nigriventer
Die Brasilianischen Wanderspinnen (Phoneutria spp.), auch Bananenspinnen oder Armadeira genannt (von portugiesisch aranhas armadeiras „bewaffnete Spinne“), sind eine acht Arten umfassende Gattung innerhalb der Familie der Kammspinnen (Ctenidae). Alle Arten gelten als sehr aggressiv und hochgiftig.

Die Gattung Phoneutria (griechisch φονεύτρια ‚Mörderin‘) umfasst acht wissenschaftlich beschriebene Arten. Die Weibchen erreichen eine Spannweite von 10 bis 13 cm. Der Körper des Weibchens wird 30 bis 50 mm lang, Männchen sind kleiner, mit einer Körperlänge von bis zu 40 mm. Die mittleren Augen der vorderen und hinteren Reihe bilden ein Quadrat. Im Gegensatz zur Gattung Ctenus liegen die äußeren Augen auf einer gemeinsamen Erhebung und stehen nah beieinander. Die Augen der hinteren Reihe sind größer als die der vorderen Reihe.
Der Name Wanderspinne rührt daher, dass diese Gattung nicht wie viele andere Spinnen auf Beute lauert, sondern nachts aktiv auf Jagd geht. Tagsüber versteckt sie sich an dunklen, feuchten Orten, des Öfteren auch in menschlichen Behausungen. Fühlt sie sich gestört, stellt sie ein besonderes Drohverhalten zur Schau, bei dem sie den vorderen Teil des Körpers aufrichtet und die beiden vorderen Beinpaare nach oben streckt. Da sie in dieser Position ein wenig aussieht, als würde sie Pistolen in die Luft strecken, erklärt sich hieraus der in Brasilien gebräuchliche Name ‚bewaffnete Spinne‘. In dieser Haltung wiegt sich die Spinne dann in charakteristischer Weise ruckartig von Seite zu Seite. Phoneutria gelten als sehr aggressiv und beißen häufig auch ohne Vorwarnung zu, verabreichen jedoch nicht immer Gift in die Bisswunde. Einige Phoneutria-Arten stehen im Ruf, sogar im Sprung anzugreifen.
Die Paarungszeit ist von April bis Juni, weshalb man P. nigriventer in dieser Zeit besonders häufig sichtet. Die Männchen bauen Spermanetze, mit denen sie ihre Begattungskolben füllen. Bei der Paarung reiten sie auf das bewegungslose Weibchen auf und überführen die Spermapakete in dessen Spermatheken. Nach einigen Tagen kann das Männchen weitere Weibchen begatten. Die Weibchen weben einen Eiball, der an einer glatten Unterlage festgeklebt und bewacht wird. Die Jungtiere sammeln sich nach dem Schlüpfen auf dem Rücken des Muttertiers, wo sie täglich ein etagenartiges Gewebe errichten und sich kannibalistisch ernähren. Nach der ersten Häutung werden sie selbständig. Danach erzeugen die Weibchen weitere Eibälle, bis ihr Eiervorrat erschöpft ist. Insgesamt werden drei bis vier Eibälle mit bis zu 2500 Jungtieren erzeugt.
Beutetiere sind Schaben und andere Insekten sowie kleine Reptilien und Amphibien.
Phoneutria-Arten finden sich in ganz Südamerika von Ecuador bis in den Norden Argentiniens. Hauptverbreitungsgebiet ist Brasilien.
Gelegentlich gelangen einzelne Tiere in Bananenkisten auf Frachtschiffen unbeabsichtigt nach Europa.
