The Eye (Album)

Besetzung
King Diamond – Gesang, Keyboards Andy LaRocque – Lead-Gitarre Pete Blakk – Rhythmus-Gitarre Hal Patino – Bass-Gitarre Snowy Shaw – Schlagzeug Roberto Falcao – Keyboards
The Eye ist der Titel eines Heavy-Metal-Albums von King Diamond. Es wurde 1990 veröffentlicht.
Als Besonderheit unter vielen Heavy-Metal-Alben, die einzelne thematisch abgeschlossene Lieder enthalten, erzählt King Diamond häufig eine zusammenhängende Geschichte. Auch The Eye ist ein solches Konzeptalbum.
The Eye ist ein magisches Medaillon, welches an einer Halskette hängt. Es hat die Form eines Auges, auf dem ein kleiner geflügelter Teufel sitzt. Die Besonderheit dieses Medaillon ist, dass es einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht. Durch das Auge sieht man die Lebens- und Leidensgeschichten der vorhergehenden Besitzer.
Das Thema wurde auf dem Cover umgesetzt. Die Vorderseite zeigt das Medaillon auf violettem Samt. Die Rückseite zeigt eine öffentliche Hexenverbrennung. Die Hexe trägt das Medaillon an einer Kette um den Hals.

Fünf der Titel wurden von King Diamond komponiert und vier von seinem langjährigen Partner Andy LaRocque. Ein Lied komponierte Andy LaRocque mit dem neuen Schlagzeuger Snowy Shaw. Die Liedtexte wurden von King Diamond geschrieben.
Dies ist das erste Album, das nicht mehr mit dem ursprünglichen Schlagzeuger Mikkey Dee eingespielt wurde, weil dieser wegen exzessiven Drogenkonsums die Band verlassen musste. Dee war auf den vier Vorgängeralben Schlagzeuger der Band. Für die Schlagzeugparts war erstmals Snowy Shaw an Bord geholt worden, der sämtliche Parts mit einem elektronischen Schlagzeug einspielte.
In den Kompositionen wird stark mit Keyboards, bzw. Synthesizer gearbeitet. Eingesetzt werden diese aber weniger für das Erzeugen stimmungsvoller sphärischer Klangkulissen, sondern vor allem für künstliche Instrumente, wie z. B. Kirchenorgel, Violine, Violoncello, Cembalo, Xylophon und Kontrabass. Diese untermalen die Stimmung des Albums ähnlich wie das bei Filmmusik der Fall ist. Ebenso haben sie symbolischen Charakter: Die Orgel ist das Symbol der Kirche und der kirchlichen Institutionen. Die Geige ist das Symbol des Teufels.
Typisch für das Album ist der Gesang von King Diamond. Er singt häufig im Falsett. Dazu gebraucht er das Falsett für die Texte der weiblichen Figuren, aber auch für gewöhnliche Parts. Er braucht seine Stimme auch für Effekte, wie z. B. Gelächter oder krächzende Stimmen. Diese klingen ähnlich wie die Stimmen der Gremlins aus dem gleichnamigen Film.
Die Personen dieser Geschichten haben wirklich gelebt. Die Geschichten spielen während der französischen Inquisition. Die eine erzählt von einer Hexenverbrennung Mitte des 15. Jahrhunderts und die andere von Unzucht in einem französischen Konvent zwischen 1607 und 1647.
Die Geschichte hat drei Zeitebenen. Die Lieder Eye of the Witch und The Curse sind die Zeitebene des anonymen Erzählers: Bei Eye of the Witch taucht der Erzähler in die Vergangenheit ein. Dass das Medaillon diese magische Fähigkeit besitzt, erfährt der Hörer erst im Schlusslied The Curse.
Die Lieder The Trial (Chambre Ardente) und Burn berichten von der Folterung und Hinrichtung der als Hexe verurteilten Jeanne Dibasson durch Gabriel Nicolas de la Reynie, der Scharfrichter am Chambre ardente war, dem Gericht für den Tod durch den Scheiterhaufen in Paris. Er führte die Untersuchungen an Hexen selbst durch. Die Untersuchung, die an Jeanne Dibasson durch de la Reymie vorgenommen wurde, war die Nadelprobe (The Trial (Chambre Ardente)). Als schuldig empfunden, wurde Jeanne Dibasson auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Burn).
Im Lied Two Little Girls finden zwei Mädchen Jahre später auf dem Grund, wo Jeannne Dibasson verbrannt wurde, das Medaillon. Das eine Mädchen hebt es aus der Asche in die Höhe, und als ein Streit ausbricht, wer das Medaillon haben darf, sieht das andere Mädchen (Madeleine Bavent) versehentlich in das Auge. Erschrocken über die gesehene Vergangenheit von Jeanne Dibasson wendet es sich beim Lied Into the Convent an Vater Pierre David, der Kaplan des Konvents in Louviers ist. Er verführt das Mädchen und missbraucht es sexuell. Später stirbt er bei einer Messe, als er in das Medaillon von Madeleine hineinblickt. Madeleine hat das Medaillon vor der Messe gesucht, gefunden und zum Schutz vor weiteren Übergriffen getragen.
Mathurin Le Picard wird neuer Kaplan des Konvents (Father Picard). Er setzt die sexuellen Missbräuche seines Vorgängers fort und mischt den Nonnen Drogen in den Kommunionswein, um sie gefügig zu machen.
Im Lied Behind These Walls zeigt Madeleine gewisse mentale Störungen durch die Drogen. Sie kann sich nicht mehr an alles erinnern. Das einzige, woran sie sich erinnern kann, sind Schreie, die vermutlich aus ihrer Erinnerung vom Blick in das Medaillon und der Geschichte um die Folterung und Hinrichtung von Jeanne Dibasson stammen. Ebenso kommen ihr große Zweifel an Kaplan Picard.
Das Lied The Meetings erzählt von der Geburt eines Kindes durch Madeleine Bavent und der Kreuzigung desselben durch Le Picard und andere Konventmitglieder während einer Schwarzen Messe.
Darauf folgt ein Instrumentalstück mit dem Namen Insanity („Geisteskrankheit“). Diamond deutet hier an, dass Madeleine durch diese Vorgänge im Konvent verrückt geworden ist.
Im darauf folgenden Lied 1642 Imprisonment erzählt Diamond, dass Madeleine Bavent wegen ihrer Geisteskrankheit ins Gefängnis gesteckt wurde.
Die Geschichte endet mit dem Lied Curse. Dort lässt Diamond den Erzähler der Geschichte das Geheimnis des Medaillons verraten. Der Erzähler besitzt heute dieses Medaillon und konnte dadurch durch die Vergangenheit hindurchsehen und die Geschichte von Jeanne Dibasson und Madeleine Bavent erfahren und erzählen.
Folgende Personen haben existiert:
Das deutsche Magazin Rock Hard kürte The Eye als drittbestes Album des Monats mit einem Notendurchschnitt von 8,83 von maximal 10 Punkten. Frank Albrecht schrieb in seiner Rezension, dass nach vorhergegangener Kritik an den Produktionen von King Diamond nun wieder eine Platte produziert wurde, die von der Qualität an Mercyful-Fate-Zeiten erinnern. Auf der Platte seien nun wieder vermehrt Breaks und Tempowechsel zu hören und er setze verstärkt Keyboard ein. Als Fazit zieht Albrecht: „Es ist einfach erfrischend, diese Platte zu hören, da die Tracks viel Abwechslung bieten, die Platte erstklassig produziert wurde und es solche Soundcollagen wie bei ‚Two Little Girls‘ einfach nur beim König zu hören gibt. ‚The Eye‘ ist meiner Meinung nach das stärkste Werk des Königs seit ‚Don’t Break The Oath‘“.

