Harris Laning

Harris Laning (* 18. Oktober 1873 in Petersburg, Illinois; † 4. Februar 1941 in Philadelphia) war ein US-amerikanischer Konteradmiral der US Navy, der unter anderem zwischen 1930 und 1933 Präsident des Naval War College war.

Nach dem Schulbesuch und einer Ausbildung an der Peakshill Military Academy trat er 1891 in die US Naval Academy in Annapolis ein und schloss diese am 7. Juni 1895 als Achtbester seines Jahrgangs ab. Im Anschluss fand er zunächst Verwendung als Seekadett auf dem Kreuzer USS Philadelphia, der als Flaggschiff der Marinebasis der US-Pazifikflotte diente. Danach wurde er auf dem Schlachtschiff USS Oregon eingesetzt, im Juni 1897 zum Ensign befördert sowie zum Segelschiff USS Marion und danach zu deren Schwesterschiff USS Mohican versetzt.
Während des Spanisch-Amerikanischen Bürgerkrieges wurde Laning im Frühjahr 1898 auf das Monitorschiff USS Monadnock versetzt und nahm auf diesem als Teil der Truppenverbände unter Admiral George Dewey am Philippinisch-Amerikanischen Krieg 1899 teil. An Bord der USS Monadnock leitete er die Gefechtsunterstützung für die Landtruppen bei den Schlachten von Malate, Parañaque sowie Caloocan City. Danach wurde er Kommandant des alten spanischen Kanonenbootes USS Panay und unternahm während dieser Zeit Patrouillenfahrten gegen Schmuggler und zur Kartografierung der Küstengewässer von Luzon, wobei er dank seiner seemännischen Fähigkeiten mehrere Taifune überstand.
Nach seiner Rückkehr in die USA heiratete Laning im Sommer 1900 Mabel Clare Nixon und fand eine Verwendung in der Abteilung für Englisch, Rechtswissenschaften und Geschichtswissenschaften der US Naval Academy. Dort wurde er im Juni 1901 zum Leutnant zur See sowie 1902 zum Oberleutnant zur See befördert. Nach einer darauf folgenden Verwendung zwischen 1902 und 1905 als Wachoffizier und Geschützoffizier auf dem Kanonenboot USS Dolphin kehrte er zur US Naval Academy zurück, und versah Dienst an der Artillerie- und Geschützabteilung. Dort erhielt er die besondere Aufmerksamkeit des Inspekteurs für Zielübungen, Lieutenant Commander William S. Sims, da er zuvor auf der USS Dolphin die besten Schießergebnisse der Kanonenboote erzielt hatte. 1906 erfolgte die Geburt seiner einzigen Tochter Hester Laning. Während dieser Zeit war er auch Trainer und Kapitän der Schießmannschaft der US Naval Academy und der US Navy, mit der er 1907 an zahlreichen nationalen Wettbewerben teil.
Im Anschluss war Oberleutnant zur See Laning zwischen 1907 und 1910 Navigator und Elektronikoffizier auf der USS Nebraska, ein Schlachtschiff der Virginia-Klasse, und nahm in dieser Zeit von 1907 bis 1909 an der Weltreise des Schiffes teil und trainierte auch die Schützenmannschaft des Schiffes, die einen Wettbewerb gegen eine Mannschaft aus Australien gewann. Im Sommer 1910 wurde er zum Lieutenant Commander befördert und abermals zur US Naval Academy abgeordnet und war dort Sportlehrer. Zugleich war er bei den Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm Mannschaftsführer der Schießmannschaft, die bei den Schießwettbewerben unter anderem sieben Goldmedaillen gewann.
Im Juni 1913 wurde Lieutenant Commander Laning nach Bath abgeordnet, um als Kommandant die neugebaute USS Cassin zu übernehmen, ein Zerstörer der gleichnamigen Cassin-Klasse. Ein Jahr später übernahm er nach dem Tampico-Zwischenfall das Kommando über die Reserve-Zerstörerflottille der US-Atlantikflotte in Charleston und wurde zum Fregattenkapitän befördert.
Danach arbeitete er zwischen Oktober 1916 und April 1919 im Büro des neu eingerichteten Amtes des Chief of Naval Operations als Leiter der Personalabteilung für Offiziere und erhielt in dieser Zeit zuletzt due Beförderung zum Kapitän zur See. Nach der Verschärfung des U-Boot-Kriegs und dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im April 1917 stieg der Personalbedarf an Offizieren. Gleichzeitig erfuhr die Marine ein umfangreiches Schiffbauprogramm, das auch den Bau von U-Booten einschloss. Dabei oblag es Laning, dass die einberufenen Reserveoffiziere eine umfangreiche Aus- und Fortbildung vor ihrer Seekriegsverwendung erhielten. Dies führte andererseits dazu, dass er auf Anweisung des damaligen Chief of Naval Operations, Konteradmiral William Shepherd Benson, an diesen Posten gebunden war und dadurch selbst zu keinen Kriegseinsätzen kam.
Im Frühjahr 1919 wurde Laning zunächst kommissarischer Chef des Büro für Navigation der US Navy, kurz darauf jedoch Chef des Stabes beim Kommandeur der Zerstörerverbände der US-Atlaktikflotte. 1921 absolvierte er einen Lehrgang am Naval War College in Rhode Island und verblieb im Anschluss dort als Leiter der Abteilung für Taktik. Zu dieser Zeit war Konteradmiral William S. Sims Präsident des College.
Daraufhin war Kapitän zur See Laning zwischen 1924 und 1926 Kommandant des Schlachtschiffs USS Pennsylvania und leitete in dieser Zeit von 1924 bis 1925 die Fahrt zu den Antipoden-Inseln. Nach seiner Rückkehr wurde er 1926 Kommandant des Marineausbildungsstützpunktes (Naval Training Station) in San Diego und wurde als solcher im Sommer 1927 zum Konteradmiral befördert. Im September 1927 wurde er Chef des Stabes beim Kommandeur der Schlachtschiffflotte (US Battle Fleet).
Danach war er Juni 1928 bis Juni 1930 Kommandeur der Schlachtschiffdivision 2 der Aufklärungsflotte (US Scouting Fleet) und trug dazu bei, dass diese zumeist aus älteren Schlachtschiffen und Kreuzern bestehende Division gleichwohl gute Schießergebnisse ablieferte. Im Anschluss wurde er im Juni 1930 Nachfolger von Konteradmiral Joel Pringle als Präsident des Naval War College. Auf diesem Posten verblieb er drei Jahre lang bis zu seiner Ablösung durch Konteradmiral Luke McNamee im Juni 1933.
Nach Beendigung seiner Tätigkeit am Naval War College wurde Laning im Mai 1933 zum Vizeadmiral (Temporary Rank) ernannt und erhielt seine Ernennung zum Befehlshaber der Zerstörerdivisionen. Als solcher trug er maßgeblich zu den guten Ergebnissen bei den Seemanövern 1934 und 1935 bei.
Zuletzt wurde er am 1. April 1935 Befehlshaber der Schlachtschiffflotte mit der USS California als Flaggschiff. Als solcher wurde er zugleich zum Admiral (Temporary Rank) ernannt, allerdings aus Haushaltsgründen während der Weltwirtschaftskrise nicht dauerhaft befördert. Dabei handelt es sich um einen speziellen Fall, der in den Prüfungsbereich des Comptroller General of the United States fiel, zumal der Unterschiedsbetrag zwischen der Besoldung zwischen Konteradmiral und Admiral 9500 US-Dollar betrug. Demnach erhielt ein Konteradmiral 14.500 US-Dollar, ein Vizeadmiral 18.000 US-Dollar und ein Admiral 24.000 US-Dollar.
Nach einem Jahr kehrte er 1936 in seinen ständigen Rang (Permanent Rank) als Konteradmiral zurück und wurde Kommandant des für Connecticut, New York, den nördlichen Teil von New Jersey und das Feuerschiff Nantucket zuständigen Dritten Marinebezirk (Third Naval District). Im Dezember 1937 schied er nach 46 Dienstjahren aus dem aktiven Militärdienst aus und wurde in den Ruhestand versetzt.
Allerdings war er zuletzt noch zwischen 1937 und 1938 Gouverneur des Naval Home in Philadelphia. Dort verstarb er am 2. Februar 1941 im Marinekrankenhaus (Naval Hospital Philadelphia) und wurde im Anschluss auf dem Friedhof der US Naval Academy beigesetzt. Im zu Ehren wurde am 4. Juli 1943 durch seine Witwe Mabel Laning die USS Laning getauft, ein Geleitzerstörer der Buckley-Klasse.

