Julian Draxler

Julian Draxler (2015)

2 Stand: 4. September 2016

Julian Draxler (* 20. September 1993 in Gladbeck) ist ein deutscher Fußballspieler, der seit August 2015 beim Bundesligisten VfL Wolfsburg unter Vertrag steht. 2014 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Draxler begann mit dem Fußballspielen beim BV Rentfort aus seiner Geburtsstadt Gladbeck und wechselte im Alter von sechs Jahren zur SSV Buer 07/28, von der aus er 2001 im Alter von acht Jahren zum FC Schalke 04 kam. In der Folgezeit durchlief er, angefangen bei den U-9-Junioren, alle Schalker Jugendmannschaften bis hin zur U-19-Mannschaft.

Am 15. Januar 2011 gab Draxler sein Profidebüt, als er bei der 0:1-Niederlage gegen den Hamburger SV am 18. Bundesliga-Spieltag in der 83. Minute für Ivan Rakitić eingewechselt wurde. Mit 17 Jahren und 117 Tagen war er damit der jüngste Schalker Spieler, der bis dahin in der Bundesliga eingesetzt wurde. Drei Tage nach seinem Bundesligadebüt unterschrieb er bei den Schalkern einen Lizenzspielervertrag bis 2014 und stand im folgenden Spiel bei Hannover 96 (1:0) am 19. Spieltag zum ersten Mal in der Startaufstellung. Draxler leitete das 1:0 durch Raúl ein und wurde in der 58. Minute durch Christian Pander ersetzt. Sein erstes Pflichtspieltor für die erste Mannschaft erzielte er kurz nach seiner Einwechslung in der Verlängerung des DFB-Pokal-Viertelfinalspiels gegen den 1. FC Nürnberg, als er in der 119. Spielminute „mit einem sehenswerten Schuss“ zum 3:2-Endstand traf. Am 15. Februar 2011 kam Draxler zu seinem Einstand in einem europäischen Wettbewerb, als er im Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Valencia in der 78. Minute für Jefferson Farfán eingewechselt wurde. Sein erstes Tor in einem Bundesligaspiel erzielte er am 1. April 2011 im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli, das beim Stand von 2:0 für Schalke kurz vor Schluss abgebrochen und am 5. April vom DFB-Sportgericht mit diesem Ergebnis gewertet wurde. Anschließend entschied die DFL, die bis zum Spielabbruch erzielten Tore als regulär erzielte Tore für die Torschützen zu werten. Mit seinem Treffer zum 1:0 gegen den MSV Duisburg am 21. Mai 2011 wurde er zum jüngsten Torschützen in einem DFB-Pokalfinale und ist der bisher jüngste Spieler, der den DFB-Pokal gewonnen hat. Er löste den bisherigen Rekordhalter Horst Trimhold, der 1959 für Schwarz-Weiß Essen beim 5:2 gegen Borussia Neunkirchen getroffen hatte, als jüngsten Torschützen eines Pokalfinales ab. Draxlers Tor wurde anschließend zum Tor des Monats Mai 2011 gewählt.

Am 25. September 2012 bestritt er beim 3:0-Heimsieg der Schalker gegen den 1. FSV Mainz 05 sein 50. Bundesligaspiel. Mit seinem Tor zum 1:1 im Spiel gegen den HSC Montpellier löste Draxler am 3. Oktober 2012 Lars Ricken als jüngsten deutschen Torschützen in der Champions League ab. In dem Spiel erlitt er eine Galeazzi-Fraktur des linken Unterarmes. Am 2. März 2013 erzielte er beim 4:1-Auswärtssieg gegen den VfL Wolfsburg mit den Toren zum 1:0 und 2:1 zum ersten mal in seiner Profikarriere zwei Treffer in einem Spiel. Am 9. März 2013 bestritt er beim 2:1-Sieg im Revierderby gegen Borussia Dortmund als bis dahin jüngster Spieler sein 100. Pflichtspiel für Schalke 04 und erzielte dabei das Tor zum 1:0. Am 3. Mai 2014 absolvierte er sein 100. Bundesliga-Spiel und löste Charly Körbel als jüngsten Spieler mit 100 Bundesliga-Einsätzen ab.

Im Mai 2013 verlängerte der FC Schalke 04 den Vertrag mit Draxler bis Juni 2018. Im Sommer 2014 kamen Wechselgerüchte im Zusammenhang mit einer Ausstiegsklausel im Vertrag Draxlers auf; er blieb aber auch in der Saison 2014/15 bei Schalke 04. In der Sommerpause 2015 wurde mehrere Wochen lang über einen Wechsel Draxlers zu Juventus Turin spekuliert.

Draxler wechselte am letzten Tag der Transferperiode im August 2015 zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg. Er erhielt beim Pokalsieger der Vorsaison einen bis zum 30. Juni 2020 laufenden Fünfjahresvertrag. Sein erstes Bundesligaspiel für den VfL absolvierte er am 12. September 2015 beim 0:0 im Spiel gegen den FC Ingolstadt. Sein erstes Pflichtspieltor für die Wolfsburger erzielte er beim 1:0-Heimsieg am 15. September gegen den PFK ZSKA Moskau in der Champions-League-Gruppenphase.

Nachdem Draxler seit 2010 für die deutsche U18-Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen war, wurde er im August 2011 zum ersten Mal in den Kader der U-21-Nationalmannschaft berufen und konnte in seinem ersten Spiel gegen Zypern eine Vorlage und ein Tor zum 4:1-Endstand beisteuern. Im Oktober 2011 wurde Draxler zum ersten Mal in der U-19 eingesetzt, wobei ihm in seinem zweiten Einsatz beim 2:0-Sieg gegen Montenegro ein Tor zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung gelang.