Accelerated Processing Unit

Accelerated Processing Unit (kurz „APU“; englisch für „beschleunigte Verarbeitungseinheit“), auch Advanced Processing Unit (engl. „erweiterte Verarbeitungseinheit“) ist eine unter anderem an die Abkürzungen „CPU“ und „GPU“ angelehnte Bezeichnung für einen Hauptprozessor mit integrierten Koprozessoren, die fast ausschließlich von AMD verwendet wird. Wie der Name bereits andeutet, soll dabei der Hauptprozessor durch die/den Koprozessor(en) in bestimmten Situationen beschleunigt werden. Als Koprozessor kann dabei ein Grafikprozessor (GPU), Vektorprozessor, Streamprozessor oder auch jeder andere beliebige Prozessor dienen, der dem Hauptprozessor in bestimmten Situationen überlegen ist. Lediglich ein mathematischer Koprozessor in Form einer Gleitkommaeinheit (auch „FPU“ abgekürzt), der – neben anderen – schon lange vor der Definition des APU-Begriffes im Hauptprozessor integriert war und damit zum Bestandteil des Hauptprozessors wurde, ist davon ausgenommen.
Kreiert und geprägt wurde die Bezeichnung Accelerated Processing Unit vom Mikroprozessor-Hersteller AMD, der diese Bezeichnung zur Kennzeichnung von Hauptprozessoren mit integrierter Grafikeinheit verwendet. AMD Fusion ist der Codename dieses Prozessorkonzepts, welches CPU, GPU sowie Video- und andere Hardwarebeschleuniger auf einem Die vereint.
Erste Ankündigungen für die Integration eines Grafikprozessor-Kerns in einem Hauptprozessor hatte es bereits im Jahr 2006, nach der Übernahme von ATI durch AMD, gegeben. Ab Mai 2010 wurden Prototypen an die ersten Kunden ausgeliefert und auf der Computex im Frühling 2010 wurde bekannt gegeben, dass die APU-Modelle Llano und Ontario im ersten Halbjahr 2011 in den Handel kommen sollen. Zudem wurde im Vorfeld der CES 2011 bekannt, dass erste Rechner in Form von Tablet-PCs und -Computer auf Basis der APU-Serien Zacate und Ontario im ersten Quartal 2011 ausgeliefert werden.
Auch Intel liefert seit dem Jahr 2012 mit ihrer Core-I-Serie Hauptprozessoren mit integrierter Grafikeinheit, verwendet jedoch nicht den Begriff ‚APU‘. Beispielsweise ist die GPU in den Ivy-Bridge-Prozessoren durch Unterstützung von OpenCL und Direct Compute auch für universelle Computerberechnungen nutzbar. Auch andere Wettbewerber verwenden den „APU“-Begriff nicht.
Um einen Chip ‚APU‘ nennen zu können, sollte der Prozessor (CPU) einen oder mehrere Hauptprozessor-Kerne und mindestens einen zusätzlichen Koprozessor für spezielle Aufgaben enthalten. Der zusätzliche Koprozessor ist dabei meist ein Grafikprozessor (GPU). Mit diesem Konzept will man vor allem die Vorteile unterschiedlicher Prozessortypen/Prozessorarchitekturen vereinen. Das Konzept an sich wird daher auch in Anlehnung an Mehrkernprozessorsysteme als heterogenes Rechnen (englisch: heterogeneous computing) bezeichnet, da nun heterogene Prozessortypen in einem System vorkommen.
Da Grafikprozessoren im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte einen Teil ihrer Spezialisierung auf Grafik aufgaben und immer mehr zu frei programmierbaren Prozessoren wurden, die insbesondere datenparallele Aufgaben sehr schnell bearbeiten können, sahen hier die Hersteller die Möglichkeit, die für sequentielle Aufgaben optimierten Hauptprozessoren mit dieser Art von Koprozessor sinnvoll zu ergänzen. Da zudem jeder PC sowieso einen Grafikprozessor benötigt, sollte auch der Übergang in der Zeit, in der entsprechende Software für den Koprozessor fehlt, durch die reinen Vorteile eines Grafikprozessors überbrückbar sein.
Entscheidend für die Bezeichnung APU ist dementsprechend nicht nur die Integration eines Grafikprozessors in den Hauptprozessor, sondern auch die Eignung dieses Grafikprozessors zur Berechnung von universellen Aufgaben abseits von reinen Grafikberechnungen.
Grafikprozessoren wurden schon sehr früh für GPGPU-Zwecke eingesetzt, allerdings geschah die Programmierung sehr nahe an der Hardware und konnte damit nicht ohne weiteres auf andere Grafikprozessoren übertragen werden, womit auch die Verbreitung entsprechender Programme und Tools sehr eingeschränkt blieb. Ein weiterer wichtiger Schritt von einem reinen Hauptprozessor mit IGP zur sogenannter APU ist somit die Unterstützung von Hersteller übergreifenden Programmierstandards wie OpenCL und Quasistandards wie Direct Compute in der DirectX-11-API vom Grafikprozessor.
Abseits der programmierbaren GPU-Teile hat die GPU aber auch fest verdrahtete Einheiten (engl.: Fixed Function Units), die abseits der Grafik genutzt werden können. So können die Videodecodiereinheiten wie etwa UVD oder Nvidias Videoprozessor schon sehr lange für das Decodieren von bestimmten Codecs genutzt werden und damit ebenfalls den Hauptprozessor entlasten. Intels integrierte GPU in Sandy-Bridge-CPUs haben abseits solcher Decodiereinheiten auch fest verdrahtete Encodiereinheiten, mit denen das Encodieren von Videos bei bestimmten Codecs beschleunigt werden kann. Da sowohl das Encodieren als auch das Decodieren aber nur auf bestimmte Codecs begrenzt und nicht frei programmierbar sind, werden entsprechende CPUs bei enger Auslegung der APU-Definition immer noch als „CPUs mit IGP und Zusatzbeschleunigungsfunktionen“ bezeichnet und nicht als APUs, da hierbei das Konzept des Verbindens von mehreren Prozessorarchitekturen mit unterschiedlichen Vorteilen fehlt und lediglich eine Prozessorarchitektur durch fest verdrahtete Einheiten auf manche Gebiete spezialisiert wird.

