Christian II. (Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld)

Christian II. von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld (* 22. Juni 1637 in Bischweiler; † 26. April 1717 in Birkenfeld) war ab 1671 Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld. Er war 1671 der Erbe von Karl II. Otto von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, der ohne männliche Nachkommen starb.

Christian war ein Sohn des Pfalzgrafen Christian I. von Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler aus dessen Ehe mit Magdalena Katharina (1606–1648), Tochter des Pfalzgrafen und Herzogs Johann II. von Zweibrücken. Sein Bruder war Johann Karl von Birkenfeld-Gelnhausen, der Stifter der Linie der Herzöge in Bayern, mit dem er über das Deputat Gelnhausen 1681 und 1683 gesonderte Verträge schloss.
Christian und sein jüngerer Bruder wurden durch Philipp Jacob Spener ausgebildet und studierten später an der Universität Straßburg. Danach unternahmen die Brüder eine 5-jährige Kavalierstour, die sie unter anderem nach Frankreich, Holland, England, Schweden und in die Schweiz führte.
Christian II. nahm als Obrist und Regimentsinhaber des Evangelischen Regiments zu Fuß des Schwäbischen Reichskreises am 1. August 1664 an der Schlacht bei Mogersdorf teil. In französischen Diensten wurde Christian 1688 Lieutenant-général. Ludwig XIV. übergab Christian ein Regiment, das er von 1668 an als Mestre de camp 28 Jahre befehligte.
Durch seine Ehe gelangte Christian 1673 in den Besitz der Herrschaft Rappoltstein und erwarb 1699 nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Zweibrücken-Veldenz Teile von Lützelstein und der Herrschaft Guttenberg. Zeitweise führte Christian die Vormundschaft in der Grafschaft Hanau und administrierte das Fürstentum Zweibrücken. Er galt als politisch und diplomatisch sehr geschickt.
Sein Grab befindet sich in der ehemaligen Deutschordenskirche in Meisenheim.
1667 heiratete Christian II. in Rappoltsweiler Katharina Agathe (1648–1683), Tochter des Grafen Johann Jakob von Rappoltstein († 1673). Aus der gemeinsamen Ehe gingen folgende Kinder hervor:
Aus einer anderen Beziehung entstammte der Baron Ludwig von Stein (1693–1780).

André Roussin

André Jean Paul Roussin (* 22. Januar 1911 in Marseille; † 3. November 1987 in Paris) war ein französischer Theaterschauspieler und Komödiendichter. Besondere Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erlangte sein Stück Die Schule der Gatten, das mit Theo Lingen und Hans Holt aufgeführt wurde.

Roussin wurde 1911 als Sohn eines Versicherungsangestellten in Marseille geboren. Nach einem Besuch der Institution Mélizan arbeitete er ab 1931 ebenfalls im Versicherungswesen. Anschließend war er von 1933 bis 1935 als Journalist für Petit Marseillais tätig. Gemeinsam mit Louis Ducreux gründete er 1934 die Schauspieltruppe Le Rideau Gris. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte er von der Schauspielerei zur Bühnendichtung und verfasste zahlreiche Theaterstücke, vorwiegend Boulevardkomödien. Roussin gilt als einer der meistgespielten Dramatiker des französischen Nachkriegstheaters. Mehrere seiner Stücke wurden verfilmt, unter anderem Die kleine Hütte. Er betätigte sich auch als Drehbuchautor und veröffentlichte mehrere Bücher. 1947 heiratete Roussin Lucienne Deluy, mit der er einen Sohn hatte. Er verstarb 1987 in Paris an Krebs.

