Armengol (Rouergue)

Armengol oder Ermengaud († nach Juli 935) aus dem Haus Toulouse war ein Sohn von Odo, Graf von Toulouse und Gersende. Sein Vater gab ihm 906 die Grafschaft Rouergue und das Quercy, wo er bis zu seinem Tod herrschte. Sein Bruder war Graf Raimund II. von Toulouse, mit dem gemeinsam er die umfangreichen Ländereien der Familie in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts regierte.
In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 930 zugunsten der Abtei Vabres trug er den Titel eines comes (Graf), in einer ähnlichen Urkunde zwei Jahre später tituliert er als princeps (Fürst), bezogen auf Gothien, ein Titel, der in seiner Familie im 10. Jahrhundert geführt wurde.
Er und sein Neffe Raimund III. huldigten gemeinsam mit dem Herzog von Gascogne dem französischen König, was aber die Einflussnahme der Krone auf den französischen Süden nicht eindämmte – König Rudolf und Ebalus, Herzog von Aquitanien kämpften gemeinsam gegen die Wikinger und wenig später gegen das Haus Toulouse im Kampf um die Oberherrschaft im Südwesten.
Armengol und seine Ehefrau Adelaida hatten mindestens zwei Söhne und zwei Töchter, wobei Urkunden andeuten, dass er neben seinen beiden Erben noch weitere Söhne hatte. Der älteste Sohn war Raimund I., der Rouergue erbte, der zweite war Hugo, der Quercy erhielt. Seine Tochter Richilde heiratete Suniario, Graf von Barcelona, seine Tochter Adelais dessen Bruder Sunifred II. Graf von Urgell

Muhammad ibn al-Uthaymin

Muhammad ibn Salih al-Uthaymin (arabisch محمد بن صالح العثيمين; vollständiger Name: Abu Abdallah Muhammad ibn Salih ibn Muhammad ibn Sulayman bin Abd ar-Rahman al-Uthaymin al-Wahibi at-Tamimi / أبو عبد الله محمد بن صالح بن محمد بن سليمان بن عبد الرحمن العثيمين الوهيبي التميمي / Abū ʿAbd Allāh Muḥammad b. Ṣāliḥ b. Muḥammad b. Sulaimān b. ʿAbd ar-Raḥmān al-ʿUṯaimīn al-Wahībī at-Tamīmī; * 1925 in Unayza, Saudi-Arabien; † 10. Januar 2001 in Mekka, Saudi-Arabien) war ein islamischer Gelehrter im zweiten Teil des 20. Jahrhunderts in Saudi-Arabien.

Er wurde in jungen Jahren Hafiz und studierte bei Gelehrten wie Abd ar-Rahman Saa’di, Muhammad asch-Schanqiti und Abd al-Aziz ibn Baz. Er spezialisierte sich zunehmend auf das Thema Fiqh und schrieb über fünfzig Bücher dazu. Einige seiner Werke wurden auch ins Deutsche übersetzt.
Al-Uthaymin betonte wie es für die Salafiyya üblich ist, dass alle juristischen Entscheidungen direkt auf einem Beleg aus dem Koran oder der Prophetenüberlieferung (Sunna) zu beruhen haben. Der Konsens der Gelehrten (Idschma) sei nur gültig, wenn er durch solche Belege abgedeckt sei.
Bis kurz vor seinem Tod unterrichtete er Islamisches Recht (Fiqh, Scharia) an der Imam Muhammad ibn Saud Universität. Er war Mitglied des Konsultativrats, der die Aufgabe hat, die Regierung zu beraten, und im Hohen Ulama-Rat Saudi-Arabiens, der aus den 18 bedeutendsten Rechtsgelehrten des Landes besteht. Er war ebenfalls Imam der großen Moschee in seiner Geburtsstadt Unayza.
Ihm wurde am 8. Februar 1994 der König Faisal International Award for Islamic Services verliehen. Als Abd al-Aziz ibn Baz, der damalige Großmufti Saudi-Arabiens, im Jahre 1999 verstarb, lehnte al-Uthaymin es ab, seine Nachfolge anzutreten.

Element Eighty

Element Eighty war eine US-amerikanische Nu-Metal-Band aus Tyler, Texas, die im Jahr 2000 gegründet wurde und sich im Jahr 2006 trennte. Nach einer Neugründung im Jahr 2007 wurde die Band im Jahr 2010 wieder aufgelöst.

Die Gründungsmitglieder waren David Galloway (Gesang), Matt Woods (Gitarre), Ryan Carroll (Schlagzeug) und Roon (Bass). Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung veröffentlichten sie am 21. Juni 2001 ihr erstes Album Mercuric. Das Album wurde von der Band persönlich produziert und vertrieben. Der Name entstammt dem achtzigsten Element des Periodensystems Quecksilber, das im Englischen dem Titel des Albums entspricht.
Im April 2003 unterschrieben sie einen Vertrag bei Universal/Republic Records und veröffentlichten am 8. Oktober 2003 ihr erstes Majorlabelalbum Element Eighty. Auf ihm sind sowohl neue Songs, als auch Lieder vom Album Mercuric zu hören. Danach waren sie mit Bands wie Sevendust, Ill Niño, Flaw, 40 Below Summer und Mushroomhead auf Tour.
Nach einigen Monaten erkannten sie, dass ihre Plattenfirma, trotz des Erfolgs des selbstbetitelten Albums (unter anderem waren sie beteiligt am Soundtrack zum Rennspiel Need for Speed: Underground), nicht für sie arbeitete. Es gab weder Videos, Promotion noch Versuche die Band bekannter zu machen. Deshalb trennten sie sich Ende 2004 vom Label.
Wenig später verließ der ursprüngliche Bassist Roon die Band und wurde von Zack Bates abgelöst. Am 5. November 2005 veröffentlichten sie ihr zweites Album The Bear über das selbstgegründete Label Texas Cries Records. Dort nahmen sie auch unbekanntere Bands auf, welche aber im Zuge der Berühmtheit von Element Eighty davon profitieren, dass sie als Vorband auftreten. The Bear wurde in physischer Form nur in geringer Stückzahl über die bandeigene Seite und bei Konzerten vertrieben, alternativ kann man das Album nur als MP3-Download erwerben.
Ihren letzten Auftritt hatte die Band an Silvester 2006 im Ridglea Theater Fort Worth, Texas. Danach trennte sich die Band, ohne jedoch je eine Begründung abgegeben zu haben.
Im Mai 2007 gab die Band ihre Wiedervereinigung bekannt und begann die Arbeit an einem vierten Studioalbum, das jedoch nie fertiggestellt wurde. Auf ihrer MySpace-Seite gab die Band 2010 folgendes Statement ab: „Wir wissen, dass ihr euch alle wundert, was derzeit passiert. Im Idealfall würden wir unterwegs sein und spielen und eine produktive Band sein, aber das Leben nimmt seinen Lauf und gewisse Aspekte davon kann man nicht kontrollieren. Wir spielen immer noch, aber das Leben auf Tour ist derzeit nicht machbar. Was ein neues Album betrifft, haben wir einige Songs geschrieben. In einer perfekten Welt würden wir die CD-Produktion bereits fertiggestellt haben und sie würde bereits in euren Händen liegen. Wir haben nichts außer Respekt und Liebe für euch.“
Nachdem die Tätigkeiten auf MySpace und der Austausch mit den Fans eingestellt wurden, kann man davon ausgehen, dass die Band und ihr Plattenlabel mittlerweile aufgelöst wurden, auch wenn es dazu nie ein offizielles Statement von Element Eighty gab. Der Schlagzeuger Ryan Carroll spielt mittlerweile für die texanische Band Adakain.