Emmanuel Joseph Sieyès

Emmanuel Joseph (seit 1808 Graf) Sieyès, auch: l’abbé Sieyès [ɛmaˈnɥɛl ʒoˈzɛf sjeˈjɛs] (* 3. Mai 1748 in Fréjus; † 20. Juni 1836 in Paris) war ein französischer Priester (Abbé) und Staatsmann, einer der Haupttheoretiker der Französischen Revolution und der Ära des Französischen Konsulats.

Er war Sohn eines Angestellten des Fiskus und Postmeisters. Durch Stipendien gefördert, konnte Sieyès am Priesterseminar St. Sulpice in Paris studieren. Dort kam er mit den Lehren John Lockes, Condillacs und anderer politischer Denker der Aufklärung in Berührung und vernachlässigte die Theologie.
Gleichwohl wurde er im Jahr 1774 zum Priester geweiht und war ab 1775 Kanoniker in Tréguier. Dank seiner Gelehrsamkeit und Scharfsinnigkeit stieg er in der kirchlichen Hierarchie auf. Seit 1780 diente er dem Bischof von Chartres als Generalvikar. Bereits in den Jahren 1787 und 1788 war er Mitglied der Provinzialstände der Provinz Orléanais für den Klerus seiner Diözese.
In dieser Zeit kam er in Kontakt mit radikalen politischen Salons der Aufklärer in Paris und wurde wohl Freimaurer. Er gehörte zur sogenannten Philosophenloge Neuf Sœurs in Paris.
Nach der Ankündigung der Generalstände im Sommer 1788 trat er als politischer Schriftsteller erstmals hervor. Innerhalb kurzer Zeit veröffentlichte er mehrere umfangreiche Schriften. In diesen stellte der Aufklärer die bisherige ständische Ordnung in Frage und plädierte für eine gewählte Repräsentativversammlung als gesetzgebende Körperschaft. Die bekannteste Schrift war Qu’est-ce que le Tiers État? (Was ist der Dritte Stand?) vom Januar 1789. Diese ist die bis heute auflagenstärkste politische Flugschrift geblieben.
Darin beginnt er mit folgenden Fragen und Antworten:
« 1. Qu’est-ce que le tiers état ? – Tout. 2. Qu’a-t-il été jusqu’à présent dans l’ordre politique ? – Rien. 3. Que demande-t-il ? – À y devenir quelque chose. »
„1. Was ist der Dritte Stand? – Alles. 2. Was ist er bisher in der politischen Ordnung gewesen? – Nichts. 3. Was fordert er? – Etwas zu sein.“
Es wird vermutet, dass er diese Formulierung Nicolas Chamfort verdankt. Weiter schreibt er in diesem Pamphlet über die herrschenden politischen Verhältnisse:
„Hat man beachtet, daß wir diese Ordnung der Dinge, die bei uns aus niedrigen Beweggründen und, ich wage es zu sagen, aus viehischer Dummheit respektiert wird, verachtenswert, monströs, allem handwerklichen Fleiß abträglich, gesellschaftlichen Fortschritten entgegengesetzt, vor allem aber erniedrigend für das menschliche Geschlecht im allgemeinen und unerträglich für Europäer im besonderen finden, wenn wir in der Geschichte des alten Ägyptens oder in den Reiseberichten über Indien davon lesen (etc. etc)?“
Das Pamphlet erregte große Aufmerksamkeit, und sein Autor wurde vom Dritten Stand, nicht vom Klerus, als letzter der zwanzig Pariser Abgeordneten in die Generalstände gewählt. Er gehörte dem Comité breton an und versuchte mit diesem, die Willensbildung der ungeordneten Masse der Abgeordneten zu strukturieren.
Trotz seines Versagens als Redner wurde sein Einfluss groß; er empfahl energisch die Erklärung der Ständeversammlung zur ständelosen Nationalversammlung. In der Folge hatte er erheblichen Anteil an der Ausgestaltung der Französischen Verfassung von 1791. Anfangs lehnte er die Abschaffung des Zehnten und die Konfiszierung von Kirchengütern ab, stimmte dem aber zu, als klar wurde, dass das Staatsdefizit durch die Säkularisierung des Kirchenguts verkleinert werden könnte. Er unterstützte die Einführung der Zivilkonstitution des Klerus. Die Wahl zum Bischof lehnte er 1791 ab, weil er sich für die Laufbahn des Politikers entschieden hatte.
Im Komitee zur Ausarbeitung einer Verfassung, in das er gewählt worden war, lehnte er das Recht eines absoluten Vetos für den König ab, das Mirabeau erfolglos unterstützte. Im Verfassungsausschuss ging es ihm um die Schaffung einer modernen Nation als Zusammenschluss mündiger Bürger und er sprach sich für eine Repräsentativverfassung aus.