al-Mutamid (Abbadiden)

Muhammad al-Mu’tamid ibn Abbad (arabisch محمد المعتمد بن عباد, DMG Muḥammad al-Muʿtamid bin ʿAbbād; * 1040 in Beja, Portugal; † 1095 in Aghmat, Marokko) war der Sohn des Taifa-Königs Abbad II. von Sevilla und ein bekannter Dichter. Ab 1063 verwaltete er das von seinem Vater eroberte maurische Taifa-Emirat Silves im heutigen Portugal als Gouverneur. Nach des Vaters Tod 1069 wurde er der dritte und letzte Herrscher des Emirats Sevilla aus der Abbadiden-Dynastie. Unter seiner Herrschaft war Sevilla zunächst das mächtigste der Taifa-Reiche in al-Andalus, um dann wie die anderen verbliebenen Emirate von den Almoraviden erobert zu werden und in deren Reich aufzugehen.

Al-Mu’tamid war nicht weniger bemerkenswert als sein ruchloser Vater, aber wesentlich umgänglicher als dieser. Wie schon Abbad II., so war auch al-Mu’tamid ein Freund und Förderer der Wissenschaften und insbesondere der Poesie, aber er war auch selbst einer der besten und bekanntesten Dichter des al-Andalus. Seine Begeisterung für Poesie brachte ihn sogar dazu, seinen Busenfreund, den Dichter Ibn Ammar, zu höchsten Staatsämtern zu erheben. Ibn Ammar war als junger und mittelloser Dichter und Abenteurer nach Sevilla gekommen. Seine kunstvollen Verse beeindruckten den jungen Prinzen al-Mu’tamid sehr, und die beiden wurden enge Freunde, die gemeinsam ihrem Vergnügen und ihrer Freude an Dichtung nachgingen. Als der Prinz mit 23 Jahren Gouverneur von Silves wurde, machte er Ibn Ammar zu seinem Wesir, und als er seinem Vater als Herrscher in Sevilla nachfolgte auch zum Großwesir. Die Beziehung der beiden zueinander war jedoch turbulent und endete 1078, als die Eitelkeit, der Hochmut und die Bestechlichkeit und Betrügerei Ibn Ammars für al-Mu’tamid nicht länger tragbar waren. Al-Mu’tamid tötete ihn eigenhändig und beerdigte ihn dann mit großen Ehrenbezeugungen.
In der Folge fiel al-Mu’tamid noch mehr als zuvor unter den Einfluss seiner Lieblingsfrau I’timad, besser bekannt unter dem Namen ar-Rumaikiyya („Sklavin des Rumaik“). Er hatte sie als junger Mann gesehen und gehört, als er und Ibn Ammar Verse schmiedend am Ufer des Guadalquivir spazieren gingen und die schöne Wäscherin, so die Legende, die beiden mit einem eigenen Vers überraschte. Al-Mu’tamid kaufte sie ihrem Besitzer ab und machte sie zu seiner Frau. Ihre Kaprizen und die Extravaganz, mit der al-Mu’tamid sie verwöhnte, sind vielfach beschrieben worden, so z. B. in der Erzählung „De lo que aconteció al rey Abenabed de Sevilla con su mujer, Ramaiquía“ in Don Juan Manuels berühmtem 1330–1350 erstandenen Buch Libro de los ejemplos del Conde Lucanor y de Patronio. Während seiner Regentschaft in Sevilla befassten sich die Gedichte al-Mu’tamids mit der Erweiterung seines Reichs, mit Herrschaft und Krieg, mit seiner Liebe zu Rumaikiyya und mit ihrem gemeinsamen Leben am Hof.
Gleichzeitig hatte al-Mutamid einen männlichen Harem.
Schon unter Abbad II. war Sevilla zum mächtigsten Reich in al-Andalus geworden, und al-Mu’tamid führte die Eroberungskriege seines Vaters gegen die benachbarten Berber-Emirate fort. Die kostspieligen Kriege und seine verschwenderische Hofhaltung belasteten seine Staatsfinanzen so sehr, dass er seine Untertanen mit drückenden Steuern belegen musste. Im Jahre 1070 eroberte er das Emirat Córdoba von den Dhun-Nuniden, die erst im Vorjahr die Dschahwariden von dort vertrieben hatten. Zwar verlor er Córdoba 1075 noch einmal, konnte es aber 1078 endgültig seinem Reich einverleiben. Auch brachte er 1078/79 die südlich des Guadiana gelegenen Teile des Taifa-Emirats von Toledo und seiner Dependancen bis an die Grenzen des Emirats Murcia unter seine Kontrolle. Bei diesen Unternehmungen erwies sich al-Mu’tamid als ebenso fähig und skrupellos wie sein Vater.