Die Bergretter – Kein Weg zurück

Kein Weg zurück ist eine 90-minütige Episode der deutsch-österreichischen Fernsehserie Die Bergretter des ZDF. Es ist die erste Episode der siebten Staffel. Regie führte Jorgo Papavassiliou, das Drehbuch schrieb Timo Berndt.
Die Erstausstrahlung im ZDF war am Donnerstag, dem 5. November 2015.

Der neue Leiter der Bergwacht, Markus Kofler, ist noch nicht von allen akzeptiert, da er für den Tod des ehemaligen Leiters der Bergwacht, Andreas, verantwortlich gemacht wird. Dieser hatte sich vom Seil abgeschnitten, an dem er mit einem zu rettenden Mädchen hing, da es Markus unmöglich war, beide rechtzeitig hochzuziehen. Besonders Tobias, der der beste Freund von Andreas war, kommt anfangs gar nicht gut mit ihm zurecht.
An einer Brücke in den Bergen wurden die Befestigungen der Brücke gelockert, dadurch löst sich die Brücke, während Pia Hoefling sie überquert. Sie ist allein unterwegs, schafft es aber, die Bergrettung zu alarmieren, sodass sie von diesen im letzten Moment gerettet werden kann. Bergretter Martin gefällt Pia und er versucht, sie näher kennen zu lernen.
Markus hat eine Affäre mit der verheirateten Lisa Meixner, mit der er in der Vergangenheit, vor ihrer Heirat, schon zusammen war. Plötzlich verschwindet jedoch Florian, der Sohn von Lisa und Mike, Lisas Ehemann, ein Bauunternehmer. Florian ist mit seinem Großvater Rupert in den Bergen unterwegs. Rupert ist jedoch herzkrank, was er seiner Familie bisher verschwiegen hat. Die beiden wollen ins Tal, aber für den alten Mann wird es immer schwieriger, den langen und immer anstrengender werdenden Weg zu bewältigen. Im Auftrag von Lisa und Mike beginnen die Bergretter die Suche nach Florian und Großvater Rupert.
„Glaubwürdige und sehr emotional agierende Charaktere […] Die einzelnen Handlungsstränge sind sehr geschickt miteinander verknüpft […] Mit dem grandiosen Hintergrund und dem Helikopter macht sich das auch optisch bestens. Mehr noch: Für etliche Szenen braucht der Zuschauer gute Nerven […] Die Fans der Serie werden also auch in der neuen Staffel wieder bestens bedient. Der Auftakt besaß echte Kino-Qualitäten und lässt keine Wünsche offen.“
Die Erstausstrahlung am 5. November 2015 im ZDF verfolgten insgesamt 4,59 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 14,5 % beim Gesamtpublikum entsprach. Bei den Jüngeren zwischen 14 und 49 Jahren schalteten 0,53 Millionen (4,8 % Marktanteil) ein.

59th Street (Manhattan)

Die 59th Street quert von West nach Ost New York Citys Stadtbezirk Manhattan. Sie ist zugleich die Grenze zwischen Midtown Manhattan im Süden und Upper Manhattan im Norden.
Die 59th Street verläuft von der York Avenue bzw. Sutton Place zum West Side Highway mit einer Unterbrechung zwischen der Ninth Avenue/Columbus Avenue und Eighth Avenue/Central Park West wegen des Time Warner Centers.
An der Südseite des Central Park verläuft der Verkehr in beiden Richtungen. Auf diesem Abschnitt heißt die 59th Street Central Park South. Der Teil zwischen der Ninth Avenue und der Eleventh Avenue/West End Avenue ist hingegen eine Einbahnstraße (Richtung Westen). Der Teil zwischen der Fifth Avenue und Second Avenue verläuft ebenso als Einbahnstraße (Richtung Osten).
An der Second Avenue zweigt die 59th Street auf die Queensboro Bridge ab, die oft auch als 59th Street Bridge bezeichnet wird, obwohl die 59th Street danach noch weiter Richtung Osten führt – bis zur York Avenue/Sutton Place.
Die Avenues westlich des Central Park sind nördlich der 59th Street nicht mehr durchnummeriert, sondern haben dort andere Namen. So heißt dann die 8th Avenue Central Park West, aus der 9th Avenue wird die Columbus Avenue, aus der 10th Avenue wird Amsterdam Avenue und aus der 11th Avenue wird die West End Avenue.

Technologische Fachoberschule Meran

Karl-Wolf-Straße 36
Die Technologische Fachoberschule Meran (TFO Meran), ehemalige Gewerbeoberschule Meran (GOB Meran), ist eine Technologische Fachoberschule in Meran. Sie wurde als Außenstelle der Gewerbeoberschule von Bozen im Jahre 1991 gegründet und ist nach dem deutschen Ingenieur Oskar von Miller benannt, der auch in Tirol tätig war.

Der Bildungsweg ist in zwei Teile gegliedert, in das Biennium (1.–2. Klasse) und das Triennium (3.–5. Klasse). Das Biennium ist allgemeinbildend und sollte in allen anderen Technologischen Fachoberschulen den gleichen Inhalt behandeln. Im Triennium werden die Fachrichtungen Bauwesen und Elektronik/Elektrotechnik angeboten.
Die TFO Meran wurde als Außenstelle der Gewerbeoberschule „Max Valier“ Bozen im Schuljahr 1991/92 gegründet, nachdem das provisorische Schulgebäude in der Mateottistraße frei wurde. Im Januar 2001 übersiedelte die Schule in ein Gebäude in der Otto-Huber-Straße. Seit 2012 ist die TFO Meran zusammen mit dem Realgymnasium im Schulgebäude des Realgymnasiums mit einem eigens errichteten Zubau, wo sich seit 2003 die Fachrichtung Elektronik/Elektrotechnik befindet. Die Bibliothek der Schule war die erste in der Region, die schon ab 1984 EDV-gestützt die Bücherverwaltung und den Ausleihdienst organisierte.
Climacube war ein Gemeinschaftsprojekt der TFO Meran, Landesberufsschule „Dipl.-Ing. Luis Zuegg“ Meran und der Handelsoberschule „Franz Kafka“ Meran. Das Projekt startete im Schuljahr 2006/07 und wurde im Mai 2011 beendet. Ziel des Projekts war es in 12 Würfeln mit unterschiedlichen Dämmmaterialien den Einfluss unterschiedlicher Bauweisen zu erforschen. Die Würfel wurden am Dach des Schulgebäudes des Realgymnasiums Meran montiert und die Messdaten alle 5 Minuten direkt ins Internet gestellt. So konnte über eine Laufzeit von zwei Jahren die Oberflächentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Raumlufttemperatur, Stromverbrauch der Heizelemente beobachtet und ausgewertet werden.
In einem Gemeinschaftsprojekt der TFO Meran, TFO Bozen und des Vereins der Amateurastronomen „Max Valier“ wird ein Satellit geplant und gebaut, der dann Mitte 2014 mit einer russischen Trägerrakete ins All gebracht werden soll. Das Projekt soll sowohl didaktische als auch technologische Ziele verfolgen, denn Weltraumtechnik eröffnet für Oberschulen ganz neue Lerninhalte. Der Satellit soll mit einem Röntgenteleskop ausgestattet werden und wird in Zusammenarbeit und durch die Unterstützung der Orbitale Hochtechnologie OHB in Bremen realisiert.