Im Saal saß er in der Mitte zwischen den Girondisten und den Montagnards. Er hatte beträchtlichen Einfluss bei der Gestaltung des Département-Systems, aber nach dem Frühjahr 1790 wurde er von Männern mit entschlossenerem Charakter verdrängt. Nur einmal wurde er in das Amt des zweiwöchigen Präsidenten der Nationalversammlung gewählt.
Da er als Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung nicht in die gesetzgebende Versammlung wiedergewählt werden durfte, tauchte er wieder in der dritten Nationalversammlung auf, die man als Nationalkonvent bezeichnet (September 1792 bis September 1795). In dieser Versammlung wurde seine Zurückgezogenheit noch auffälliger; teilweise kam das von seiner Empörung, teilweise von seiner Ängstlichkeit. Nach dem Terrorregime charakterisierte er sein Verhalten mit der ironischen Bemerkung J’ai vécu (Ich habe überlebt). Er stimmte für die Hinrichtung Ludwigs XVI., aber es ist bekannt, dass er viele der Vorschriften in den Konstitutionen der Jahre 1791 und 1793 missbilligte, wenn er auch wenig oder nichts tat, um sie zu verbessern. Insgesamt hielt sich Sieyès im Konvent im Hintergrund, hat aber am Sturz von Maximilien de Robespierre und von Antoine de Saint-Just aktiv mitgewirkt. Er trat danach in den Wohlfahrtsausschuss ein. In diesem war er am Übergang zum Direktorialsystem beteiligt.
In den Jahren zwischen 1795 und 1799 hat Sieyès die französische Expansionspolitik vertreten. 1795 begab er sich auf eine diplomatische Mission nach Den Haag und war an der Verhandlung über einen Vertrag zwischen Frankreich und der Batavischen Republik beteiligt. Er wich von der 1795er Konstitution (des Direktoriums) in einigen Punkten ab, allerdings ohne Erfolg. Daraufhin lehnte er ab, als Direktor der Republik zu dienen. Im Januar 1798 reiste er als Generalbevollmächtigter Frankreichs an den Hof in Berlin, um zu versuchen, Preußen zu einem Zusammenschluss gegen die Zweite Koalition zu bewegen. Sein Verhalten war geschickt, aber er scheiterte mit seiner Hauptabsicht. Das mit seinem Namen verbundene Prestige führte dazu, dass er im Mai 1799 zum Direktor Frankreichs an Reubells Stelle gewählt wurde. Er hatte bereits begonnen, Intrigen für einen Sturz des Direktoriums zu spinnen. Er machte sich nun daran, die Basis der Konstitution von 1795 zu unterminieren und verursachte schließlich die Schließung des Jakobinerklubs. Wegen eines zukünftigen Staatsstreichs näherte er sich General Barthélemy-Catherine Joubert an. Der Tod Jouberts in der Schlacht von Novi und die Rückkehr Napoleons aus Ägypten machten seine Pläne zunichte.
Schließlich kam er jedoch zur Übereinkunft mit dem jungen General. Nach dem Staatsstreich am 18. Brumaire wurde er einer der drei Konsuln der Republik. Sieyès schrieb eine Verfassung nach seinen Vorstellungen, die aber von Bonaparte völlig umgemodelt wurde. Sieyès zog sich bald vom Posten eines provisorischen Konsuls zurück; er wurde daraufhin einer der ersten Senatoren. Nach dem Bombenattentat Ende 1800 (Nivôse-Affäre) verteidigte Sieyès im Senat das willkürliche und illegale Vorgehen, mit dem sich Bonaparte der führenden Jakobiner entledigte.
Im Jahre 1795 wurde Sieyès eines der ersten Mitglieder der Académie des sciences morales et politiques, des neuen Institut de France.
Bei der Reorganisation des Instituts von 1803 wurde er in die zweite Klasse gewählt, wo er Sitz 31 einnahm, auf dem früher der Astronom und Politiker Jean-Sylvain Bailly, guillotiniert 1793, gesessen hatte.
Nach der Restauration von 1815 wurde Sieyès von der Akademie wegen seiner Rolle bei der Exekution von Ludwig XVI. als Régicide ausgeschlossen und durch den Marquis de Lally-Tollendal ersetzt, ernannt durch königlichen Beschluss.
Während des Kaiserreichs wurde er zum Grafen und 1815 zum Pair von Frankreich ernannt. Politisch spielte er aber kaum eine Rolle. Da er wegen seines Votums für die Hinrichtung Ludwigs XVI. als „Königsmörder“ galt, musste Sieyes 1816 ins Exil gehen. Er lebte in Brüssel. Erst nach der Julirevolution kehrte er zurück und starb 1836 in Paris.