Im Jahre 1080 kam es zum ersten ernsthaften Zusammenstoß mit Alfons VI. von Kastilien, dem al-Mu’tamid bzw. schon sein Vater seit 1063 Tribut schuldeten. Al-Mu’tamid versuchte, einen Teil des Tributs mit Falschgeld zu zahlen, doch einer der kastilischen Gesandten, ein Jude, bemerkte den Betrug. Voller Zorn ließ al-Mu’tamid ihn kreuzigen und die christlichen Mitglieder der Gesandtschaft einkerkern. Alfons bestrafte diese Tat umgehend mit einem verheerenden Raubzug und holte sich auf diese Weise seinen Tribut.
Die Dauerfehden unter den maurischen Kleinkönigen ermöglichten es Alfons VI. am 25. Mai 1085, Toledo zu erobern. Daraufhin verbündeten sich al-Mu’tamid und die Taifa-Emire von Badajoz, Granada und Almería und riefen die maghrebinischen Almoraviden unter Yusuf ibn Taschfin zu Hilfe. Yusuf führte sein Heer über die Straße von Gibraltar und fügte den Kastiliern am 23. Oktober 1086 in der Schlacht bei Sagrajas (arab. az-Zallaqa), einige Kilometer nördlich von Badajoz, eine schwere Niederlage zu, ging dann aber zurück nach Marokko, um sich um Schwierigkeiten im eigenen Reich zu kümmern.
Yusufs Sieg über Alfons befreite die Taifa-Emire von ihrer Tributpflicht, aber sie waren weiterhin unfähig, ihre Reiche wirkungsvoll zu verteidigen, nicht einmal gegeneinander. Die Bevölkerung war die erdrückende Steuerlast leid, die die opulente Lebensweise der Herrscher und ihre endlosen Kriege finanzierte, und die Herrscher selbst intrigierten gegeneinander, selbst am Hof Yusufs. Alfons VI. konzentrierte seine Angriffe nunmehr auf den Osten von al-Andalus. Da ihn al-Mu’tamid nicht wirksam an derartigen Raids hindern konnte, reiste er selbst nach Marokko, um Yusuf Ibn Taschfin um eine erneute Intervention zu bitten. Ein Feldzug Yusufs im Jahre 1088 scheiterte jedoch wegen mangelhafter Unterstützung durch die Taifa-Emire.
Zwei Jahre später kam Yusuf erneut über die Straße von Gibraltar. Diesmal stützte er sich auf eine Fatwa seiner Rechtsgelehrten, die ihn aufforderte, die Emire im Namen des Islam zu verjagen und al-Andalus dem Reich der Almoraviden einzuverleiben. Nachdem Granada und Málaga 1090 erobert worden waren, versuchte al-Mu’tamid in letzter Minute ein Bündnis mit Alfons VI. gegen Yusuf zu schmieden; er gab dem Kastilier sogar seine Tochter Zaida, der sie zu seiner Konkubine machte. Dieser Versuch scheiterte jedoch. Nachdem auch Córdoba gefallen war, erschien Yusufs Feldherr Schir ben Abubekr 1091 vor Sevilla, erstürmte und plünderte die Stadt und belagerte die Zitadelle. Nach heldenhafter Verteidigung musste al-Mu’tamid schließlich kapitulieren. Um sein Leben zu retten, befahl er seinen Söhnen, die von ihnen noch gehaltenen Festungen zu übergeben.
Bis 1095 wurden auch die restlichen noch verbliebenen Taifa-Emirate von den Almoraviden annektiert.
Die meisten der entthronten Taifa-Emire wurden, soweit sie nicht im Kampf gefallen waren, hingerichtet. Al-Mu’tamid wurde auf Befehl Yusufs als Gefangener nach Aghmat (heute: Joumâa d’Aghmat) am Fuß des Hohen Atlas, etwa 30 km von Marrakesch, verbannt, die ursprüngliche Basis der Almoraviden. Dort verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens in Acht und Armut. Frau und Töchter mussten als Spinnerinnen arbeiten. Trost fand er in seinen Gedichten, in denen er seine Trauer über den verlorenen Glanz, seine hingerichteten Söhne und die Freuden des vergangenen Hoflebens zum Ausdruck brachte.
Gerüchte über Aufstände in al-Andalus gegen die Herrschaft der Almoraviden füllten ihn mit froher Hoffnung, aber er wurde dafür bestraft, indem man ihn in Ketten legte. Al-Mu’tamid starb bald nach seiner Frau Rumaikiyya im März 1095 im Alter von 55 Jahren.
1970 wurde in Aghmat ein Mausoleum für ihn, seine Frau und seine Kinder errichtet. Kurz vor seinem Tod schrieb al-Mu’tamid einen Vers, der heute als Epitaph bei seinem Grab eingemeißelt ist: „Grab des Fremden. Du, der Du die verdorrten Reste Ibn Abbads als Dein Eigen nimmst, mögen die wandernden Wolken Dich niemals nässen.“