Rajko Rep

Rajko Rep im Oktober 2016
Rajko Rep (* 20. Juni 1990 in Celje) ist ein slowenischer Fußballspieler. Seit 2014 spielt er für den SK Austria Klagenfurt in der österreichischen zweiten Liga.
Rep begann seine Karriere beim NK Mons Claudius. 2004 wechselte er zum NK Celje. Sein Profidebüt gab er am 22. Spieltag 2008/09 gegen den NK Nafta Lendava. 2010 wechselte er zum Topklub NK Maribor. Nachdem er zwei Mal an den ND Mura 05 verliehen worden war, war er im Herbst 2013 vereinslos. Im Jänner 2014 wechselte er nach Österreich zum Drittligisten SK Austria Klagenfurt. Mit den Kärntnern konnte er 2015 den Aufstieg in den Profifußball feiern.
Cemal Amet | Matthias Arnold | Mirnes Becirovic | Muhammed Çalhanoğlu | Filip Dmitrović | Patrik Eler | Christian Falk | Ali Hamdemir | Bernd Kager | Matthias Koch | Marco Leininger | Andreas Leitner | Fabian Miesenböck | Florian Neuhold | Christian Prawda | Dominic Pürcher | Dennis Reinwald | Rajko Rep | Marco Sahanek | Stefan Schwendinger | Mattias Sereinig | Christian Thonhofer | Manuel Wallner | Eric Zachhuber | Sandro Zakany | Manuel Zöchling
Trainer: Manfred Bender

Waldwespe

Waldwespe (Dolichovespula sylvestris)
Die Waldwespe (Dolichovespula sylvestris) ist eine Echte Wespe aus der Gattung der Langkopfwespen (Dolichovespula).

Die Königinnen dieser Art erreichen eine Körperlänge von 15 bis 19 Millimeter, Arbeiterinnen werden 13 bis 15 Millimeter lang, Drohnen 14 bis 16 Millimeter. Die Zeichnung auf dem Clypeus ist nur wenig variabel. Die Art ist von den übrigen Langkopfwespen nur durch Genitaluntersuchungen zweifelsfrei zu unterscheiden.
Die Art kommt in Nordafrika, Europa und Asien vor. Die nördliche Verbreitung reicht bis in den Süden Skandinaviens. Waldwespen besiedeln lichte Wälder, aber auch offene Lebensräume und auch menschliches Siedlungsgebiet. Die Tiere fliegen von Anfang Mai bis Mitte September, wobei Arbeiterinnen ab Ende Mai, Königinnen und Drohnen der neuen Generation ab Mitte Juli auftreten.
Die Waldwespen legen ihre Nester ähnlich wie die Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica) frei hängend an geschützten Orten und auch in oder an Häusern, Dachböden, etc. an. Gelegentlich werden sie auch in Gebüschen und Erdhöhlen angelegt. Die grau gefärbten Nester werden aus verwittertem Holz hergestellt und erreichen einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimeter. Sie bestehen aus separaten Ringsegmenten und haben keine Lufttaschen. Die Nester bestehen meist aus drei bis sechs Waben, deren Ränder aufgebogen sind sowie bis zu 900 Zellen. Maximal besiedeln etwa 800 Individuen ein Nest, wobei davon etwa 300 Arbeiterinnen sind. Das Volk entwickelt sich bei der Waldwespe relativ rasch. Die Art wird von der Waldkuckuckswespe (Dolichovespula omissa) parasitiert.

Wolfram Spyra

Wolfram Spyra (bzw. oft Der Spyra oder nur Spyra genannt), * 12. Dezember 1964 in Eschwege, ist ein deutscher Klangkünstler und Elektronik-Musiker aus Kassel. Derzeit lebt er in Kassel, London und Berlin.
Spyra studierte bis 1992 an der Kunsthochschule Kassel und schloss das Studium mit der Diplomarbeit zum Thema „Klangerzeugung, Klangkomposition, Klangskulptur“ ab. In seiner Heimatstadt hat er sich in den folgenden Jahren unter anderem durch zahlreiche Klanginstallationen bekannt gemacht, darunter Kassels akustischer Stadtplan, der seit 1997 im dortigen Rathaus öffentlich zugänglich ausgestellt ist. Bekannt ist auch sein „Elektrischer Stuhl“ (Der Stuhl besteht aus Stahl und steht immer unter 220 Volt). Dieser war im Rahmenprogramm der „Documenta“ zu sehen. Außerdem war er mehrmals im Stammheim Kassel als Installation vorhanden.
Erst durch die Praktik, mit Tonbandmaschinen statt Plattenspielern aufzulegen, wurde er auch als DJ und Live-Act bekannt.
Seine erste CD erschien erst 1995. Seit 1997 werden seine CDs – neben Solo-CDs auch Koproduktionen mit Pete Namlook – beim Label FAX +49-69/450464 veröffentlicht. Das 1997 erschienene Album Future of the Past, das mehr an die klassische Berliner Schule angelehnt ist, erschien auf dem Label Manikin Records.
Neben Studioaufnahmen gibt Spyra des Öfteren Live-Konzerte im In- und Ausland.
Bekannt wurde er außerdem durch die Zusammenarbeit mit dem Stammheim Kassel.