Schloss Ferrières

Das Schloss Ferrières in Ferrières-en-Brie wurde im 19. Jahrhundert zwischen 1855 und 1859 von Baron James de Rothschild, errichtet. Rothschild war einer der reichsten Franzosen zu seiner Zeit und galt als bedeutender Finanzmann. Neben dem Schloss Ferrières hatte er noch weitere Schlösser und Paläste, zum Beispiel das Château Lafite, ein Stadtpalais in Paris, das Schloss Boulogne und ein Stadthaus in der Rue Lafitte 19 in Paris, aber Ferrières war mit einem Preis von etwa 18 Millionen Francs das teuerste.

Das Gebiet der „Domäne Ferrières“ erstreckte sich zur Zeit des Baus auf über 3000 Hektar Wald und Weideland, das von Baron James de Rothschild von Joseph Fouché erworben wurde. Baron James de Rothschild beauftragte den englischen Architekten Joseph Paxton mit dem Bau des Schlosses nach einem Besuch seines Cousins Amschel Mayer de Rothschild in dem ebenfalls von Paxton und George Henry Stokes geplanten Mentmore Towers in Buckinghamshire. Der Bau war ein großes Projekt zur Würdigung des Familienvermögens und sollte ein ständiger Wohnsitz der Familie werden. Das Schloss hatte eine gute Lage in den Vororten von Paris.
Wie das Rothschild-Palais Nr. 15 in Frankfurt am Main, Mentmore Towers oder das Maison de Rothschild in Pregny-Chambésy ist der Bau Schloss Ferrières’ ein Beispiel für die weitere Entwicklung des Historismus im 19. Jahrhundert. Es werden Versatzstücke aus verschiedenen Stilepochen wie der italienischen Renaissance, des französischen Louis-quatorze und des Louis-seize verwendet und diese zu einer eklektizistischen Einheit addiert. Für den großen Garten war der englische Landschaftspark Vorbild.
Das Schloss ist 65 mal 65 Meter groß und besitzt Türme an den vier Ecken, die früher noch mit Kuppeln verziert waren Sehr modern war bereits die Zentralheizung des Schlosses, die in den wichtigsten Zimmern vorhanden war. Auch hatten diese Zimmer Warm- und Kaltwasserzufuhr. Die Küche war in einem Gebäude untergebracht, das etwas abseits stand und per unterirdischer Eisenbahn mit dem Schloss verbunden war.
1870, anlässlich der Belagerung von Paris, wurde es das Hauptquartier des preußischen Königs, von Bismarck und Moltke. Hier traf am 19. und 20. September 1870 Jules Favre Otto von Bismarck und versuchte vergeblich einen Friedensvertrag ohne die demütigende Übergabe von Paris zu erreichen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss erneut von deutschen Truppen besetzt, diesmal aber auch geplündert. Es stand in der Folge bis 1959 leer. Guy de Rothschild, der hier seine Kindheit verbrachte, beschreibt das Schloss, in dem er aufwuchs und das er nach 1959 wieder bewohnbar machte und ausgestaltete, ausführlich in seinen Memoiren. Er und seine Frau Hélène schenkten das Schloss 1975 den Pariser Universitäten, Rothschild zeigte sich aber in seinen 1983 erschienenen Memoiren enttäuscht, dass es in einen „traurigen, traumlosen Schlaf“ versunken sei. 2009 hieß es, angesichts der Fülle ihres durch Schenkungen und Legate zugewachsenen Immobilienvermögens, aber auch angesichts der hohen Erhaltungskosten und geringen Einnahmen, sei seitens der Universitätsverwaltung an die Veräußerung des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses gedacht.
Im Oktober 2015 wurde im Schloss eine private Hochschule für Hotel- und Gastronomiemanagement und Luxus („Ferrières ecole de l’excellence à la Française pur Hôtellerie Gastronomie et Luxe“) eröffnet. Die Schulkosten betragen hierbei 24000 € im Jahr. Zudem soll im Schloss zwei Restaurants (im Gourmet- und Bistro-Niveau) und ein 4-Sterne-Hotel mit 232 Zimmern eingerichtet werden. Beide Bereiche werden von erfahrenen Fachkräften geleitet, soll aber zugleich den Studenten die Möglichkeit bieten, praktische Erfahrungen zu sammeln.
Das Schloss Ferrières en Brie liegt vor den Toren von Paris, in der Region Île-de-France und dem Département Seine-et-Marne, RER-Station: Bussy-Saint-Georges. Es kann im Untergeschoss vollständig besichtigt werden. Im Obergeschoss befinden sich meistens Ausstellungen. Auch können Räumlichkeiten zum Beispiel für Empfänge, Feste und Dreharbeiten gemietet werden.
Schloss Ferrières diente als Drehort für Roman Polańskis Mystery-Thriller Die neun Pforten und einer Folge der Fernsehserie Relic Hunter – Die Schatzjägerin.
48.8197222222222.7120833333333Koordinaten: 48° 49′ 11″ N, 2° 42′ 43″ O

Karina Krawczyk

Karina Krawczyk (* 5. August 1971 in Danzig, Polen) ist eine deutsche Schauspielerin.