Brice Parain

Brice Parain (* 1897 in Seine-et-Marne; † 1971) war ein französischer Philosoph und Essayist, der die großen intellektuellen und politischen Strömungen seiner Zeit kritisch begleitete. Er reflektierte über den Kommunismus, den Surrealismus sowie den Existenzialismus, deren Scheitern er in seinen ersten Werken Essai sur la misère humaine (1934) und Retour à la France (1936) prognostizierte. Er beschäftigte sich intensiv mit Problemen der Sprache sowie der Ursprünge und der Entwicklung der Worte. Davon zeugen seine späteren Werke Recherches sur la nature et la fonction du langage (1943, im Deutschen erschienen unter dem Titel Untersuchungen über Natur und Funktion der Sprache) sowie Sur la dialectique (1953). Charles Blanchard nannte ihn den „Sherlock Holmes der Sprache“. Er war ein enger Freund von Albert Camus und engagierte sich in der Zeitschrift Le 14 Juillet gegen die Rückkehr von Charles de Gaulle an die Macht im Jahr 1958.

In Jean-Luc Godards Film Die Geschichte der Nana S. spielte Brice Parain einen Philosophen, der sich mit der Hauptfigur des Films über unterschiedliche philosophische Fragen austauscht.

Stephen Pate

Stephen Pate (* 25. Januar 1964 in Melbourne, Australien) ist ein ehemaliger australischer Radrennfahrer und Weltmeister.
Stephen Pate war ein Allrounder auf der Radrennbahn: 1988 in Gent wurde er Weltmeister im Bahn-Sprint. 1990 in Maebashi wurde er WM-Dritter im Sprint, 1992 Zweiter im Keirin in Valencia, 1993 in Hamar Zweiter im Tandem sowie 1996 in Manchester Zweiter im Madison (mit Scott McGrory).
1993 gewann Pate mit Tony Davis das Sechstagerennen von Nouméa. 1998 wurde er Australischer Meister im Madison (mit Matthew Allan). Er stellte Weltrekorde über 1000, 500 und 200 m auf.
Stephen Pate galt in seiner aktiven Zeit als „madman on the bike“. Er stach durch Kleidung und Haartracht hervor, trank Alkohol, nahm Drogen und wurde schließlich 1991 positiv auf Steroide getestet, woraufhin ihm die WM-Bronze-Medaille im Sprint aberkannt wurde. In Japan allerdings, wo er mehrere Jahre an den Keirin-Serien teilnahm, war er wegen seiner unkonventionellen Art sehr populär. Seine Doping- und andere Verfehlungen führten dazu, dass er im Australischen Radsportverband nicht sonderlich beliebt war und niemals für die Olympischen Spiele nominiert wurde.
Nachdem Pate 2000 als Australischer Meister auch nicht für die Olympischen Spiele in seinem Heimatland nominiert worden war, trat er vom Radsport zurück. In der Folge kam es mehrfach zu Anklagen gegen ihn wegen Trunkenheit und Gewalttätigkeit gegen seine Ehefrau, weshalb er auch einige Zeit im Gefängnis verbringen musste.
1895 Robert Protin | 1896 Paul Bourillon | 1897 Willy Arend | 1898 George A. Banker | 1899 Major Taylor | 1900 Edmond Jacquelin | 1901, 1902, 1903, 1906, 1908, 1911 Thorvald Ellegaard | 1904 Iver Lawson | 1905 Gabriel Poulain | 1907, 1910 Émile Friol | 1909 Victor Dupré | 1912 Frank Kramer | 1913 Walter Rütt | 1914–1919 nicht ausgetragen | 1920 Robert Spears | 1921, 1922, 1923, 1924, 1926 Piet Moeskops | 1925 Ernst Kaufmann | 1927, 1928, 1929, 1930 Lucien Michard | 1931 Willy Falck Hansen | 1932, 1933, 1934, 1935, 1936, 1937, 1947 Jef Scherens | 1938, 1948, 1953 Arie van Vliet | 1939–1945 Finale bzw. WM nicht ausgetragen | 1946, 1957 Jan Derksen | 1949, 1950, 1951, 1954 Reg Harris | 1955, 1956, 1959, 1960, 1961, 1962, 1964 Antonio Maspes | 1958 Michel Rousseau | 1963 Sante Gaiardoni | 1965, 1966, 1968 Giuseppe Beghetto | 1970 Gordon Johnson | 1971 Leijn Loevesijn | 1972, 1973 Robert Van Lancker | 1974 Peder Pedersen | 1975, 1976 John Nicholson | 1977, 1978, 1979, 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986 Kōichi Nakano | 1987 Nobuyuki Tawara | 1988 Stephen Pate | 1989 Claudio Golinelli | 1990, 1992 Michael Hübner | 1993 Gary Neiwand | 1994 Marty Nothstein | 1995 Darryn Hill | 1996, 1997, 1998 Florian Rousseau | 1999, 2003 Laurent Gané | 2000 Jan van Eijden | 2001 Arnaud Tournant | 2002 Sean Eadie | 2004, 2006, 2007 Theo Bos | 2005 René Wolff | 2008 Chris Hoy | 2009, 2010, 2012, 2015 Grégory Baugé | 2011, 2016 Jason Kenny | 2013 Stefan Bötticher | 2014 François Pervis