Die Gattung umfasst acht Arten. (Stand: Februar 2016)
Phoneutria-Vertreter sind neben einigen Arten der Echten Witwen und neben der Sydney-Trichternetzspinne eine der wenigen Spinnen auf der Welt, von deren Biss auch für einen gesunden erwachsenen Menschen eine lebensbedrohende Gefahr ausgehen kann. Sie ist vermutlich für die meisten tödlichen Giftunfälle durch Spinnen weltweit verantwortlich, wenngleich einige Quellen die Schwarze Witwe an dieser Stelle anführen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Wanderspinne nicht immer Gift in die Bisswunde injiziert und die Zahl tödlicher Unfälle dank breiter Verfügbarkeit eines Gegenmittels auf wenige Einzelfälle pro Jahr zurückgegangen ist. Bücherl und Buckley beschreiben in ihrem Buch einen tödlichen Zwischenfall in São Sebastião/Bundesstaat São Paulo, bei dem eine Spinne zwei Kinder tötete. Bislang wurden in Brasilien zehn Todesfälle Bissen von Phoneutria zugerechnet. In der Zeit von 1984 bis 1996 hatten sich insgesamt 422 Bisse ereignet, wobei die Spinnen gefangen und als Phoneutria-Arten identifiziert werden konnten. Insbesondere in der Gegend um Campinas häuften sich die Bissunfälle. Die Untersuchungen zeigten, dass sich die Unfälle in den Monaten März/April häuften. In den Monaten September/Oktober ist die Anzahl der Bissunfälle am niedrigsten. Die meisten Unfälle ereigneten sich tagsüber im Haushalt.
Eine intravenös verabreichte Giftmenge von nur 6 µg genügt, um eine 20 g schwere Maus zu töten (zum Vergleich: Das Gift der Schwarzen Witwe (Latrodectus mactans) wirkt erst ab 110 µg tödlich auf eine Maus). Da die toxikologische Empfindlichkeit des Menschen gemessen am Körpergewicht zudem noch vier- bis fünfmal höher ist als die der Maus, gilt Phoneutria als die giftigste Gattung der Welt. Im Guinness-Buch der Rekorde (Erscheinungsjahr 2007) wird sie daher als giftigste Spinne gelistet.
Neben starken Schmerzen kann das Gift der Spinne beim Menschen auch einen Priapismus (schmerzhafte Erektion) verursachen. Er kann über viele Stunden anhalten und verursacht, falls er unbehandelt bleibt, Impotenz. Das Toxin Tx2-6 der Art P. nigriventer wurde mittlerweile isoliert.
Das aus dem Gift Phoneutria nigriventers gewonnene Neurotoxin Phα1β wirkte in Tierversuchen als Calciumkanalblocker und Schmerzstiller. Das Neurotoxin könnte postoperative Schmerzen lindern, oder bei Fibromyalgie als Arzneiwirkstoff Verwendung finden. Phα1β beeinflusst dabei nicht wie Diclofenac die Serumspiegel von Neurotransmittern wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Marie Goegg-Pouchoulin

Marie Goegg-Pouchoulin (* 24. Mai 1826 in Genf; † 24. März 1899 ebenda) machte sich einen Namen als erste Frauenrechtlerin der Schweiz, sie war eine der wichtigsten Kämpferinnen für das Frauenstimmrecht. Sie setzte sich für die zivilrechtliche und politische Gleichstellung der Frauen in der Schweiz ein.
Am 24. Juli 1868 gründete sie die erste internationale Frauenorganisation, die Association internationale des femmes.
Wie viele ihrer Genossinnen kam Marie Goegg über ihren Mann, Amand Goegg, zur Politik. In der Zeitschrift Les Etats-Unis d’Europe verfasste sie ihren ersten Artikel, einen Aufruf zum Zusammenschluss der Frauen mit dem Ziel, sich für ihre politischen Rechte einzusetzen. Nur wenige Frauen meldeten sich, der Verein wurde jedoch trotzdem gegründet. Marie Goegg war sehr belesen und inspirierte sich insbesondere bei den englischen Suffragetten. Bei ihrer Gründungsansprache stellte sie klare Forderungen, so z. B. das Frauenstimmrecht. Es sei an der Zeit, dass Frauen auch Bürgerinnen seien wie ihre Brüder, die Bürger, „weil es für uns Frauen Zeit ist, nicht mehr eine besondere Gesellschaftsklasse zu bilden“.
Wegen innerer Streitereien wurde die Association internationale des Femmes aber bald aufgelöst und 1872 unter dem Namen Association pour la défense des droit de la Femme (genannt Solidarité) neu gegründet. Eine weitere populäre Kämpferin für das Frauenstimmrecht, Julie von May, stieß hinzu.