Karina Krawczyk, die fließend Polnisch, Deutsch, Englisch und Französisch spricht, lernte Schauspiel an der Theaterschule Jacques Lecoq in Paris und bei Ariane Mnouchkine am „Théâtre du soleil“. Zwischen 1994 und 1997 war sie Mitglied des „Teatr Kreatur“ in Berlin.
Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin präsentiert sie gelegentlich Mode als Fotomodell. Zudem trat sie in den Musikvideos Mach die Augen zu von Die Ärzte und Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)! von Die Toten Hosen in Erscheinung.
Seit 1997 übernahm sie viele Rollen in diversen Film- und Fernsehproduktionen. In Katharina Thalbachs Inszenierung von Oscar Wildes Komödie Ernst – und seine tiefere Bedeutung für die Komödie am Kurfürstendamm spielte Krawczyk im Winter 2006 die Rolle der Cecily Cardew. Seit 2009 spielt sie in der Inszenierung Wie es euch gefällt, ebenfalls von Katharina Thalbach am „Theater am Kurfürstendamm“.
Karina Krawczyk hat einen gemeinsamen Sohn mit Campino.

Staurikosaurus

Skelettrekonstruktion von Staurikosaurus pricei.
Staurikosaurus ist eine Gattung ursprünglicher Dinosaurier aus der Gruppe Herrerasauridae. Fossilien stammen aus der Santa-Maria-Formation von Rio Grande do Sul (Brasilien) und werden auf die frühe Obertrias (Karnium) datiert.
Staurikosaurus und andere Vertreter der Herrerasauridae zählen zu den ältesten und ursprünglichsten (basalsten) bekannten Dinosaurier, die meisten Forscher halten sie für sehr basale Vertreter der Saurischia (Echsenbeckensaurier). Einzige beschriebene Art ist Staurikosaurus pricei. Der Name Staurikosaurus (gr. staurikos – „eines Kreuzes“, sauros – „Echse“) bedeutet Kreuz-des-Südens-Echse und bezieht sich auf das Sternbild, welches Brasilien in seine Flagge aufgenommen hat.
Staurikosaurus ist lediglich durch ein einzelnes, unvollständig erhaltenes Skelett bekannt. Der Schädel, die Vorderbeine, sowie die unteren Teile der Hinterbeine fehlen, der Unterkiefer ist jedoch überliefert. Die Wirbelsäule ist fast vollständig überliefert. Man nimmt an, dass Staurikosaurus in seinem Habitus seinem deutlich größeren Verwandten Herrerasaurus ähnelte. Die Erstbeschreibung erfolgte 1970 durch Edwin Harris Colbert.

Staurikosaurus war ein mittelgroßer, zweibeinig laufender Fleischfresser. Die Körperlänge schätzt eine aktuelle Studie auf 2,20 bis 2,25 Meter, wobei der Schwanz 60 Prozent ausmacht. Die Unterkiefer ist fast ebenso lang wie der Oberschenkelknochen, was auf einen proportional großen Kopf deutet. Die Beine waren lang und schlank. Im Unterkiefer saßen 13 oder 14 Zähne.

Yeondoo Jung

Yeondoo Jung (* 1969 in Jinju) ist ein südkoreanischer Fotograf. Seinen Master of Fine Art erlangte er 1997 an der University of London. Zwei Jahre zuvor hatte er bereits das Diplom der Bildhauerei am London Institute erworben.

Jungs Fotografie basiert häufig auf der Idee, malerische Perspektiven mit fotografischen Mitteln umzusetzen und so neu zu sehen. Seine Fotografien sind dabei stets – und das ist das Überraschende – authentisch, sind sie doch genau das, was sie darstellen. Mittlerweile gewöhnt an künstliche Bühnen- und Kulissenwelten der Werbe- und Reiseindustrie, deren vorgegaukelte Paradies-Ästhetik nur mehr Langeweile hervorruft, werden Yeondoo Jungs Fotografien zu wahren Überraschungen. Das, was wie ein Filmset erscheint, ist echter Sandstrand mit echten Menschen in echter Landschaft. Während wir dort, wo wir Landschaft zu erkennen glauben, Tapete sehen, bekommen wir echte Landschaft dort, wo wir Fototapete vermuten. Nichts wird versteckt, eher das Gegenteil ist der Fall, etwa wenn Jung Teile der Kulissenbauten hervorschauen lässt. Mit einem Gefühl von Sentimentalität versehene stellen Yeondoo Jungs Bilder echte Fälschungen, „Real Fakes“ dar.
Deutlich wird dies etwa anhand Jungs Location-Serie, die derzeit aus 26 Fotografien besteht, aufgenommen in den Jahren von 2005 bis 2008. Die Fotografien sind mittels Kulissen inszenierte Landschaftsszenarien und stellen gleichsam Rekonstruktionen möglicher oder vergangener Ereignisse dar. Dabei werden Erinnerungen an reale und fiktive Schauplätze hervorgerufen: Etwa wenn in Location #18 die liegende Venus der Alten Meister Tizian, Giorgione oder Palma il Vecchio anklingt oder Location #25 an Diana beim Bade denken lässt. Dabei spielt Jung mit verschiedenen Topoi sowohl des westlichen als auch östlichen Kulturkreises.
In der Serie Wonderland aus dem Jahre 2005 stellt Jung Kinderzeichnungen in der Realität nach. Die Buntstiftzeichnungen setzt er um in farbgewaltige Fotografien, die dem Auge der Kinder in einer naiv anmutenden Zweidimensionalität entsprechen und ihnen hinsichtlich des Phantasiegehalts in nichts nachstehen. In der Serie Bewitched hingegen macht sich der Koreaner die Phantasie der Erwachsenen zu Nutze, so setzt er in dieser Serie aus dem Jahre 2001 die Träume seiner Modelle fotografisch um und lässt sie für einen Augenblick wahr werden.
Yeondoo Jung bekam im Jahr 2007 als Träger des renommierten Artist of the Year-Preises eine Einzelausstellung im National Museum of Contemporary Art in Seoul. Es folgte Anfang dieses Jahres die Gruppenshow Documentary Nostalgia im Museum of Modern Art, New York. 2005 repräsentierte Yeondoo Jung Südkorea bei der Venedig Biennale. Jung lebt und arbeitet in Seoul, Korea.