Chevrolet Serie H

Chevrolet Series H-2 Royal Mail Roadster 1915
Der Chevrolet Serie H war ein Mittelklasse-PKW, der zwischen 1914 und 1916 von Chevrolet als Einstiegsmodell hergestellt wurde. Das Fahrzeug wurde Ende 1913 eingeführt und war als 5-sitziger Tourenwagen Modell H-4 „Baby Grand“ und 2-sitziger Roadster Modell H-2 „Royal Mail“ zu haben. Den Tourenwagen gab es in grau oder pflaumenfarbig mit schwarzem Fahrgestell und grauen Rädern. Die Wagen hatten Vierzylinder-Blockmotoren mit hängenden Ventilen. Die Maschine mit 2802 cm³ Hubraum entwickelte eine Leistung von 24 bhp (17,6 kW). Die Motorkraft wurde über eine Konuskupplung und ein Dreiganggetriebe mit Handschaltung an die Hinterräder weitergeleitet. Die Hinterräder waren mit Außenbandbremsen versehen. Die Verkaufspreise lagen bei 750,– US-$ für den Roadster und 875,– US-$ für den Tourer.
1915 wurde der Radstand um 2″ auf 2.692 mm verlängert. Die Modelle H-2 und H-4 wurden weiter gebaut; lediglich der Preis des Tourers H-4 sank auf 850,– US-$. Dazu kam ein drittes Modell, ein 2-sitziger Sport-Roadster mit der Bezeichnung Modell H-3 „Amesbury Special“. Diese Luxusausführung wurde für 985,– US-$ angeboten.
1916 verschwand der teure Amesbury Special wieder. Stattdessen wurde das Modell H-2½ „Special Roadster“ zum Preis von 750,– US-$ eingeführt. Die beiden anderen, nach wie vor erhältlichen Varianten H-2 und H-4 kosteten nun nur noch 720,– US-$ und gehörten dennoch zu den teureren Angeboten von Chevrolet.
Im Folgejahr ersetzte die Serie F die Serie H.
Aktuelle Personenwagen:  Camaro | Corvette | Impala | Malibu | Sonic | Spark | SS | Volt
Aktuelle Vans, Crossovers, SUVs und Nutzfahrzeuge:  Colorado | City Express | Equinox | Express | Silverado | Suburban | Tahoe | Traverse | Trax
Historische Personenwagen 1912-1942:  490 | B | C | D | F | F | FA | FB | H | K | L | M | V | Capitol | Classic Six | Confederate | Copper-Cooled | Fleetline | Independence | International | Light Six | Master | Master 85 | Master Deluxe | Master Eagle | National | Special Deluxe | Standard | Standard Mercury | Superior | Universal
Historische Personenwagen 1946-2012:  Beauville | Bel Air | Beretta | Biscayne | Brookwood | Caprice | Cavalier | Celebrity | Chevelle | Chevette | Chevy II | Citation | Classic | Cobalt | Corsica | Corvair | Corvette | Del Ray | Deluxe | Deluxe 210 | Fleetline | Fleetmaster | Greenbrier | Handyman | HHR | Kingswood | Kingswood Estate | Lakewood | Lumina | Malibu | Monte Carlo | Monza | Nomad | Nova | One-Fifty | Parkwood | Special | Special 150 | Sprint | Styleline | Stylemaster | Super Sport | Townsman | Two-Ten | Vega | Yeoman
Historische Vans, SUVs und Nutzfahrzeuge:  Astro | Avalanche | Beauville | Bison | Blazer | Bruin | C-Serie | Cheyenne | Corvair 95 | Corvan | El Camino | G-Serie | Greenbrier | K-Serie | Loadside | Kodiak | Lumina APV | LUV | Meriva | R-Serie | Rampside | S-Serie | Scottsdale | SSR | T-Serie | Titan | TrailBlazer | Trans Sport | Uplander | V-Serie | Van | Venture | W-Serie | Wienermobile
Prototypen und Konzeptfahrzeuge:  Cheyenne | GM Sequel | Nomad | Bolt