Liebe mit Risiko – Gigli

Liebe mit Risiko – Gigli (Gigli) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Martin Brest aus dem Jahr 2003.

Der Gangster Louis beauftragt ausgerechnet den gutaussehenden Kleinkriminellen Larry Gigli, einem nach außen hin rohen, im Grunde jedoch empfindsamen und rücksichtsvollen Kerl einfacher Herkunft, mit der Entführung von Brian, des geistig zurückgebliebenen Bruders eines Staatsanwalts. Der Zweck der Entführung besteht darin, den Staatsanwalt dazu zu bewegen, in einem Fall nachzugeben, in dem der Verbrecher Starkman die Verhandlung seiner Anklagen erwartet. Gigli (gesprochen wie „Chieli“) gelingt die Entführung von Brian, indem er diesem verspricht, ihm den Herzenswunsch zu erfüllen, ihn zu(m Drehort von) „Baywatch“ zu bringen, worauf er Brian in seiner Wohnung unterbringt. Kurze Zeit darauf läutet es an der Tür und die bildhübsche Kleinkriminelle „Ricki“ kommt hinzu, die Louis ohne Wissen von Gigli zusätzlich angeheuert hat, damit nur ja nichts schiefgehen kann. Gigli, der sich sogleich in Ricki verschaut und eine heiße Liebesnacht mit ihr erhofft (in seinen Augen ist er der „Bulle“, sie die „Kuh“), muss von Ricki erfahren, dass sie lesbisch ist. Nach und nach stellt sich heraus, dass Gigli auch weibliche Seiten hat, was bewirkt, dass die (vorwiegend) lesbische Ricki sich so sehr zu Gigli hingezogen fühlt, dass sie schließlich sogar mit ihm schläft. In je einer kurzen Szene bekommen sie auch noch Besuch von Detective Stanley Jakobellis, der versucht, Brians Aufenthaltsort herauszufinden (während sich Brian still im Nebenzimmer aufhält), und von Robin, der Ex-Geliebten von Ricki, die Ricki um jeden Preis wieder zurückhaben möchte, was ihr jedoch nicht gelingt. Als Louis, der seine Forderungen gegenüber dem Staatsanwalt nicht durchsetzen kann, nun verlangt, dass Brian der Daumen abgeschnitten und an die Behörden geschickt werden soll, beschließen Gigli und Ricki, die Brian inzwischen in ihr Herz geschlossen haben, stattdessen den Daumen eines Toten zu schicken, den sie demjenigen in einem Autopsieraum eines Krankenhauses abschneiden. Bald stellt sich heraus, dass der Finger nicht zu Brian passt, was den vollkommen gewissenlose Starkman dazu bewegt, Louis, Gigli und Ricki zu sich in seine Villa zu bestellen, wo er Louis kurzerhand erschießt. Unter dem Vorwand, Brian endgültig beseitigen zu wollen, gelingt es Gigli und Ricki, Starkmans Haus unbeschadet zu verlassen. Sie holen Brian ab und machen sich auf den Weg, ihn wieder zu seinem Bruder nach Hause zu bringen. Auf dem Weg dorthin halten sie jedoch am Baywatch-Strand, wo gerade Dreharbeiten für die Serie stattfinden. Dem überglücklichen Brian gelingt es, sich unter die Statisten zu mischen, eine von den Statistinnen anzusprechen und mit allen gemeinsam zu tanzen. Gigli und Ricki müssen untertauchen, um von Starkman nicht gefunden werden zu können. Als Zeichen seiner Zuneigung schenkt Gigli Ricki sein Auto. Ricki setzt sich zu Gigli ins Auto und legt seinen Kopf an ihre Schulter. Sie merkt an, dass Gigli Mascara gut stehen würde – Gigli muss erkennen, dass das Verhältnis sich plötzlich umgekehrt hat: Sie ist nun der „Bulle“, er die „Kuh“. Ricki will zwar lesbisch bleiben, verspricht aber für den Fall, dass sie doch einmal die Grenze überschreiten will, Gigli als erstes anzurufen. Ricki will Gigli wenigstens bis an die Stadtgrenze mitnehmen. Die beiden fahren gemeinsam über die Autobahn dem Horizont entgegen.
Peter Travers schrieb in der Zeitschrift Rolling Stone vom 1. August 2003, der Film sei genauso „furchtbar“ wie die Komödie Stürmische Liebe – Swept Away mit Madonna. Die Dialoge seien „qualvoll“ („excruciating“). Lediglich Christopher Walken bringe die Zuschauer zum Lachen.
Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film könne sich „zwischen den Subgenres“ nicht entscheiden. Er scheitere an den schlechten Leistungen der Hauptdarsteller. Die Dialoge seien „voller zweideutiger Anspielungen“, die Handlung sei „absehbar“.
Der Film erhielt im Jahr 2004 sechsmal die Goldene Himbeere: für Ben Affleck als Schlechtester Schauspieler, für Jennifer Lopez als Schlechteste Schauspielerin, für Martin Brest (sowohl als Regisseur wie auch als Drehbuchautor), als Schlechtester Film und das Schlechteste Leinwandpaar (Affleck/Lopez). Al Pacino, Christopher Walken und Lainie Kazan wurden für die Goldene Himbeere nominiert. Im Jahr 2005 erhielt der Film den Spotttitel Schlechteste Komödie unserer ersten 25 Jahre (Worst ‚Comedy‘ of Our First 25 Years).
Der Film wurde in Los Angeles, in Long Beach (Kalifornien), in Orange (Kalifornien) und in den Culver Studios gedreht. Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 54 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 6,1 Millionen US-Dollar ein.
Die Rentner-Gang | Beverly Hills Cop | Midnight Run – Fünf Tage bis Mitternacht | Der Duft der Frauen | Rendezvous mit Joe Black | Liebe mit Risiko – Gigli

Republik von Tequendama

Die Republik von Tequendama war eine 1934 von kolumbianischen Campesinos errichtetes Staatsgebilde nahe der Stadt Viota im Departamento de Cundinamarca.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es in Kolumbien vermehrt zu gewaltsamen Landbesetzungen durch Campesinos, Landarbeiter und arbeitslose Bauarbeiter. Letztere waren aus den städtischen Gebieten auf das Land zurückgekehrt, um ihre Existenz dort auf die Kaffeewirtschaft zu gründen. Da die Großgrundbesitzer eine Übereignung brachliegender Flächen ablehnten, besetzten neu organisierte Bauernligen und Bauerngenossenschaften das ungenutzte Land.
Die bekannteste dieser Besetzungen erfolgte 1934 bis 1936 durch die Übernahme ausgedehnter Kaffeeplantagen und brachliegender Flächen nahe Viotá, etwa sechzig Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogotá. Auf einer Fläche von 50 Quadratkilometern errichteten die Landbesetzer eine „Unabhängige Kommunistische Republik“, die als „Republik von Tequendama“ in die Geschichte einging. Ihre geschützte Lage in einer Region, die aus geographischen und topographischen Gründen nur schwer zugänglich war, begünstigte ihr Bestehen. Die Republik von Tequendama konnte sich dennoch nur 20 Jahre lang halten.
4.433333-74.516667Koordinaten: 4° N, 75° W