Braulio Evaristo Carrillo Colina

Braulio Evaristo Carrillo Colina (* 20. März 1800 in Cartago, Costa Rica; † 15. Mai 1845 in San Salvador, El Salvador) war von Mai 1835 bis Februar 1837 und von Mai 1838 und April 1842 Staatschef von Costa Rica.

Seine Eltern waren María de Jesús Colina Gutiérrez und Benito Carrillo Vidamartel.
Carrillo studierte Rechtswissenschaft an der Universität von León (Nicaragua).
Braulio Carrillo Colina war Präsident und Richter des obersten Gerichtshofes[wp 1].
1828 wurde er Abgeordneter des Parlaments der Provinz Costa Rica, wo er kurze Zeit Parlamentspräsident war. Ab 1834 war er Abgeordneter des Parlaments der Zentralamerikanischen Konföderation in San Salvador.
Staatspräsident Rafael Luis José de Gallegos y Alvarado, der im März 1833 gewählt worden war, reichte im Juni 1834 sein Rücktrittsgesuch ein. Von Juni 1834 bis 4. März 1835 war Agustín Gutiérrez Lizaurzábal für Gallegos stellvertretend, geschäftsführender Jefe de Estado. Das Parlament nahm am 4. März 1835 seinen Rücktritt an und widerrief am 6. März seine Wahl zum Präsidenten. Mit der Annahme des Rücktrittes war vom 4. bis 18. März 1835 Juan José de Lara y Arias aus Salamanca (* 1780) Jefe de Estado. Vom 18. März bis 5. Mai 1835 war Manuel José Fernández Chacón geschäftsführender Jefe de Estado. Als das Parlament am 6. März 1835 die Wahl von Gallegos widerrief war damit seine Stellvertretung ebenfalls annulliert. Am 5. Mai 1835 wurde Braulio Evaristo Carrillo Colina Jefe de Estado für den Rest der Amtsperiode, die bis 1837 lief.
Im September und Oktober 1835 fand der Guerra de la Liga statt.
1836 verringerte er die Feiertage. 1836 sah sich die Regierung Braulio Carrillo Colina von costaricensischen Migranten aus Nicaragua angegriffen. Seine Regierung förderte den Anbau von Kaffee.
Bei den Wahlen zum Jefe de Estado 1837 war Braulio Carrillo Colina Kandidat, gewählt wurde Manuel Aguilar Chacón.
Braulio Carrillo Colina stürzte Manuel Aguilar Chacón im Mai 1838 durch einen Staatsstreich. Nachdem er die bestehende Verfassung gebrochen hatte rief er zu einer verfassungsgebenden Versammlung auf. Diese verfassungsgebende Versammlung erklärte im November 1838 die Trennung von Costa Rica von der Zentralamerikanischen Konföderation. Die verfassungsgebende Versammlung unterbrach ihre Sitzungen im Dezember 1838, damit eine Kommission eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Als die neue Verfassung im April 1839 vorlag trat diese verfassungsgebende Versammlung nicht mehr zusammen.
Als 1840 José Francisco Morazán Quezada mit dem Schoner Izalco nach der Niederlage gegen José Rafael Carrera Turcios in Costa Rica Station machte, gab Carrillo einigen Liberalen, aus dem Gefolge von Morazán, Asyl. Dazu gehörten Pedro José Antonio Molina Mazariegos, dessen Sohn, Felipe, José Irungaray, dessen Sohn Manuel Irungaray, Carlos Salazar Castro, der Priester Isidro Menéndez[wp 2], die Generäle Enrique Rivas und Indalecio Cordero, José Miguel Saravia, Nicolás Espinoza, die Oberste Gerardo Barrios, Máximo Cordero Mariano Prado Baca und der Capitán José María Cañas Escamilla[wp 3]. Später kamen Doroteo Vasconcelos Vides, der bald wieder ging und Oberstleutnant Manuel Ángel Molina Bedoya [wp 4]. Carrillo gab diesen Exilanten teilweise hohe Vertrauenspositionen. Menéndez beauftragte er mit der Redaktion von Verwaltungsvorschriften. Felipe Molina, Menéndez, Filadelfo Benavente und Joaquín Rvas beauftragte er damit im Staat eine Polizeiwesen, ein Ordnungsrecht und ein Justizwesen aufzubauen. Enrique Rivas betraute er mit dem Kommando von Puntarenas, dem Oberstleutnant Molina gab er das Kommando über Guanacaste. Die Direktion der Polizei gab er Oberstleutnant Pardo. Die Kommandantur von Moín gab er an Capitán José María Cañas. Auf die Zusicherung von Oberst Vicente Villaseñor gab er aus dem Staatshaushalt 2.000 Pesos an Gerardo Barrios, damit dieser in der Hacienda von Las Alajuela eine Indigoplantage anlegen sollte mit dem Ziel diese Pflanze in Costa Rica einzuführen.
1841 dekretierte Braulio Carrillo Colina ein Ley de Garantías, mit welchem er sich seine diktatorische Rolle auf Lebenszeit als notwendig zur Entwicklung von Costa Rica bestätigte.
Die zahlreichen Feinde von Carrillo riefen Morazán über General Pedro Bermúdez von Peru. Morazán schiffte sich im März 1842 in Valparaíso an Bord der Coquimbo ein. und segelte mit der Brigg El Cruzado über Chiriquí, Panama.
Am 7. April 1842 erreichte Morazán die Bucht von Caldera 30 Kilometer südlich von Puntarenas mit den Schiffen Cruzador, Asución, Granadia, Isabel II, Josefa und Cosmopolita. Sie kamen von der Insel von der Isla Martín Péres im Golf von Fonseca. Morazán wurde von 400 Soldaten und den Generälen Isidoro Saget, José de la Trinidad Francisco Cabañas Fiallos, José Miguel Saravia, Máximo Cordero, Nicolas Espinosa, Francisco Ignacio Rascón (Rascou), Joaquín Rivera Bragas, Oberst Blas Brusual, Oberst Alejandro Escalante begleitet Leutnant Ceferino Escalante.
Als Carrillo von der Invasion erfuhr gab er die Präsidentschaft an Manuel Antonio Bonilla Nava [wp 5] seinen Stellvertreter ab und ließ ihr Oberst Vicente Villaseñor[wp 6] mit nahezu 1.000 Mann entgegentreten. Villaseñor und Morazán einigten sich am 11. April 1842 in Jocote Guanacaste.
Carrillo ging ins Exil nach El Salvador. Im Mai 1845 wurde er in San Vicente ermordet.
Der Parque Nacional Braulio Carrillo liegt zwischen den Provinzen Limón und San José
Am 28. März 1987 wurde die Autopista Braulio Carrillo, welche San José mit Limón, verbindet eröffnet.