Christophorus von Paris

Christophorus von Paris, Christophorus Parisiensis, war, trotz des Beinamens, ein italienischer Alchemist des 15. Jahrhunderts.
Sein Elucidarium Chemicum wurde 1649 in Paris gedruckt, eine deutsche Übersetzung erschien in Hamburg 1697 und in Frankfurt und Leipzig 1772 (und zuvor in Halle 1608). Er wurde auch ins Theatrum Chemicum aufgenommen.
Es sind verschiedene Handschriften bekannt, darunter eine französische Übersetzung seiner Werke aus dem Italienischen von 1598 (Wellcome Library), eine Summeta von 1478 (Osler Medical Library) und eine Handschrift, ebenfalls aus dem Italienischen übersetzt (und im italienischen Original (Apertorio alfabetale) auf 1466 oder 1476 datiert ), die die Grundlage von Le grand esclaircisement de la pierre philosophale bildete, 1628 in Paris gedruckt und Nicolas Flamel untergeschoben.
Ferguson gibt noch eine ältere Ansicht wieder, die ihn als französischen Geistlichen (Mönch) ins 13. Jahrhundert einordnete. Bei Alchemisten im 16. und 17. Jahrhundert stand er in gutem Ruf, wonach er das Geheimnis des Steins der Weisen gekannt habe, also ein Adept war.
Er lebte in Venedig und soll dort Kontakte zu bekannten Glasmachern wie Angelo Barovier gehabt haben.

Kurzschnauzendelfine

Weißstreifendelfine
Die Kurzschnauzendelfine (Lagenorhynchus) sind eine Gattung der Delfine, die durch einen nicht so deutlich vom Kopf abgesetzten Schnabel gekennzeichnet sind. Sie haben meistens kleine Verbreitungsgebiete und können zwar regional recht häufig sein, sind aber global gesehen von geringerer Bedeutung als beispielsweise Gemeiner Delfin, Großer Tümmler und Fleckendelfine.
Die Arten sind:
Je nach Art sind Kurzschnauzendelfine zwischen 150 und 310 cm lang. Die Färbung ist meistens oberseits dunkelgrau oder schwarz, unterseits heller und an der Seite gestreift.
Während man Delfine für gewöhnlich mit tropischen Breiten in Verbindung bringt, sind diese Arten in kalten und gemäßigten Gewässern am häufigsten. Drei Arten leben auf der Nord-, drei auf der Südhalbkugel. Mit dem Weißstreifen- und dem Schwarzdelfin gehören zwei Arten in die Gattung, die auch unter natürlichen Gegebenheiten akrobatische Sprünge vollführen; das gilt aber nicht für alle Arten, so springen Weißschnauzen- und Weißseitendelfine überhaupt nicht.
Die Nahrung der Kurzschnauzendelfine besteht vor allem aus Fischen (vor allem Heringe, Makrelen, Sardellen, Seehechte), daneben auch Kopffüßer, Krebstiere und Mollusken. Alle Arten leben in Schulen, die in der Größe sehr unterschiedlich sind: Die meisten umfassen sechs oder etwas mehr Individuen, einige können aber auch aus über tausend Tieren bestehen.
Kurzschnauzendelfine sind häufig, von keiner Art ist ein starker Rückgang der Populationen bekannt.