Paul Thamm

Paul Thamm, (* 25. März 1904; † nach 1969) war ein deutscher Jurist und Staatsanwalt.

Seit 1933 gehörte Dr. jur. Thamm der NSDAP an. Paul Thamm war ab 1937 Anklagevertreter im Range eines Staatsanwalts am Sondergericht Kiel. Er stieg bis zum Leiter der Abteilung für Sondergerichtssachen bei der Kieler Staatsanwaltschaft auf. Als Staatsanwalt hat er zahlreiche Todesstrafen gegen politische Gegner des NS-Regimes gefordert. Klaus-Detlev Godau-Schüttke schreibt über ihn, er sei ein „bedingungsloser Vollstrecker nationalsozialistischer Strafjustiz“ gewesen.
Bereits im Juli 1945 wurde Thamm von der britischen Militärverwaltung in Schleswig-Holstein zum Leiter der Kieler Staatsanwaltschaft ernannt. Zwar waren alle Angehörigen der NS-Justiz aus ihren Ämtern entfernt und zum Teil interniert worden, doch bereits im Sommer 1945 sah sich die Militärverwaltung gezwungen, auf die Schwarzmarktkriminalität zu reagieren und erneut geeignetes Justizpersonal einzustellen. Im Juli des Jahres ernannten die Briten zunächst die Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte, die den Aufbau der einzelnen Gerichte bzw. Staatsanwaltschaften organisierten und ihnen geeignet scheinende Juristen einstellten, wenn auch unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Besatzungsmacht. Im August 1945 äußerte die britische Legal Division zwar Vorbehalte gegen die Wiedereinsetzung Thamms, doch gab dieser sich erfolgreich als Widerstandskämpfer aus und so verblieb Thamm im Amt. Als Chef der Staatsanwaltschaft kontrollierte Thamm bis in die 1960er Jahre hinein auch die Ermittlungen gegen NS-Täter in Kiel. Er leitete die Kieler Staatsanwaltschaft bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1969.

Badminton-Bundesliga 2005/06

Die Badminton-Bundesliga-Saison 2005/2006 bestand aus einer Vorrunde im Modus „Jeder-gegen-jeden“ mit Hin- und Rückspiel und einer Play-Off- bzw. Play-down-Runde. In der Play-off-Runde traten der 1. und der 4. sowie der 2. und der 3. in einem Hin- und Rückspiel gegeneinander an. Die Sieger der beiden Partien ermittelten den Deutschen Meister, ebenfalls in einem Hin- und Rückspiel. Meister wurde der 1. BC Bischmisheim, der EBT Berlin in den Finalspielen bezwang. Absteigen musste der PSV Ludwigshafen, der sich vor dem Start der Play-downs aus der Bundesliga zurückzog und die Play-downs damit überflüssig machte.

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Aris Thessaloniki (Fußball)

Der PAE Aris Thessaloniki (griechisch Π.Α.Ε. Άρης) auch bekannt als Aris Saloniki im englischen Sprachraum als Aris FC bekannt, ist ein griechischer Fußballverein, der in Thessaloniki beheimatet ist. Der Stammverein AS Aris ist einer der führenden in Griechenland in mehreren Sportarten.