Stickstoff

V03AN04
{syn.}
99,634 %
0,366 %
{syn.}
Achtung
Stickstoff (lateinisch Nitrogenium) ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 7 und dem Elementsymbol N. Es leitet sich von der lateinischen Bezeichnung nitrogenium ab (von altgriech. νιτρον nitron „Laugensalz“ und γενος genos „Herkunft“). Die deutsche Bezeichnung Stickstoff erinnert daran, dass molekularer Stickstoff Flammen löscht („erstickt“) oder dass in reinem Stickstoff Lebewesen ersticken. Im Periodensystem steht es in der fünften Hauptgruppe, bzw. der 15. IUPAC-Gruppe oder Stickstoffgruppe sowie der zweiten Periode.
Elementar tritt Stickstoff nur in Form zweiatomiger Moleküle auf (molekularer Stickstoff, auch Distickstoff, Summenformel N2); er ist mit 78 % der Hauptbestandteil der Luft. In der Erdkruste kommt anorganisch gebundener Stickstoff selten vor; von Bedeutung ist er nur in Salpetervorkommen.
Im Laufe der Evolution hat sich ein Stickstoffkreislauf der Ökosysteme ausgebildet: Als Bestandteil von Proteinen und vielen anderen Naturstoffen ist Stickstoff essentiell für Lebewesen, die ihn in einem energieintensiven Prozess (Stickstofffixierung) organisch binden und bioverfügbar machen. Dies geschieht zum Beispiel enzymatisch an einem Eisen-Schwefel-Cluster, welcher ein Kofaktor des Enzyms Nitrogenase ist.