Neue Sachlichkeit (Ausstellung)

Die Ausstellung Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus fand vom 14. Juni bis 18. September 1925 in der Kunsthalle Mannheim unter der Leitung des damaligen Direktors Gustav Friedrich Hartlaub statt. Die Ausstellung prägte den Namen für die Kunstströmung Neue Sachlichkeit der 20er- und 30er-Jahre. Ab Oktober 1925 war die Ausstellung in jeweils veränderter Form in weiteren Städten zu sehen: Vom 18. Oktober bis 22. November wurde sie im Sächsischen Kunstverein in Dresden gezeigt, zum Jahreswechsel 1925/26 im Städtischen Museum Kunsthütte in Chemnitz, im Februar 1926 im Erfurter Kunstverein und danach ein letztes Mal im Kunstverein Dessau.

Im Mai 1923 schrieb Gustav Friedrich Hartlaub mehreren Kunsthistorikern und Galeristen mit der Bitte, für eine geplante Ausstellung im September desselben Jahres „…der man etwa den Titel geben könnte ‚Neue Sachlichkeit‘, Künstler zu benennen, …die in den letzten zehn Jahren weder impressionistisch aufgelöst, noch expressionistisch abstrakt, weder rein sinnenhaft äußerlich, noch rein konstruktiv innerlich“ gemalt hätten. Aufgrund von organisatorischen Schwierigkeiten und der einsetzenden Hyperinflation der Inflation der Jahre 1914–1923 musste Hartlaub die Vorbereitungen der für 1923 geplante Ausstellung abbrechen.
Zwei Jahre später gelang es Hartlaub 124 Bilder von 32 Künstlern für die Ausstellung vom 14. Juni bis 18. September 1925 in der Kunsthalle in Mannheim zusammenzubringen. Darunter waren Werke von Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Heinrich Maria Davringhausen, Adolf Erbslöh, Ernst Fritsch, Nicolas Gluschenko, Ernst Haider, Wilhelm Heise, Karl Hubbuch, Alexander Kanoldt, Walter Schulz-Matan, Carlo Mense, Anton Räderscheidt, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Niklaus Stoecklin und Georg Schrimpf.
Mit 4.405 Besuchern verzeichnete die Ausstellung deutlich weniger hohe Besucherzahlen als andere Ausstellungen, die ebenfalls im Jahr 1925 in Mannheim gezeigt wurden: die Ausstellung „Moderne Kleinplastik“ verzeichnete 7.000 Besucher und die Ausstellung „Typen Neuer Baukunst“ nahezu 10.000 Besucher. Hartlaubs wegweisende Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ erhielt aber eine bemerkenswert Presseresonanz: neben Zeitungen in Frankfurt, Karlsruhe, Heilbronn und Wiesbaden berichteten Zeitungen in Berlin, Essen, Hamburg, Hannover, Kassel, München, Leipzig und Breslau ausführlich über die Ausstellung.
Ab dem Oktober 1925 war die Ausstellung in jeweils abgeänderter Form in Städten Sachsens und Thüringens zu sehen, wodurch die Neue Sachlichkeit beständig an Popularität gewann: Vom 18. Oktober bis 22. November wurde sie vom Sächsischen Kunstverein in Dresden übernommen, vom Dezember 1925 bis Januar 1926 war sie im Städtischen Museum Kunsthütte in Chemnitz zu sehen, vom 31. Januar bis Februar 1926 im Kunstverein in Erfurt und zuletzt für drei Wochen im Kunstverein in Dessau. Schon in Erfurt hatte die Ausstellung in der Auswahl der Bilder, vor allem bei Dix und Beckmann, so starke Veränderungen erfahren, dass Hartlaub den Namen der Städtischen Kunsthalle nicht mehr dafür hergeben wollte. Ebenfalls Interesse an einer Übernahme der Ausstellung bekundeten das Schlesische Museum der Bildenden Künste in Breslau und der Kunstverein in Stettin, denen Hartlaub eine Absage erteilte.
Zu Beginn des Jahres 1933 nahm Hartlaub mit einer neuen Ausstellung unter dem angepassten Titel „Deutsche Provinz (Erster Teil) – Beschauliche Sachlichkeit“ das Thema der Neuen Sachlichkeit erneut auf. Am 20. März 1933 wurde er seines Amtes enthoben.
Im Jahr 1925 veröffentlichte der Münchner Kunsthistoriker Franz Roh sein Buch „Nach-Expressionismus“ mit dem Untertitel „Magischer Realismus. Probleme der neuesten europäischen Malerei“. Roh führte damit den Begriff Magischer Realismus für die postexpressionistische Malerei der Weimarer Republik ein. Doch Hartlaubs Ausstellungstitel „Neue Sachlichkeit“ setzte sich als Begriff für diese Kunstströmung durch.