Dank einer von Goegg-Pouchoulin initiierten Petition wurden Frauen ab 1872 an die Universität Genf zugelassen. 1875 wurde sie zur Präsidentin der Solidarité gewählt. Nachdem diese 1880 aufgelöst und die Zeitschrift eingestellt wurde, wurde es still um Goegg-Pouchoulin. 1886 wurde sie in den Vorstand der Fédération abolitionniste internationale gewählt. 1891 wählten sie die Genferinnen zur Vizepräsidentin der neu gegründeten Union des femmes de Genève.
Marie Goegg-Pouchoulin war eine Pionierin des egalitären Feminismus in der Schweiz. Zu ihrer Zeit war sie eine Symbolfigur der progressiven Frauenbewegung in der Romandie und beeinflusste mit der Gründung der „Fraueninternationale“ die Frauenbewegung europaweit.

Schultheißerei Damm

Am 26. November 1819 wurde Damm, das damals ca. 1100 Einwohner zählte, eine eigene Schultheißerei hatte und den fünften von fünf Distrikten der Stadt Aschaffenburg bildete, entsprechend einer Entschließung der königlich bayerischen Regierung von der Stadt Aschaffenburg in administrativer Hinsicht getrennt und als besondere Landgemeinde dem Landgericht Aschaffenburg einverleibt.
Die Grenze zwischen der Landgemeinde Damm, bzw. dem Landgericht Aschaffenburg und der Stadt Aschaffenburg verlief ausgehend vom Main entlang der Hangkante des heutigen Anwesens Mörswiesenstraße 9 in der damaligen Gewanne „Steinrutschen“, oberhalb der Mörswiese und entlang der Landstraße Hanau – Aschaffenburg bis zur Kurve am Schlotfegergrund, von dort u. a. im Verlauf der heutige Reitzstraße bis nahe an die heutige Kreuzung Müllerstraße/Mühlstraße/Burchardstraße/Merlostraße heran, von dort die heutige Merlostraße (damals, wie die Mühlstraße nur ein Feldweg) entlang bis etwa zur Mitte der Seestraße (damals Feldweg), von dort zum damaligen Ortsschild von Damm, das am Weg zwischen Damm und Aschaffenburg in Höhe des heutigen Anwesens Dammerstraße 19 stand, um den damaligen Dammer Friedhof herum (heute Kurt-Gerd-Kunkel-Platz), von dort zum Schneidmühlweg, der schon damals so hieß, und dessen historischen Verlauf folgend bis zur Schneidmühle (damals im Bereich der heutigen Anwesen Boppstraße 26/Inselstraße 33 und 35), von dort bis dahin, wo der Mühlenkanal der Pfaffenmühle und der Schneidmühle wieder in die Aschaff fiel, also am westlichen Ende der sogenannten Insel (heute steht dort das Dämmer Feuerwehrhaus), die Aschaff hinauf bis zur Brücke des Weges nach Glattbach, diesen Weg bis zur heutigen Autobahnbrücke entlang und von da ab im Glattbach verlaufend bis zur Gemarkungsgrenze von Glattbach, die ziemlich genau auf dem 50. Grad nördlicher Breite liegt. Damit lagen die Schnepfenmühle, die Haselmühle, die Aumühle, der Windmühlenturm, die Pfaffenmühle, die Schneidmühle, der Auhof und der Holzhof wie auch die damalige Weißpapierfabrik und die Bayerische Aktienbrauerei Aschaffenburg auf Aschaffenburger Gemarkung. Der Teil der Aschaffenburger Gemarkung, der nach dem Bau der Eisenbahn 1854 nördlich der Bahnlinie zu liegen kam, gehört heute zum Stadtteil Damm. Der Teil der ehemaligen Gemarkung Damm, der südlich der Bahnlinie zu liegen kam, gehört heute hingegen zum Stadtteil Stadtmitte. Die Wiedereingemeindung nach Aschaffenburg erfolgte am 1. Juli 1901.
Damm (Aschaffenburg)