Der Verein wurde am 25. März 1914 in Thessaloniki gegründet, die Trikotfarben sind Gelb und Schwarz. Die Bezeichnung „Aris“ hat ihren Ursprung beim griechischen Kriegsgott Ares, der auch im Logo dargestellt ist. Der Verein gewann dreimal die griechische Meisterschaft (zuletzt 1946) und einmal den Landespokal.
Unterstützt wird Aris durch mehrere Fanclubs (u. a. Super3, Ierolohites). Mit über 20 Abteilungen in ganz Griechenland und Tausenden von Mitgliedern ist Super3 einer der größten Fanclubs Griechenlands. Die größte Rivalität besteht zum lokalen Konkurrenten PAOK Thessaloniki. Seit 2009 hält die „Aris Members Society“ knapp 30 Prozent der Kapitalanteile des Aris FC, weshalb die Fans über große Mitbestimmungsrechte verfügen.
Aris stieg zum Ende der Saison 2013/14 als Tabellenletzter aus der Super League ab. In der Folgesaison startete der Verein wegen großer finanzieller Probleme allerdings nicht in der zweitklassigen Football League, sondern in der drittklassigen Football League 2.
In den europäischen Pokalwettbewerben hält Aris eine Serie von mehr als 40 Jahren ohne Heimspielniederlage. Einer 1:2-Heimniederlage 1968 gegen Újpest Budapest im Messestädte-Pokal folgte damals ein 1:1-Unentschieden gegen Cagliari Calcio im Messestädte-Pokal 1969/70. Es wurden seitdem zwar nur 24 Europapokalspiele im eigenen Stadion bestritten (Stand März 2014), da die Qualifikation für die europäische Ebene oft verfehlt wurde, jedoch waren unter den Gegnern auch namhafte Clubs wie AS Rom, Manchester City, Atlético Madrid und der FC Chelsea.
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung
Gesamtbilanz: 62 Spiele, 22 Siege, 17 Unentschieden, 23 Niederlagen, 78:108 Tore (Tordifferenz −30)
Auf nationaler Ebene:
Auf internationaler Ebene:
Griechenland
Afrika
Europa
Rest der Welt
Die Frauenfußballmannschaft spielte bis zur Saison 2012/13 in der höchsten griechischen Liga der Alpha Ethniki Gynekon. Maria Mitkou ist eine der bekanntesten Spielerinnen im Kader.
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Oertzenhof (Woldegk)

53.5180513.57309101Koordinaten: 53° 31′ 5″ N, 13° 34′ 23″ O
Oertzenhof ist ein Ortsteil der Stadt Woldegk im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Der größte Teil des Ortes entstand, als in den 1860er Jahren die Bahnstrecke von Güstrow über Neubrandenburg zur preußischen Grenze bei Strasburg mit dem Bahnhof Oertzenhof gebaut wurde. Unter Denkmalschutz stehen das Bahnhofsempfangsgebäude und einige Gebäude in dessen Umfeld, die mit dem Bahnhof ein einheitliches Ensemble bilden.