Steinberg (Brunnhartshausen)

50.69388888888910.078611111111613Koordinaten: 50° 41′ 38″ N, 10° 4′ 43″ O
Lage von Steinberg in Thüringen
Zeller Kopf und die nördlichen Wiesen bei Steinberg
Steinberg ist ein Ortsteil von Brunnhartshausen im Wartburgkreis in Thüringen.
Steinberg ist der höchstgelegenene Ort im Wartburgkreis, die geographische Höhe des Ortes beträgt 613 m ü. NN. Steinberg liegt in einer Senke zwischen dem Südwesthang des Berges Steinkopf (694 m ü. NN) und dem Südhang des Zeller Kopfes (693,8 m ü. NN) in der Kuppenrhön, etwa drei Kilometer (Luftlinie) südwestlich von Dermbach und 15 Kilometer südsüdwestlich der Kreisstadt Bad Salzungen.
Am 22. November 1220 wurde der Weiler erstmals urkundlich genannt.
Der Ort gehörte über Jahrhunderte zum Amt Fischberg, welches sich zeitweise im Besitz der Herren von Neidhartshausen, der Herren von Frankenstein, der Grafen von Henneberg-Schleusingen, des Klosters Fulda, verschiedener Ernestinischer Herzogtümer und zuletzt ab 1815 des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach befand.
Am 30. Juni 2009 wohnten 47 Einwohner in Steinberg.

Indalecio Liévano

Indalecio Liévano Aguirre (* 24. Juli 1917 in Bogotá; † 29. März 1982 ebenda) war ein kolumbianischer Politiker, Diplomat und Historiker. Er war von 1974 bis 1978 Außenminister von Kolumbien sowie 1978/1979 Präsident der 33. Generalversammlung der Vereinten Nationen.
Liévano Aguirre promovierte in den Rechtswissenschaften sowie den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bevor er 1946 in den auswärtigen Dienst seiner Heimat eintrat, er vertrat seine Heimat bei zahlreichen internationalen Konferenzen und Organisation, wie der GATT und der OAS.
In den 1960er Jahren wurde er in das kolumbianische Repräsentantenhaus gewählt, dem er bis zu seinem Wechsel in den Senat im Jahr 1970 angehörte. 1974 wurde er Außenminister seiner Heimat, zudem wurde er zum Stellvertreter des kolumbianischen Präsidenten bestimmt, er nahm die Amtsgeschäfte des Präsidenten bis 1978 mehrfach kurzfristig war, wenn der jeweilige Amtsinhaber zeitweise dazu nicht in der Lage war. Kurz nach der Wahl zum Präsidenten der UN-Generalversammlung im Spätsommer 1978 trat Liévano Aguirre von seinem Ministeramt zurück, um nach Ende seiner präsidialen Amtszeit als ständiger Vertreter Kolumbiens bei der UNO in New York zu werden. Er übte dieses Amt bis zu seinem Tod 1982 aus.
Neben seiner politischen Karriere wurde Liévano Aguirre publizistisch tätig; er gab die Zeitung E1 Liberal heraus, war regelmäßiger Autor verschiedener Zeitungen und Zeitschriften in seiner Heimat und schrieb zahlreiche Werke über die Südamerikanische Unabhängigkeitsbewegung im 18. und frühen 19. Jahrhundert sowie Biografien über die Führer der Bewegung.
1940er Jahre: Spaak (BEL) | Aranha (BRA) | Arce (ARG) | Evatt (AUS) | Rómulo (PHI) – 1950er Jahre: Entezam (IRN) | Nervo (MEX) | Pearson (CAN) | Pandit (IND) | van Kleffens (NED) | Maza (CHI)  | Masson (CHI) | Waithayakon (THA) | Munro (NZL) | C. Malik (LIB) | Belaúnde (PER) – 1960er Jahre: Boland (IRL) | Slim (TUN) | Khan (PAK) | Rodríguez (VEN) | Quaison-Sackey (GHA) | Fanfani (ITA) | Pazhwak (AFG) | Mănescu (ROM) | Catalán (GUA) | Brooks (LBR) – 1970er Jahre: Hambro (NOR) | A. Malik (INA) | Trepczynski (POL) | Benítes (ECU) | Bouteflika (ALG) | Thorn (LUX) | Amerasinghe (SRI) | Mojsov (YUG) | Liévano (COL) | Salim (TAN) – 1980er Jahre: von Wechmar (BRD) | Kittani (IRQ) | Hollai (HUN) | Illueca (PAN) | Lusaka (ZAM) | Piniés (ESP) | Choudhury (BAN) | Florin (DDR) | Caputo (ARG) | Garba (NGR) – 1990er Jahre: de Marco (MLT) | Shihabi (KSA) | Ganew (BUL) | Insanally (GUY) | Essy (CIV) | Freitas do Amaral (POR) | Ismail (MAS) | Udowenko (UKR) | Opertti (URU) | Gurirab (NAM) – 2000er Jahre: Holkeri (FIN) | Han (KOR) | Kavan (CZE) | Hunte (LCA) | Ping (GAB) | Eliasson (SWE) | Al Chalifa (BAH) | Kerim (MKD) | Brockmann (NIC) | Treki (LAR) – 2010er Jahre: Deiss (SUI) | al-Nasser (QAT) | Jeremić (SRB) | Ashe (ANT) | Kutesa (UGA) | Lykketoft (DEN)