Natürlich vorkommende chemische Verbindungen des Stickstoffs, wie Nitrate und Ammoniumsalze, wurden schon in der Antike und von den Alchimisten verwendet. Beide Verbindungstypen kann man neben ihrem Vorkommen als Mineralien auch aus Exkrementen herstellen. So stellten die Ägypter beispielsweise Ammoniumchlorid (Salmiak) aus Kamelmist her und Salpeter wurde lange Zeit aus dem Boden von Ställen gewonnen. Carl Wilhelm Scheele wies 1771 Stickstoff als Bestandteil der Luft nach. Reiner Ammoniak wurde erstmals im Jahr 1774 von Joseph Priestley dargestellt. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war Salpeter die einzige große Quelle von Stickstoffverbindungen. Durch die Einführung des Frank-Caro-Verfahrens (Kalkstickstofferzeugung nach Adolph Frank und Nikodem Caro) wurde der Luftstickstoff erstmals nutzbar gemacht. Das Birkeland-Eyde-Verfahren, nach Kristian Birkeland und Sam Eyde, diente der Gewinnung von Salpetersäure. Diese Verfahren wurden bald darauf abgelöst durch das Haber-Bosch-Verfahren, nach Fritz Haber und Carl Bosch, zur Synthese von Ammoniak aus Luftstickstoff und Wasserstoff sowie durch das katalytische Ostwaldverfahren nach Wilhelm Ostwald zur Umsetzung von Ammoniak zu Salpetersäure.
Schon im 19. Jahrhundert erkannte man, dass ein großer Teil der pflanzlichen Materie Stickstoff enthält und ein wichtiges Bauelement aller Lebewesen ist. Er ist das wesentliche Element der Proteine und Proteide (Eiweiße) und der DNS. Stickstoff ist daher auch Baustein aller Enzyme, die den pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stoffwechsel steuern. Stickstoff ist für das Leben auf der Erde unentbehrlich.
Die Lufthülle der Erde besteht zu 78,09 Vol-% (75,53 % Gewichtsanteil) aus molekularem Stickstoff. Lediglich eine kleine Anzahl von Mikroorganismen kann ihn nutzen, ihn in ihre Körpersubstanz einbauen oder auch an Pflanzen abgeben. Pflanzen können, soweit bekannt, den gasförmigen Stickstoff der Luft nicht unmittelbar nutzen. Die Überführung in eine Form, die von den Pflanzen verwertbar ist, geschieht durch:
In der Ackerkrume (A-Horizont) liegen meist mehr als 95 % des Gesamtstickstoffs als organisch gebundener Stickstoff in lebender Wurzelmasse, abgestorbener Pflanzenmasse, Humusstoffen und Bodenlebewesen vor. Der Rest von weniger als 5 % ist anorganischer Stickstoff in Form von Ammonium oder Nitrat und in sehr geringer Menge in Form von Nitrit. Dieser mineralische Stickstoffgehalt wird im Frühjahr vor der Düngung mit der Nmin-Methode bestimmt. Der Gesamtstickstoffgehalt der Böden ist stark abhängig von deren Kohlenstoffgehalt. Er wird durch Klima, Vegetation, Bodenart, Geländegestalt und Maßnahmen des Landwirts, wie Bodenbearbeitung, beeinflusst.
Stickstoff wird in die Photosyntheseprodukte eingebaut, um unter anderem Eiweiße herzustellen, und fördert so das Wachstum. Eine wichtige Bedeutung kommt dem Stickstoff als essentieller Bestandteil der Desoxyribonukleinsäure und des Chlorophylls zu. Je nach Art liegt der Anteil der Trockensubstanz bei 2–6 %, oder bei durchschnittlich 1,5 %. Die Aufnahme des Stickstoffs erfolgt meist in Form von Ammonium- oder Nitratsalzen.
Primär wird Stickstoff heute durch die fraktionierte Destillation verflüssigter Luft in Luftzerlegungsanlagen nach dem Linde-Verfahren mit einer Reinheit von bis zu 99,99999 % gewonnen. Stickstoff mit Verunreinigungen unter 1 ppb erfordert zusätzliche Reinigungsschritte. Für das Entfernen des verbliebenen Sauerstoffs existiert eine biologische Methode unter Verwendung von Reiskeimlingen.
Stickstoff mit einem Reinheitsgrad von ca. 99 % wird wesentlich kostengünstiger durch mehrstufige Adsorption/Desorption an Zeolithen erhalten. Eine weitere Methode zur dezentralen Gewinnung von Stickstoff ist das Membranverfahren. Hierbei wird Druckluft mit einem Druck von 5 bis 13 bar durch eine Kunststoffmembran gepresst. Die Diffusionsgeschwindigkeit von Stickstoff und Argon durch diese Membran ist deutlich langsamer als jene von Sauerstoff, Wasser und Kohlendioxid, dadurch wird der Gasstrom auf der Innenseite der Membran mit Stickstoff angereichert. Durch Anpassung der Durchströmgeschwindigkeit kann die Reinheit des Stickstoffs gesteuert werden (bis 99,995 % bei Kleinstmengen, 99 % bei industriellen Maßstäben.)
Eine etwas altertümliche Methode ist das Binden des Luftsauerstoffs unter Erhitzen an Kohle und das anschließende Auswaschen des entstandenen Kohlenstoffdioxids. Der Luftsauerstoff kann auch durch das Überleiten der Luft über glühendes Kupfer oder durch eine alkalische Pyrogallol- bzw. Natriumdithionitlösung entfernt werden.
Im Labor kann reiner Stickstoff durch Erhitzen einer wässrigen Ammoniumnitritlösung oder einer Lösung des Gemisches Ammoniumchlorid/Natriumnitrit auf etwa 70 °C dargestellt werden:
Alternativ ist eine Thermolyse von Natriumazid möglich, die zur Herstellung von spektroskopisch reinem Stickstoff verwendet wird.
Molekularer Stickstoff ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, welches bei tiefen Temperaturen (−196 °C) zu einer farblosen Flüssigkeit kondensiert. Stickstoff ist in Wasser wenig löslich (23,2 mg Stickstoff in 1 l Wasser bei 0 °C) und nicht brennbar. Stickstoff ist das einzige Element der Stickstoffgruppe, das mit sich selbst (p-p)π-Bindungen bildet. Der Atomabstand dieser Dreifachbindung beträgt 109,8 pm.
In einer Gasentladungs-Spektralröhre werden bei einem Unterdruck von ca. 5–10 mbar die Molekülorbitale des Stickstoffs beim Betrieb mit 1,8 kV Hochspannung, 18 mA Stromstärke und einer Frequenz von 35 kHz zum Leuchten angeregt. Bei der Rekombination der ionisierten Gasmoleküle wird hierbei das charakteristische Farbspektrum abgestrahlt.
Der kritische Punkt liegt bei: Temperatur −146,95 °C, Druck 33,9 bar, Dichte 0,314 g/cm3.
Stickstoff geht in seinen Verbindungen vorzugsweise kovalente Bindungen ein. In der 2s2p3 Elektronenkonfiguration führt die Bildung von drei Kovalenzen zur Oktett-Komplettierung; Beispiele hierfür sind:
Alle diese Verbindungen haben eine trigonale pyramidale Struktur und ein freies Elektronenpaar. Über dieses freie Elektronenpaar können sie als Nukleophile und als Basen reagieren.
Der molekulare Distickstoff N2 ist durch die im Stickstoffmolekül vorhandene stabile Dreifachbindung und die damit verbundene hohe Bindungsdissoziationsenergie von 942 kJ/mol sehr reaktionsträge. Deswegen braucht es in der Regel einen hohen Energieaufwand, um diese Verbindung zu trennen und Stickstoff an andere Elemente zu binden. Hoch ist auch die erforderliche Aktivierungsenergie, die gegebenenfalls durch geeignete Katalysatoren verringert werden kann.