Oertzenhof liegt an der Kreuzung der Bahnstrecke aus Bützow über Neubrandenburg nach Strasburg mit der Chaussee von Woldegk nach Friedland, etwa sieben Kilometer nördlich von Woldegk an den nördlichen Ausläufern der Helpter Berge. Der Ort Helpt liegt etwa zwei Kilometer südlich des Bahnhofs.
Der Name Oertzenhof stammt vom weitverzweigten Adelsgeschlecht von Oertzen, welche im Raum Friedland eine Reihe von Gütern besaßen. In der Zeit vor dem Bau der Eisenbahn wird Oertzenhof nur als Standort einer Meierei an einer Anhöhe erwähnt.
Im Jahr 1863 ging die preußische Eisenbahnstrecke von Stettin nach Strasburg in Betrieb. Auch die mecklenburgische Seite war an einer Ost-West-Verbindung interessiert. 1864 wurde die Strecke von Güstrow nach Neubrandenburg in Betrieb genommen, am 1. Januar 1867 folgte die Verlängerung bis zur Grenze bei Strasburg. Zwischen Neubrandenburg und Strasburg entstanden in Sponholz und Oertzenhof Bahnhöfe. Oertzenhof wurde bereits einige Monate vor Fertigstellung der durchgehenden Strecke im Juni 1866 täglich von Arbeitszügen aus Richtung Neubrandenburg angefahren, für die Zeit der Ernte im Herbst waren Güterzüge geplant.
Mit Verordnung vom 7. Dezember 1866 wurde das am Bahnhof Oertzenhof, der letzten mecklenburgischen Station vor der Landesgrenze, zu errichtende Post- und Zollamt nach stattgehabter Communication mit der Großherzoglich Mecklenburgisch-Strelitzschen Regierung und Abstimmung im Landtag zur Liste der Zollämter an der mecklenburgischen Grenze hinzugefügt. Bereits 1867 entfiel die Zollkontrolle wieder, da mit der Gründung des Norddeutschen Bundes eine Zollunion eingeführt wurde. Die Großherzoglich-Mecklenburgisch-Strelitzschen-Post-Anstalten gaben bekannt, dass ab 25. Dezember 1866 auch die Post-Expedition in Oertzenhof den Verkehr mit den preußischen Postanstalten vermitteln würde. Zum 1. Mai 1867 wurde am Bahnhof Oertzenhof eine Telegraphenstation eingerichtet.
Oertzenhof entwickelte sich zu einem lokalen Verkehrsknotenpunkt. Personenpostkurse schlossen unter anderen Friedland und Woldegk an den Bahnhof an, es gab aber auch durchgehende Verbindungen nach Neustrelitz mit Anschluss nach Feldberg. In den 1880er Jahren war der Bau einer Eisenbahn von Oertzenhof nach Woldegk geplant. Dazu kam es aber nicht, stattdessen erhielt die Stadt Woldegk wenige Jahre später Anschluss an eine Bahnstrecke von Neustrelitz nach Strasburg vorbei an Oertzenhof.
Als Eisenbahn- und Poststandort wurde der Name zur Kennzeichnung anderer Orte in der Umgebung genannt, so ist in einer Reihe von Texten von Helpt (bei Oertzenhof) oder Badresch (bei Oertzenhof) die Rede. Der Ort selbst blieb jedoch relativ klein, im Mecklenburgischen Ortslexikon von 1930 wird Oertzenhof nur als Vorwerk von Helpt genannt.
Zu DDR-Zeiten wurde Oertzenhof Sitz eines Kreisbetriebes für Landtechnik. Ebenfalls wurde ein Getreidelager eingerichtet. Als Nachfolger des Landtechnikbetriebes gibt es weiterhin (Stand 2013) einen Fahrzeugbetrieb im Ort, in der ehemaligen Molkerei ist eine Außenstelle der Firma Bienenwirtschaft Meißen.
Oertzenhof wurde zum 25. Mai 2014 im Zuge der Eingemeindung der Gemeinde Helpt ein Teil der Stadt Woldegk.
Das Empfangsgebäude auf der Südseite der Gleisanlagen ist ein im östlichen Teil zweistöckiges, im westlichen Teil dreistöckiges Gebäude aus Backstein aus der Entstehungszeit des Bahnhofs. Der östliche Teil ist gegenüber dem breiteren westlichen Teil sowohl zur Straßen-, als auch zur Gleisseite etwas zurückgesetzt, so dass sich ein Grundriss ergibt, der annähernd die Form eines „T“ hat. Der Bau wird nicht mehr für Bahnzwecke genutzt und steht leer. Entworfen wurde das Gebäude, wie auch das Empfangsgebäude des Bahnhofs Neubrandenburg vom sächsischen Architekten Richard Steche der von 1863 bis 1867 bei der Friedrich-Franz-Eisenbahn beschäftigt war.
Nach 1990er wurde ein Großteil der Bahnanlagen abgebaut. Verblieben sind drei durchgehende Gleise, von denen das nördliche einer privaten Firma gehört. Über dieses Gleis wird Oertzenhof noch im Güterverkehr bedient, transportiert werden vor allem Baumaterialien und landwirtschaftliche Güter. Im Personenverkehr ist Oertzenhof Halt der Linien Bützow – Neubrandenburg – Pasewalk – Ueckermünde und Lübeck – Bützow – Neubrandenburg – Pasewalk – Szczecin. Beide Linien verkehren alle zwei Stunden und überlagern sich so, dass Oertzenhof annähernd stündlich bedient wird.
Im Sommer 2012 wurde das Bahnhofsgebäude versteigert. Es steht unter Denkmalschutz, ebenso wie der Wasserturm östlich davon. Der vergleichsweise kleine Turm ist seit Jahren ungenutzt und vor allem im Dachbereich bereits zerstört.
Mehrere Bauten am gepflasterten Bahnhofsvorplatz stammen aus der Erbauungszeit des Bahnhofs und sind in einem ähnlichen Stil aus Backstein errichtet. Dazu zählen ein Wirtschaftsgebäude (Nr. 25) mit mehreren Nebengebäuden, ein Wohnhaus (Nr. 27) und das frühere Postamt (Nr. 28/29). Sie stehen teilweise leer, teilweise werden sie als Wohnhaus genutzt. Alle diese Gebäude sind denkmalgeschützt, dazu zählt auch ein weiter westlich liegendes früheres Eisenbahnerwohnhaus (Nr. 30/31.)
Ebenfalls unter Denkmalschutz steht das Gebäude der früheren Molkerei, heute von einem Bienenwirtschaftsbetrieb genutzt. Es liegt an der Chaussee westlich des Bahnhofs, auf der Nordseite der Bahngleise.
Östlich des Bahnhofs befindet sich eine Eisenbahnersiedlung aus ein- bis zweistöckigen Wohnhäusern mit Nebengebäuden. Sie sollte 1996 mit in den Bereich des denkmalgeschützten Bahnhofsensembles einbezogen werden, eine entsprechende Bekanntmachung gab es jedoch nicht.