Daniela Strigl

Daniela Strigl (* 1964 in Wien) ist eine österreichische Literaturwissenschaftlerin.

Strigl studierte in Wien und promovierte über Theodor Kramer. Sie publiziert Essays und Kritiken in überregionalen Medien wie Der Standard, Die Presse und Literatur und Kritik. Seit 2007 lehrt sie an der Universität Wien Neuere deutsche Literatur. Von 2003 bis 2008 sowie seit 2011 war Strigl Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Im Oktober 2014 gab sie ihre Jurytätigkeit jedoch überraschend auf. In einer Presseerklärung nannte sie als Grund für den Rückzug, dass sie im Januar, nach dem Ausscheiden von Burkhard Spinnen vom ORF-Landesstudio-Kärnten angefragt worden sei, den Juryvorsitz zu übernehmen. Nach ihrer im Juli gegebenen Zusage sei sie aber wieder ausgeladen worden, da man beschlossen habe, den Vorsitz Hubert Winkels anzutragen. 2009 war sie Jurorin beim Deutschen Buchpreis und seit 2013 ist sie Mitglied der Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse. Seit 2009 ist sie auch Mitglied in der fünfköpfigen Jury des Franz-Tumler-Literaturpreises. und des Bremer Literaturpreises .

Die Löwin und ihr Jäger

Die Löwin und ihr Jäger (Originaltitel: Les granges brûlées) ist ein französisch-italienisches Filmdrama von Jean Chapot aus dem Jahr 1973 mit Alain Delon und Simone Signoret in den Hauptrollen. Die Filmmusik komponierte Jean-Michel Jarre. Der Kriminalfilm feierte seine Premiere am 30. Mai 1973 in Frankreich.

In der verschneiten Gebirgswelt des französischen Jura wird die Leiche einer ermordeten Frau gefunden. Das einzige Gehöft in der Nähe wird von der energischen Rose wie von einer Monarchin beherrscht.
Hierher kommt Untersuchungsrichter Larcher höchstpersönlich, um den stockenden Ermittlungen auf die Sprünge zu helfen. Zwischen ihm und Rose, die ihre Familie mit allen Mitteln schützen will, entbrennt ein erbitterter Kampf um die Wahrheit.
„Bei den Ermittlungen in einem Mordfall in abgelegener Alpengegend entwickelt sich die Begegnung des Untersuchungsrichters mit einer Bäuerin, die ihre verdächtigte Familie verteidigt, zu einem Gesinnungsduell zwischen zwei unbeugsamen, um Wahrheit und Gerechtigkeit ringenden Persönlichkeiten. Überdurchschnittliche Unterhaltung mit großartigen Charakterzeichnungen und eindringlicher Darstellung.“
Der Ton stammte von Daniel Brisseau. Jean-Pierre Cracolici und Marie-Louise Gillet zeichneten sich als Maskenbildner verantwortlich. Das Szenenbild schuf Pierre Guffroy. Die Ausstattung stammt von Louis Boussaroque und die Requisite von Maurice Terrasse. Die Kostüme lieferten Suzy Berton, Yvette Bonnay und Andree Demarez. Produktionsleiterin war Suzanne Wiesenfeld. Drehorte des Films lagen in Doubs in Frankreich.