In der Vorbereitung für die EM 2012 wurde Draxler erstmals von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen. Im A-Länderspiel gegen die Schweiz am 26. Mai 2012 absolvierte er sein Debüt, bei dem er in der 62. Minute für Lukas Podolski eingewechselt wurde und den Treffer von Marco Reus zum 3:4 vorbereitete. Dennoch nominierte Löw Draxler nicht für den endgültigen Kader für die EM 2012.

Sein Startelfdebüt in der deutschen Nationalmannschaft gab Draxler am 22. März 2013 im WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan. Nach einem Zusammenprall musste der damals 19-Jährige jedoch frühzeitig gegen Lukas Podolski ausgewechselt werden.

Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft erzielte er in seinem sechsten Länderspiel am 2. Juni 2013 zum 3:4-Endstand gegen die USA. Er ist damit einer der jüngsten Torschützen und einen Tag jünger bei seinem ersten Länderspieltor als Fritz Walter.

Draxler wurde in den Kader zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 nominiert. Im Länderspiel gegen Polen am 13. Mai 2014 war er zum ersten Mal Mannschaftskapitän und löste im Alter von 20 Jahren und 265 Tagen Christian Schmidt als bisher jüngsten Nationalmannschaftskapitän des DFB ab. Am 8. Juli 2014 gab er beim 7:1-Sieg im WM-Halbfinalspiel gegen Brasilien sein Debüt bei einer Weltmeisterschaft, als er in der 76. Minute für Sami Khedira eingewechselt wurde. Am 13. Juli 2014 wurde die Nationalmannschaft mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Argentinien Weltmeister.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich stand er im deutschen Aufgebot. In fünf der sechs Turnierpartien kam er zum Einsatz, nur im dritten Gruppenspiel gegen Nordirland blieb er auf der Bank. Im Achtelfinale gegen die Slowakei bereitete er das 2:0 vor und erzielte selbst den Treffer zum 3:0-Endstand. Anschließend wurde er zum „Man of the Match“ gewählt. Das Team kam bis ins Halbfinale und schied gegen Gastgeber Frankreich aus.

Besonders geschätzt wird Draxlers „Schnelligkeit sowie seine Stärke in Eins-zu-eins-Situationen“. Draxler wird vor allem auf dem linken Flügel eingesetzt, kann aber auch auf der rechten Seite und auf der „Zehn“ spielen, wo er in der Jugend eingesetzt wurde und sich dort „immer am wohlsten gefühlt“ hat. Ex-Trainer Felix Magath sagte über ihn: „Trotz seiner Jugend ist er sehr weit, was den Spielrhythmus angeht. Er ist sehr konzentriert und nicht leichtfertig oder unüberlegt. Alles was er macht, hat Hand und Fuß. Ballannahme und Ballmitnahme sind vorbildlich, da ist er weiter als mancher Profi. Er spielt frech und hat Selbstbewusstsein. Und er bringt den richtigen Zug zum Tor mit. Man merkt ihm in jeder Phase des Spiels an, dass er treffen will. Deswegen ist er für jeden ein unangenehmer Gegenspieler“. Seine Schüsse erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 117 km/h. Darüber hinaus schießt er mit beiden Füßen gleich stark.

Nationalmannschaft

Verein

Draxler besuchte zunächst das Heisenberg-Gymnasium in Gladbeck, später dann die Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen-Erle, die er im Juli 2012 mit der Fachhochschulreife (schulischer Teil nach Klasse 12) absolvierte.

Draxler ist selbst seit früher Jugend Fan von Schalke 04 und war zusammen mit seinem Vater regelmäßig Besucher der Schalker Heimspiele. Während seiner Zeit in der Schalker Jugend empfand er das Training als nicht ausreichend und trainierte mindestens zweimal in der Woche auf dem Sportplatz seines Heimatvereins.

Maximilian Arnold | Carlos Ascues | Ismail Azzaoui | Diego Benaglio (C) | Jakub Błaszczykowski | Josip Brekalo | Jeffrey Bruma | Daniel Caligiuri | Koen Casteels | Amara Conde | Daniel Didavi | Anton Donkor | Julian Draxler | Yannick Gerhardt | Mario Gómez | Max Grün | Josuha Guilavogui | Luiz Gustavo | Bruno Henrique | Jannes Horn | Sebastian Jung | Robin Knoche | Borja Mayoral | Philip Menzel | Ricardo Rodríguez | Marcel Schäfer | Paul Seguin | Christian Träsch | Vieirinha | Robin Ziegele

Trainer: Dieter Hecking

1971: le Fevre | 1972: Netzer / G. Müller | 1973: Netzer | 1974: Kostedde | 1975: Fischer | 1976: G. Müller | 1977: Fischer | 1978: Bonhof | 1979: Nickel | 1980: Rummenigge | 1981: Rummenigge | 1982: Fischer | 1983: Wilhelm | 1984: Simmes | 1985: Littbarski | 1986: Kohn | 1987: Klinsmann | 1988: Wegmann | 1989: Augenthaler | 1990: Matthäus | 1991: A. Müller | 1992: Matthäus | 1993: Okocha | 1994: Schuster | 1995: Papin | 1996: Bierhoff | 1997: Ricken | 1998: Marschall | 1999: Élber | 2000: Alves | 2001: Meyer | 2002: Lauth | 2003: Künzer | 2004: Lavrič | 2005: Bøgelund | 2006: Neuville | 2007: Diego | 2008: Ballack | 2009: Grafite | 2010: Stahl | 2011: Raúl | 2012: Ibrahimović | 2013: Raúl / Draxler | 2014: Götze | 2015: Kammlott