In einer Veröffentlichung im August 2004 gaben Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz bekannt, dass sie unter Drücken von über 110 GPa bei einer Temperatur von über 2000 K eine neue kristalline Form, sogenannten polymeren Stickstoff mit Einfachbindungen erzeugt haben. Diese Modifikation besitzt eine einzigartige kubische Struktur, die sogenannte „cubic gauche“-Struktur. Durch die hohe Instabilität sind die Einsatzmöglichkeiten begrenzt, man könnte sich polymeren Stickstoff aber zum Beispiel als Sprengstoff oder Energiespeicher vorstellen. Polystickstoff wäre dann mit Abstand der stärkste, nicht nukleare Sprengstoff.
Neben den beiden natürlichen Isotopen 14N und 15N gibt es künstliche Isotope mit Massenzahlen von 12 bis 19. Deren Halbwertszeit beträgt zwischen 9,97 Minuten und 11 Millisekunden.
Das 15N-Isotop wurde von Naude (1929) entdeckt und schon wenige Jahre später von Norman und Werkman (1943) in ersten Feldversuchen eingesetzt. Auch heute noch wird das Isotop in ähnlicher Weise für biochemische Untersuchungen des Stickstoffwechsels im Ackerboden oder in Pflanzen, aber auch bei der Umsetzung von Proteinen als Indikator eingesetzt. Der Anteil von 15N am Stickstoff der Atmosphäre beträgt 0,3663 %.
Anreichern kann man 15N wie andere Isotope gasförmiger Stoffe zum Beispiel durch Thermodiffusionstrennung.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kann Luftstickstoff technisch fixiert werden: Die großtechnische Kalkstickstoff-Synthese begann um 1901, die der Salpetersäure nach dem Birkeland-Eyde-Verfahren um 1905 und die des Ammoniaks (Haber-Bosch-Verfahren) ab 1908.
Stickstoffverbindungen finden mannigfaltige Anwendungen im Bereich der organischen Chemie und dienen als Düngemittel.
Viele Sprengstoffe sind Stickstoffverbindungen. Es handelt sich dabei um Nitroverbindungen oder Salpetersäureester. Bei ausreichend vielen Nitrogruppen im Molekül, z. B. bei Pikrinsäure, können die Sauerstoffatome der Nitrogruppen bei Anregung durch Schlag oder Temperaturerhöhung mit den Kohlen- oder Wasserstoffatomen im selben Molekül exotherm reagieren. Somit wird aus dem Feststoff in sehr kurzer Zeit ein Gas hoher Temperatur, das sich mit großer Gewalt ausdehnt. Sprengstoffe befinden sich also in einem metastabilen Zustand. Bei wenigen Nitrogruppen erfolgt lediglich eine schnelle und unvollständige Verbrennung, z. B. bei Nitrocellulose (u. a. Zelluloid).
Stickstoff wird zur Füllung von Flugzeugreifen großer Flugzeuge verwendet. Der reine Stickstoff verhindert, dass Flugzeugreifen durch die große Hitzeentwicklung beim Aufsetzen während der Landung, oder beim Startlauf, von innen in Brand geraten können.
Stickstoff dient als Schutzgas beim Schweißen und als Lampen-Füllgas. Die inerten Eigenschaften des Stickstoffs sind hier von Bedeutung. Als Treibgas, Packgas, Gas zum Aufschlagen von Sahne und ähnlichem ist es als Lebensmittelzusatzstoff E 941 zugelassen.
Stickstoff findet in Getränkezapfanlagen Verwendung, wenn auf Grund von baulichen Umständen (langer Leitungsweg, großer Höhenunterschied) ein hoher Zapfdruck notwendig wird. Stickstoff wird hier zusammen mit Kohlenstoffdioxid als Mischgas verwendet. Da sich Stickstoff nicht im Getränk löst, kann auch bei höheren Drücken ohne zu viel Schaumbildung bzw. Aufcarbonisierung gezapft werden.
Die nutzlose und überteuert angebotene Füllung von Autoreifen mit Stickstoff wird im Artikel Reifengas thematisiert.
Als Methode zur Exekution der Todesstrafe hat der U. S.-Bundesstaat Oklahoma im April 2015 den Einsatz von Stickstoffgas gesetzlich zugelassen.
Aufgrund des niedrigen Siedepunkts wird flüssiger Stickstoff (engl. „liquid nitrogen“, LN) als Kältemedium in der Kryotechnik eingesetzt. Der Stickstoff entzieht dabei dem Kühlgut seine Verdampfungswärme und hält dieses solange kalt, bis er verdampft ist.
Gegenüber flüssigem Sauerstoff, der bei −183 °C (90 K) siedet, ist der Siedepunkt von LN um weitere 13 K niedriger, er siedet bei −196 °C (77 K) und bringt Luftsauerstoff und andere Gase zur Kondensation, die auf diese Weise getrennt werden können.
Flüssiger Stickstoff (Dichte 0,8085 kg/L bei −195,8 °C) wird unter anderem dazu verwendet, bei Hochtemperatursupraleitern den supraleitenden Zustand zu erzeugen. Er wird auch zur Lagerung biologischer und medizinischer Proben, Eizellen und Sperma, sowie zum Schockfrieren von biologischem Material verwendet. Ein Beispiel ist auch die Kühlung von Infrarot-Fotoempfängern, um deren thermisches Rauschen zu verringern oder überhaupt erst einen halbleitenden Zustand in ihnen herbeizuführen.
Im Tiefbau dient er der Bodenvereisung.
Im Bereich der Werkstofftechnik benutzt man Flüssigstickstoff, um Restaustenit in bestimmten gehärteten Stählen zu beseitigen oder die Werkstoffe durch „Tiefkühlen“ künstlich zu altern. LN wird auch eingesetzt, um z. B. Getriebewellen so weit zu schrumpfen, dass aufgesetzte Zahnräder durch Presspassung auf der Welle halten.
Beim Recycling von Kabeln wird der Isolierstoff durch Kühlen mit flüssigem Stickstoff spröde und kann vom Metall (Aluminium bzw. Kupfer) abgeschlagen werden.
In Deutschland ist die „Stickstoffbestattung“ (Promession) noch verboten. Als Alternative zur krematorischen Bestattung (Leichenverbrennung) wird der Leichnam in einem Bad aus flüssigem Stickstoff bei −196 °C eingefroren. Der erstarrte Leichnam wird anschließend zu einem Pulver zermahlen. In einer Vakuumkammer wird dieses getrocknet und die so aufbereiteten sterblichen Überreste in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Eine traditionelle Holzsargbestattung erfolgt in etwa 2 m Tiefe; der Verwesungsprozess dauert hier – im Gegensatz zur Stickstoff-Bestattung – mehrere Jahre. An einem Pilotprojekt bezüglich dieser neuen Bestattungsart arbeitet die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak.
Stickstoffverbraucher bekommen Stickstoff oft statt in Druckgasflaschen als Flüssigstickstoff in Thermobehältern ähnlich einer Thermosflasche bereitgestellt. Diese Behälter bezeichnet man als Dewargefäß. Der Stickstoff wird dazu flüssig aus ebenfalls doppelwandigen Tankfahrzeugen abgefüllt.
Als Azotierung bezeichnet man eine chemische Reaktion, bei der ein Reaktionspartner Stickstoff aufnimmt.
Ein typisches Beispiel für eine Azotierung ist die Darstellung von Kalkstickstoff:
Stickstoff, der in organisch gebundener Form vorliegt, kann qualitativ mittels Lassaignescher Probe und quantitativ mittels der Stickstoffbestimmung nach Will-Varrentrapp, der Kjeldahlschen Stickstoffbestimmung, über ein Azotometer oder die Elementaranalyse erfasst werden. Für anorganisch gebundenen Stickstoff werden als Nachweisreaktion die Kreuzprobe für Ammoniumionen oder die Ringprobe für Nitrationen durchgeführt. Zur Durchführung der Ringprobe wird die Probelösung (schwefelsauer, schwermetallfrei) mit frischer Eisen(II)-sulfat-Lösung versetzt und mit konzentrierter Schwefelsäure unterschichtet. An der Grenzfläche zwischen beiden Flüssigkeiten werden die Nitrationen zu Stickstoffmonoxid (NO) reduziert. Dieses Radikal bildet in wässriger Lösung mit weiteren Eisenionen einen braunen Komplex, der als „Ring“ an der Phasengrenze im Reagenzglas sichtbar wird:
1. Schritt:
und
2. Schritt:
Verbindungen, in denen Stickstoff vorkommt:

Stickstoff

V03AN04
{syn.}
99,634 %
0,366 %
{syn.}
Achtung
Stickstoff (lateinisch Nitrogenium) ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 7 und dem Elementsymbol N. Es leitet sich von der lateinischen Bezeichnung nitrogenium ab (von altgriech. νιτρον nitron „Laugensalz“ und γενος genos „Herkunft“). Die deutsche Bezeichnung Stickstoff erinnert daran, dass molekularer Stickstoff Flammen löscht („erstickt“) oder dass in reinem Stickstoff Lebewesen ersticken. Im Periodensystem steht es in der fünften Hauptgruppe, bzw. der 15. IUPAC-Gruppe oder Stickstoffgruppe sowie der zweiten Periode.
Elementar tritt Stickstoff nur in Form zweiatomiger Moleküle auf (molekularer Stickstoff, auch Distickstoff, Summenformel N2); er ist mit 78 % der Hauptbestandteil der Luft. In der Erdkruste kommt anorganisch gebundener Stickstoff selten vor; von Bedeutung ist er nur in Salpetervorkommen.
Im Laufe der Evolution hat sich ein Stickstoffkreislauf der Ökosysteme ausgebildet: Als Bestandteil von Proteinen und vielen anderen Naturstoffen ist Stickstoff essentiell für Lebewesen, die ihn in einem energieintensiven Prozess (Stickstofffixierung) organisch binden und bioverfügbar machen. Dies geschieht zum Beispiel enzymatisch an einem Eisen-Schwefel-Cluster, welcher ein Kofaktor des Enzyms Nitrogenase ist.