Gesundbrunnen (Bautzen)

51.18972222222214.445555555556Koordinaten: 51° 11′ 23″ N, 14° 26′ 44″ O
Lage von Gesundbrunnen in Bautzen
Gesundbrunnen, obersorbisch Strowotna studnja, ist ein Bautzener Stadtteil und in großen Teilbereichen identisch mit dem Wohngebiet Gesundbrunnen. Dieses entstand als DDR-Plattenbausiedlung zwischen 1975 und 1987 nordöstlich der Bautzener Altstadt.

Im Jahr 1551 soll Johannes Röhrscheidt (eine Verwandtschaft mit dem Erbauer der Alten Wasserkunst Wenzel Röhrscheidt ist nicht nachweisbar, aber auch nicht auszuschließen) einen Brunnen auf der damaligen Männerhospitalwiese angelegt haben. Der speisenden Quelle wurden von den Bautzenern bald heilende Kräfte nachgesagt, woraus sich der Name ergab.
Auf alten Karten liest man die Bezeichnung Gesundborn.
1837 wurde eine Sammlung zum Erhalt des Brunnens veranstaltet. Für 40 Taler und 4 Groschen wurde er 1845 saniert und ein Weg zum Brunnen angelegt. Bei Wartungsarbeiten wurde 1879 eine heute verschollene Bleiplatte entdeckt, die in lateinischer Schrift auf Johannes Röhrscheidt verwies. Eine deutsche Übersetzung wurde in den Fels des Brunnens gemeißelt: „Dieser Brunnen wurde von Johannes Röhrscheidt im Jahre 1551 auf eigene Kosten erschlossen und zum allgemeinen Gebrauch überlassen.“ 1920 wurde der Brunnen nochmals saniert.
Bei der Errichtung des Wohngebietes Gesundbrunnen wurde die Gesundbrunnensenke aufgefüllt und der Brunnen mit Brunnenringen gesichert und der Schacht mit einem Schleusendeckel verschlossen. Bei Nachforschungen im Mai 2006 wurde eine weitgehende Unversehrtheit des Brunnens festgestellt.
Bereits in den 1960er Jahren wurde in der DDR ein umfangreiches Wohnbauprogramm zur Verringerung der Wohnungsknappheit und zum geplanten Ausbau Bautzens zum industriellen Zentrum der Region angeschoben. 1973/74 wurde das Gebiet um die Gesundbrunnenquelle für das größte Wohngebietsneubauvorhaben der Stadt ausgewählt. Nach ersten Bauplanungen 1974 begann man mit Geländeregulierungs- und Erschließungsmaßnahmen. 1975 wurden die ersten Plattenbauten vom Typ IW 64 und eine zentrale Baustelleneinrichtung fertiggestellt. Der Entwurf eines Entwurfskollektiv um Wolfgang Tillner ging 1976 aus dem Architekturwettbewerb des Ministeriums für Bauwesen, des Bundes der Architekten in der DDR und der Fachzeitschrift Architektur in der DDR als Preisträger hervor. Die verschiedenen Entwürfe und auch das später realisierte Neubaugebiet unterschieden sich von anderen Plattenbaugebieten durch die weniger strikte rasterartige Straßenführung und Gebäudeplatzierung aufgrund des bewegten Geländes.
Zwischen 1975 und 1987 wurden circa 6000 Wohnungen errichtet, vorwiegend in Häusern vom Typ WBS 70. Als Sonderform entstanden Terrassenhäuser in traditioneller Ziegelbauweise, die als Lehrbaustelle zur Ausbildung im Baugewerbe verwendet wurden. Die Fernwärmeversorgung wurde vom Heizkraftwerk im Norden der Stadt Bautzen sichergestellt. Seit 1979 kamen die Wohnungsbauelemente zum Bau des Typs WBS 70 aus dem Plattenwerk Bautzen, welches zunächst mit Technologie aus der Sowjetunion ausgestattet war. Dieses versorgte in der Folgezeit auch den gesamten Ostteil der Bezirkes Dresden und Gebiete darüber hinaus. Verschiedenen Bautzener Baubetriebe wurden bereits 1972 in den VEB Wohnungsbau und den VEB Tiefbau überführt, welche maßgeblich an der Realisierung des Stadtteiles Gesundbrunnen beteiligt waren. Am 1. Januar 1977 zogen die ersten Mieter in die Häuser des Gesundbrunnenrings 18, 20, 22, 24 ein. 1985 war Baubeginn für das „Kaufhaus Kaskade“ (als Ergebnis einer Eingabe nach Berlin). Fertiggestellt 1988 und eröffnet am 4. Oktober 1988. Der Bau des Gemeindezentrums Bautzen Gesundbrunnen wurde noch vor der politischen Wende 1989 begonnen.
Nach deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde der Schwerpunkt der Stadtentwicklung in Bautzen zunächst hauptsächlich auf den Erhalt der in ihrer Substanz gefährdeten Altstadt verlegt. Insbesondere seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurden aber wieder bedeutende Mittel zur Wohnumfeldverbesserung des Stadtteiles aufgewendet. Auch das Stadtteilmanagement versucht dem teilweise schlechten Ruf des Wohnviertels seit der Wende entgegenzuwirken und die Bedeutung des Stadtteils für die Stadt aufzuzeigen. Auch wenn für die Zukunft weitere Rückbaumaßnahmen vorgesehen sind, wird der Stadtteil an sich nicht in Frage gestellt. Dies wurde unter anderem auch durch die Neubauten der Bautzener Feuerwache 2001–2002 und der Bautzener Schwimmhalle „Röhrscheidtbad“ 2003–2005 unterstrichen.
Der Stadtteil Bautzen Gesundbrunnen war von 1983 bis 2006, als aufgrund eines Stadtratsbeschlusses der Stadtteil Nordostring gebildet wurde, der deutlich einwohnerstärkste Stadtteil der Stadt Bautzen. Die geplante Einwohnerzahl von 20.000 Bewohnern wurde allerdings nie erreicht. Seit 1990 sind viele Einwohner des Stadtteils in andere Bautzener Stadtteile umgezogen und haben dort zu verhältnismäßig geringem Leerstand beigetragen. Im Rahmen des Programmes Stadtumbau Ost wurden einige Gebäude abgebrochen. Auch die im ersten Foto gezeigten Elfgeschosser werden 2007/08 zurückgebaut.
Bis heute ist Gesundbrunnen der Stadtteil mit der höchsten Einwohnerdichte. Ein Fünftel aller Bautzner leben hier auf etwa 1,6 Prozent der Stadtfläche. Der Stadtteil hat mit 20,9 % die mit Abstand höchste Arbeitslosenquote im Stadtgebiet (Bautzen gesamt: 11,2 %).
Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember:
Im Rahmen des Stadtumbau-Ost wurde 2002 ein Entwicklungskonzept für den Gesundbrunnen „Hin zum Wasser“ vorgestellt. Das Wohngebiet Bautzen-Gesundbrunnen ist in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen worden.
In seinem Buch „Bild des Vaters“ beschreibt Jurij Brězan unter anderem den Bau des Stadtteils Gesundbrunnen. Brězan war mit dem ersten Projektanten des Gebietes Herrn Kleinschmidt befreundet . Jährlich im Spätsommer wird das sogenannte Gesundbrunnenfest veranstaltet, zu dem die örtliche evangelisch-lutherische Kirchgemeinde mit einem „Familientag“ einen maßgeblichen Beitrag leistet.
„Der erste Entwurf wurde leider nicht gebaut. Es entstand ein Wohnort, der mit den ursprünglichen Planungen wenig zu tun hatte. Zwei Faktoren spielten eine entscheidende Rolle: Es wurden mehr Wohnungen gebraucht als ursprünglich vorgesehen, und Geld und Material waren äußerst knapp. So entstand eine Plattenbausiedlung in einer reizvollen Umgebung, die dabei einiges von ihrem besonderen Reiz draufgeben mußte. Ich bin überzeugt, dass ohne diese Handicaps und eine gewisse ideologische Beschränktheit dieser Stadtteil wohl der schönste der Stadt sein würde.“
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