Natürlich vorkommende chemische Verbindungen des Stickstoffs, wie Nitrate und Ammoniumsalze, wurden schon in der Antike und von den Alchimisten verwendet. Beide Verbindungstypen kann man neben ihrem Vorkommen als Mineralien auch aus Exkrementen herstellen. So stellten die Ägypter beispielsweise Ammoniumchlorid (Salmiak) aus Kamelmist her und Salpeter wurde lange Zeit aus dem Boden von Ställen gewonnen. Carl Wilhelm Scheele wies 1771 Stickstoff als Bestandteil der Luft nach. Reiner Ammoniak wurde erstmals im Jahr 1774 von Joseph Priestley dargestellt. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war Salpeter die einzige große Quelle von Stickstoffverbindungen. Durch die Einführung des Frank-Caro-Verfahrens (Kalkstickstofferzeugung nach Adolph Frank und Nikodem Caro) wurde der Luftstickstoff erstmals nutzbar gemacht. Das Birkeland-Eyde-Verfahren, nach Kristian Birkeland und Sam Eyde, diente der Gewinnung von Salpetersäure. Diese Verfahren wurden bald darauf abgelöst durch das Haber-Bosch-Verfahren, nach Fritz Haber und Carl Bosch, zur Synthese von Ammoniak aus Luftstickstoff und Wasserstoff sowie durch das katalytische Ostwaldverfahren nach Wilhelm Ostwald zur Umsetzung von Ammoniak zu Salpetersäure.
Schon im 19. Jahrhundert erkannte man, dass ein großer Teil der pflanzlichen Materie Stickstoff enthält und ein wichtiges Bauelement aller Lebewesen ist. Er ist das wesentliche Element der Proteine und Proteide (Eiweiße) und der DNS. Stickstoff ist daher auch Baustein aller Enzyme, die den pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stoffwechsel steuern. Stickstoff ist für das Leben auf der Erde unentbehrlich.
Die Lufthülle der Erde besteht zu 78,09 Vol-% (75,53 % Gewichtsanteil) aus molekularem Stickstoff. Lediglich eine kleine Anzahl von Mikroorganismen kann ihn nutzen, ihn in ihre Körpersubstanz einbauen oder auch an Pflanzen abgeben. Pflanzen können, soweit bekannt, den gasförmigen Stickstoff der Luft nicht unmittelbar nutzen. Die Überführung in eine Form, die von den Pflanzen verwertbar ist, geschieht durch:
In der Ackerkrume (A-Horizont) liegen meist mehr als 95 % des Gesamtstickstoffs als organisch gebundener Stickstoff in lebender Wurzelmasse, abgestorbener Pflanzenmasse, Humusstoffen und Bodenlebewesen vor. Der Rest von weniger als 5 % ist anorganischer Stickstoff in Form von Ammonium oder Nitrat und in sehr geringer Menge in Form von Nitrit. Dieser mineralische Stickstoffgehalt wird im Frühjahr vor der Düngung mit der Nmin-Methode bestimmt. Der Gesamtstickstoffgehalt der Böden ist stark abhängig von deren Kohlenstoffgehalt. Er wird durch Klima, Vegetation, Bodenart, Geländegestalt und Maßnahmen des Landwirts, wie Bodenbearbeitung, beeinflusst.
Stickstoff wird in die Photosyntheseprodukte eingebaut, um unter anderem Eiweiße herzustellen, und fördert so das Wachstum. Eine wichtige Bedeutung kommt dem Stickstoff als essentieller Bestandteil der Desoxyribonukleinsäure und des Chlorophylls zu. Je nach Art liegt der Anteil der Trockensubstanz bei 2–6 %, oder bei durchschnittlich 1,5 %. Die Aufnahme des Stickstoffs erfolgt meist in Form von Ammonium- oder Nitratsalzen.
Primär wird Stickstoff heute durch die fraktionierte Destillation verflüssigter Luft in Luftzerlegungsanlagen nach dem Linde-Verfahren mit einer Reinheit von bis zu 99,99999 % gewonnen. Stickstoff mit Verunreinigungen unter 1 ppb erfordert zusätzliche Reinigungsschritte. Für das Entfernen des verbliebenen Sauerstoffs existiert eine biologische Methode unter Verwendung von Reiskeimlingen.
Stickstoff mit einem Reinheitsgrad von ca. 99 % wird wesentlich kostengünstiger durch mehrstufige Adsorption/Desorption an Zeolithen erhalten. Eine weitere Methode zur dezentralen Gewinnung von Stickstoff ist das Membranverfahren. Hierbei wird Druckluft mit einem Druck von 5 bis 13 bar durch eine Kunststoffmembran gepresst. Die Diffusionsgeschwindigkeit von Stickstoff und Argon durch diese Membran ist deutlich langsamer als jene von Sauerstoff, Wasser und Kohlendioxid, dadurch wird der Gasstrom auf der Innenseite der Membran mit Stickstoff angereichert. Durch Anpassung der Durchströmgeschwindigkeit kann die Reinheit des Stickstoffs gesteuert werden (bis 99,995 % bei Kleinstmengen, 99 % bei industriellen Maßstäben.)
Eine etwas altertümliche Methode ist das Binden des Luftsauerstoffs unter Erhitzen an Kohle und das anschließende Auswaschen des entstandenen Kohlenstoffdioxids. Der Luftsauerstoff kann auch durch das Überleiten der Luft über glühendes Kupfer oder durch eine alkalische Pyrogallol- bzw. Natriumdithionitlösung entfernt werden.
Im Labor kann reiner Stickstoff durch Erhitzen einer wässrigen Ammoniumnitritlösung oder einer Lösung des Gemisches Ammoniumchlorid/Natriumnitrit auf etwa 70 °C dargestellt werden:
Alternativ ist eine Thermolyse von Natriumazid möglich, die zur Herstellung von spektroskopisch reinem Stickstoff verwendet wird.
Molekularer Stickstoff ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, welches bei tiefen Temperaturen (−196 °C) zu einer farblosen Flüssigkeit kondensiert. Stickstoff ist in Wasser wenig löslich (23,2 mg Stickstoff in 1 l Wasser bei 0 °C) und nicht brennbar. Stickstoff ist das einzige Element der Stickstoffgruppe, das mit sich selbst (p-p)π-Bindungen bildet. Der Atomabstand dieser Dreifachbindung beträgt 109,8 pm.
In einer Gasentladungs-Spektralröhre werden bei einem Unterdruck von ca. 5–10 mbar die Molekülorbitale des Stickstoffs beim Betrieb mit 1,8 kV Hochspannung, 18 mA Stromstärke und einer Frequenz von 35 kHz zum Leuchten angeregt. Bei der Rekombination der ionisierten Gasmoleküle wird hierbei das charakteristische Farbspektrum abgestrahlt.
Der kritische Punkt liegt bei: Temperatur −146,95 °C, Druck 33,9 bar, Dichte 0,314 g/cm3.
Stickstoff geht in seinen Verbindungen vorzugsweise kovalente Bindungen ein. In der 2s2p3 Elektronenkonfiguration führt die Bildung von drei Kovalenzen zur Oktett-Komplettierung; Beispiele hierfür sind:
Alle diese Verbindungen haben eine trigonale pyramidale Struktur und ein freies Elektronenpaar. Über dieses freie Elektronenpaar können sie als Nukleophile und als Basen reagieren.
Der molekulare Distickstoff N2 ist durch die im Stickstoffmolekül vorhandene stabile Dreifachbindung und die damit verbundene hohe Bindungsdissoziationsenergie von 942 kJ/mol sehr reaktionsträge. Deswegen braucht es in der Regel einen hohen Energieaufwand, um diese Verbindung zu trennen und Stickstoff an andere Elemente zu binden. Hoch ist auch die erforderliche Aktivierungsenergie, die gegebenenfalls durch geeignete Katalysatoren verringert werden kann.
In einer Veröffentlichung im August 2004 gaben Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz bekannt, dass sie unter Drücken von über 110 GPa bei einer Temperatur von über 2000 K eine neue kristalline Form, sogenannten polymeren Stickstoff mit Einfachbindungen erzeugt haben. Diese Modifikation besitzt eine einzigartige kubische Struktur, die sogenannte „cubic gauche“-Struktur. Durch die hohe Instabilität sind die Einsatzmöglichkeiten begrenzt, man könnte sich polymeren Stickstoff aber zum Beispiel als Sprengstoff oder Energiespeicher vorstellen. Polystickstoff wäre dann mit Abstand der stärkste, nicht nukleare Sprengstoff.
Neben den beiden natürlichen Isotopen 14N und 15N gibt es künstliche Isotope mit Massenzahlen von 12 bis 19. Deren Halbwertszeit beträgt zwischen 9,97 Minuten und 11 Millisekunden.
Das 15N-Isotop wurde von Naude (1929) entdeckt und schon wenige Jahre später von Norman und Werkman (1943) in ersten Feldversuchen eingesetzt. Auch heute noch wird das Isotop in ähnlicher Weise für biochemische Untersuchungen des Stickstoffwechsels im Ackerboden oder in Pflanzen, aber auch bei der Umsetzung von Proteinen als Indikator eingesetzt. Der Anteil von 15N am Stickstoff der Atmosphäre beträgt 0,3663 %.
Anreichern kann man 15N wie andere Isotope gasförmiger Stoffe zum Beispiel durch Thermodiffusionstrennung.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kann Luftstickstoff technisch fixiert werden: Die großtechnische Kalkstickstoff-Synthese begann um 1901, die der Salpetersäure nach dem Birkeland-Eyde-Verfahren um 1905 und die des Ammoniaks (Haber-Bosch-Verfahren) ab 1908.
Stickstoffverbindungen finden mannigfaltige Anwendungen im Bereich der organischen Chemie und dienen als Düngemittel.
Viele Sprengstoffe sind Stickstoffverbindungen. Es handelt sich dabei um Nitroverbindungen oder Salpetersäureester. Bei ausreichend vielen Nitrogruppen im Molekül, z. B. bei Pikrinsäure, können die Sauerstoffatome der Nitrogruppen bei Anregung durch Schlag oder Temperaturerhöhung mit den Kohlen- oder Wasserstoffatomen im selben Molekül exotherm reagieren. Somit wird aus dem Feststoff in sehr kurzer Zeit ein Gas hoher Temperatur, das sich mit großer Gewalt ausdehnt. Sprengstoffe befinden sich also in einem metastabilen Zustand. Bei wenigen Nitrogruppen erfolgt lediglich eine schnelle und unvollständige Verbrennung, z. B. bei Nitrocellulose (u. a. Zelluloid).
Stickstoff wird zur Füllung von Flugzeugreifen großer Flugzeuge verwendet. Der reine Stickstoff verhindert, dass Flugzeugreifen durch die große Hitzeentwicklung beim Aufsetzen während der Landung, oder beim Startlauf, von innen in Brand geraten können.
Stickstoff dient als Schutzgas beim Schweißen und als Lampen-Füllgas. Die inerten Eigenschaften des Stickstoffs sind hier von Bedeutung. Als Treibgas, Packgas, Gas zum Aufschlagen von Sahne und ähnlichem ist es als Lebensmittelzusatzstoff E 941 zugelassen.
Stickstoff findet in Getränkezapfanlagen Verwendung, wenn auf Grund von baulichen Umständen (langer Leitungsweg, großer Höhenunterschied) ein hoher Zapfdruck notwendig wird. Stickstoff wird hier zusammen mit Kohlenstoffdioxid als Mischgas verwendet. Da sich Stickstoff nicht im Getränk löst, kann auch bei höheren Drücken ohne zu viel Schaumbildung bzw. Aufcarbonisierung gezapft werden.
Die nutzlose und überteuert angebotene Füllung von Autoreifen mit Stickstoff wird im Artikel Reifengas thematisiert.
Als Methode zur Exekution der Todesstrafe hat der U. S.-Bundesstaat Oklahoma im April 2015 den Einsatz von Stickstoffgas gesetzlich zugelassen.
Aufgrund des niedrigen Siedepunkts wird flüssiger Stickstoff (engl. „liquid nitrogen“, LN) als Kältemedium in der Kryotechnik eingesetzt. Der Stickstoff entzieht dabei dem Kühlgut seine Verdampfungswärme und hält dieses solange kalt, bis er verdampft ist.
Gegenüber flüssigem Sauerstoff, der bei −183 °C (90 K) siedet, ist der Siedepunkt von LN um weitere 13 K niedriger, er siedet bei −196 °C (77 K) und bringt Luftsauerstoff und andere Gase zur Kondensation, die auf diese Weise getrennt werden können.
Flüssiger Stickstoff (Dichte 0,8085 kg/L bei −195,8 °C) wird unter anderem dazu verwendet, bei Hochtemperatursupraleitern den supraleitenden Zustand zu erzeugen. Er wird auch zur Lagerung biologischer und medizinischer Proben, Eizellen und Sperma, sowie zum Schockfrieren von biologischem Material verwendet. Ein Beispiel ist auch die Kühlung von Infrarot-Fotoempfängern, um deren thermisches Rauschen zu verringern oder überhaupt erst einen halbleitenden Zustand in ihnen herbeizuführen.
Im Tiefbau dient er der Bodenvereisung.
Im Bereich der Werkstofftechnik benutzt man Flüssigstickstoff, um Restaustenit in bestimmten gehärteten Stählen zu beseitigen oder die Werkstoffe durch „Tiefkühlen“ künstlich zu altern. LN wird auch eingesetzt, um z. B. Getriebewellen so weit zu schrumpfen, dass aufgesetzte Zahnräder durch Presspassung auf der Welle halten.
Beim Recycling von Kabeln wird der Isolierstoff durch Kühlen mit flüssigem Stickstoff spröde und kann vom Metall (Aluminium bzw. Kupfer) abgeschlagen werden.
In Deutschland ist die „Stickstoffbestattung“ (Promession) noch verboten. Als Alternative zur krematorischen Bestattung (Leichenverbrennung) wird der Leichnam in einem Bad aus flüssigem Stickstoff bei −196 °C eingefroren. Der erstarrte Leichnam wird anschließend zu einem Pulver zermahlen. In einer Vakuumkammer wird dieses getrocknet und die so aufbereiteten sterblichen Überreste in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Eine traditionelle Holzsargbestattung erfolgt in etwa 2 m Tiefe; der Verwesungsprozess dauert hier – im Gegensatz zur Stickstoff-Bestattung – mehrere Jahre. An einem Pilotprojekt bezüglich dieser neuen Bestattungsart arbeitet die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak.
Stickstoffverbraucher bekommen Stickstoff oft statt in Druckgasflaschen als Flüssigstickstoff in Thermobehältern ähnlich einer Thermosflasche bereitgestellt. Diese Behälter bezeichnet man als Dewargefäß. Der Stickstoff wird dazu flüssig aus ebenfalls doppelwandigen Tankfahrzeugen abgefüllt.
Als Azotierung bezeichnet man eine chemische Reaktion, bei der ein Reaktionspartner Stickstoff aufnimmt.
Ein typisches Beispiel für eine Azotierung ist die Darstellung von Kalkstickstoff:
Stickstoff, der in organisch gebundener Form vorliegt, kann qualitativ mittels Lassaignescher Probe und quantitativ mittels der Stickstoffbestimmung nach Will-Varrentrapp, der Kjeldahlschen Stickstoffbestimmung, über ein Azotometer oder die Elementaranalyse erfasst werden. Für anorganisch gebundenen Stickstoff werden als Nachweisreaktion die Kreuzprobe für Ammoniumionen oder die Ringprobe für Nitrationen durchgeführt. Zur Durchführung der Ringprobe wird die Probelösung (schwefelsauer, schwermetallfrei) mit frischer Eisen(II)-sulfat-Lösung versetzt und mit konzentrierter Schwefelsäure unterschichtet. An der Grenzfläche zwischen beiden Flüssigkeiten werden die Nitrationen zu Stickstoffmonoxid (NO) reduziert. Dieses Radikal bildet in wässriger Lösung mit weiteren Eisenionen einen braunen Komplex, der als „Ring“ an der Phasengrenze im Reagenzglas sichtbar wird:
1. Schritt:
und
2. Schritt:
Verbindungen, in denen Stickstoff vorkommt: